Dess-Martin-Periodinan

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Strukturformel
Struktur von Dess-Martin-Periodinan
Allgemeines
Name Dess-Martin-Periodinan
Andere Namen

1,1,1-Triacetoxy-1,1-dihydro-1,2-benziodoxol-3(1H)-on

Summenformel C13H13IO8
CAS-Nummer 87413-09-0
PubChem 159087
Eigenschaften
Molare Masse 424,14 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,36 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

133–134 °C[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​312​‐​315​‐​319​‐​332​‐​335Vorlage:H-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze
P: 261​‐​280​‐​305+351+338 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][1]
Gesundheitsschädlich Brandfördernd
Gesundheits-
schädlich
Brand-
fördernd
(Xn) (O)
R- und S-Sätze R: 8​‐​40
S: 36/37
MAK

nicht vergeben, da Verdacht auf krebserzeugende Wirkung[1]

Toxikologische Daten

873 mg·kg−1 (LD50Mausoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Dess-Martin-Periodinan ist eine chemische Verbindung, die in der organischen Synthese zum Oxidieren von primären Alkoholen zu Aldehyden und sekundären Alkoholen zu Ketonen genutzt wird. Es ist nach den amerikanischen Chemikern Daniel Benjamin Dess und James Cullen Martin benannt. Gegenüber Oxidationsmitteln auf Chrom- oder DMSO-Basis (Jones- bzw. Swern-Oxidation) hat Dess-Martin-Periodinan verschiedene Vorteile. Dazu gehören neben milderen Bedingungen, geringerer Toxizität, kürzeren Reaktionszeiten und höheren Ausbeuten auch eine einfachere Aufarbeitung nach der Reaktion.

Synthese[Bearbeiten]

Die Synthese geht von der 2-Iodbenzoesäure aus, welche im ersten Schritt mittels Kaliumbromat zu IBX (1-Hydroxy-1,2-benziodoxol-3(1H)-on-1-oxid) oxidiert wird. Das Zielmolekül ergibt sich im zweiten Schritt durch Acetylierung mit Acetanhydrid und Essigsäure.[5][2]

Synthese von Dess-Martin-Periodinan

Eigenschaften[Bearbeiten]

Die Verbindung ist thermisch instabil. Beim Erhitzen unter Einschluss auf Temperaturen ab 130 °C kann es zur explosionsartigen Zersetzung kommen.[6] In Gegenwart von Wasser oder auch Luftfeuchtigkeit erfolgt die Hydrolyse zu IBX.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Dess-Martin-Periodinan wird bei der Dess-Martin-Oxidation eingesetzt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Datenblatt Dess-Martin-Periodinan bei Acros, abgerufen am 22. Februar 2010.
  2. a b c Dess, D.B.; Martin, J.C.: A Useful 12-I-5 Triacetoxyperiodinane (the Dess-Martin Periodinane) for the Selective Oxydation of Primary or Secondary Alcohols and a Variety of Related 12-I-5 Species in J. Am. Chem. Soc. 113 (1991) 7277–72787. doi:10.1021/ja00019a027
  3. a b Datenblatt Dess-Martin periodinane bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. März 2011 (PDF).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. D. B. Dess: J. C. Martin: Readily accessible 12-I-5 oxidant for the conversion of primary and secondary alcohols to aldehydes and ketones in J. Org. Chem. 48 (1983) 4155-4156. doi:10.1021/jo00170a070.
  6. Plumb, J. B.; Harper, D. J.: Chem. Eng. News 1990, 68 (29), 3.

Literatur[Bearbeiten]