Ehrlichsches Gestift

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Das Ehrlichsche Gestift war eine vom Kaufmann und Ratsherrn Johann Georg Ehrlich 1743 in Dresden begründete Stiftung.

Aufgaben[Bearbeiten]

Die Stiftung bestand aus zwei Teilen: Unterstützung von erwachsenen Armen durch wöchentliche Brotspenden sowie Fürsorge für arme Kinder. Dabei wurden einhundert Kinder, je fünfzig Jungen und Mädchen, in einer Schule unterrichtet und verpflegt. Zwei Lehrer unterrichteten die Kinder in Religion, Lesen, Schreiben und Rechnen.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Schulgut und Schulgebäude[Bearbeiten]

Das Schulgut des Ehrlichschen Gestifts befand sich am Blasewitzer Schlag. Am Rampischen Schlag verfügte das Gestift über drei Gärten.

Das Schulgebäude befand sich ursprünglich in der Nähe des Freiberger Platzes an der später nach dem Gestift benannten Stiftsstraße (heutige Alfred-Althus-Straße). Im Oktober 1880 kam die Schule in einem neuen Schulgebäude in der Blochmannstraße in der Nähe des heutigen Straßburger Platzes. Im Jahr 1912 wurde das Schulgebäude erweitert. Das Ehrlichsche Gestift wurde 1921 in eine Volksschule umgewandelt. Bei den Luftangriffen auf Dresden im Februar 1945 wurde das Schulgebäude stark beschädigt und 1951 verändert wieder aufgebaut.[1][2] Das Gebäude in der Blochmannstraße, Ecke Grunaer Straße, wurde bis 1981 von der Musikhochschule Carl Maria von Weber genutzt.[3]

Stiftskirchen[Bearbeiten]

Zum Ehrlichschen Gestift gehörte auch eine Stiftskirche. Anfangs nutzte man die Lazarettkapelle längs dem Pichplatz, dem heutigen Wettiner Platz, zwischen Grüner Gasse und Schützengasse. Die Kapelle, die zum Pesthaus gehörte, war ein einem Wohnhaus ähnlicher Bau. Das aus einer einfachen Betstube entstandene Gebäude wurde 1702 erstmals erweitert. Im Jahr 1732 erfolgte ein weiterer Anbau. Johann Georg Ehrlich ließ 1738 das Gebäude erhöhen und die Emporen ausgestaltet. Die Kirche wurde 1897 für den Bau der Jakobikirche abgerissen.

Auf dem Schulgelände wurde daraufhin ab 1907 eine eigene Gestiftskirche errichtet. Die ebenfalls 1945 teilzerstört wurde. Ein Wiederaufbau und mögliche Nutzung durch die Musikhochschule wäre möglich gewesen, doch die Kirchenruine wurde 1951 gesprengt. Das Taufbecken und das Gestühl wurden in die wiederaufgebaute Thomaskirche auf der Bodenbacher Straße in Gruna überführt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Friedrich Reichert: Pirnaische Vorstadt. Zwischen Ziegelscheune und Bürgerwiese. In: Stadtmuseum Dresden (Hrsg.): Dresdner Geschichtsbuch. Band 14, DZA, Altenburg 2009, ISBN 978-3-936300-63-5, S. 75–104.
  2.  Friedrich Reichert: Aufbau der Stadt Dresden 1945 bis 2002.. In: Stadtmuseum Dresden (Hrsg.): Dresdner Geschichtsbuch. Band 9, DZA, Altenburg 2003, ISBN 3-936300-10-0, S. 255–276.
  3.  Matthias Donath und Jörg Blobelt: Altes und Neues Dresden. 100 Bauwerke erzählen Geschichten einer Stadt.. edition Sächsische Zeitung, Dresden 2007, ISBN 978-3-938325-41-4, S. 95.