Edgar Allan Poe

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Edgar Allan Poe 1848 (Daguerreotypie)
Unterschrift

Edgar Allan Poe (* 19. Januar 1809 in Boston, Massachusetts, USA; † 7. Oktober 1849 in Baltimore, Maryland) war ein US-amerikanischer Schriftsteller. Er prägte entscheidend die Genres der Kriminalliteratur, der Science-Fiction und der Horrorliteratur. Seine Poesie wurde zum Fundament des Symbolismus und damit der modernen Dichtung.

Leben[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Grabstein von Elizabeth Arnold Poe, Mutter von E.A.Poe, St. John's Church, Richmond, Virginia
Frances Allan

Edgar Allan Poe wurde als Sohn der in England geborenen Schauspielerin Elizabeth Arnold Poe und des aus Baltimore stammenden Schauspielers David Poe, am 19. Januar 1809, in Boston geboren. Die beiden hatten 1806 geheiratet. Der Vater verließ die Familie 1810. Was danach aus ihm wurde, konnte bislang nicht aufgeklärt werden.[1] 1811 starb Poes Mutter in Richmond im Alter von nur 23 Jahren an Tuberkulose. Der zweijährige Poe, sein zwei Jahre älterer Bruder William Henry Leonard und seine ein Jahr jüngere Schwester Rosalie blieben als Waisen mittellos zurück.

Das Schicksal der als Schauspielerin und Sängerin beliebten Elizabeth Poe erschütterte die Damen der besseren Richmonder Gesellschaft. Die kinderlose Frances Allan überzeugte ihren Mann John Allan, der ein erfolgreicher Kaufmann war, Edgar Poe in die Familie aufzunehmen. Seine Schwester Rosalie wurde von einer anderen Familie in Richmond aufgenommen, sein Bruder von Verwandten in Baltimore. John Allans Verhältnis zu dem jungen Poe war zwiespältig: teils verwöhnte er ihn, teils war er übermäßig streng. Zwar gehörte der Junge zur Familie, wurde jedoch nicht adoptiert und Außenstehenden gegenüber als Mündel bezeichnet. Dennoch nahm Poe den Zweitnamen Allan an.[2][3] Zwar hatten die Geschäfte der Firma von John Allan und seines Geschäftspartners James Ellis 1812 unter dem Britisch-Amerikanischen Krieg gelitten, entwickelten sich danach jedoch gut. Die Firma beschloss deshalb 1815, ihre Geschäfte in Europa auszubauen, wozu sich John Allan, der ursprünglich aus Schottland stammte, 1815 mit Frau, Schwägerin und Ziehsohn nach Großbritannien begab.[4]

Ab Winter 1815 war Poe Zögling der Old Grammar School in Irvine, Schottland, John Allans Heimatstadt. Da die Familie selbst in London lebte und der junge Poe von ihnen nicht getrennt sein wollte, willigte John Allan ein, ihn in England (London) unterrichten zu lassen. 1816 und 1817 besuchte Poe ein Internat in Chelsea und anschließend die Schule des Reverend John Bransby in Stoke Newington, nördlich von London. Diese Schule hat in Poes Erzählung William Wilson[5][6] deutliche Spuren hinterlassen.

Die Wirtschaftskrise von 1819[7] führte zu einem starken Abschwung der Geschäfte von Allans Firma und beinahe zu seinem Bankrott. John Allan beendete deshalb 1820 seinen Englandaufenthalt und kehrte mit der Familie nach Richmond zurück.[8] Wegen der wirtschaftlichen Verluste und der dadurch angehäuften Schulden lebte die Familie Allan von 1820 bis 1825 zwar nicht in ärmlichen, jedoch in vergleichsweise einfachen Verhältnissen. 1825 jedoch starb John Allans Onkel William Galt, einer der reichsten Männer Richmonds, und hinterließ seinem Neffen eine Dreiviertelmillion Dollar. Dieser plötzliche Reichtum wiegte den jungen Poe in der Hoffnung, einmal auch seinen Ziehvater John Allan zu beerben.[9] In Richmond genoss Poe weiterhin eine gute Erziehung, zeigte eine hohe Begabung für Sprachen und entwickelte sich zu einem hervorragenden Sportler, insbesondere Schwimmer. Ein Schulkamerad, Thomas Ellis, berichtete:

„Kein Junge hatte größeren Einfluss auf mich als er. Er war in der Tat der Anführer unter den Jungen. Meine Bewunderung für ihn kannte kaum Grenzen […] Er lehrte mich Schießen, Schwimmen und Schlittschuhlaufen. Er rettete mich sogar einmal vor dem Ertrinken – allerdings hatte er mich kopfüber […] hineingestoßen […]“[10]

Im Alter von 14 Jahren verliebte sich Poe in Jane Stanard, die 30-jährige Mutter eines Schulfreundes. Einzelheiten über diese – vermutlich – bloße Schwärmerei sind nicht bekannt. Jane Stanard starb ein Jahr später in geistiger Umnachtung, und Poe besuchte wiederholt ihr Grab. Möglich ist, dass er in ihr Ersatz für seine verstorbene leibliche Mutter suchte.[11] 1825/26 entwickelte sich eine Beziehung zwischen Poe und der etwa gleichaltrigen Sarah Elmira Royster. Diese endete jedoch, als Poe die Universität besuchte und Elmiras Vater, der die Beziehung ablehnte, Poes Briefe an sie abfing. Als Poe von der Universität zurückkehrte, war Elmira mit einem anderen verlobt.[12]

Universität[Bearbeiten]

Die University of Virginia, 1826, zur Zeit als Poe dort studierte

Im Februar 1826 immatrikulierte sich Poe im Alter von 17 Jahren an der kurz zuvor von Thomas Jefferson gegründeten Universität von Virginia in Charlottesville. Dort studierte er alte und neue Sprachen. Seine Lehrer waren George Long und der Deutsche Georg Blättermann.[13] In dieser Zeit vertiefte Poe sein Französisch, lernte vermutlich auch etwas Italienisch und Spanisch. Seine von ihm später behaupteten Kenntnisse des Griechischen, Lateinischen und Deutschen waren und blieben jedoch äußerst gering.[14]

An der Universität verschuldete sich Poe, begann zu spielen und zu trinken. Die genauen Hintergründe sind nicht klar. Die Jahresgebühr für das Studium betrug 350 US-Dollar (womit die University of Virginia die teuerste Hochschule des Landes war). Hinzu kamen Kost und Logis, Bücher und Kleidung. Nach nur acht Monaten Studium hatte Poe Schulden von 2000 US-Dollar.[15] Möglicherweise hatte John Allan ihm zu wenig Geld für die Ausbildung zugewiesen – so stellte Poe es dar. Möglich ist aber auch, dass sich Poe in einer Atmosphäre wiederfand, in der Bildung wenig galt, die meisten anderen Studenten aus reichen Familien kamen, Exzesse die Regel waren – und dass Poe als Außenseiter versuchte, um jeden Preis standesgemäß mitzuhalten, zumal er immer noch darauf hoffen durfte, John Allan einmal zu beerben. Seine Schulden führten aber nur dazu, dass sich die Spannungen zwischen ihm und Allan verschärften. Hinzu kam möglicherweise, dass John Allan bereits einen unehelichen Sohn, Edwin Collier, hatte (um 1829 kamen zwei weitere uneheliche Kinder, Zwillinge, hinzu). Ob Frances Allan davon wusste und ob Edgar dann ihre Partei ergriff, ist unbekannt.[16]

Soldat und erste Publikationen[Bearbeiten]

Fort Moultrie, Foto aus dem Jahr 1861

Nach einem heftigen Streit mit John Allan im März 1827 verließ Poe das Haus der Allans und schiffte sich nach einigen Tagen nach Boston ein. Möglicherweise um Gläubigern zu entgehen, nahm Poe den Namen Henri le Rennet an (angelehnt an den Namen seines Bruders Henry Leonard). In Boston, dem Ort seiner Geburt und der Lieblingsstadt seiner Mutter, erschien im Juni oder Juli 1827 auf Kosten Poes sein erster Gedichtband Tamerlane and Other Poems. Das Buch, das nur eine sehr geringe Auflage hatte, blieb ohne kritische Resonanz.[17][18]

Als das Buch erschien, hatte sich Poe bereits zum Dienst in der US Army verpflichtet. Der 18-Jährige gab an, er sei 22 Jahre alt und heiße Edgar A. Perry. Neben der Notwendigkeit, ein Auskommen zu finden, dürfte zu der Entscheidung auch beigetragen haben, dass Poes Großvater David Poe mit Auszeichnung im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gedient hatte, außerdem verehrte Poe den im Griechischen Unabhängigkeitskrieg gestorbenen Lord Byron[19] und sah in ihm, der ebenfalls ein großer Schwimmer war, ein nicht nur literarisches Vorbild.

