Elcaset

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Größenvergleich: Elcaset und eine gewöhnliche Kompaktkassette
Sonys High End Marke Wega, baugleich mit Sony EL-7

Elcaset war ein von Panasonic (unter dem früher für HiFi-Komponenten genutzten Markennamen Technics), Sony und TEAC entwickeltes und 1976 in den Markt eingeführtes Audio-Cassettenformat. Oberstes Ziel war die Schaffung eines Tonträgers, der den Bedienungskomfort einer Compact Cassette mit der exzellenten Tonqualität des Spulentonbands vereint. Es wurde als Alternative zur damals populären, klanglich zu jener Zeit aber nicht zufriedenstellenden Compact Cassette positioniert. Diese war von Philips als Diktiermedium entwickelt worden; entsprechende Geräte wurden seit 1963 verkauft. Dieses Vorhaben ist Panasonic, Sony und TEAC auch gelungen – Elcaset wird höchsten Hi-Fi-Ansprüchen gerecht. Die japanischen Hersteller Aiwa, Akai, JVC und Marantz sollen seinerzeit ebenfalls Interesse am Elcaset-Format bekundet haben; zu entsprechenden Geräten kam es aber nicht.

Das Elcaset-Band ist mit 6,3 mm (1/4") so breit wie ein offenes Spulentonband und läuft mit einer Geschwindigkeit von 9,5 cm/s (3 3/4"/s). Dadurch sind Elcaset-Kassetten um einiges größer als Kompaktkassetten.

Im Unterschied zur Compact Cassette wird das Band während des Betriebs aus der Kassette herausgezogen, um so das durch mechanische Toleranzen bedingte Problem der ungenauen Bandführung zu beseitigen. Elcaset-Geräte waren in ihrer Bauform den gewöhnlichen Kassettendecks sehr ähnlich, lediglich aufgrund der größeren Kassetten etwas höher. Auch die Bedienung war weitestgehend identisch.

Elcaset-Bänder gab es mit 60 und 90 Minuten Laufzeit, wobei die Kassetten beidseitig bespielbar waren. Die Recorder waren für Eisenoxid-, Chromdioxid- und Ferrochrom-Cassetten geeignet. Tatsächlich angeboten wurden aber nur Eisenoxid- und Ferrochrom-Bänder.

Merkmale der Elcaset[Bearbeiten]

  • Großer Dynamikbereich dank der Tonbandbreite von 6,3 mm und der Bandgeschwindigkeit von 9,5 cm/s.
  • Exakter Bandtransport: Für den Kopfkontakt wird das Band aus dem Kassettengehäuse herausgeführt, so dass die Genauigkeit der Kassettenkonstruktion auf den Bandlauf keinen Einfluss hat.
  • Die Bandspuren sind – entsprechend der Compact Cassette – Mono/Stereo-kompatibel.
  • Eine unabhängige Steuerspur ist vorgesehen (z. B. für Synchronisierimpulse bei Film- und Dia-Vertonung).
  • Spezielle Aussparungen im Gehäuse erlauben die automatische Umschaltung der Vormagnetisierung und Entzerrung – zur Anpassung an drei standardisierte Bandtypen. Herausbrechbare Kunststofflaschen markierten den Einsatz der Dolby-B-Rauschunterdrückung. Entsprechende Automatiken fanden sich aber nur im tragbaren Sony-Elcaset-Recorder EL-D8. An allen anderen Recordern musste der Anwender Bandsorte und Rauschunterdrückung per Schalter aktivieren.
  • Die Cassetten konnten durch problemlos verschiebbare Kunststofflaschen als "bespielt" (keine Aufnahme möglich) bzw. "leer" (Aufnahme möglich) gekennzeichnet werden.

Das Ende von Elcaset[Bearbeiten]

Das Elcaset-System konnte sich gegen die zu dieser Zeit bereits weit verbreitete Compact Cassette nicht durchsetzen, so dass die Produktion Anfang der 1980er Jahre eingestellt wurde. Dank Reineisenband, besserer Rauschunterdrückungssysteme wie Dolby-C und besserer Mechanik in Recordern und Cassettengehäusen konnte die Compact Cassette aufholen. Zudem kündigte sich die Digitaltechnik im Amateurmarkt an: Mehrere japanische Firmen, unter anderem auch Sony, boten um 1980 sogenannte PCM-Adapter an, die zusammen mit einem VHS- oder Betamax-Videorecorder als hochwertiges digitales Tonaufnahmegerät fungierten. (Ironischerweise präsentierten Sanyo-Fisher und Sharp zu dieser Zeit Prototypen digitaler Audiorecorder, die Elcaset als Speichermedium benutzten. Diese können als Vorläufer der DAT-Recorder gelten.) Hinzu kam, dass die Mechanik der nur mit einem bzw. zwei Motoren bestückten Sony-Modelle EL-5 und EL-D8 dem Alltag nicht gewachsen war - häufig waren die Rutschkupplungen hinter den Auf- und Abwickeldornen schon nach wenigen Monaten verschlissen, was sich durch quietschende Geräusche bemerkbar machte. Deshalb wurden von Elcaset-Recordern verhältnismäßig geringe Stückzahlen verkauft, weshalb es heutzutage schwierig ist, an ein gebrauchtes Elcaset-Deck zu kommen.

Weblinks[Bearbeiten]