Earls Court

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Dieser Artikel erläutert den Londoner Stadtteil; zu anderen Bedeutungen von Earl's Court siehe Earl's Court.
Earls Court (Greater London)
Earls Court
Earls Court
Lage von Earls Court in Greater London

Earls Court ist ein Stadtteil im Londoner Bourough Kensington and Chelsea mit knapp 10.000 Einwohnern. Der Stadtteil liegt im Westen Londons rund um die Earl's Court Road. Ursprünglich außerhalb Londons gelegen, liegt Earls Court heute am Rande der Londoner Innenstadt: die U-Bahn-Station Earl's Court liegt an der Grenze der Tarifzonen 1 und 2, die westliche Grenze des von der London Congestion Charge betroffenen Innenstadtbereichs verläuft durch Earls Court.

Administrativ wird Earls Court durch den Wahlbezirk Earls Court abgebildet. Dieser ist klarer definiert als der Stadtteil, jedoch auch zeitlich größeren Veränderungen unterworfen als jener.

Name[Bearbeiten]

Schilder mit und ohne Apostroph im Stadtteil

Während der Stadtteil generell - und außer beim Ordnance Survey - ohne Apostroph als Earls Court geschrieben wird, beinhalten zahlreiche abgeleitete Schreibungen wie die der U-Bahn-Station Earl's Court oder die Earl's Court Road meistens ein Apostroph. Das Earls Court Exhibition Centre wiederum schreibt sich ohne Apostroph. Die ursprüngliche Schreibweise lautete Earl's Court. Möglicherweise auch korrekt wäre die Schreibweise Earls' Court, da es sich ursprünglich um den Hof (Court) des Herrenhauses (Earls Court Manor) der beiden Titel Earl of Warwick und Earl of Holland handelte.[1]

Lage[Bearbeiten]

Der Wahlbezirk Earls Court für die Assembly von Kensington and Chelsea liegt im Westen des Royal Borough of Kensington and Chelsea. Im Borough grenzen im Uhrzeigersinn Abingdon, Courtfield und Redcliffe an den Stadtteil. Östlich von Earls Court liegt der London Borough of Hammersmith and Fulham.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ursprünge der Siedling Earls Court liegen im Earls Court Manor, einem der Herrenhäuser der Earls of Warwick, das durch seine Pracht zum eigentlichen Hof der Earls wurde. Das Haus lag unweit der heutigen U-Bahn-Station.

Im 18. Jahrhundert begann der Obst- und Gemüseanbau für London sich weiter außerhalb der damaligen Stadtgrenzen zu bewegen, wovon auch die Gegend des späteren Earls Court profitierte,[3]

Im späten 19. Jahrhundert begann die Verwandlung des ländlich geprägten Gebietes in ein Viertel für wohlhabende Londoner. Auf den Feldern errichteten Investoren Wohnblocks mit großzügigen Wohnungen, und kleinen Park- und Gartenanlagen. Durch das Wachstum Londons lagen diese Häuser bereits nach einigen Jahrzehnten in der Stadt. In den 1930ern begannen diese wohlhabenden Londoner weiter in die Vororte zu ziehen. Die großzügigen Wohnungen wurden aufgeteilt, die Bevölkerung ärmer und zahlreicher.

Earls Court Exhibition Centre

Seit den 1950ern begannen Jugendliche, Künstler, und Schwule das Stadtviertel zu entdecken. In den ersten Jahrzehnten der Nachkriegszeit war Earls Court ein bekannter Treffpunkt der Londoner Schwulenszene.[4] Dort etablierten sich zeitweise zahlreiche Clubs und Veranstaltungsorte. The Troubadour war einer der einflussreichsten Clubs des Neofolk-Revibals, und existiert bis heute.

