Edmond Albius

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Edmond Albius [ɛdˈmɔ̃ alˈbjys] (* 1829 in Sainte-Suzanne auf Réunion; † 1880 auf Réunion) wurde im Jahre 1841 Erfinder eines praktischen Verfahrens zur manuellen Bestäubung der Gewürzvanille (Vanilla planifolia).

Bedeutung der Erfindung[Bearbeiten]

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Ein Porträt des Edmond Albius, wie er die Blätter der Gewürzvanille (Vanilla planifolia) in seinen Händen hält.
La Réunion

Diese Erfindung war damals so bedeutend, da die Spanier ein Gewürzmonopol[1], unter anderem auch auf die Vanillepflanze, besaßen, die 300 Jahre lang nur in Mexiko kultiviert werden konnte. Erst zu Anfang des 19. Jahrhunderts (1807) wurden Stecklinge illegal nach Java und La Réunion gebracht.[1] Erst am 26. Juni des Jahres 1819 wurde sie legal von den Franzosen Pierre-Henri Philiber und David de Floris auf die Insel gebracht. Der alte Name der Insel war Île Bourbon („Bourbon-Insel“), daher auch der Name Bourbon-Vanille.[2] Trotz des tropischen Klimas bildeten die Vanilleblüten keine Schoten – sie blieben unbefruchtet. Was man damals noch nicht wusste, war, dass in Mittelamerika heimische Stachellose Bienen der Gattung Melipona sowie Vertreter aus der Vogelfamilie der Kolibris als Pollenüberträger die Bestäubung vornehmen.[3]

Die Entdeckung des zwölfjährigen Sklavenjungen Edmond Albius[4] erlaubte die industrielle Entwicklung und Kultivierung der Vanille und wird auch heute noch angewandt.[1] So brach das große Vanillemonopol der Mexikaner zusammen, da sie nun nicht mehr die einzigen Vanilleexporteure auf der Welt waren. Sieben Jahre später wurden bereits 50 kg Vanilleschoten von La Réunion aus nach Frankreich exportiert, was sich bis zum Jahr 1898 auf 200 t steigerte.[5]

Da der ursprüngliche Markenname „Vanille Bourbon“ u. a. auch auf Madagaskar und den Komoren verwendet werden darf, wurde auf La Réunion ein neues Label kreiert, die „Vanille de l'île de la Réunion“. Damit versucht man, sich von anderen vanilleproduzierenden Ländern abzusetzen, denn der hohe Anteil an Handarbeit in Verbindung mit den hohen Löhnen im Vergleich jenen in den anderen Ländern des dortigen Wirtschaftsraums beeinträchtigen die Konkurrenzfähigkeit Réunions auf dem internationalen Vanillemarkt erheblich. So betrugen 1999 die Produktionskosten für ein Kilogramm Vanille verte auf Madagaskar 2,3 €, auf La Réunion hingegen 9,1 €.[6]

Obwohl heutzutage die synthetische Gewinnung des Aromastoffes Vanillin wesentlich kostengünstiger ist, enthält die natürliche Gewürzvanille über 50 zusätzliche natürliche Aromastoffe, die ihren einzigartigen Aromacharakter prägen und sie daher bislang unersetzlich machen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Gewürze machen Geschichte (4) Vanille – Neues aus der Alten Welt BR-online mit Videoinhalten (Version vom 29. September 2007 im Internet Archive)
  2. La vanille Bourbon (Version vom 16. November 2007 im Internet Archive) Liste der Gemeinden auf Réunion
  3. Gewürzvanille – Vanilleanbau
  4. Signe Mikulane, Vanille: Geschichte, Zucht/Veredlung und wirtschaftliche Bedeutung (PDF; 7,2 MB) In: Geographisches Institut der Univ. Heidelberg (Hrsg.), Île de la Réunion. Abschlussbericht zur großen Exkursion S. 103 - 110, S. 98
  5. Karina Friedrich, Anja Stubbe Flora und Fauna von Mauritius und La Reunion
  6. Sebastian Günthert, Agrargeographie auf La Réunion – Nutzung und Betriebssysteme. (PDF; 7,2 MB) In: Geographisches Institut der Univ. Heidelberg (Hrsg.), Île de la Réunion. Abschlussbericht zur großen Exkursion S. 93 - 103, S. 98