Wotan Wilke Möhring
Wotan Wilke Möhring (* 23. Mai 1967 in Detmold; Wotan Wilke ist der Vorname, Möhring der Nachname) ist ein deutscher Schauspieler und Musiker.
Inhaltsverzeichnis |
Leben und Wirken [Bearbeiten]
Sein Vater war Offizier bei der Bundeswehr, seine Mutter arbeitete an einer Schule. Möhring ist das zweite von vier Kindern. Er hat zwei Brüder und eine Schwester. Sein jüngerer Bruder Sönke ist ebenfalls Schauspieler. Möhring wuchs in Herne auf und besuchte die Hiberniaschule, eine Waldorfschule. Nach dem Abitur verpflichtete er sich als Zeitsoldat bei der Fallschirmjägertruppe der Bundeswehr. Der gelernte Elektriker und einstige Punker war als Clubbesitzer, Türsteher und Model tätig, studierte Kommunikation an der Hochschule der Künste in Berlin, besuchte Schauspiel-Workshops in Köln und Los Angeles und lebte zwei Jahre in New York.[1]
Möhring wollte nicht von Anfang an Schauspieler werden, war aber schon früh an Kunst interessiert. Er malte, spielte Geige und Punkmusik.[2] Zudem produzierte er Filmmusiken. Er war Mitbegründer der Bands Red Lotus und DAF/DOS zusammen mit Gabi Delgado-López, vormals Deutsch Amerikanische Freundschaft (DAF). DAF/DOS veröffentlichten 1996 das Album Allein, zu zweit, mit Telefon und die Single Ich glaub' ich fick' dich später. An späteren Veröffentlichungen war Möhring nicht mehr beteiligt. Zuvor war er schon Mitglied einer Punkband namens Störaktion.[3]
Sein Filmdebüt hatte Möhring 1997 in der Bubi-Scholz-Story an der Seite von Benno Fürmann und Götz George. Seitdem wirkte er in über 90 Produktionen für Kino und Fernsehen mit.
Erste größere Rollen in Kinofilmen hatte er in Otto – Der Katastrofenfilm und insbesondere im mehrfach ausgezeichneten Psychothriller Das Experiment (2001). Für seine Hauptrollen in den Fernsehfilmen Hat er Arbeit? und Liebe und Verrat war er 2002 für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. 2005 erhielt er den Hessischen Fernsehpreis als Ensemblemitglied des Filmes Die Konferenz sowie im selben Jahr einen Preis als bester Schauspieler auf dem Filmfestival im spanischen Málaga für Christian Alvarts Antikörper, seine erste tragende Kino-Hauptrolle. Im Kino war Möhring auch in den erfolgreichen Filmen Soul Kitchen von Fatih Akın (2009) sowie Männerherzen (2009) und dem Nachfolger Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe (2011) von Simon Verhoeven zu sehen. Die Hauptfigur spielt er in der Komödie Mann tut was Mann kann (2012) von Marc Rothemund, mit dem er bereits zehn Jahre zuvor am Fernsehdrama Die Hoffnung stirbt zuletzt (2002) gearbeitet hatte. 2013 startete die Tragikomödie Das Leben ist nichts für Feiglinge (Regie: André Erkau) in den Kinos. Bei diesem Film brachte sich Möhring als Executive Producer erstmals in die Herausbringung eines Kinofilms mit ein.
Zahlreiche Auszeichnungen erhielten die ARD-Fernsehproduktionen Homevideo und Der letzte schöne Tag (beide 2011), in denen Möhring Hauptrollen spielte. Für die Rolle in Der letzte schöne Tag als Familienvater, der mit dem Freitod seiner Frau fertig werden muss, wurde er für den Bayerischen Fernsehpreis nominiert und bekam den Deutschen Fernsehpreis 2012 als bester Schauspieler und den Grimme-Preis 2013. Für die Darstellung eines Vergewaltigers in Brigitte Berteles Drama Der Brand wurde er beim Filmfestival Thessaloniki ebenfalls als bester Schauspieler geehrt. Der Kurzfilm Raju von Regisseur Max Zähle, in dem Möhring die Hauptfigur spielt, wurde 2011 mit dem Student Academy Award ausgezeichnet und 2012 für den Oscar nominiert.
Im Juli 2012 gab der NDR bekannt, dass Möhring als neuer Tatort-Kommissar engagiert wurde. Gemeinsam mit Petra Schmidt-Schaller ermittelt er seit 2013 in Hamburg und Umgebung.[4] Zuvor war Möhring bereits in vier Tatort-Folgen zu sehen, darunter in Die dunkle Seite sowie Todesschütze, in denen er zumeist als Verdächtiger auftrat.
Wotan Wilke Möhring lebt mit seiner Freundin Anna Theis, mit der er drei Kinder hat, in Köln.[1][5][6] Er ist bekennender Fan von Borussia Dortmund.[5]
Filmografie (Auswahl) [Bearbeiten]
|
|
Auszeichnungen [Bearbeiten]
- 2002 Nominierung für den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie Bester Schauspieler in einer Hauptrolle – Fernsehfilm für Hat er Arbeit? und Liebe und Verrat
- 2004 Nominierung für den New Faces Award in der Kategorie Bester Nachwuchsschauspieler für Eierdiebe
- 2005 Hessischer Fernsehpreis als Ensemblemitglied des Filmes Die Konferenz
- 2005 Preis in der Kategorie Bester Schauspieler auf dem spanischen Filmfestival Festival de Cine Espanol de Málaga für Antikörper
- 2011: Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie Bester Fernsehfilm für Homevideo, zusammen mit Jonas Nay stellvertretend für das Schauspielensemble
- 2011: Bambi für das Ensemble von Männerherzen … und die ganz ganz große Liebe
- 2011: Auszeichnung als Bester Schauspieler, Internationales Filmfestival Thessaloniki für die Rolle in Der Brand
- 2012: Nominierung für den Bayerischen Fernsehpreis als Bester Schauspieler für Der letzte schöne Tag
- 2012: Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie Bester Schauspieler für Der letzte schöne Tag
- 2013: Grimme-Preis für Der letzte schöne Tag
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizieller Internetauftritt
- Wotan Wilke Möhring in der Internet Movie Database (englisch)
- Wotan Wilke Möhring bei filmportal.de
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Westfälische Nachrichten: „Ich bin ein Rebell!“: Wotan Wilke Möhring über den Tatort, Dittmanns Skate-Aid-Projekt – und Münster, Münster, Martin Kalitschke, 15. November 2012
- ↑ Interview bei Filmreporter.de vom 10. Oktober 2012, abgerufen am 18. Oktober 2012
- ↑ Möhring in Wetten, dass..? am 6. Oktober 2012 (ZDF)
- ↑ Noch ein "Tatort"-Kommissar für Hamburg
- ↑ a b Münstersche Zeitung: Das Jahr des Wotan: 2012 schaffte Schauspieler Wotan Wilke Möhring aus Herne den großen Durchbruch, Aus aller Welt, Köln, Volker Petersen, 11. Dezember 2012
- ↑ Express (Zeitung): „Henriette Marie ist da - Drittes Kind für Wotan Wilke Möhring, vom 10. Januar 2013, abgerufen am 10. Januar 2013
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Möhring, Wotan Wilke |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler und Musiker |
| GEBURTSDATUM | 23. Mai 1967 |
| GEBURTSORT | Detmold |