Poe verpflichtete sich für fünf Jahre. Im November 1827 wurde sein Regiment von Boston nach Charleston verlegt, wo er im Fort Moultrie Dienst tat; das Fort lag auf der vorgelagerten Insel Sullivan's Island, auf der Poe Jahre später die Erzählung The Gold Bug ansiedelte.[20] Poe wurde mehrmals befördert, 1829 zum Sergeant Major, dem höchstmöglichen Rang für einen einfachen Soldaten. Nach zwei Jahren wollte Poe die Armee verlassen – was jedoch, da er sich für fünf Jahre verpflichtet hatte, bedeutete, dass er sich freikaufen musste. Um die dafür nötigen Mittel zu bekommen, strebte er eine Versöhnung mit John Allan an. Dieser lehnte zunächst ab, lenkte aber ein, nachdem seine Frau Frances am 28. Februar 1829 gestorben war. Am 15. April 1829 wurde Poe ehrenhaft aus der Armee entlassen und kehrte nach Richmond zurück.[21][22]

Militärakademie West Point, Stich nach einem Gemälde von George Catlin, 1828

Poe plante jedoch, seine Karriere in der Armee fortzusetzen – als Offizier. Um dies zu erreichen, wollte er in die US Military Academy von West Point eintreten. John Allan unterstützte seinen Wunsch, wahrscheinlich in der Hoffnung, Poe auf diese Weise endgültig loszuwerden. Auf die Aufnahme in West Point musste Poe jedoch rund ein Jahr warten.

Er reiste nach Baltimore, wo Verwandte seines Vaters lebten. Dort lebte er bei seiner Tante Maria Clemm und deren Tochter, seiner Cousine Virginia Clemm. In Baltimore erschien im Dezember 1829 eine zweite Sammlung seiner Gedichte unter dem Titel Al Aaraaf, Tamerlane and Minor Poems – diesmal nicht anonym, sondern unter dem Namen Edgar A. Poe.[23]

Im Juni oder Juli 1830 wurde Poe in West Point als Kadett aufgenommen. In den ersten Monaten dort zeichnete er sich durch hervorragende Leistungen aus. Als Schwerpunktfächer wählte er Französisch und Mathematik. Im Oktober 1830 heiratete John Allan seine zweite Frau Louisa Patterson. Diese neuerliche Eheschließung machte den Bruch zwischen Poe und Allan endgültig, trotz weiterer Versuche Poes, eine Wiederannäherung zu erreichen.[24] Das Zerwürfnis führte außerdem dazu, dass Poe, um Allan, der sich für seine Aufnahme in West Point sehr eingesetzt hatte, zu blamieren, seine Entlassung aus der Armee provozierte. Nach zahlreichen in einem Brief an Allan angekündigten Regelverstößen wurde er vor ein Kriegsgericht gestellt und der Militärakademie verwiesen.[25][26]

Im Februar 1831 begab sich Poe von West Point nach New York und von dort im April zu seinen Verwandten nach Baltimore. Im April 1831 erschien in New York sein dritter Gedichtband unter dem Titel Poems. Finanziert hatte er das Buch durch die Subskription von Militärkameraden in West Point. Während seiner Zeit auf der Militärakademie hatte er mehrere Spottverse auf Vorgesetzte verfasst, und seine Mitkadetten waren davon ausgegangen, in dem Band sei mehr davon zu finden. Diese Hoffnung wurde enttäuscht.[27][28] Poe widmete den Band dem US-Kadettenkorps. Er enthält mehrere Gedichte aus den beiden früheren Bänden, aber auch sechs zuvor unveröffentlichte, darunter frühe Versionen von To Helen und The City in the Sea.[29]

Baltimore, Erzählungen, Ehe[Bearbeiten]

Frühe Illustration von Wogel zu MS. Found in a Bottle

Nicht lange nach Poes Rückkehr nach Baltimore starb sein Bruder William Henry Leonard am 1. August 1831 im Alter von 24 Jahren an den Folgen seiner Alkoholkrankheit. Obwohl Poe seinen Bruder nur selten gesehen hatte, stand er mit ihm in Briefkontakt und bewunderte ihn für seine Seereisen. William Henry Leonard hatte zudem mehrere Gedichte und Geschichten geschrieben. Bei einigen frühen Texten Poes kann sogar von einer gemeinsamen Autorschaft der beiden Brüder ausgegangen werden.[30][31]

Über Edgar Allan Poes Leben in Baltimore zwischen 1831 und Anfang 1835 ist nur sehr wenig bekannt.[32] Sicher ist, dass er in dieser Zeit begann, Erzählungen zu schreiben, um so ein Einkommen zu erzielen. Eine erste Geschichte, Metzengerstein, erschien am 14. Januar 1832 in Philadelphia im Saturday Courier. 1833 gewann Poe mit MS. Found in a Bottle bei einem Preisausschreiben des Baltimore Saturday Visiter die ausgelobten 50 US-Dollar. Diese Geschichte beginnt mit einer kunstvollen Vermischung von Dichtung und Wahrheit so:

„Von Vaterland & Familie habe ich wenig zu sagen. Ungerechte Behandlung, wie auch der Lauf der Zeit, haben mich aus dem einen vertrieben und der anderen entfremdet. Elterliche Wohlhabenheit ermöglichte mir eine Schulbildung von nicht gewöhnlicher Art […]“[33]

Der Preisgewinn brachte Poe in Kontakt mit dem Schriftsteller und Politiker John P. Kennedy, der ihm in der Folge half, Texte in Zeitschriften unterzubringen. Darüber hinaus stellte Kennedy den Kontakt zu Thomas W. White, dem Herausgeber des in Richmond erscheinenden Southern Literary Messenger her. White bot Poe die feste Mitarbeit in seiner noch recht neuen Zeitschrift an, und im August 1835 ging Poe nach Richmond.[34] Nach wenigen Wochen jedoch verließ Poe den Messenger wieder und kehrte nach Baltimore zurück. Die genauen Hintergründe sind unklar. Eine Rolle dürfte gespielt haben, dass Neilson Poe (ein Verwandter) Poes Tante Maria Clemm und Cousine Virginia angeboten hatte, zu ihm zu ziehen. Das wollte Poe verhindern. Möglicherweise Ende September 1835 heiratete Poe „inoffiziell“ seine erst 13 Jahre alte Cousine Virginia, zumindest jedoch verlobten sich die beiden.[35] Poe sah in seiner viel jüngeren Cousine wohl lange eher eine Schwester als eine Ehefrau; er nannte sie „Sissy“ (Schwesterchen) und seine Tante Maria „Muddy“ (Mutti).

Kurz darauf kam es zu einer erneuten Verständigung mit White. Im Oktober 1835 kehrte Poe zusammen mit Maria Clemm und Virginia nach Richmond zurück. Thomas W. White muss Poes Arbeit für seine Zeitschrift geschätzt haben. Dennoch schickte er ihm diese warnenden Worte:

„Edgar, solltest Du wieder durch diese Straßen streifen, fürchte ich, wirst Du auch wieder süffeln, so lang, bis Du ganz von Sinnen bist. […] Auf keinen, der vor dem Frühstück trinkt, ist Verlass!“[36]

Poe sollte bis Januar 1837 für den Messenger arbeiten. Während dieser Zeit stieg, Poes Angaben zufolge, die Auflage des Messenger von unter 1.000 auf 5.000 Exemplare an.[37] Poes Mitarbeit sorgte dafür, dass die Zeitschrift bekannt wurde, wozu neben seinen Prosaarbeiten vor allem sein schnell wachsender Ruf als scharfzüngiger Literaturkritiker beitrug.

