Der blaue Karfunkel

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Ryder ersucht Gnade bei Holmes

Der blaue Karfunkel (The Adventure of the Blue Carbuncle) ist eine Sherlock-Holmes-Kurzgeschichte von Sir Arthur Conan Doyle aus dem Jahr 1892, welche im Strand Magazine erschien und von Sidney Paget illustriert wurde.[1] Im Oktober desselben Jahres erschien sie im Gesamtband Die Abenteuer des Sherlock Holmes (The Adventures of Sherlock Holmes).

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung spielt am 26. Dezember 1889.[Anm. 1] Am Morgen dieses Tages wird der Hotelportier Peterson nach einer Feier Zeuge eines Überfalls auf einen großgewachsenen Mann. Bei seinem Einschreiten ergreifen die Beteiligten die Flucht, das Opfer des Überfalls lässt jedoch einen abgetragenen Filzhut mit den eingezeichneten Initialen „HB“ und eine Weihnachtsgans zurück, an der eine Karte für die Gattin eines gewissen Henry Baker geheftet ist. Peterson bringt beides zu Sherlock Holmes. Während dieser aufgrund der Größe und des Zustandes der Filzhutes auf einen intelligenten und moralisch zerrütteten Besitzer schließt, bereitet Petersons Frau die Weihnachtsgans zu. Dabei findet sie den blauen Karfunkel, einen berühmten Diamanten, den die Gräfin von Morcar fünf Tage zuvor im Hotel Cosmopolitan verloren hat. Der 26-jährige Klempner John Horner wird als mutmaßlicher Dieb der Anklage übergeben, der wegen eines ähnlichen Deliktes bereits vorbestraft ist und sich zur Tatzeit im Hotel aufgehalten hat.

Holmes trifft sich mit Baker

Holmes verbirgt den Edelstein, der in den etwa 20 Jahren, seit er aufgefunden wurde, von Mord und Totschlag umgeben ist, in seinem Tresor. Um den Fall aufklären zu können, gibt er in allen Abendzeitungen eine Annonce auf, in der er Henry Baker anbietet, die beiden Fundsachen am Abend bei ihm abzuholen. Zur vereinbarten Zeit meldet sich ein gebildet wirkender Mann, der erklärt, dass er aus finanziellen Nöten darauf verzichten musste, eine eigene Anzeige aufzugeben. Henry Baker gibt sich mit der von Watson besorgten neuen Gans zufrieden und scheint von dem wertvollen Inhalt der eigentlichen Gans nichts gewusst zu haben. Mithin erkundigt sich Holmes darüber, wo Baker die Gans gekauft hat, und begibt sich daraufhin zum Pub Alpha Inn. Dort wird er zum Händler Breckinridge in Covent Garden verwiesen, den er so lange mit seiner Nachfrage verärgert, bis er ihm Mrs Oakshott als Lieferantin nennt.

Unerwartet kommt es zu einem Streit zwischen Breckinridge und einem kleingewachsenen Mann, der nach einer bestimmten Gans sucht. Es handelt sich dabei um James Ryder, einen Angestellten des Hotel Cosmopolitan. Sherlock Holmes bietet ihm seine Hilfe bei der Suche an und nimmt ihn mit in die Baker Street. Der Juwelendieb gibt zu, durch die Zofe der Gräfin einen Hinweis erhalten zu haben. Um den Verdacht von sich abzulenken, verursachte er einen kleinen Schaden und lockte somit den vorbestraften Klempner ins Hotelzimmer. Nachdem dieser festgenommen wurde, schmuggelte Ryder den Edelstein aus dem Hotel zu seiner Schwester Maggie Oakshott, die Gänsemästerin war. Daraufhin zog er seinen Bekannten Maudsley ins Vertrauen, der ihm dazu riet, den Karfunkel in der Gans zu verstecken. Ryders Schwester wusste davon jedoch nichts und schenkte ihm die falsche Gans zu Weihnachten, so dass dieser bei den Zwischenhändlern nach dem richtigen Tier fahnden musste.

Holmes gibt Ryders Gnadengesuch nach und verzichtet auf eine Anzeige bei der Polizei.

Verfilmung[Bearbeiten]

Vertonungen[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Der blaue Karfunkel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. The Blue Carbuncle. 2008, abgerufen am 15. November 2012.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Watson erwähnt, dass es sich um den zweiten Morgen nach Weihnachten handelt. Die Nennung von Der Mann mit der entstellten Lippe lässt auf die Jahre 1889 und 1890 schließen. 1890 kommt jedoch nicht in Betracht, da Holmes laut Das letzte Problem den Winter in Frankreich verbrachte.