Edwin Hawkins

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Edwin Hawkins (* 18. August 1943 in Oakland, Kalifornien) ist ein Hauptvertreter der amerikanischen Gospelmusik. Mit seinem Namen ist vor allem der Welthit Oh Happy Day verbunden, 1969 gesungen von dem seinen Namen tragenden Gospelchor Edwin Hawkins Singers.

Leben[Bearbeiten]

Hawkins stammt aus einer Familie mit ausgeprägtem musikalischen Hintergrund. Schon als Siebenjähriger war er dafür zuständig, den Gospelchor seiner Familie bei ihren Auftritten während des gesamten Programms auf dem Klavier zu begleiten. Im Mai 1967 gründete er den 46 Personen (im Alter zwischen 17 und 25 Jahren) umfassenden Gospel-Chor Northern California State Choir. Dieser brauchte Geld für eine Reise zum „Annual Youth Congress of the Churches of God in Christ“ (jährlicher Jugend-Kirchenkongress) im Juni 1968 in Washington, D.C.[1] Der Chor bat deshalb Century Record Productions, eine Aufnahme von ihren Chorgesängen zu machen. Mit ersparten 1.800 Dollar finanzierten sie die Aufnahme der Gospel-LP Let Us Go Into the House of the Lord in der Kirche Ephesian Church of Christ in Berkeley mit einer Auflage von 500 Stück.[2] Mit einem veralteten Ampex-Zweispurtonband (modern waren Achtspurgeräte) wurden 8 Kirchenlieder lediglich mit Piano, Bass und Schlagzeug aufgenommen, Leadsängerin Dorothy Combs Morrison singt mit empathischer kehliger Altstimme. Darunter befand sich auch der längst gemeinfrei gewordene Titel Oh Happy Day.

LaMont Bench gehörte die kleine Plattenfirma Pavilion Records in Oakland und erhielt die Erlaubnis, 1.000 weitere Exemplare zum gewerblichen Verkauf zu pressen. Nur 600 Exemplare wurden hiervon verkauft. Eines der Exemplare kam im Februar 1969 in die Hände des Radio-DJ Abe „Voco“ Keshishian bei KSAN FM in San Francisco. Der Sender war zwar als Underground-Station bekannt, doch entschloss sich „Kesh“, Oh Happy Day ein intensives Airplay zu geben.[3] Auch der Sender KOIT in San Francisco übernahm den Song in seine Playlist. Neil Bogert von Buddah Records hörte die Platte im Radio und schloss einen Vertriebsvertrag mit Pavilion Records. Der Gospel-Chor wurde von Buddah Records vermarktet und in Edwin Hawkins Singers umbenannt. Oh Happy Day wurde vorweg aus der LP als Single ausgekoppelt und im April 1969 als Oh Happy Day / Jesus, Lover of My Soul (Pavilion 20001) veröffentlicht. Die Single erhielt in der Billboard-Ausgabe vom 19. April 1969 eine Top20-Empfehlung.[4] Sie erreichte als massiver Crossover-Hit sowohl die US-Rhythm & Blues (Rang 2) als auch die US-Pop-Hitparade (Rang 4) und verkaufte innerhalb von nur zwei Wochen seit Veröffentlichung eine Million Exemplare.[5] Nach Veröffentlichung in Großbritannien am 18. Mai 1969 erreichte sie dort Rang 2 der Hitparade. Die Goldene Schallplatte wurde ihr von der RIAA am 3. Juni 1969 verliehen und ist damit die erste zertifizierte Single im Gospel-Sektor. Insgesamt wurden weltweit 7 Millionen Platten verkauft und in den USA 4 Grammy Awards verliehen.[6] In Deutschland und in der Schweiz kam er sogar auf Rang 1 der nationalen Charts.

Etwa ein Jahr nach Oh Happy Day begleitete der Chor Melanie bei den Aufnahmen zu ihrem ersten Erfolgstitel Lay Down (Candles in the Rain).

Er bekam die Auszeichnung unter anderem für eine Produktion mit dem weltberühmten Oakland Symphony Orchestra und für die LP Every Man Wants to be Free. „Oh Happy Day“ schaffte es auf die Liste der Songs of the Century.

1979 gewann der moderne christliche Musiker Siegfried Fietz den Gospelchor Edwin Hawkins Singers für eine Aufnahme von Psalm-Nachdichtungen in modernem, rockigen Gewand. Die LP trug den Titel "Nach dem Dunkel kommt ein neuer Morgen" und erschien im Jahr 2000 auch als CD im Abakus-Verlag Greifenstein.

Im Jahr 1982 gründete Hawkins das Edwin Hawkins Music and Arts Seminar. Das Seminar läuft jedes Jahr für eine Woche und dient dazu, den Ideenaustausch unter den Gospelmusikern zu fördern und neue Talente zu entdecken.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. San Francisco Chronicle vom 23. Oktober 2009, ‚Oh Happy Day‘ Changed Edwin Hawkins‘ Life
  2. Emmelt George Price, Encyclopedia of African American Music, Band 3, 2011, S. 381
  3. Joseph Murrells, Million Selling Records, 1985, S. 284 f.
  4. Billboard-Magazin vom 16. August 1969, 1969 – Gospel Makes Great Industry Strides, S. 34
  5. Joseph Murrells, a.a.O., S. 254
  6. Robert Dimery, 1001 Songs: You Must Hear Before You Die, 2011, ohne Seitenangabe