Ein Begräbnis in Ornans

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gustave Courbet - A Burial at Ornans - Google Art Project 2.jpg
Ein Begräbnis in Ornans
Gustave Courbet,
Öl auf Leinwand, 314 cm × 663 cm
Musée d’Orsay

Ein Begräbnis in Ornans ist ein Gemälde des französischen Malers Gustave Courbet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Vor einer Felsenlandschaft hat sich eine Trauergemeinde versammelt. Es sind fast fünfzig Personen, alle in Lebensgröße dargestellt, wie der Maler sie sah. Es ist dies ein Bevölkerungsquerschnitt durch die kleine Stadt Ornans. Vier Männer mit breiten Hüten tragen den Sarg. Daneben steht im weißen Chorhemd der Küster mit dem Vortragekreuz in den Händen, begleitet von zwei Ministranten. Der Ortspfarrer im schwarzen Chormantel spricht die Totengebete. Rechts von ihm stehen zwei Kirchendiener in roten Roben. Zu ihren Füßen kniet der Totengräber vor dem offenen Grab. Nahe beim Grab stehen zwei Männer in Kniebundhosen. Vor ihnen liegt ganz lapidar ein Totenschädel auf der Erde. Ganz rechts erscheinen, wie in der Kirche getrennt von den Männern, die trauernden Frauen. Vor ihnen am unteren Bildrand steht ein Windhund. Die Szene hat etwas Beiläufiges, als würden die Besucher der dörflichen Trauerfeier gleich wieder zu ihrer Arbeit gehen müssen.

Vorherrschend im Bilde ist die schwarze Farbe. Schwarz ist die Trauerfarbe, schwarz war aber auch das Ehrenkleid des dritten Standes für die Abgeordneten der Nationalversammlung nach 1789. Courbet hat bei diesem Bild nur gemalt, was er sah, und dies zum Wesentlichen verdichtet.

Rezeption[Bearbeiten]

Für Kritiker hatte das Bild eine dem Thema nicht angemessene monumentale Größe. Dieses Format war angemessen für Historienbilder, aber nicht für die Darstellung einer alltäglichen Beerdigungsszene.