Das Karpatenschloss

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La Stilla auf der Bastion des Karpatenschlosses, Illustration des Zeichners Léon Benett
Der Graf von Telek trifft auf den Baron von Gortz

Das Karpatenschloss (auch Das Karpathenschloß oder Das Karpatenschloß) ist ein Roman des französischen Autors Jules Verne, der erstmals 1892 von dem Verlag Pierre-Jules Hetzel unter dem französischen Titel Le Château des Carpathes veröffentlicht wurde. Die deutschsprachige Ausgabe erschien 1893 unter dem Titel Das Karpatenschloß. Der englische Titel des Romans lautet Carpathian Castle.

Handlung[Bearbeiten]

Im Gebirge am Retezat, in den Karpaten Transsylvaniens, beobachtet der Schäfer Frik das verlassene Schloss des Barons von Gortz. Er trifft auf einen fahrenden Händler, der ihm ein Fernrohr verkauft. Damit sichtet er über dem Turm des Schlosses eine Rauchsäule. Er berichtet den Bewohnern des Ortes Werst, wie dem Ortsrichter Biró Koltz, seiner Tochter Miriota, dem Förster Nick Deck und dem Arzt Patak davon. Sie beschließen in dem Gasthaus König Mathias von Werst auf dem Schloss nach dem Rechten zu sehen. Nick Deck bekommt eine Warnung durch eine geheimnisvolle Stimme. Er und Patak brechen dennoch zu dem Schloss auf. Wegen des langen Aufstieges müssen sie im Wald übernachten und werden von merkwürdigen Lichterscheinungen heimgesucht. Nick Deck lässt sich nicht beeindrucken und versucht am nächsten Morgen über die Ketten der geschlossenen Zugbrücke in das Schloss einzudringen. Dabei bekommt er einen Schlag und stürzt ab. Die Bewohner des Ortes, allen voran Miriota, die Nick heiraten will, machen sich Sorgen um die beiden, die sie bereits am vorigen Abend zurückerwartet haben. Die geheimnisvolle Stimme ist in dem Gasthaus wieder zu hören. Sie sagt, dass Miriota keinen Verlobten mehr hat. Nick Deck wird auf einer Bahre von Patak und zwei weiteren Männern nach Werst gebracht. Bei den beiden Touristen handelt es sich um den Graf Franz von Telek und den Soldaten Rotzko. Telek ist erstaunt als er erfährt, dass das Schloss dem Baron von Gortz gehört. Diesem ist er zuletzt vor fünf Jahren in der Aufführung einer Oper in Neapel begegnet. Beide besuchten voller Begeisterung die Auftritte der Operndiva La Stilla und verehrten die Frau. Der Graf von Telek hielt um ihre Hand an. La Stilla gab ein Abschiedskonzert, bei dem sie auf der Bühne verstarb. Der Baron von Gortz drohte daraufhin dem Grafen von Telek, den er für den Tod von La Stilla verantwortlich machte. Der Graf von Telek reist mit Rotzko aus Werst ab, nachdem er glaubte in dem Gasthof die Stimme von La Stilla gehört zu haben. Er verspricht den Bewohnern von Werst die Polizei zu alarmieren. Beide nehmen den Weg über das Schloss. Als sie es erreichen, sehen sie La Stilla auf der Bastion. Telek geht zu dem Haupteingang des Karpatenschlosses an dem sich vor ihm die Zugbrücke senkt. Er geht hinein. Hinter ihm hebt sich die Zugbrücke wieder und er ist in dem Schloss gefangen. Er sieht, dass er dort erwartet wird. Er flieht später aus seinem Verlies. Er belauscht in der Kapelle des Schlosses den Baron von Gortz und den Erfinder Orfanik. Beide unterhalten sich über elektrische Verbindungen innerhalb des Schlosses. Sie planen zu fliehen und das Schloss zu sprengen, um der erwarteten Polizei damit zuvorzukommen. Der Baron ist mit Orfanik bereits kurz nach dem Tod von La Stilla wieder auf das Schloss gezogen. Orfanik hat in seinem Auftrag eine Telefonleitung zwischen dem Schloss und dem Gasthof von Werst gelegt über die sie abhören konnten, was dort besprochen wurde und andererseits geheimnisvolle Stimmen erklingen lassen konnten. Später streift der Graf von Telek durch das Schloss und trifft den Baron von Gortz dabei an wie dieser der Stimme von La Stilla aus einer Tonaufzeichnung lauscht und eine Projektion eines Bildes von ihr betrachtet. Der Baron flieht. Er trifft auf Rotzko, der auf ihn schießt und dabei den Projektor mit der Aufzeichnung des Auftrittes von La Stilla trifft. Eine Explosion zerstört das Schloss. Der Baron kommt dabei ums Leben, der Graf von Telek überlebt in einem Hohlraum. Orfanik wird von der Polizei verhaftet. Der Graf von Telek liegt im Koma und wird von Rotzko auf sein eigenes Schloss gebracht. Rotzko bekommt von Orfanik die verbliebenen phonographischen Aufzeichnungen der Auftritte von La Stilla und spielt sie dem Grafen vor. Dieser wird dadurch geheilt. Nick Deck und Miriota heiraten schließlich wie geplant.

Verfilmung[Bearbeiten]

Der Roman wurde in der ČSSR 1981 unter dem Filmtitel Das Geheimnis der Burg in den Karpaten (englisch: The Mysterious Castle in the Carpathians) verfilmt. Der Originaltitel des 96-minütigen Films lautete Tajemství hradu v Karpatech. Regie führte der tschechische Regisseur Oldřich Lipský. Im Film wurden einige Personen des Romans umbenannt. Der von dem Schauspieler Michal Dočolomanský dargestellte Graf von Telek heißt im Film Graf Felix Teleke von Tölökö, Evelyna Steimarová spielt die Opernsängerin Salsa Verde (La Stilla), Vlastimil Brodský spielt Ignaz, den Diener Telekes (Rotzko), Miloš Kopecký spielt Baron Gorc (Baron von Gortz), Rudolf Hrušínský den Erfinder der dem Baron dient (Orfanik), August Kubán den Diener und Agenten des Barons und Jan Hartl den Förster Vilja Dézi.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Heinrich Pleticha (Hrsg.): Jules Verne Handbuch. Deutscher Bücherbund/Bertelsmann, Stuttgart und München 1992.
  •  Volker Dehs, Ralf Junkerjürgen: Jules Verne. Stimmen und Deutungen zu seinem Werk. Phantastische Bibliothek Wetzlar, Wetzlar 2005.
  •  Volker Dehs: Jules Verne. Eine kritische Biographie. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2005, ISBN 3-538-07208-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Carpathian Castle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Le Château des Carpathes – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Orfanik – Das Geheimnis der Burg in den Karpaten: Verfilmung CSSR 1981 auf j-verne.de