English Springer Spaniel

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English Springer Spaniel
English Springer Spaniel
FCI-Standard Nr. 125
Ursprung:

Großbritannien

Widerristhöhe:

um 51 cm

Gewicht:

nicht festgelegt

Zuchtstandards:

KC

Liste der Haushunde

Der English Springer Spaniel ist eine von der FCI anerkannte britische Hunderasse (FCI-Gruppe 8, Sektion 2, Standard Nr. 125).

Herkunft und Geschichtliches[Bearbeiten]

Die Vorfahren des heutigen Springer Spaniel zählen zu den ältesten Jagdhundtypen Großbritanniens und sollen Ahnen aller Spaniels sein (bis auf den Clumber Spaniel). Schon im 17. Jahrhundert wurde der Typ in der Literatur erwähnt, 1803 gab es eine Illustration in The Sportsman’s Cabinet und 1885 wurde in England für ihn der Spaniel Club gegründet.

Der Springer Spaniel ist ein Stöber- und Apportierhund, auch im Hundesport ist er gut einsetzbar. In der Vergangenheit sollte er das Wild in Stellnetze oder in offenes Gelände treiben, um es für die Windhunde und Falken jagdbar zu machen. Der Name leitet sich von der englischen Beschreibung ab: „This dog takes his name from ‚springing‘ the birds originally for the nets and later for the guns.“[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Rüde schwarz-weiß und Hündin schwarz-weiß mit loh

Der English Springer Spaniel ist ein mittelgroßer Hund (ca. 51 cm). Er hat glatt anliegendes und dichtes Fell, das auch leicht wellig sein darf, mit mäßig befederten Fahnen. Ein edler, ausdrucksvoller Kopf mit klarer Abgrenzung der Blesse und hellwachen, sanften Augen runden das Bild ab. Die anerkannten Farben sind braun/weiß, schwarz/weiß, beide mit oder ohne loh. Er zeigt Passgang und bei flotter Bewegung einen weit ausgreifenden, freischwingenden Trab.

Verwendung[Bearbeiten]

Der Springer Spaniel wurde schon in alter Zeit zum (Auf-)stöbern von Wild verwendet, wie im folgenden Text beschrieben: „The dog takes his name from springing the birds originally for the nets, later for the guns“ [1] - zu deutsch: springing the game....das Wild hochmachen /aus der Deckung sprengen. Heute wird der Springer Spaniel in Deutschland als Stöberhundrasse geführt. Der Stöberhund ist ein feinnasiger, spur- oder fährtenlauter Jagdhund.

Der Springer Spaniel ist der älteste unter den englischen Spaniels und hat sich seine Eigenschaften als Jagdhund weitestgehend bewahrt. Was in alten Dokumenten als „laut jagende Hunde“ beschrieben wird, findet sich heute im Spurlaut der zur Jagd verwendeten Linien wieder. Aus vornehmlicher Schönheitszucht wird er heute auch oft als Familienhund gehalten.

Wesen[Bearbeiten]

Der Springer Spaniel liebt die Bewegung in Feld und Wald. Er ist nicht „Everybody’s Darling“, sondern schließt sich eng an seine Bezugsperson(en) an.

Rassetypische Erkrankungen[Bearbeiten]

Wie bei den meisten Hunderassen gibt es auch beim English Springer Spaniel Erkrankungen, welche häufiger auftreten.

Zu nennen sind hier Hüftdysplasie und retinale Pigmentepitheldystrophie (RPED früher CPRA).[2]

Einige Springer Spaniels sind anfällig für Ohreninfektionen. Das Risiko kann durch regelmäßige Kontrolle und äußere Reinigung der Ohren verringert werden.

Bei Springer Spaniels kann eine erbliche dominante Aggression (Springer Rage Syndrome) auftreten, die sich primär gegen die Familie des Hundes richtet. Betroffene Hunde greifen ohne ersichtliche Provokation ihnen bekannte Personen an und verursachen dabei teilweise schwere Bissverletzungen. Dabei besteht unter anderem ein Zusammenhang mit spezifischen Vorfahren im Stammbaum der Hunde.[3] Als molekulare Basis wird ein Problem im Serotoninstoffwechsel vermutet.[4] Ähnliche Syndrome sind auch bei anderen Rassen beschrieben (English Cocker Spaniel, Deutscher Schäferhund, Dobermann, Berner Sennenhund).[5]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: English Springer Spaniel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Rassestandard Nr. 125 der FCI: English Springer Spaniel (Word-Dokument)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Robert Leighton: Dogs and all about them. Cassell & Co., London 1910, online.
  2. Ernst-Günther Grünbaum, Ernst Schimke (Hrsg.): Klinik der Hundekrankheiten. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Enke, Stuttgart 2007, ISBN 3-8304-1021-2, S. 304.
  3. Ilana R. Reisner, Katherine A. Houpt, Frances S. Shofer: National survey of owner-directed aggression in English Springer Spaniels. In: Journal of the American Veterinary Medical Association. Bd. 227, Nr. 10, 2005, ISSN 0003-1488, S. 1594–1603, PMID 16313036, doi:10.2460/javma.2005.227.1594.
  4. Ilana R. Reisner, J. John Mannb, Michael Stanley, Yung-yu Huang, Katherine A. Houpt: Comparison of cerebrospinal fluid monoamine metabolite levels in dominant-aggressive and non-aggressive dogs. In: Brain Research. Bd. 714, Nr. 1/2, 1996, ISSN 0006-8993, S. 57–64, PMID 8861609, doi:10.1016/0006-8993(95)01464-0.
  5. Henry R. Askew: Behandlung von Verhaltensproblemen bei Hund und Katze. Ein Leitfaden für die tierärztliche Praxis. 2., aktualisierte Auflage. Parey, Berlin u. a. 2003, ISBN 3-8263-3399-3, S. 211.