Dementi

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Das Dementi (von französisch démentir „widersprechen“[1]) ist eine Ableugnung, ein Widerruf oder eine Richtigstellung von persönlichen, öffentlichen oder amtlichen Meldungen. Dementis spielen dort eine wichtige Rolle, wo Gerüchte einen Einfluss auf die Wirklichkeit haben, etwa an der Börse. Ein Dementi erfolgt dabei sinnvollerweise meistens öffentlich. Zu unterscheiden vom Dementi ist die Berichtigung, wo einer Meldung nicht grundsätzlich widersprochen wird, sondern nur wesentliche fehlerhafte Meldungsbestandteile richtiggestellt werden, wofür es das presserechtlich gewährleistete Berichtigungsbegehren gibt.[2]

Beispiele

Watergate-Affäre

In der Nacht des 17. Juni 1972 wurde eine Gruppe von fünf Männern verhaftet, nachdem sie in das Hauptquartier der demokratischen Partei im Watergate-Hotel in Washington, D.C. eingebrochen waren. Es sollten nicht funktionierende Abhörmikrofone neu justiert und einige Fotos gemacht werden. Die Beteiligung James McCords, der mit dem CREEP in Verbindung stand, sorgte für Spekulationen über eine Verstrickung des Weißen Hauses in dieses Verbrechen. Präsident Nixons Sekretär Ron Ziegler jedoch dementierte dies und bezeichnete den Einbruch als „drittrangig“. Bei der Verlesung der Anklage identifizierte sich McCord jedoch als ehemaliges Mitglied des Geheimdienstes CIA (Central Intelligence Agency), was das Interesse zweier Journalisten der Washington Post erregte, die bei der Verhandlung anwesend waren.

Barschel-Affäre

Eines der bekanntesten Dementis stammt aus der Barschel-Affäre. Am Samstag vor der Landtagswahl, dem 13. September 1987, wurde bekannt, dass Der Spiegel in seiner am Montag nach der Wahl erscheinenden Ausgabe berichten werde, dass Barschel eine Verleumdungskampagne gegen seinen Herausforderer Björn Engholm initiiert habe. In einer Stellungnahme vier Tage nach der Wahl erklärte Uwe Barschel:

„Über diese Ihnen gleich vorzulegenden Eidesstattlichen Versicherungen hinaus gebe ich Ihnen, gebe ich den Bürgerinnen und Bürgern des Landes Schleswig-Holsteins und der gesamten deutschen Öffentlichkeit mein Ehrenwort – ich wiederhole – ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, dass die gegen mich erhobenen Vorwürfe haltlos sind.“

Uwe Barschel: Pressekonferenz am 18. September 1987[3]

Lewinsky-Affäre

In der Lewinsky-Affäre erschien US-Präsident Bill Clinton am 26. Januar in einer Pressekonferenz, in der er folgende Erklärung abgab:

“Now, I have to go back to work on my State of the Union speech. And I worked on it until pretty late last night. But I want to say one thing to the American people. I want you to listen to me. I'm going to say this again. I did not have sexual relations with that woman, Miss Lewinsky. I never told anybody to lie, not a single time; never. These allegations are false. And I need to go back to work for the American people. Thank you.”

„Jetzt muss ich zu meiner Arbeit an der Regierungserklärung zurückkehren. Ich habe gestern bis spät in die Nacht daran gearbeitet. Aber ich möchte dem amerikanischen Volk Eines sagen. Ich möchte, dass Sie mir zuhören. Ich werde es erneut sagen. Ich hatte keine sexuelle Beziehung mit dieser Frau, Miss Lewinsky. Ich habe niemandem gesagt, dass er lügen soll, nicht ein einziges Mal, niemals. Diese Anschuldigungen sind falsch. Und ich muss zu meiner Arbeit für das amerikanische Volk zurückkehren. Danke.“

Weblinks

Wiktionary: Dementi – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. démentir quelqu’un: jemandem widersprechen; démentir quelque chose: etwas abstreiten; Pons Großwörterbuch Französisch, Ausgabe 2004, S. 188. ISBN 978-3-12-517181-7
  2. Brauner et al.: Lexikon der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit; Oldenbourg Wissenschaftsverlag GmbH, München 2001. ISBN 3-486-25030-2
  3. NDR Online – Kultur – Geschichte – Die Barschel-Affäre („Link nicht mehr abrufbar“) (Archivierte Version)