Am 16. März 1836 heiratete Poe offiziell seine Cousine Virginia. Auf der Urkunde wird ihr Alter mit 21 angegeben. Tatsächlich war Virginia zu dieser Zeit 13 Jahre alt, Poe 27.[38]

Richmond und New York – Arthur Gordon Pym[Bearbeiten]

Kupferstich des von Wolfgang von Kempelen konstruierten „Türkischen Schachspielers“ (1783)

In Richmond entstand 1836 Poes Essay Maelzel's Chess-Player über den auch als Schachtürken bekannten Automaten. Zwar war Poe nicht der Erste, der nachwies, dass sich in dem vermeintlichen Roboter ein kleinwüchsiger Mensch verbergen musste, aber die detaillierte Technik seiner Beweisführung bereitete seine späteren Detektivgeschichten vor. Zu den Erzählungen, die in dieser Zeit entstanden und im Messenger erstveröffentlicht wurden, gehören Berenice, Morella, Hans Pfaall - A Tale und Loss of Breath. Auch Teile seines einzigen Romans The Narrative of Arthur Gordon Pym erschienen als Fortsetzungsgeschichte im Messenger.

All dies förderte Poes Ansehen als Prosaautor. Mehr als die Erzählungen trugen jedoch seine manchmal bewunderten, oft gefürchteten Literaturkritiken dazu bei, seinen Namen bekannt zu machen. Poe versuchte, die Provinzialität des US-amerikanischen Literaturbetriebs zu überwinden und allgemeingültige, ästhetische Maßstäbe an die besprochenen Werke anzulegen. In einer Besprechung heißt es:

„Großmäulig sind wir geworden und eitel im verblendeten Stolz ob einer allzu rasch errungnen, litterarischen Freiheit. Unter anmaßendstem, sinnlosesten Hochmut verwerfen wir jedwede Achtung vor fremder Meinung - vergessen wir […], daß die wahre Schaubühne für den Litteratur-Beflissenen einzig und allein nur die ganz Welt sein kann - erheben ein groß Geschrei ob der Notwendigkeit, unseren verdienstvollen, heimischen Schriftstellern Mut zu machen […] und machen uns gar nicht erst die Mühe, zu erwägen, daß ja Alles, was wir dergestalt als Ermutigung bezeichnen, durch so unterschiedlose Anwendung zu gerade Gegenteil dessen führt, was wir recht eigentlich erreichen wollen.“[39]

Im Februar 1837 zog Poe mit seiner kleinen Familie für etwa 15 Monate nach New York. Für die Folgezeit, bis etwa Mai 1839, liegen so gut wie keine biografischen Zeugnisse über Poe vor.[40] Seine Hoffnungen, in New York eine Anstellung bei einer Zeitschrift zu finden, vielleicht sogar ein eigenes Magazin zu gründen, erfüllten sich nicht. Dazu hat wohl die schwere Wirtschaftskrise von 1837 beigetragen, an deren Folgen auch Verleger und Zeitschriften zu leiden hatten.

Poe arbeitete in dieser Zeit weiter an The Narrative of Arthur Gordon Pym. Er erschien im Juli 1838 bei Harper & Brothers und wurde vorwiegend positiv besprochen. Er verließ New York im Sommer 1838 und zog mit Maria Clemm und Virginia nach Philadelphia.

Philadelphia und Dupin[Bearbeiten]

Manuskriptseite aus The Murders in the Rue Morgue, 1841

1838 schlug Poe sich mit Arbeiten für verschiedene Zeitschriften durch. In The American Museum of Science, Literature, and the Arts erschien im September eine seiner bedeutendsten Erzählungen, Ligeia.

In Philadelphia wurde Poe im Juni 1839 Redakteur und später Mitherausgeber von Burton's Gentleman's Magazine. Neben der Büroarbeit und seiner Redakteurstätigkeit schrieb er eine Vielzahl von Artikeln über so unterschiedliche Themen wie Sportgeräte, Vogelkunde, Ballonfahrten und Daguerreotypie. Dazu kamen wie zuvor Buchbesprechungen und auch Erzählungen wie The Man That Was Used Up, The Journal of Julius Rodman, William Wilson und The Fall of the House of Usher. Des Weiteren schrieb er Essays wie beispielsweise eine Abhandlung über Inneneinrichtung, The Philosophy of Furniture.

Da er bei Burton's für eigene Texte jedoch nur sein Redakteursgehalt bekam, besserte er seine Einkünfte auf, indem er für andere Publikationen wie Alexander's Weekly Messenger arbeitete. Bekannt wurde er dort durch seine Veröffentlichungen zur Kryptografie. Besonders beliebt waren Wettbewerbe, bei denen er versicherte, jeden in Geheimschrift eingesandten Text entziffern zu können – was ihm gelang. Hierzu ist jedoch zu bemerken, dass es sich bei den zur Einsendung erlaubten Chiffren um simple Substitutionsverschlüsselungen handelte.[41][42]

Im Dezember 1839 erschien die erste Sammlung von Erzählungen Poes unter dem Titel Tales of the Grotesque and Arabesque. Auf fünfhundert Seiten und in zwei Bänden versammelte sie fünfundzwanzig Geschichten. Das Buch wurde an die zwanzig Mal besprochen, und die meisten Rezensionen fielen positiv aus.[43]

Im Juni verließ Poe Burton's und versuchte, eine eigene Zeitschrift zu gründen, die The Penn heißen sollte, ein Wortspiel aus „pen“ (der Stift) und Pennsylvania. Später änderte er den Namen des Projekts in The Stylus und verfolgte es noch bis zu seinem Tod weiter. Es gelang ihm jedoch nie, das dazu nötige Startkapital aufzutreiben.

Anfang 1841 wechselte der Besitzer von Burton's, und die Zeitschrift wurde in Graham's Lady's and Gentlemen's Magazine umbenannt. Hier erschien Poes erste Detektivgeschichte The Murders in the Rue Morgue, in der er den Pariser Detektiv C. Auguste Dupin kreierte (das Wort „detective“ kam durch Poe in die englische Sprache).[44] Weiter erschien dort The Colloquy of Monos and Una.

Im April 1842 verließ er Graham’s. Um ein sicheres Einkommen zu haben, bewarb er sich in dieser Zeit um eine Beamtenstelle beim Zoll. Trotz guter, durch Bekannte vermittelter Beziehungen in die Politik – anders wurden solche Positionen nicht vergeben – bekam er den Posten jedoch nicht.[45]

1842 verschlechterte sich Virginia Poes Gesundheit. Sie erlitt beim Singen einen Blutsturz – ein sicheres Zeichen für ihre Tuberkulose. Die Erkrankung seiner Frau verarbeitete Poe in dieser Zeit in den Erzählungen Life in Death (später änderte er den Titel zu The Oval Portrait) und The Masque of the Red Death.[46]

Im März 1842 lernte Poe in Philadelphia Charles Dickens kennen, dessen Werke er schätzte und wiederholt positiv besprach. Dickens versprach Poe, sich bei englischen Verlegern für seine Schriften einzusetzen (bis dato waren sie, da es kein internationales Copyright gab, in Großbritannien zwar nachgedruckt worden, Poe erhielt jedoch kein Honorar). Obwohl sich Dickens nach seiner Rückkehr nach England für Poe einsetzte, hatten seine Bemühungen keinen Erfolg.

Im April 1844 verließ Poe mit seiner Familie Philadelphia in Richtung New York – in der Hoffnung, auf dem dortigen Zeitschriftenmarkt ein besseres Einkommen erzielen zu können.

