Delcam

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Delcam ist ein Entwickler und Anbieter von CAD/CAM-Softwarelösungen für die Fertigungsindustrie.[1][2] Seit seiner Gründung im Jahre 1977, die auf erste Entwicklungsarbeiten an der englischen Universität Cambridge folgte, ist das Unternehmen stetig gewachsen. Heute ist Delcam der größte Entwickler von Produktkonstruktions- und Fertigungssoftware in Großbritannien und unterhält Niederlassungen in Nordamerika, Europa und Asien. Delcams Software-Systeme kommen bei mehr als 15.000 Unternehmen in über 80 Ländern zum Einsatz.

Firmengeschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1968 hatte Donald Welbourn, Direktor für Industrielle Kooperation an der Universität Cambridge[3], eine Vision: den Einsatz von Computern zur Unterstützung der Hersteller von Bauteilmustern bei der problematischen Modellierung komplizierter 3D-Formen. Heute ist für uns die 3D-Modellierung eine Selbstverständlichkeit, aber 1968 kamen nur rudimentäre 2D-Zeichnungssysteme an Bildschirmen zum Einsatz, die mit großen Leitrechnern verbunden waren.

Obwohl Ford die Arbeiten von Beginn an unterstützte, war es ein ständiges Problem für Donald Welbourne, die notwendigen Entwicklungsgelder aufzutreiben. 1973 überzeugte Donald seinen Freund Lord Caldecote, Vorsitzender der Delta Metal Group und ehemaliger Cambridge-Absolvent, Deltas Diplomingenieur Ed Lambourne an die technische Abteilung der Universität Cambridge zu berufen, um dort an der Entwicklung von DUCT mitzuarbeiten, was letztendlich den Einsatz des Systems in der Industrie zur Folge hatte. 1974 gewann Donald mit der deutschen Control Data GmbH einen Sponsor, der den Entwicklern Zugang zu seinen leistungsstarken EDV-Ressourcen gewährte. Control Data bot DUCT insbesondere seinen zwei größten Kunden an – Volkswagen und Daimler Benz.

1977 wurde eine neue Abteilung in Gestalt von Delta Technical Services in Birmingham gegründet, welche die Forschungsarbeiten fortsetzen sollte. Aber es war schwer, gute Argumente für diese Technologie zu finden, da die Computer immer noch langsam und teuer waren, die Software nur wenige automatische Funktionen aufwies und schwierig zu bedienen war.

1982 kamen die ersten Mikrocomputer mit mehr Rechenleistung und zu günstigeren Preisen auf den Markt. Dies bedeutete einen großen Schritt nach vorn, und 1984 war die Technologie im Vergleich zu den traditionellen Verfahren endlich wettbewerbsfähig. Natürlich waren Flugzeugbauteile schon seit vielen Jahren am Computer konstruiert worden, aber nun ließen sich auch Kochtöpfe und andere Haushaltsprodukte mit komplexen Formen rechnergestützt konstruieren.

Unterdessen nahm die Entwicklung von DUCT in Cambridge gemeinsam mit einem bei Delta in Birmingham zusammengestellten kleinen Team ihren Fortgang. 1984 zählte das Team in Birmingham mehr Mitarbeiter als das in Cambridge, und die einzigartigen Funktionen von DUCT fanden allmählich Anerkennung. Es war eines der wenigen Systeme, die von Beginn an strikt zur Konstruktion und Bearbeitung von Produkten entwickelt wurden. Dass Konstruktion und Bearbeitung gleichberechtigt im Fokus standen, unterschied DUCT von den Konkurrenz-Systemen und machte es für die Anwender besonders attraktiv. Die meisten anderen Systeme konzentrierten sich zunächst auf das 2D-Zeichnen und ergänzten die 3D-Modellierungs- und Bearbeitungsfunktionen erst später.

Seit 1977 wurden die Darstellungsabläufe Schritt für Schritt entwickelt, zusätzliche Bearbeitungswerkzeuge integriert und ein Programmierungs-Service für Zuliefer-Unternehmen ergänzt. Die Entwicklung von DUCT war nun ein kommerzielles Projekt und beschäftigte 1985 15 Mitarbeiter. Der direkte Bezug zur industriellen Praxis war sehr hilfreich, um die Anforderungen zu bestimmen und entsprechende Lösungen zu entwickeln.

1989 löste sich das Unternehmen im Rahmen einer Management- und Mitarbeiter-Übernahme unter Führung von Geschäftsführer Hugh Humphreys von der Delta Group. Das Unternehmen wurde 1991 in Delcam International umbenannt und erhielt den Status einer Aktiengesellschaft. Im Oktober desselben Jahres bezog Delcam das neue Firmengebäude in Small Heath Birmingham.

Im Juli 1997 notierte Delcam plc auf dem Alternativen Investment Markt (AIM). In Vorbereitung dessen wurde Delcam UK ins Leben gerufen, um die Verkäufe und den Kundensupport in Großbritannien anzuführen. Einhergehend damit eröffnete Delcam ein Verkaufsbüro in Bolton in der Grafschaft Lancashire. Auch in Übersee entwickelte sich das Unternehmen, wobei die Verantwortlichen sich hauptsächlich auf Jointventures in Amerika, Europa und dem Fernen Osten konzentrierten. Heute unterhält Delcam weltweit mehr als 70 Verkaufsbüros und besitzt eine unternehmenseigene Niederlassungen in den USA, die den äußerst komplexen Markt der dortigen Fertigungsindustrie beliefert.

Autodesk[Bearbeiten]

Im November 2013 kündigte Autodesk die Absicht an, Delcam für 172 Millionen Pfund zu kaufen.[4] Im Februar 2014 vermeldete Autodesk dann die erfolgreiche Übernahme von Delcam.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CIMdata. "Largest NC Vendors 2007". Abgerufen am 19. Dezember 2010.
  2. CIMdata. "Market Share of Vendors in the Mold, Tool, and Die Market 2007". Abgerufen am 19. Dezember 2010.
  3. Donald Welbourn: „The Development of Computer Aided Design and Manufacture - CADCAM“
  4. marketwatch.com: Autodesk Announces Intent to Acquire Delcam
  5. 3D-grenzenlos.de: Autodesk übernimmt Anbieter für CAD-/CAM-Software Delcam