Damaskustor

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Damaskustor 2012
Damaskustor um 1900
Das Damaskustor am Abend

Das Damaskustor (hebräisch שער שכם – Sha'ar Shechem, deutsch Schechem-Tor oder Nablus-Tor; ‏ باب العمود‎ bab al-amud, DMG bābu ʾl-ʿamūd ‚Säulentor‘) ist das größte – und in den Augen vieler Besucher auch schönste – Tor der ummauerten Altstadt von Jerusalem. Es liegt an der Nordseite der Altstadt und führt sowohl in das muslimische als auch in das christliche Viertel (die anderen Viertel sind das jüdische und das armenische).

Inhaltsverzeichnis

Name[Bearbeiten]

Der Name leitet sich wie beim Jaffator von der ehemals Jerusalem mit Damaskus verbindenden Straße ab, die hier die Altstadt verlässt. Für die hebräische Bezeichnung Sha'ar Shechem gilt das Gleiche. Die arabische Bezeichnung Säulentor geht auf eine römische Siegessäule zurück, die zu Zeiten Kaiser Hadrians aufgestellt wurde. Schon damals befand sich an der Stelle des Damaskustores ein Tor in der nördlichen Stadtmauer von Jerusalem, das damals Aelia Capitolina hieß. Die Siegessäule ist auch auf der Karte von Madaba aus dem 6. Jahrhundert zu sehen.

Die Kreuzfahrer bezeichneten das Tor als „Stephanstor“, da ihrem Glauben nach der erste christliche Märtyrer vor diesem Tor gesteinigt wurde. Heute trägt aber das Löwentor diesen (zusätzlichen) Namen.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Damaskustor entstand im Zuge der umfangreichen Erneuerung der Jerusalemer Stadtmauer unter Sultan Süleyman dem Prächtigen in den Jahren 1535–1538. Bei Ausgrabungen wurden die Überreste des Tores freigelegt, das aus der Zeit Hadrians stammt, als das Straßenniveau noch tiefer lag.

Lage[Bearbeiten]

Da das heutige Straßenniveau noch höher liegt, muss man über Stufen zum Tor hinabsteigen. Für den Verkehr mit Karren gibt es auf der rechten Seite eine Rampe. Größere Fahrzeuge können das Tor nicht passieren, weil der außere und der innere Torbogen versetzt angelegt sind. Wegen der Ausgrabungen des alten Tores befindet sich vor dem Tor nun quasi ein Burggraben, der überquert werden muss.

Heute steht das Damaskustor zwischen West- und Ost-Jerusalem und bildet als wichtigstes Fußgängertor ein Nadelöhr zwischen Altstadt und Neustadt. Besonders während der Geschäfts- sowie der jüdischen und muslimischen Gebetszeiten ist das Tor stark frequentiert. Nirgendwo sonst begegnen einander die verschiedenen Gruppen der israelischen und palästinensischen Gesellschaften sowie die traditionell gekleideten Vertreter der in der Altstadt ansässigen christlichen Kirchen so eng und vielfältig wie am Damaskustor. Lediglich die moderne, säkularisierte israelische Bevölkerung fehlt hier fast völlig.

Schon im Torbau selber befinden sich kleine Geschäfte, und fliegende Händler verkaufen ihre Waren. Von hier aus ist es nur ein kurzer Weg bis zur Via Dolorosa. Die früher häufig von Händlern belegten Stufen werden jetzt von der Polizei frei gehalten.

Die Stufen führen direkt zur Nablus Road, wo auch das deutsche Pilgerhaus Paulushaus mit der Schmidt-Schule steht. Früher befanden sich in diesem Bereich auch die Sammeltaxis in die Palästinensergebiete. Nach Errichtung der Sperranlagen wurden diese aus der Stadt verbannt und durch Busse ersetzt, die ihren Sammelplatz weiter nördlich beim Gartengrab erhalten haben.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Damaskustor – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

31.78161944444435.230205555556Koordinaten: 31° 46′ 54″ N, 35° 13′ 49″ O