New York und Der Rabe[Bearbeiten]

Porträt von Virginia Clemm Poe, 1847. Postumes Aquarell eines unbekannten Künstlers

Poe hatte seinen Ruf in Philadelphia durch gelegentliche Alkoholexzesse ruiniert. Spricht man von „Exzessen“, muss man jedoch die strengen, religiösen Maßstäbe der Zeit berücksichtigen, die im von Quäkern geprägten Philadelphia besonders strikt waren. Sicher ist, dass Poe gelegentlich, vor allem in Krisensituationen, stark trank. Auch hier sind die Zeugnisse aber sehr unterschiedlich. Mehrere Bekannte Poes berichten, dass er bereits nach einem Glas Wein vollständig betrunken war – möglicherweise Zeichen einer Alkoholunverträglichkeit. Andere Zeugnisse deuten darauf hin, dass Poe dem Typus eines „Quartalssäufers“ entsprach, nach dem Jellinek-Konzept „Epsilon-Typ“ genannt.[47][48][49]

In New York arbeitete Poe für den Evening Mirror, wo er vor allem journalistische Kurztexte unterschiedlichster Art veröffentlichte und Artikel anderer Journalisten redigierte. Das brachte ihm ein sicheres Einkommen von 15 US-Dollar in der Woche ein.[50] Literarische Arbeiten brachte er in anderen Magazinen unter. Zu den wichtigsten aus dieser Zeit gehören The Oblong Box und die Dupin-Geschichte The Purloined Letter (beide 1844). Auch sein bekanntestes Gedicht The Raven (1845) entstand in New York.

Der Erfolg von The Raven machte Poe erstmals auch als Lyriker bekannt. Das Gedicht wurde vielfach nachgedruckt und Poe immer wieder zu Rezitationen eingeladen. Den Erfolg nahm er zum Anlass, in dem Aufsatz The Philosophy of Composition (1846) seine dem Ästhetizismus und Symbolismus den Weg bereitende Auffassung von Dichtung darzulegen. Laut Poe kommt es bei einem Gedicht vor allem auf die „Einheit des Effekts“ an. Die Komposition von Lyrik beschreibt er als methodische, analytische Arbeit, die nichts mit Spontanität oder Intuition zu tun habe. Ob dies den tatsächlichen Prozess der Entstehung von The Raven beschreibt, ist fraglich.[51][52]

In seiner New Yorker Zeit betrieb Poe weiterhin Literaturkritik und steigerte seine teils polemischen Ausfälle gegen andere Autoren. Seine Angriffe auf den im 19. Jahrhundert als bedeutendster Dichter der USA geltenden Henry Wadsworth Longfellow führten zum sogenannten Longfellow-Krieg. Poe warf Longfellow wiederholt vor, ein wenig origineller Schriftsteller zu sein (ein Urteil, das die moderne Literaturwissenschaft teilt). Darüber hinaus unterstellte er ihm immer wieder – nicht immer zu Recht –, ein Plagiator zu sein. Einige der Vorwürfe sind umso problematischer, als Poe sich selbst gerne bei anderen Autoren bediente. Neben Poes berechtigter und scharfsinniger Literaturkritik dürfte die Schärfe seines Tons auf sehr persönlichen Motiven beruhen: Poe war Berufsschriftsteller und wurde für seine Arbeit, wenn überhaupt, nur gering bezahlt; Longfellow war ein wohlhabender Erbe, der reich geheiratet hatte und als Privatier leben konnte. Hinter der persönlichen Polemik (auf die Longfellow selbst nie antwortete) verbirgt sich der Gegensatz zwischen einem modernen Autor, der Schriftstellerei als Beruf versteht, und der älteren Idee des Autors als Amateur (im ursprünglichen Sinne der „Liebhaberei“), eines keinen Zwängen unterworfenen, zu Höherem berufenen Freigeists.[53][54] Letztlich hatten Poes literarische Fehden dieser Zeit zur Folge, dass er es sich mit vielen Autoren und Verlegern verdarb. Sie sollten auch zu rufschädigenden Anfeindungen gegen Poe führen, die noch lange nach seinem frühen Tod das Bild seiner Persönlichkeit verdunkelten.

Poe-Cottage in Fordham, heute Bronx, Poes letzte Wohnung

Die meiste Zeit lebte Poe nicht in Manhattan, sondern in einem kleinen Landhaus nördlich der Stadt im damals noch ganz ländlichen Fordham (heute in der Bronx). In Fordham verschlechterte sich Virginias Gesundheitszustand, und zu Poes Entsetzen erhielt sie anonyme Briefe, in denen er eines Verhältnisses zu der Dichterin Frances Sargent Osgood bezichtigt wurde. 1847 starb Virginia im Alter von 24 Jahren. Poe brachte seine Trauer unter anderem in dem Gedicht Annabel Lee zum Ausdruck, das er im September 1849 kurz vor seinem Tod dem Herausgeber der Southern Literary Messenger in Richmond übergab.[55]

1847 entstand Poes schwierig einzuordnender Essay Eureka. Poe versuchte darin kosmologische Spekulationen mit Philosophie und Ästhetik zu verbinden. Naturwissenschaftlich gingen viele seiner Überlegungen auf Pierre-Simon Laplace, vor allem dessen Nebularhypothese, zurück. Poe erweiterte diese, ohne dafür naturwissenschaftliche Beweise zu haben, um eine Art Urknalltheorie.

Auch in seinen Erzählungen und Gedichten schlug er neue Richtungen ein. Sowohl Ulalume als auch The Bells radikalisieren das Gedicht in Richtung einer Lautpoesie. In den Erzählungen The Cask of Amontillado und Hop-Frog wandelte Poe womöglich seinen Hass auf literarische Rivalen in künstlerisch bedeutende Rachefantasien um.

Nach Virginias Tod suchte Poe eine neue Partnerin. Neben eher schwärmerischen Beziehungen zu zwei verheirateten Frauen bemühte er sich ernsthaft um die Dichterin Sarah Helen Whitman. Die beiden verlobten sich, doch wurde die Verlobung wieder aufgelöst, da Whitman an Poes Zuverlässigkeit zweifelte (sie erhielt zahlreiche Briefe, die Poe anschwärzten), und vor allem, da ihre Mutter eine Ehe mit Poe um jeden Preis verhindern wollte. Nach dem Scheitern der Verlobung nahm Poe, vermutlich in Selbstmordabsicht, eine Überdosis Laudanum zu sich, überlebte jedoch. Dies ist der einzig sicher dokumentierte Fall, in dem Poe Opium einnahm. Spätere Behauptungen, Poe habe regelmäßig Opium zu sich genommen und sei abhängig gewesen, gelten als widerlegt.[56]

1849 traf Poe in Richmond seine Jugendliebe Elmira Shelton (geb. Royster) wieder. Sie war mittlerweile verwitwet. Nach einer kurzen Werbung akzeptierte sie Poes Antrag, und die beiden verlobten sich.

Tod in Baltimore[Bearbeiten]

Gedenkstein am Ort von Edgar Allan Poes erster Beisetzung in Baltimore, Maryland

Poe verließ Richmond am Morgen des 27. September 1849. Ziel seiner Reise war sein Haus in Fordham. Dort wollte er die Vorbereitung seiner Hochzeit mit Elmira Shelton vorantreiben und auf dem Weg Abonnenten für seine geplante Zeitschrift The Stylus gewinnen. Der erste Abschnitt von Poes Reise führte per Schiff von Richmond nach Baltimore. Was in der folgenden Woche geschah und wo Poe sich aufhielt, ist nicht bekannt.

Am 3. Oktober 1849 traf ein Drucker namens Joseph W. Walker Poe vor dem Lokal Ryan’s Tavern (auch bekannt als Gunner’s Hall) an. Poe machte einen abgerissenen und verwirrten Eindruck und schien betrunken und/oder schwer krank zu sein. Walker verständigte auf Poes Bitte hin einen Bekannten, Dr. Joseph E. Snodgrass. Da ein ebenfalls verständigter Verwandter Poes es ablehnte, sich um ihn zu kümmern, wurde Poe in das Washington Medical College in Baltimore eingeliefert. Dort kümmerte sich der Arzt Dr. John J. Moran um ihn. Poe starb am 7. Oktober 1849. Die Umstände des Todes sind unklar, die Todesursache ist unbekannt.