In dem Stadtteil lebten zahlreiche Künstler und Prominente. Angefangen von Alfred Hitchcock über Freddie Mercury bis hin zu Diana Spencer. Spencer bekam im Juli 1979 zu ihrem 18. Geburtstag eine Wohnung in der Brompton Road von ihren Eltern geschenkt, in der sie bis zur offiziellen Verlobung mit Prinz Charles 1981 wohnte.[5]

Überregional bekannt ist der Stadtteil unter anderem durch das gleichnamige Earls Court Exhibition Centre, das zwei der größten Veranstaltungshallen Londons umfasst, und in seiner 80-jährigen Geschichte zahlreiche Ausstellungen internationaler Bedeutung beherbergte.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Earls Court 9659 Einwohner.[6]

Zwischen 1981 und 1991 veränderte kein anderer Stadtteil in Kensington und Chelsea so stark seine Zusammensetzung. Während Eigentumswohnungen und billige Mietwohnungen in diesem Jahrzehnt stark zurückgingen, hat sich der Anteil an zeitlich begrenzten Wohnraum - Hotels, Hostels, Bed and Breakfasts, stark vergrößert, so dass heute ein Großteil der Wohnenden im Stadtteil entweder Touristen sind, oder Obdachlose, die von der Stadt in einer preiswerten Herberge untergebracht sind. In Kensington und Earls Court finden sich heute die meisten Einwohner des Boroughs, die außerhalb des Vereinigten Königreichs geboren sind.[7]

Zeitweise war insbesondere der Zuzug von Australiern nach Earls Court besonders auffallend, so dass der Stadtteil den Namen Kangaroo Valley (Kängurutal) erhielt.[8]

Ende der 1970er war die Gegend um die U-Bahn-Station Earl's Court der dichtest besiedelte Quadratkilometer des Vereinigten Königreichs.[9] Dies hat sich durch den Bevölkerungswandel im Stadtteil geändert, da die mittlerweile zahlreichen Touristen nicht zur Wohnbevölkerung zählen. Zu dieser Zeit waren die Einwohner vor allem männlich, und mobil, das heißt sie zogen im Vergleich zu anderen Londonern sehr oft um.[10]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Veranstaltungshalle und Tourismus beeinflussen maßgeblich die Wirtschaft des Stadtteils. In Earls Court befinden sich zahlreiche Restaurants und Geschäfte, die auf die Besucher des Exhibition Centres zielen.[7] Die zahlreichen Bed and Breakfasts, Hostels und Hotel, so dass der Rough Guide bereits von einem "Backpacker-Ghetto" spricht.[11] Der geplante Abriss des Earls Court Exhibition Centers nach den Olympischen Spielen 2012 bedeutet eine große Unsicherheit für die lokale Wirtschaft.

Verkehr[Bearbeiten]

U-Bahn-Station Earl’s Court

Earls Court ist durch zwei U-Bahn-Stationen an das öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden. Earl’s Court liegt in der Mitte des Stadtteils, während die Station West Brompton am südwestlichen Rand des Stadtteils liegt.[2] 62 % der Haushalte gaben bei der Volkszählung 2001 an, über kein Auto zu verfügen. Damit liegt der Stadtteil weit über dem Schnitt von Borough und London.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Earls Court – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Graham Pond: London by London. The Friday Project, 2005, ISBN 0-9548318-1-0.
  2. a b The Royal Bourough of Kensington and Chelsea: Ward Boundaries.
  3. Susan Campbell: A History of Kitchen Gardening. Frances Lincoln, 2005, ISBN 0-7112-2565-6, S. 239.
  4. Matt Houlbrook: Queer London: perils and pleasures in the sexual metropolis, 1918-1957. University of Chicago Press, 2006, ISBN 0-226-35462-8, S. 117.
  5. No takers for Diana's flat. In: BBC News. 19. August 1998.
  6. a b Census 2001: Key Statistics Earls Court
  7. a b Kensington and Earls Court in: The Kensington and Chelsea Partnership: Towards a Neighbourhood Renewal Strategy. Area Profiles. Juli 2002, S. 48–65.
  8. Stephen Alomes: When London calls: the expatriation of Australian creative artists to Britain. Cambridge University Press, 1999, ISBN 0-521-62978-0, S. 16.
  9. B- Jarman: Medical Problems in Inner London (PDF; 841 kB)
  10. Dr. Bolden: Inner Cities (PDF; 2,8 MB).
  11. Rob Humphreys, Judith Bamber: The Rough Guide to London. Rough Guides, 2003, ISBN 1-84353-093-7, S. 452.

51.4903-0.19275Koordinaten: 51° 29′ 25″ N, 0° 11′ 34″ W