Ententest

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Der Terminus Ententest (englisch duck test) beschreibt eine Methode einer analogen Begriffsbestimmung, wonach jemand versucht, die Natur eines bestimmten Phänomens nur anhand seiner von außerhalb sichtbaren Verhaltensweisen und Eigenschaften zu verstehen und zu analysieren. Einfacher gesagt kann der Ententest folgendermaßen beschrieben werden: Wenn ein Objekt aussieht wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente und schnattert wie eine Ente, dann kann man auch denken, es ist tatsächlich eine Ente, obwohl sie kein sichtbares Etikett hat, welches sie als Ente bezeichnet.

Sieht aus wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente, quakt wie eine Ente: Das ist eine Ente.

Begriffsentstehung[Bearbeiten]

Während niemand den Ententest bewusst anwendet, weil er als inhärentes Zeichen menschlicher Intuition gilt, hat der Dichter James Whitcomb Riley (1849–1916) der dem Begriff zugrunde liegenden Metaphorik ein Gedicht gewidmet:

“When I see a bird that walks like a duck and swims like a duck and quacks like a duck, I call that bird a duck.”

„Wenn ich einen Vogel sehe, der wie eine Ente geht und wie eine Ente schwimmt und wie eine Ente quakt, nenne ich diesen Vogel eine Ente“

Die ursprüngliche Herkunft dieser Phrase ist jedoch umstritten. Sie könnte bis auf die Logik von Wilhelm von Ockham zurückgehen.

Begriffsverwendung[Bearbeiten]

Außenpolitik der USA[Bearbeiten]

Der Begriff ist vermutlich 1950 während des Kalten Krieges durch Richard Patterson in den USA zum politischen Schlagwort geworden. Patterson war der US-amerikanische Botschafter in Guatemala während der kommunistischen Regierung von Jacobo Arbenz Guzmán. Er erklärt seine Bewertung wie folgt:

“Suppose you see a bird walking around in a farm yard. This bird has no label that says ‘duck’. But the bird certainly looks like a duck. Also, he goes to the pond and you notice that he swims like a duck. Then he opens his beak and quacks like a duck. Well, by this time you have probably reached the conclusion that the bird is a duck, whether he’s wearing a label or not.”

„Nimm einmal an, du siehst einen Vogel auf einem Farmgelände herumwatscheln. Dieser Vogel hat keine Beschriftung, auf der ‚Ente‘ steht. Doch dieser Vogel sieht sicherlich so aus wie eine Ente. Als er zum Teich geht, bemerkst du außerdem, dass er so schwimmt wie eine Ente. Dann öffnet er seinen Schnabel und quakt auch genauso: Nun, bis zu diesem Moment bist du wahrscheinlich schon zu dem Schluss gekommen, dass der Vogel eine Ente ist, egal, ob er eine Beschriftung trägt oder nicht.“

Richard Patterson[1]

Für Patterson und einige andere US-amerikanische Offizielle sah es danach aus, als würde Arbenz’ Regierung durch kommunistische Machenschaften unterlaufen. Aus ihrer Sicht wurde die Arbenz’sche freie Presse zensiert, der private Kapitalismus diskriminiert, die Regierung wurde aufgehetzt und rechtliche Reformen wie beispielsweise Agrarreformen und die Legalisierung von Gewerkschaften waren dispositionelle Charakteristiken der Kommunisten. Diese Entscheidung brachte den Einfluss des Kommunismus in die Herrschaft von Arbenz.

Die US-amerikanischen Politiker mussten nicht lange überzeugt werden, um zu glauben, dass das Regime von Arbenz kommunistischer Natur war, statt zu überprüfen, ob tatsächlich ein kommunistisches Regime existiert und die Agrarreform vorantreibt, da eine solche Reform auch bei Mao Zedongs Revolution in China 1949 eine leitende Rolle spielte. Die CIA war lediglich durch den Präsidenten Dwight D. Eisenhower dazu autorisiert, einen Sturz des Regimes herbeizuführen, um die kommunistischen Machenschaften zu eliminieren.

Wissenschaftstheorie[Bearbeiten]

Der Begriff Ententest wird lediglich dazu genutzt, um den Prozess der Attribuierung (Zuschreibung) einer unbekannten Identität basierend auf ihre sichtbaren Erscheinungen zu beschreiben. Diese Zuschreibungen beruhen auf den subjektiven Erfahrungen der jeweiligen Person und sind nur begrenzt für wissenschaftliche Zwecke geeignet.

Populärkultur[Bearbeiten]

Im Film Die Ritter der Kokosnuß von Monty Python gibt es eine Szene,[2] die das Prinzip des Duck Test humoristisch parodiert:

Ein mittelalterlicher Lynchmob will eine Frau als Hexe verbrennen. Um zu beweisen, dass sie eine Hexe sei, wird eine Nonsense-Argumentation aufgebaut, die in der Aussage gipfelt: If she weighs the same as a duck, she's made of wood, and, therefore, a witch! (deutsch: „Wenn sie gleich schwer wie eine Ente ist, besteht sie aus Holz und ist darum eine Hexe!“). Es folgt die filmische Version des Duck Test – die Frau und eine große Ente werden auf die zwei Schalen einer großen Waage gesetzt. Da die Frau offenbar gleich schwer wie die Ente ist, scheint ihr Schicksal besiegelt (Burn her! Burn her!).

Siehe auch[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1.  Richard H. Immerman: The CIA in Guatemala: The Foreign Policy of Intervention. University of Texas Press, Austin (Texas) 1982, S. 102.
  2. Monty Python Witch Scene Script