Der Arzt Dr. Moran hinterließ mehrere Berichte über Poes Zustand und Tod. Sie sind in der Rückschau verfasst und widersprechen sich selbst sowie den Zeugnissen anderer Augenzeugen in zahlreichen Punkten. Für die Forschung sind sie kaum zu verwerten, da Unterlagen des Krankenhauses nicht erhalten sind.[57][58] Die Zahl der Theorien darüber, woran Poe starb, ist groß. Sie reichen von Selbstmord und Mord über Schäden durch Alkoholismus bis hin zu Diabetes, Cholera, Tollwut und Syphilis.[59][60][61][62][63] Ebenfalls unbelegt ist das Gerücht, Poe sei das Opfer von sogenannten Wahlschleppern geworden, skrupellosen Helfern von Politikern, die an Wahltagen Menschen von der Straße aufgriffen, sie betrunken machten und sie so dazu bringen wollten, für „ihren“ Kandidaten zu stimmen.

Poe wurde in Baltimore auf dem Friedhof der ehemaligen presbyterianischen Westminster Kirche (heute: Westminster Hall and Burying Ground) begraben. Virginia und Maria Clemm wurden nach einer Umbettung neben ihm beigesetzt.

Werk[Bearbeiten]

Illustration zu The Fall of the House of Usher von Aubrey Beardsley, 1894/95
Einbandillustration von Gustave Doré zu The Raven

Poes Frühwerk ist beeinflusst von George Gordon Byron sowie von Autoren der deutschen Romantik, wie beispielsweise E. T. A. Hoffmann und Friedrich de la Motte Fouqué. Später wurde er von unter anderem von Charles Dickens, den er persönlich kennenlernte, und Fürst Hermann von Pückler-Muskau beeinflusst.

Zu seinen stilprägenden Erzählungen – nicht zuletzt, weil er ein Virtuose des Grauens war – gehören die Kurzgeschichte Der Untergang des Hauses Usher (The Fall of the House of Usher), die als Beispielwerk der Schwarzen Romantik gilt, und Poes einziger Roman Die Abenteuer Gordon Pyms (The Narrative of Arthur Gordon Pym of Nantucket). Mit Der Doppelmord in der Rue Morgue (The Murders in the Rue Morgue) gilt Poe als einer der Erfinder der Detektivgeschichte und des deduktiv arbeitenden Krimihelden, der seine Fälle durch Logik und Kombinationsgabe löst.

Poes großes Sujet, das in vielen Geschichten immer wieder auftaucht, ist der Tod einer schönen Frau (Morella, Ligeia, Annabel Lee). Oft thematisiert wird die Vorstellung einer lebendig begrabenen Person (The Fall of the House of Usher, The Premature Burial, The Cask of Amontillado). Vielfach erscheinen in Poes Geschichten Personen, die geradezu vom „Wahn“ gepackt ihr eigenes Unglück provozieren oder trotz Kenntnis des sich anbahnenden Ungemachs scheinbar machtlos direkt in ihr Verderben laufen und sich darüber verzehren (The Tell-Tale Heart, The Black Cat).

Ebenfalls von großer Bedeutung ist sein lyrisches Werk. Der Rabe (englisch The Raven) und The Bells gelten als die ersten bedeutenden Gedichte Amerikas in der Weltliteratur. Poe maß bei der Konzeption seiner Gedichte der Musik und dem logisch-formalen Aufbau einen hohen Stellenwert bei und sorgte oft für die klangliche Veranschaulichung der im Gedicht beschriebenen Dinge (The Bells), was ihn zu einem Vorläufer des Symbolismus machte.

Sein zu Lebzeiten erfolgreichstes Buch war ein malakologisches Schulbuch mit dem Titel The Conchologist’s first book or, a system of testaceous malacology (Malakologie = Wissenschaft der Mollusken). Dieses Buch wurde allerdings nicht von ihm selbst verfasst, sondern der Verlag wollte mit dem Namen Poes die Verkaufszahlen erhöhen. Poe schrieb lediglich das Vorwort und bekam eine erkleckliche Summe Geld für diesen Handel. Poe beschäftigte sich auch stark mit Fragen der Logik, so mit Geheimschriften (z. B. in Der Goldkäfer) und sogenannten Automaten – frühen Robotern –, beispielsweise im Aufsatz Maelzels Schachspieler über einen Schachautomaten.

Poes Werk umfasst Erzählungen, Lyrik, Satiren, Essays, literaturwissenschaftliche (Das poetische Prinzip, postum erschienen) und höchst komplexe naturwissenschaftliche Abhandlungen. Es ist als Ganzes nicht einfach unter einen Oberbegriff zu bringen. Trotzdem wird Poe – auch dank zahlreicher Verfilmungen – sein Image als „Horrorautor“ wohl nie ganz verlieren.

Rezeption[Bearbeiten]

Nachruhm[Bearbeiten]

Dass Poe in den USA so nachhaltig verdammt und als zügellos und alkoholabhängig hingestellt wurde, liegt unter anderem an seiner Verfeindung mit den führenden Literaten und Verlagen seiner Zeit, die er immer wieder in bissigen und harten Satiren angegriffen hatte. Sein von ihm selbst bestellter Nachlassverwalter Rufus Wilmot Griswold, ein konservativer Christ, sorgte dafür, dass sich das Bild Poes als das eines trunksüchtigen Sünders in den USA verfestigte.

Das Edgar Allan Poe Museum in Richmond

Durch die Franzosen Charles Baudelaire und Stéphane Mallarmé, die zahlreiche Werke Poes übersetzten, wurde Poe jedoch in Europa berühmt – und auf diesem Umweg auch in den USA als bedeutender Autor anerkannt.

Im deutschsprachigen Raum wurde Poe Anfang des 20. Jahrhunderts populär, als eine zehnbändige Ausgabe der Werke Poes durch Arthur Moeller van den Bruck und Hedda Eulenberg herausgegeben wurde (1901–04). Im Umfeld des Expressionismus entwickelte sich hier eine starke Rezeption seiner Werke.

Seit 1922 erinnert das Edgar Allan Poe Museum in Richmond (Virginia) an Leben und Werk des Autors. In Philadelphia steht noch das Haus, das er von 1838 bis 1844 bewohnte (Edgar Allan Poe National Historic Site).

„In der Literaturgeschichte gibt es vergleichbare Schicksale, wahre Verdammnisse – Männer, in deren gewundene Stirnfalten das Wort ‚Pech’ in rätselhaften Zeichen eingegraben ist. […] Vergebens zeigt ihr Leben Talente, Tugenden, Begnadung, die Gesellschaft bricht über sie den Stab und klagt sie charakterlicher Laster an, die nur aus der Verfolgung durch die Gesellschaft entstanden sind. […] All die Dokumente, die ich gelesen habe, haben in mir die Überzeugung gefestigt, dass die Vereinigten Staaten für Poe nichts als ein großes Gefängnis waren, das er mit der fieberhaften Erregtheit eines Wesens durchstreifte, das für eine schönere Welt geschaffen ist – als für diese von Gaslicht erhellte große Barbarei – und dass das Geistesleben des Dichters und sogar des Trunkenbolds eine einzige ununterbrochene Anstrengung war, sich dem Einfluss dieser widerwärtigen Atmosphäre zu entziehen.“

Charles Baudelaire: Edgar Poe, sa vie et ses œuvres [64]

Literatur[Bearbeiten]

Grab von Poe, Virginia und Maria Clemm in Baltimore von 1875 nach der Umbettung

Poe hatte großen Einfluss auf den Symbolismus und die Entwicklung der phantastischen Literatur (nicht zu verwechseln mit Fantasy-Literatur) und der Kriminalliteratur, insbesondere auf die Werke von Jules Verne, Arthur Conan Doyle und H. G. Wells. Poes Werk hat zahlreiche bedeutende Autoren der klassischen Moderne wesentlich inspiriert, unter anderen Stéphane Mallarmé, Vladimir Nabokov und Arno Schmidt.

Die wohl bedeutendsten Übersetzer der Werke Poes ins Deutsche sind Hedda Eulenberg, Arno Schmidt und Hans Wollschläger. In Frankreich sind Charles Baudelaires Poe-Übersetzungen maßgeblich.

