Die Reise (1959)

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Film
Titel Die Reise
Originaltitel The Journey
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1959
Länge 126 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Anatole Litvak
Drehbuch George Tabori
Produktion Anatole Litvak
Musik George Auric
Kamera Jack Hildyard
Schnitt Dorothy Spencer
Besetzung

Die Reise (Originaltitel: The Journey) ist der Titel eines amerikanischen Abenteuer- und Liebesfilms im Verleih der MGM aus dem Jahr 1959. Es ist der zweite Film nach Der König und ich, in dem Deborah Kerr und Yul Brynner die Hauptrollen spielen.

Handlung

Der Farbfilm spielt im Jahre 1956. Es ist die Zeit des ungarischen Volksaufstands gegen die sowjetische Besatzung.

Ort: Budapest, Ende Oktober. Der Aufstand liegt in den letzten Zügen, sowjetisches Militär beherrscht die Stadt, auch der Flugplatz ist bereits besetzt.

Der letzte Zivilflug nach Wien wird abgesagt, und die Passagiere müssen ihre Reise nach dem Westen in einem Bus der Fluggesellschaft fortsetzen.

Unter den 14 Passagieren befinden sich u.a. ein japanischer Geschäftsmann, ein amerikanischer Ölingenieur, ein Schweizer Student und ein Fernsehreporter. Die größte Aufmerksamkeit bei ihren Mitreisenden ziehen aber die attraktive Engländerin Lady Ashmore und ihr Begleiter, ein gewisser Mr. Flemyng, ebenfalls Besitzer eines britischen Passes, auf sich.

Auf der langen Reise durch das Aufstandsgebiet sind die Nerven der Passagiere zum Zerreißen gespannt, und die gemeinsame Gefahr bringt sie allmählich einander näher. Lediglich Lady Ashmore und Mr. Flemyng halten sich merklich zurück, weshalb der Verdacht entsteht, dass seine Papiere nicht in Ordnung sind. Natürlich beunruhigt dies die Reisegesellschaft, da während der Fahrt eine scharfe Kontrolle auf die andere folgt: Sowjetisches Militär - Niemandsland - Freiheitskämpfer.

Kurz vor Erreichen der ungarischen Grenze erneut eine russische Straßensperre. Major Surow, Kommandeur dieses Grenzabschnittes, stoppt den Bus und behauptet, die Reiseerlaubnis sei nicht mehr gültig. Während des Zwangsaufenthalts von zwei Tagen wohnen die Passagiere im einzigen Hotel des Ortes.

Wie sich herausstellt, hat Surow eigenmächtig gehandelt. Er ist ein intelligenter Mann und voller Zweifel, ob seine militärische Mission in Ungarn gerechtfertigt oder nur alles sowjetische Propaganda ist. In den harten Verhören, denen er seine Gefangenen unterzieht, begegnen ihm aber nur panische Angst und unverhohlener Hass.

Die Situation wird stündlich brisanter. Offenbar hat der Major Verdacht gegen Flemyng geschöpft. Und in der Tat: In der Nacht erfahren die Mitgefangenen, dass Mr. Flemyng der ungarische Freiheitskämpfer Paul Kedes ist, der mit Lady Ashmores Hilfe die Flucht versucht.

Sofort teilt sich die Reisegesellschaft in zwei Lager. Die größere Gruppe sieht in Kedes' Anwesenheit eine Gefahr für sich selbst. Und mittlerweile interessiert sich Surow mehr und mehr für die schöne Engländerin.

Die Lage eskaliert, als Flemyng und Lady Ashmore einen gewagten Fluchtversuch nach Österreich unternehmen und von Surow gestellt werden. Zwar fleht Lady Ashmore den Major an, Kedes freizugeben. Aber der bleibt jetzt, nachdem er bisher ihr zuliebe bisher geschwiegen hatte, hart und meldet den Vorfall dem Hauptquartier. Wenige Stunden später verhört ein MWD-Hauptmann den gefangenen Ungarn.

Die Abreise wird für alle auf den nächsten Morgen festgesetzt. Doch das Ziel ist nicht Wien, sondern Budapest.

Die Reisenden sind verzweifelt und denken nur noch an das eigene Schicksal. Sie zwingen Lady Ashmore, Major Surow allein aufzusuchen. Durch das Ausspielen "privater Beziehungen" soll sie ihn umstimmen. Dieser Versuch scheint jedoch vergeblich.

Am kommenden Morgen lässt Surow die Busreisenden überraschend gegen den Befehl seiner Vorgesetzten an die österreichische Grenze fahren und entlässt alle in die Freiheit, auch Lady Ashmore und Kedes.

Für den Augenblick hat menschliche Versöhnung über den allgemeinen Hass triumphiert. Aber dann kracht der Schuss aus der Waffe eines Revolutionärs, und er trifft den Major tödlich.

Lady Ashmore muss während der Weiterfahrt immer wieder an Surows Abschiedsworte denken: "Wir haben kein Vertrauen zueinander gehabt, und wir werden uns auch nie vertrauen können. Niemand hat Schuld, und doch sind wir alle schuldig."

Kritiken

„Der Film versucht, die Künstlichkeit des Hasses zwischen den Völkern deutlich zu machen, bleibt aber an der Oberfläche.“

Heyne Filmlexikon 1999

„November 1956, Aufstand in Ungarn: Ausländische Flugpassagiere werden von Budapest per Omnibus zur österreichischen Grenze weiterbefördert. Mit ihnen reist ein verwundeter Freiheitskämpfer, in dessen britische Geliebte sich ein sowjetischer Offizier verliebt. Die anfangs ernstzunehmende Fluchtgeschichte versinkt damit im Edelkitsch.“

Quelle

  • Das Neue Filmprogramm Nr. 4352, Mannheim

Hinweis

  • Dieser Film ist in deutscher Synchronisation schon lange nicht mehr gezeigt worden, mindestens seit den letzten 25 Jahren nicht, weder im free-tv noch bei Premiere. Auch eine DVD gibt es nicht.

Weblinks