Edwin James George Pitman

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Edwin James George Pitman (* 29. Oktober 1897 in Melbourne; † 21. Juli 1993) war ein australischer Mathematiker, der einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie im 20. Jahrhundert leistete. Insbesondere ist er bekannt als Erfinder des Pitman-Permutationstests, des "Pitman Closeness Criterion" sowie der asymptotischen relativen Effizienz von statistischen Tests.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Pitman wurde am 29. Oktober 1897 in Melbourne geboren und besuchte die University of Melbourne, genauer das Ormond College, das er mit großem Erfolg abschloss. Im Jahr 1926 wurde er Professor für Mathematik an der University of Tasmania, eine Position, die er bis zu seiner Pensionierung 1962 innehatte. Er war Gründungsmitglied und zweiter Präsident der Australian Mathematical Society. Des Weiteren war er aktiv in der Statistical Society of Australia, welche im Jahr 1978 die Pitman-Medaille im zu Ehren benannte. Seine Arbeit zum Pitmanschen Maß der Nähe (oder Pitman-Nähe) über die Exponentialfamilien von Wahrscheinlichkeitsverteilungen wurde seit den 1980ern von C. R. Rao, Pranab K. Sen und anderen erforscht.[1]

Das Pitman-Koopman-Darmois-Theorem besagt, dass nur Wahrscheinlichkeitsverteilungen von Exponentialverteilungen eine suffiziente Statistik liefern, deren Dimension bei wachsender Stichprobengröße beschränkt bleibt.

Trivia[Bearbeiten]

  • Für "die Summe der Quadrate der Abweichungen vom Mittelwert" erfand Pitman den Begriff squariance und für die "Logarithmus der Likelihoodfunktion" (kurz Log-Likelihood) empfahl er die Bezeichnung loglihood. Allerdings setzten sich beide Bezeichnungen nicht durch.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Sufficient statistics and intrinsic accuracy, Proc. Camb. Phil. Soc. 32, (1936), 567–579.
  • The "closest" estimates of statistical parameters. Proc. Cambridge Phil. Soc. 33 (1937), 212–222.
  • Significance tests which may be applied to samples from any populations. Suppl.J .R. Statist. Soc. 4, (1937), 119–130.
  • Significance tests which may be applied to samples from any populations. II. The correlation coefficient test. Suppl. J. R. Statist. Soc. 4, (1937), 225–232.
  • Significance tests which may be applied to samples from any populations. III. The analysis of variance test. Biometrika 29, (1938), 322–335.
  • The estimation of the location and scale parameters of a continuous population of any given form, Biometrika 30, (1939) 391–421.
  • Tests of hypotheses concerning location and scale parameters. Biometrika 31, (1939) 200–215.
  • Statistics and science. J. Amer. Statist. Assoc. 25, (1957), 322–330.
  • Some remarks on statistical inference. Proc. Int. Res. Seminar, Berkeley (Bernoulli–Bayes–Laplace Anniversary Volume), (1965), 209–216. New York: Springer-Verlag.

Autobiografie[Bearbeiten]

Pitman lieferte ein Kapitel "Reminiscences of a mathematician who strayed into statistics" (Erinnerungen eines Mathematikers, der sich in der Statistik verirrt hat), zum Buch von

  • Joseph M. Gani (ed.) (1982) The Making of Statisticians, New York: Springer-Verlag. ISBN 0-387-90684-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pranab K. Sen, J. P. Keating, R. L. Mason: Pitman's measure of closeness: A comparison of statistical estimators. SIAM, Philadelphia 1993.

Weblinks[Bearbeiten]