  • Jules Verne schrieb mit Die Eissphinx (1897) eine Fortsetzung der auf ihrem Höhepunkt abbrechenden Geschichte Der Bericht des Arthur Gordon Pym.
  • H. P. Lovecraft schrieb 1931 mit Berge des Wahnsinns eine weitere Fortsetzung, in der eine äußerst überraschende Erklärung der bei Poe und Verne beschriebenen Phänomene erfolgt.
  • Arno Schmidt ließ seine fiktive Hauptfigur Daniel Pagenstecher in seinem 1970 erschienenen Hauptwerk Zettel’s Traum Leben und Werk Poes mittels der von ihm entwickelten „Etym-Theorie“ analysieren.[65]
  • Der deutsche Puppenspieler und Rezitator Gerd J. Pohl widmete Poe seit 1990 drei Literaturprogramme: Ein Abend mit Edgar Allan Poe, Schweigen – erzählter Wahnsinn und Geschichten aus dem Schattenreich.
  • Der brasilianische Autor Luis Fernando Verissimo schuf mit dem Roman Vogelsteins Verwirrung (2000)[66] ein literarisches Detektivspiel zwischen dem Übersetzer Vogelstein und dem Schriftsteller Jorge Luis Borges mit Motiven aus Poes Erzählungen Der Mord in der Rue Morgue und Der Goldkäfer. Als Handlungsrahmen dient ein Edgar Allan Poe-Kongress in Buenos Aires, an dem einer der Forscher in seinem Hotelzimmer, trotz von innen verschlossener Türen, ermordet wird.
  • Der deutsche Autor Patrick Roth schrieb für seinen Erzählband Die Nacht der Zeitlosen (2001) die Erzählung Das Verräterische Herz, Poes The Tell-Tale Heart, übertragen auf das Erleben eines Oberschülers, der sich unsterblich in seine englische Nachhilfelehrerin verliebt. 2005 hat Roth eine deutsch-englische Ausgabe mit Poe-Geschichten herausgegeben und mit einem Vorwort versehen: Edgar Allan Poe. Shadow/Schatten (Frankfurt a. M.: Insel).
  • Der US-amerikanische Autor Matthew Pearl verwendet in seinem Roman The Poe Shadow (2006; dt. Titel: Die Stunde des Raben) die von Poe geschaffene Detektivfigur Dupin.

Film[Bearbeiten]

  • 1928 verfilmte der polnisch-französische Avantgarde-Regisseur Jean Epstein La Chute de la Maison Usher (dt.: Der Untergang des Hauses Usher). Erstmals in der Filmgeschichte wurde Zeitlupe als dramaturgisches Stilmittel eingesetzt.
  • 1934 entstand unter der Regie von Edgar G Ulmer Die schwarze Katze. Darin sind Anlehnungen an Poes Der schwarze Kater enthalten.
  • In den 1960ern verfilmte der Regisseur Roger Corman eine Reihe von Poes Werken unter Mitwirkung von Vincent Price: u. a.
  • 1965 verfilmte Jacques Tourneur mit Stadt im Meer das Gedicht City in the Sea.
  • 1988 wurde Der entwendete Brief verfilmt.
  • Im September 2000 wollte die New York University das Haus abreißen, in dem Poe das Gedicht Der Rabe verfasst hatte. Die Filmemacher Dietmar Post und Lucía Palacios haben den politischen Aktivisten Reverend Billy bei der Auseinandersetzung um die Erhaltung des „Poe-Hauses“ begleitet. In dem Film Reverend Billy & The Church of Stop Shopping wird neben der Entstehungsgeschichte des Werks auch das Gedicht während einer Demonstration rezitiert.
  • 2006 erschien der Kurzfilm (15 min.) The Raven – The Philosophy of Composition, der auf Poes gleichnamigen Essay eingeht.
  • 2008 wurde sein Werk The Facts in the Case of M. Valdemar verfilmt. Die Handlung wurde in die heutige Zeit verlegt. Der britische Independent-Film erschien unter dem Titel The Chair 2009 in Deutschland auf DVD.
  • 2012 wurden die letzten Tage von Edgar Allan Poe fiktional in The Raven – Prophet des Teufels dargestellt.

Musik[Bearbeiten]

  • Claude Debussy schrieb gegen Ende seines Lebens an zwei Opern, die auf Texte von Poe basieren und deren Titel tragen: Le Diable Dans le Beffroi (Skizze) und La Chute de la Maison Usher (Opernfragment, geplant als Oper in einem Aufzug).
  • Die amerikanisch-japanische R'n'B-Sängerin Utada Hikaru bezieht sich im Song Kremlin Dusk ihres US-amerikanischen Debütalbums Exodus auf Poe. Der Song nennt ihn beim Namen und spricht unter anderem von Raben.
  • Das Alan Parsons Project hat 1976 Teile des literarischen Werks Poes in Auszügen vertont (Tales of Mystery and Imagination). Project-Songschreiber Eric Woolfson veröffentlichte 2003 ein Nachfolgealbum mit dem Titel POE – More Tales Of Mystery And Imagination.
  • Zahlreiche Musikgruppen des Genres Horrorpunk verwenden von Poe inspirierte Liedtexte. Sehr deutlich wird dies auch bei der deutschen Band The Other. So zeigt sich dies beispielsweise in den Liedern Return to the House of Usher, The Imp of the Perverse oder The Tell-Tale Heart, dem weniger bekannten Hidden Track des Albums We are who we eat. Sänger Thorsten Wilms nutzt zudem das Pseudonym Rod Usher.
  • Die deutsche Heavy Metal-Band Grave Digger veröffentlichte 2001 das Album The Grave Digger, dessen Texte ebenfalls von den Werken Poes inspiriert sind.
  • Lou Reed realisierte im Jahr 2000 zusammen mit Robert Wilson das Musical POEtry. 2003 erschien unter dem Titel The Raven eine Doppel-CD von Lou Reed, die sich in einer Mischung aus Songs und gesprochenen Texten dem Werk Poes widmete. Mitgewirkt haben dabei unter anderem Künstler wie Laurie Anderson, Ornette Coleman, Steve Buscemi und Willem Dafoe.
  • Frank Nimsgern schrieb zusammen mit Heinz Rudolf Kunze ebenfalls ein Musical, welches sich mit dem Leben und Sterben Edgar Allan Poes befasst. Unter dem Titel: POE – Pech und Schwefel hatte es am 30. Oktober 2004 am Staatstheater Saarbrücken Premiere und wurde im Winter 2005 in München aufgeführt.[67]
  • Der Posaunist und Komponist Klaus König veröffentlichte 2002 in Zusammenarbeit mit dem WDR3 und dem Label Enja das Konzeptalbum Black Moments welches eine Vertonung verschiedener Werke Poes darstellt. Mitwirkende waren u. a. das Klaus König Orchestra und der Jazzsänger Phil Minton. Der Stil des Albums bewegt sich zwischen Jazzrock, Artrock bzw. progressivem Rock, dabei tauchen auch, vermutlich der zugrunde liegenden Thematik wegen, Gothic-Elemente auf.
  • Ein aus North Carolina stammender US Rapper nennt sich Edgar Allen Floe, in Anerkennung und Respekt für Poes Schaffen.
  • Das Symphonic-Metal-Stück von Nightwish The Poet and the Pendulum bezieht sich auf Die Grube und das Pendel ('The Pit and the Pendulum').
  • Die norwegische Avantgarde-Metal-Band Arcturus verwendete das Gedicht Alleine (engl. Alone) als Text für ihren gleichnamigen Song auf dem Album La Masquerade Infernale.
  • Die englische Band Venom brachte auf ihrem Album Black Metal den Song Buried Alive (dt. Lebendig Begraben), eine Anspielung auf die gleichnamige Geschichte Poes.
  • Die Band Sopor Aeternus & The Ensemble Of Shadows vertonte auf ihrem Album Voyager - the jugglers of jusa Poe's Gedicht Alone gleich zweimal. Das Gedicht The Sleeper diente als Vorlage für das gleichnamige Lied auf dem Album Dead Lovers' Sarabande - Face One.
  • Die Band Green Carnation vertonte das Gedicht Alone auf ihrem Album The Acoustic Verses.
  • Die niederländische Pagan-Folk-Band Omnia verwendet in ihrem Stück The Raven, welches auf ihrem 2007 erschienenen Album Alive! veröffentlicht wurde, große Textteile des gleichnamigen Gedichts von Poe.
  • Die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden spielt im Song Murders in the Rue Morgue des 1981 erschienenen Albums Killers auf die gleichnamige Erzählung an.
  • Subway to Sally nahmen für das Poe-Hörbuch Visionen ein Lied mit dem Titel Finster, Finster auf, welches zahlreiche Anspielungen auf Werke Poes enthält.
  • Ville Valo, Sänger der finnischen Band HIM, trägt ein Tattoo auf seinem Rücken, das die Augen von Edgar Allan Poe darstellen soll. Des Weiteren ist auf dem Cover des Live Albums Digital Versatile Doom ein Rabe auf einem Mikrofon zusehen, vermutlich eine Anlehnung an das Gedicht Der Rabe
  • Die Band Green Day erwähnt den Namen in dem Lied St. Jimmy („I am the son of a bitch and Edgar Allen Poe„)
  • Horst Lohse schrieb Drei Lieder (1984/94) für mittlere Stimme (Mezzosopran oder Bariton) und Klavier nach den Gedichten To the river („Fair river ! in thy bright, clear flow…“), Eldorado („Gaily bedight, / A gallant knight…“) und A dream („In visions of the dark night…“)
  • Der deutsche Komponist Moritz Eggert bezieht sich in seinem Stück Der Rabe Nimmermehr, Ouvertüre für Kammerorchester, auf das Gedicht The Raven
  • Die kanadische Thrash Metal-Band Annihilator widmete Poe auf ihrem 1989 erschienenem Debütalbum Alice In Hell das Lied Ligeia.
  • Die Band Alesana brachte 2009 das Album The Emptiness heraus, welches starke Anspielungen auf Poes Gedicht Annabel Lee besitzt.
  • Die 1990 gegründete deutsche Gothic-Rock-Band The House Of Usher hat sich nach Poes gleichnamiger Erzählung benannt. Bemerkenswert ist dabei, dass sich in jedem Booklet eine vom Sänger der Band Jörg Kleudgen verfasste düstere Kurzgeschichte im Stil von Edgar Allan Poe oder auch H. P. Lovecraft befindet.
  • 1967 erwähnen die Beatles ihn in ihrem Lied I am the walrus („elementary penguin singing Hare Krishna, man you should have seen them kicking Edgar Allan Poe“).
  • Das Gedicht The Bells wurde von Sergei Rachmaninoff als Symphoniekantate, Op. 35, interpretiert. Außerdem schrieb Joseph Holbrooke das Stück The Bells, Prelude, Op. 50.
  • Das 2007 veröffentlichte Album Shadow of the Raven der Musikgruppe Nox Arcana hat thematischen Bezug zu Poes Gesamtwerk.
  • Die norwegische Gothic Metal Band Theatre of Tragedy verwendet einige Dialoge aus Die Maske des Roten Todes in ihrem Song And when he falleth.

