Das letzte Schweigen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Das letzte Schweigen
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 110 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Baran bo Odar
Drehbuch Baran bo Odar, nach einer Vorlage von Jan Costin Wagner
Produktion Frank Evers, Maren Lüthje, Florian Schneider, Jörg Schulze
Musik Michael Kamm, Kris Steininger, Tim Allhoff
Kamera Nikolaus Summerer
Schnitt Robert Rzesacz
Besetzung

Das letzte Schweigen ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2010. Er basiert auf einem Krimi von Jan Costin Wagner und ist der zweite Langfilm des Regisseurs und Drehbuchautors Baran bo Odar nach seinem Diplomfilm Unter der Sonne.

Handlung[Bearbeiten]

Im flirrenden Sommer 1986 wird nahe einer Kleinstadt die elfjährige Pia vergewaltigt und ermordet. Ihr Fahrrad landet in einem Kornfeld, ihre Leiche wird später in einem See gefunden. Der ältere Täter, Peer Sommer, wird von einem jungen Freund, Timo, begleitet, der zugleich Zeuge und Komplize ist. Beide haben sich zuvor aufgrund ihrer pädophilen Neigung kennengelernt. Nach der Tat verlässt der junge Mann bald ohne Abschied die Stadt.

Jahre später, dieselbe Stadt, andere Menschen: Bei Familie Weghamm gibt es Streit, die 13-jährige Sinikka geht zur Kirmes statt zum Sport. Sie kehrt nicht zurück. Die besorgten Eltern wenden sich an die Polizei und damit an David Jahn, einen jungen Kommissar. Kurze Zeit später wird das Fahrrad Sinikkas am selben Ort in den Feldern wie bei der Tat 1986 gefunden.

Die Suche wird intensiviert, die Hoffnung, das Mädchen lebend zu finden, ist gering. Die Eltern Weghamm entfremden sich, und Jahn lernt die Mutter des 1986 ermordeten Mädchens kennen. Derweil kehrt der junge Mann von damals, mittlerweile arrivierter Architekt und selbst Familienvater, zurück. In den Medien hat er von der Tat gehört, die verdrängte Vergangenheit holt ihn jetzt ein.

Er sucht den Täter von damals auf. Dieser hat pädophile Neigungen, den Hang zu Sexvideos mit nymphenartigen Mädchen haben die beiden damals miteinander geteilt. Der Ältere versucht, dort anzuknüpfen, wo die Beziehung der beiden geendet hatte, der jüngere aber entzieht sich und ist angewidert, auch von sich selbst. Er kämpft mit sich, seine Selbstsicherheit weicht einer früheren Verunsicherung.

Dann wird die Leiche des verschwundenen Mädchens gefunden. Die Polizei ist dem Täter dicht auf den Fersen, die gemütliche, schwangere Polizistin Gläser sitzt sogar in seinem Wohnzimmer, um ihn zu einem Wagen zu befragen, den er früher fuhr. Er lauert, ein Messer parat, doch einen Verdacht gegen ihn spürt sie erst nach Verlassen der Wohnung. Der Jüngere jedoch bringt sich zwischenzeitlich in sprachloser Verzweiflung um: Er ertränkt sich in seinem Auto im See. Die Polizei hat ihren Täter, einen zweiten vermutet sie nicht.

Der nach wie vor desolate Jahn hegt starke Zweifel und lehnt sich kurzzeitig auf. Seine Theorie ist, dass es einen zweiten Täter gab und dass dieser dem Komplizen mit der neuen Tat ein Zeichen schicken wollte, um ihn zurückzurufen. Jahn wird kein Glauben geschenkt. Derweil suchen die Eltern Weghamm wieder Trost aneinander und die Mutter des 1986 getöteten Mädchens bricht die ziellose Beziehung ab, die sie mit einem in den Fall involvierten, inzwischen pensionierten Ermittler begonnen hatte.

Die letzte Einstellung des Films zeigt den Täter als traurigen und einsamen Mann in seiner kleinen Wohnung, der mit seiner Tat eine Nachricht senden wollte und jetzt mit dem Freitod des jüngeren Tatbeteiligten seinen vielleicht einzigen Freund verloren hat.

Jungschauspieler[Bearbeiten]

Die Schauspielerin Helene Luise Doppler ist Jahrgang 1996 und somit ein gutes Stück älter als die Figur, die sie darstellt, genau wie Anna Lena Klenke, geboren 1995.

Weblinks[Bearbeiten]