Die Eissphinx
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Die Eissphinx (Le Sphinx des glaces) ist ein phantastischer Roman des französischen Autors Jules Verne. Er wurde 1897 in zwei Teilen veröffentlicht.
Das Buch ist die "Fortsetzung" von Edgar Allan Poes einzigem Roman Der Bericht des Arthur Gordon Pym.
In jenem werden Pym sowie der Seemann Dirk Peters infolge einer Meuterei mit ihrem Schiff Grampus schiffbrüchig, sind zum Kannibalismus gezwungen und erreichen schließlich mit einem zweiten Schiff, der Jane Guy das Südpolarmeer, wo sie auf der Insel Tsalal in Kontakt mit Eingeborenen treten, denen alles Weiße fremd ist. Die Besatzung der Jane wird von den Eingeborenen in einen Hinterhalt gelockt und größtenteils getötet, nur Pym und Peters gelingt die Flucht in einem Eingeborenenboot. Sie gelangen immer weiter nach Süden und begegnen in der Nähe des Pols schließlich einer mysteriösen Nebelwand und einer riesenhaften Gestalt -- an dieser Stelle bricht Der Bericht des Arthur Gordon Pym ab.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Handlung
[Bearbeiten] 1. Band
Die Handlung spielt im Jahre 1839, ein Jahr nach der Veröffentlichung von Poes Buch, und elf Jahre nach der Katastrophe in der Antarktis.
Jeorling, ein wohlhabender Amerikaner, hat auf den Kerguelen private Studien betrieben und ist jetzt auf der Suche nach einem Schiff, das ihn in die Heimat zurückbringt. Der Kapitän eines der ersten Schiffe, die die Insel im Frühjahr anlaufen, Len Guy, ist bereit, Jeorling auf seiner Halbrane eine Passage bis Tristan da Cunha zu geben. Auf dem Weg dorthin finden sie auf einem driftenden Eisberg die Leiche eines Seemanns, den seine Notizen als Mitglied der Besatzung der Jane ausweisen. Offensichtlich haben deren Kapitän William Guy und ein paar seiner Leute den Anschlag auf Tsalal überlebt.
Len Guy, der Poes Buch bereits zuvor gegenüber Jeorling erwähnt hat, gibt sich als Williams Bruder zu erkennen und will die Halbrane für eine Rettungsexpedition nutzen. Jeorling bleibt an Bord, als das Schiff die Falklandinseln anläuft, um sich auszurüsten. Hier stößt auch ein gewisser Jem West zur Besatzung, der die Reise in den Süden mitmachen will.
Günstiges Wetter erlaubt der Halbrane, den Packeisgürtel rasch zu durchbrechen, hinter dem sie eisfreies Wasser und ein mildes Klima vorfinden, wie von Pym beschrieben. Ohne größere Probleme finden sie Bennets Insel und schließlich auch Tsalal selber.
Die Insel ist jedoch stark verändert: Nach einer offenbar kürzlich erfolgten Naturkatastrophe erscheint sie wie umgepflügt und ist unbewohnt. Auch von den Felszeichnungen, von denen Pym berichtete, ist nichts mehr zu finden. Von den Leuten der Jane gibt es keine Spur mehr außer dem Halsband von Pyms Hund Tiger. Zahlreiche Skelette, die sich auf der Insel finden, stammen wohl von Eingeborenen, die allerdings schon lang vor der Katastrophe gestorben sein müssen.
[Bearbeiten] 2. Band
Guy entschließt sich, nicht aufzugeben sondern noch weiter südlich nach seinem Bruder zu suchen. Ein Teil der Besatzung mit einem gewissen Hearne als Sprecher will sich weigern und kann nur durch die Aussicht auf eine hohe Prämie umgestimmt werden.