Hörspiele[Bearbeiten]

  • Der Hörspiel- und Romanautor Moritz Wulf Lange schreibt seit dem Jahr 2003 unter dem Pseudonym Melchior Hala eine Adaption des Hauptwerks von Edgar Allan Poe als Hörspiel-Serie. Im Jahr 2007 ist von ihm der Roman Lebendig begraben erschienen, der die beiden großen Themen Poes, das Lebendig-begraben-Sein und die Kriminalgeschichte, anhand von Poes Tod aufgreift.
  • Seit November 2003 erscheint im Lübbe Audio Verlag die Hörspielserie Edgar Allan Poe, deren Titelheld von Albträumen heimgesucht wird, die auf den Geschichten Poes basieren. Sprecher sind unter anderem Ulrich Pleitgen und Iris Berben.
  • Auch bei anderen Verlagen erscheinen Vertonungen von Poes Werken.
  • Einige der Hörbücher sind - oder waren zeitweise - zum freien und legalen Download im Internet erhältlich.

Sonstiges[Bearbeiten]

  • Die in Poes Sterbestadt ansässige American-Football-Mannschaft wurde 1996 zu seinen Ehren Baltimore Ravens genannt. Zudem waren ihre Maskottchen bis 2008 die kostümierten Rabenfiguren Edgar, Allan und Poe; Zur Saison 2009 wurden Edgar und Allan durch die lebenden Raben Rise und Conquer ersetzt, die namentlich Bezug zu Poes Werken haben.

Literatur[Bearbeiten]

