Edgar Zilsel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Edgar Zilsel (* 11. August 1891 in Wien; † 11. März 1944 in Oakland, Kalifornien) war ein österreichischer Philosoph und Soziologe.

Edgar Zilsel musste als Vertreter marxistischer Auffassungen aus politischen Gründen auf eine Universitätskarriere verzichten. Er betätigte sich aktiv in der Volksbildung und unterrichtete ab 1934 als Mittelschullehrer Mathematik und Physik in Wien.

Als Philosoph verband er marxistische Auffassungen mit der positivistischen Richtung des Wiener Kreises, dem er nahestand. Er beschäftigte sich mit den gesellschaftlichen Bedingungen der Entwicklung der neuzeitlichen Wissenschaft und mit der Verbindung von Sozial- und Naturwissenschaften. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 emigrierte er in die USA. Hier fand er aber wenig Anschluss und geriet in persönliche Isolation. Nach privaten und politischen Enttäuschungen beging er 1944 Suizid. Seine Urne wurde auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt.

Werk[Bearbeiten]

In seiner als Zilsels These bekannten Theorie versuchte er, die Entstehung der neuzeitlichen Wissenschaften zu erklären. Zilsel widmete diesem Thema mehrere Aufsätze, die 1976 von Wolfgang Krohn in dem Sammelband Die sozialen Ursprünge der neuzeitlichen Wissenschaft herausgegeben worden sind.

Werke[Bearbeiten]

  • Die Geniereligion. Ein kritischer Versuch über das moderne Persönlichkeitsideal mit einer historischen Begründung, Herausgegeben und eingeleitet von Johann Dvořak, Frankfurt: Suhrkamp Verlag, 1990
  • Die sozialen Ursprünge der neuzeitlichen Wissenschaft, Herausgegeben von Wolfgang Krohn, Frankfurt: Suhrkamp Verlag, 1976
  • Das Anwendungsproblem. Leipzig: Barth, 1916
  • Die Entstehung des Geniebegriffes. Ein Beitrag zur Ideengeschichte der Antike und des Frühkapitalismus. Tübingen: Mohr, 1926
  • Problems of empiricism (1941). International encyclopedia of unified science, 2 (8), The University of Chicago Press
  • Physics and the problem of historico-sociological laws (1941). Philosophy of Science, 8, S. 567-579

Weblinks[Bearbeiten]