Als die Halbrane weiter nach Süden fährt stellt sich heraus, dass West kein anderer als Dirk Peters ist: Er und Pym wurden auf ihrer Fahrt nach Süden getrennt, und nur Peters kehrte mit Pyms Tagebuch zurück, das schließlich von Poe stark ausgeschmückt veröffentlicht wurde. Peters will Pym auf jeden Fall wiederfinden. Er hatte die falsche Identität aus Scham über den auf der Grampus begangenen Kannibalismus angenommen.
Die Halbrane läuft schließlich auf einen Eisberg auf und geht verloren. Mit nur noch einem Boot, das zu klein ist, alle Überlebenden aufzunehmen, aber genügend Vorräten, sind Guy und seine Leute dazu verurteilt passiv mit dem Eisberg zu treiben. Nachdem sie so sogar den Südpol passiert haben, strandet der Eisberg noch innerhalb des Packeisgürtels an einer bis dahin unbekannten Landmasse. An dieser Küste richten sich die Seeleute auf eine Überwinterung ein, als Hearne mit seinen Männern das verbliebene Boot stiehlt und auf eigene Faust entkommen will.
Wenig später treibt an dem Lager der Männer der Halbrane ein Boot in der Bauart der Eingeborenen vorbei. Peters reagiert als erster, springt ins Wasser und sichert das Boot. Zu aller Überraschung findet er darin William Guy und seine Leute, die entkräftet und halb verhungert einen verzweifelten Versuch unternahmen, nach Norden zu entkommen.
Sie erzählen, dass bald nach dem Anschlag auf Tsalal (aber erst nach der Flucht von Pym und Peters) Pyms Hund Tiger wieder auftauchte, der offensichtlich tollwütig geworden war. Aggressiv biss er die Eingeborenen, unter denen sich die bis dahin unbekannte Krankheit rasch ausbreitete. Die überlebenden Eingeborenen flüchteten auf die Nachbarinseln, so dass William Guy und seine Crew unbehelligt auf Tsalal leben konnten, bis ein Erdbeben die Insel verwüstete. Da auch die Nachbarinseln zerstört waren blieb Guys Leuten kein Weg, als die Fahrt nach Norden zu versuchen.
Die Männer der Jane werden gesund gepflegt, dann entschließen sich alle, mit dem Eingeborenenboot die Fahrt nach Norden zu wagen. Unterwegs begegnen ihnen seltsame magnetische Phänomene, die in der "Eissphinx" gipfeln, einem Felsblock, der durch die vom Erdmagnetfeld an die Pole fokussierten Partikelströme von der Sonne immens "aufgeladen" wurde.
Das unglaublich starke Magnetfeld der Eissphinx wurde Hearne und seinen Männern zum Verhängnis, da die Eisenteile ihres Bootes von der Sphinx angezogen wurden, bis es an ihren Felsen zerschellte. Guy und die anderen entgingen diesem Schicksal nur, da das Eingeborenenboot ohne Metallteile gebaut war.
Zu den Füßen der Eissphinx finden sie auch die Leiche Pyms, der offenbar auf die gleiche Weise wie Hearne starb. Peters kommt auf der Stelle buchstäblich vor Gram um.
Die Überlebenden setzen die Fahrt ohne große weitere Zwischenfälle fort, erreichen schließlich das offene Meer und werden gerettet.
[Bearbeiten] "Plot Hole"
Pyms Hund "Tiger" wird in Arthur Gordon Pym nicht mehr erwähnt, nachdem Pym und Peters die Meuterer auf der Grampus überwältigt haben; es ist anzunehmen, dass er im darauffolgenden Sturm ums Leben kam.
Da er in diesem Buch aber auf Tsalal wieder auftaucht, müsste er mit Pym und Peters überlebt haben. Das würde aber wiederum bedeuten, dass die Schiffbrüchigen – als die Vorräte auf dem Wrack der Grampus ausgingen – lieber einen der ihren opferten und verspeisten, als den Hund zu töten und zu essen.
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