Biografien
  • Peter Ackroyd: Poe: A life cut short. Chatto & Windus, London 2008, ISBN 978-0-7011-6988-6 (engl.)
  • Charles Baudelaire: Sa vie et ses oeuvres. Vorwort zu Edgar Allan Poe: Histoires Extraordinaires. Calmann-Levy, Paris 1856 (frz.).
    • Als Auszug (der Teil über Poes Leben) in: Franz von Rexroth (Hg.): Der Doppelmord in der Rue Morgue und andere Erzählungen. Emil Vollmer, Wiesbaden & Berlin o. J. 1962; auch in: Roland W. Fink-Henseler (Hrsg.) & Poe: Erzählungen: Phantastische Fahrten, Geschichten des Grauens und Detektivgeschichten Gondrom, Bayreuth 1985, ISBN 3-8112-0422-X und 2002, ISBN 3-8112-2127-2
  • Keshia A. Case, Christopher P. Semtner: Edgar Allan Poe in Richmond. Charleston etc. 2009, ISBN 978-0-7385-6714-3
  • Hans-Dieter Gelfert: Edgar Allan Poe: Am Rande des Malstroms. C.H. Beck, München 2008, ISBN 978-3-406-57709-3.
  • Dietrich Kerlen: Edgar Allan Poe: Der schwarze Duft der Schwermut. Propyläen, Berlin 1999, ISBN 3-549-05823-3
  • Walter Lennig: Edgar Allan Poe: Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1995, ISBN 3-499-50032-9 (Reihe Rowohlts Monographien)
  • Jeffrey Meyers: Edgar Allan Poe: His Life and Legacy. New York, 1992, ISBN 0-8154-1038-7
  • Wolfgang Martynkewicz: Edgar Allan Poe. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2003, ISBN 3-499-50599-1 (Reihe Rowohlts Monographien)
  • Kenneth Silverman: Edgar A. Poe: Mournful and Never-ending Remembrance. New York u. a. 1991, ISBN 0-06-092331-8
  • Julian Symons: Edgar Allan Poe: Leben und Werk. Heyne, München 1986, ISBN 3-453-55145-1
  • Liliane Weissberg: Edgar Allan Poe. Metzler, Stuttgart 1991, ISBN 3-476-10204-1
  • Frank T. Zumbach: Edgar Allan Poe: Eine Biographie. Winkler, München 1986, ISBN 3-538-06800-3
Wissenschaftliche Studien
  • Myriam Noemi Bastian: Dimensionen des Fremden in der fantastischen Literatur: E.T.A. Hoffmann, Edgar Allan Poe und Guy de Maupassant. Tectum, Marburg 2005, ISBN 3-8288-8874-7
  • Marie Bonaparte: Edgar Poe: Eine psychoanalytische Studie. Suhrkamp, Frankfurt 1984, ISBN 3-518-37092-8 (deutsche Erstausgabe: Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Wien 1934)
  • Thomas Collmer: Poe oder der Horror der Sprache. Maro, Augsburg 1999, ISBN 3-87512-151-1
  • Ina Conzen-Meairs: Edgar Allan Poe und die bildende Kunst des Symbolismus. Werner, Worms 1989, ISBN 3-88462-921-2 (Reihe Manuskripte zur Kunstwissenschaft in der Wernerschen Verlagsgesellschaft; Bd. 22)
  • Jutta Ernst: Edgar Allan Poe und die Poetik des Arabesken. Königshausen und Neumann, Würzburg 1996, ISBN 3-8260-1244-5 (Reihe Saarbrücker Beiträge zur vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft; Bd. 3).
  • Carla Gregorzewski: Edgar Allan Poe und die Anfänge einer originär amerikanischen Ästhetik. Winter, Heidelberg 1982, ISBN 3-533-02927-1 (in Reihe Siegen; Bd. 22; Anglist. Abt.)
  • Gregor Herzfeld: Poe in der Musik. Eine versatile Allianz. Waxmann, Münster 2013, ISBN 978-3-8309-2923-9 (Reihe Internationale Hochschulschriften; Bd. 590)
  • Tilman Höss: Poe, James, Hitchcock: Die Rationalisierung der Kunst. Winter, Heidelberg 2003, ISBN 3-8253-1611-4 (Reihe American studies; Bd. 111).
  • Frank Kelleter: Die Moderne und der Tod: Edgar Allan Poe – T. S. Eliot – Samuel Beckett. Peter Lang, Frankfurt 1998
  • Markus Preussner: Poe und Baudelaire: Ein Vergleich. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1991, ISBN 3-631-43538-X (Reihe Sprache und Literatur; Bd. 32)
  • Claudia Ella Weller: Zwischen schwarz und weiß: Schrift und Schreiben im selbstreferentiellen Werk von Edgar Allan Poe und Raymond Roussel. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2001, ISBN 3-631-36930-1 (Reihe Bonner romanistische Arbeiten; Bd. 75)
  • Alexander Kupfer: Unterwegs ins Nichts: Die Systematik des Rausches bei EAP. in Die künstlichen Paradiese: Rausch und Realität seit der Romantik. Ein Handbuch. Metzler, Stuttgart 2006, ISBN 3-476-02178-5 (zuerst 1996: ISBN 3-476-01449-5)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Edgar Allan Poe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Edgar Allan Poe – Quellen und Volltexte (englisch)
 Wikisource: Edgar Allan Poe – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 3 ff.
  2. Jeffrey Meyers: Edgar Allan Poe: His Life and Legacy, S. 3
  3. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 11 ff.
  4. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 15 f.
  5. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 17 f.
  6. E. A. Poe: Werke, Band 2, Olten 1966, S. 1125
  7. Vgl. Panic of 1819
  8. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 20 f.
  9. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 23, 27 f.
  10. Zit. in: Walter Lennig: Edgar Allan Poe, S. 23 f.
  11. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 26, 76.
  12. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 30 f., 34
  13. Gustav Philipp Körner: Das deutsche Element in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, 1818-1848, New York 1884, S. 405 Google Books
  14. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe., S. 29 f., 120
  15. Keshia A. Case, Christopher P. Semtner: Edgar Allan Poe in Richmond, S. 37
  16. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 14, 52
  17. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 34 ff.
  18. Harry Lee Poe: Edgar Allan Poe: An Illustrated Companion to His Tell-Tale Stories, New York, 2008, S. 34 ISBN 978-1-4351-0469-3
  19. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 41 f.
  20. E.A. Poe: Werke, Band 1, S. 1042, Olten 1966
  21. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 41–47
  22. Jeffrey Meyers: Edgar Allan Poe: His Life and Legacy, S. 32–35
  23. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 53–55
  24. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 63
  25. William J. Hecker: Private Perry and Mister Poe: The West Point Poems, Louisiana State University Press, 2005, S. 49–51
  26. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 65–67
  27. Jeffrey Meyers: Edgar Allan Poe: His Life and Legacy, S. 50 f.
  28. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 69
  29. William J. Hecker: Private Perry and Mister Poe: The West Point Poems. Louisiana State University Press, 2005, S. 53 f.
  30. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 84 f.
  31. Arthur Hobson Quinn: Edgar Allan Poe: A Critical Biography, New York 1941, S.187f, ISBN 0-8018-5730-9
  32. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 85 f.
  33. Manuskriptfund in einer Flasche übers. von Arno Schmidt. In: E.A. Poe: Werke, Band 2, S. 9, Olten 1966
  34. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 93, 101.
  35. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 106 f.
  36. Zit. in: Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S.108
  37. Zit. in: Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S.127
  38. Faksimile der Urkunde in: Keshia A. Case, Christopher P. Semtner: Edgar Allan Poe in Richmond, S. 52
  39. Joseph Rodman Drake: Die böse Fee, Fitz Greene Halleck: Burg Alnwick, übers. von Friedrich Polakovics. In: E. A. Poe: Werke, Band 3, Olten 1966, S. 98 f.
  40. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 129 f.
  41. William F. Friedman: Edgar Allan Poe, Cryptographer. In: On Poe: The Best from American Literature, Durham 1993, S. 40 f.
  42. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 152
  43. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 154 f.
  44. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 171 ff.
  45. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 188
  46. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 179 ff.
  47. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 183–186, 257–262. Siehe auch Silvermans Anmerkung auf S. 481: “I leave aside here the much-argued question of whether Poe also drank in Philadelphia in the period before Virginia's illness. The matter is not subject to conclusive proof, since knowledge about it is limited to fragmentary evidence of dubious value [...] Poe himself claimed that he staid away from alcohol between 1838 and 1840. If he did drink some while working for Burton and Graham, it was very little compared with how much he consumed after Virginia became ill.”
  48. Thomas Poulter: Edgar Allan Poe and Alcohol (Version vom 27. September 2006 im Internet Archive)
  49. Jeffrey Meyers: Edgar Allan Poe: His Life and Legacy, S. 87
  50. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 223 ff.
  51. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 295 ff.
  52. Siehe auch folgende Anmerkung in E. A. Poe: Werke, Band 4, Olten 1966, S. 937 f.: „Zu bedenken ist immerhin, daß die Entstehung des Raben bei dieser Niederschrift bereits über ein Jahr zurücklag - die Rekonstruktion des Kompositionsprozesses aus der Erinnerung könnte ungewollt Rationalisierungen enthalten. [...] Zweifellos war er überzeugt, daß aufgrund einer schärferen Durchdringung des Schaffensprozesses und der gesteigerten Selbstkontrolle des Schaffenden solche Prozesse in Zukunft auch so verlaufen sollten. In diesem Sinne wird er von modernen Dichtern ganz mit Recht als Vorläufer oder Erzvater verstanden.“
  53. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 235 ff.
  54. Vergl. beispielsweise Poes Aufsatz Pay of American Authors (1845), in dem er detailliert auf die wirtschaftliche Situation des Berufsschriftstellers eingeht.
  55. Keshia A. Case, Christopher P. Semtner: Edgar Allan Poe in Richmond, S. 63
  56. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 384–394, 481
  57. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 433 ff.
  58. Jeffrey A. Savoye: Two Biographical Digressions: Poe’s Wandering Trunk and Dr. Carter’s Mysterious Sword Cane (Version vom 14. Dezember 2007 im Internet Archive)
  59. Birgit Bramsback: The Final Illness and Death of Edgar Allan Poe: An Attempt at Reassessment, in: Studia Neophilologica, Universität von Uppsala, XLII, 1970, S. 40.
  60. Thomas Poulter: Edgar Allan Poe and Alcohol (Version vom 7. Juni 2008 im Internet Archive)
  61. Kenneth Silverman: Edgar A. Poe, S. 435 f.
  62. Douglas MacGowan: The Murder of Edgar Allan Poe
  63. Michael R. Benitez: Edgar Allan Poe Mystery University of Maryland Medical News, 24. September 1996
  64. Jörg Drews: Arno Schmidt – Zettels Traum, 1970
  65. Verissimo, Luis Fernando: Vogelsteins Verwirrung. Droemer, München 2003. Übersetzung von Borges e os orangotangos [= Orang-Utan] eternos. Sao Paulo 2000.
  66. Holger Zürch: Silbermond samt Stirnenfuß. Texte und Musik von Heinz Rudolf Kunze zwischen 1980 und 2005. Kapitel Maskenball – Die Musicals. Leipzig 2005, ISBN 3-938873-31-0, S. 147 ff.
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