Yul Brynner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Yul Brynner (russisch Юл Бриннер, eigentlich Juli Borissowitsch Brinner; * 11. Juli 1920[1] in Wladiwostok, Russland; † 10. Oktober 1985 in New York City) war ein russisch-mongolisch-schweizerisch-US-amerikanischer Schauspieler, Gitarrist und Sänger. In den 1950er Jahren zählte der kahlköpfige Darsteller zu den beliebtesten Hollywood-Stars. Als König von Siam in Der König und Ich spielte er im Film und am Theater seine bekannteste Rolle.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Werk

Er wurde als Sohn des schweizerisch-mongolischen Erfinders und Schweizer Konsuls in Russland Boris Brynner und der russischen Arzttochter Marussia Blagowidowa geboren. Er hatte das Bürgerrecht der schweizerischen Gemeinde Möriken-Wildegg, Aargau. Wegen seiner mongolischen Abstammung nannte er sich gelegentlich Taidje Khan. Ein Elternteil hatte, so er selbst, eine Romaherkunft. Er war Ehrenpräsident der International Romani Union und spielte in den 1970er Jahren eine aktive Rolle bei den Bestrebungen der Roma, sich international zusammenzuschließen und internationale Anerkennung zu finden.[2]

Nachdem der Vater in den 1930er Jahren die Familie verlassen hatte, zog Brynners Mutter mit ihm zunächst nach China, später nach Paris, wo er ein Elite-Internat besuchte, aus dem er allerdings bald hinausgeworfen wurde. Brynner schlug sich in den folgenden Jahren als Zirkusartist, Mitglied eines Zigeunerorchesters und Sänger durch. Ab 1940 lebte er in den USA.

Brynner ist der Patenonkel der französischen Schauspielerin Charlotte Gainsbourg und der Schriftstellerin Nathalie Rheims.

Für die Titelrolle des Musicals Der König und Ich am Broadway, die er fünf Jahre spielte, ließ sich der damals noch unbekannte Darsteller eine Glatze rasieren. Auch in der Verfilmung des Stückes von 1956, für die er einen Oscar erhielt, trat er ohne Haarpracht auf.[3] Die Glatze wurde danach zu seinem Markenzeichen. Seine erfolgreichsten Rollen spielte er in den 1950er Jahren: Den geheimnisvollen König in Der König und Ich, den Pharao Ramses in Die zehn Gebote und den heldenhaften und ebenfalls geheimnisumwitterten Chris in dem Kultfilm Die glorreichen Sieben sowie als Revolverheld (Gunslinger) in dem 1973 erschienenen Westworld.

1985 starb Brynner an Lungenkrebs. Zuvor hatte er sich unter anderem in Langenhagen bei Hannover behandeln lassen. Kurz vor seinem Tod trat er noch in einem Werbefilm auf, in dem er an das Publikum appellierte, nicht zu rauchen. Der Film wurde erst nach seinem Tod ausgestrahlt. Außerdem rief er die noch heute existierende Yul-Brynner-Foundation, eine Stiftung zur Bekämpfung des Rauchens, ins Leben.

Neben seinen Auftritten in Musicals arbeitet Brynner auch an anderen musikalischen Projekten: Gemeinsam mit Serge Camps spielte er als Gitarrist und Sänger eine Schallplatte mit russischen Volksliedern ein. Seine melancholische Stimme ist auch in dem Film Anastasia von 1956 zu hören.

[Bearbeiten] Privatleben

Verheiratet war er unter anderem mit der österreichischen Schauspielerin Franziska Tilden, der Tochter von Jane Tilden. Aus dieser Ehe stammt seine älteste Tochter Lark.

[Bearbeiten] Filmografie

[Bearbeiten] Quellen

  1. Eintrag Yul Brynner, SSN 108-18-2984, im Social Security Death Index
  2. Donald Kenrick, Grattan Puxon: Sinti und Roma. Die Vernichtung eines Volkes im NS-Staat; Göttingen 1981, S. 155.
  3. siehe: Hill, Tim: Filmstars. Parragon 2006, ISBN 1-40547-888-8

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Yul Brynner – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen