Eisen(III)-nitrat

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Strukturformel
Eisenion 3 Nitration
Allgemeines
Name Eisen(III)-nitrat
Summenformel Fe(NO3)3
CAS-Nummer
  • 10421-48-4 (wasserfrei)
  • 13476-08-9 (Hexahydrat)
  • 7782-61-8 (Nonahydrat)
Kurzbeschreibung

violette bis weißgraue, zerfließliche Masse[1]

Eigenschaften
Molare Masse 241,86 g·mol−1 (wasserfrei)
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,68 g·cm−3 (Nonahydrat)[1]

Schmelzpunkt

47 °C (Nonahydrat)[1]

Löslichkeit

sehr gut in Wasser (1500 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
03 – Brandfördernd 07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 272​‐​315​‐​319
P: 302+352​‐​305+351+338 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [2][1]
Brandfördernd Reizend
Brand-
fördernd
Reizend
(O) (Xi)
R- und S-Sätze R: 8​‐​36/38
S: 26
Toxikologische Daten

3250 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Eisen(III)-nitrat Fe(NO3)3, EG-Nummer: 233-899-5, UN-Nummer: 1466) ist ein als Hexahydrat oder Nonahydrat kristallisierendes Salz des Eisens und der Salpetersäure.

Darstellung[Bearbeiten]

Die Herstellung kann durch Umsatz von metallischem Eisen in mittelkonzentrierter Salpetersäure unter Bildung nitroser Gase erfolgen:

\mathrm{Fe + 4 \; HNO_3 \rightarrow  \; Fe(NO_3)_3 + 2 \; H_2O + NO \uparrow}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Eisen(III)-nitrat (Nonahydrat)

Eisen(III)-nitrat bildet, je nach Wassergehalt und Verunreinigungen, fast farblose, grauweiße oder hellviolette bzw. hellgelbe bis bräunliche, etwas zerfließliche Kristalle. Stärkere Färbungen entstehen auch durch Zersetzung. Wässrige Lösungen sind gelblichbraun gefärbt und reagieren durch Hydrolyse sauer.

Verwendung[Bearbeiten]

Eisen(III)-nitrat wird zum Gerben verwendet. In der Textilindustrie verwendet man es als Beize für Baumwollstoffe und zum Schwarzfärben von Seide durch Abscheiden von Eisen(III)-hydroxid. Weiterhin wird es seit langem als Korrosionsinhibitor verwendet. In neuerer Zeit wird es, nicht immer erfolgreich, zur Reduktion der Schwefelwasserstoffkonzentration in druckführenden Abwasserleitungen verwendet. Hierbei wirken zwei Prinzipien:

  1. giftiger Schwefelwasserstoff wird als Eisen(III)-sulfid ausgefällt.
  2. die Reduktion des Sulfats zum Sulfid, stattdessen wird das Nitrat zu Ammoniak reduziert.

Zusätzlich wirkt der gebildete Ammoniak neutralisierend und puffernd.

Zur Herstellung von Eisen(III)-oxid (Fe2O3) als Farbpigment wird Eisen(III)-nitrat bis zur vollständigen Zersetzung bei etwas über 500 °C geglüht.

Eisen(III)-nitrat findet Verwendung als Katalysator und als Ausgangsstoff zur Herstellung von Katalysatoren.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Eintrag zu CAS-Nr. 10421-48-4 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 29. März 2011 (JavaScript erforderlich).
  2. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.