Dwight D. Eisenhower

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Dwight D. Eisenhower (1956)
Unterschrift von Dwight D. Eisenhower

Dwight „Ike“ David Eisenhower (* 14. Oktober 1890 in Denison, Texas; † 28. März 1969 in Washington D.C.) war der 34. Präsident der Vereinigten Staaten (1953–1961) und während des Zweiten Weltkrieges Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa.

Leben bis zur Präsidentschaft[Bearbeiten]

Das Haus der Eisenhowers in Abilene (Kansas)
Eisenhower als Soldat im Ersten Weltkrieg mit seiner Frau Mamie
Eisenhower (Mitte vorne) mit anderen amerikanischen Militärs 1945 (zweiter von links sitzend mit Helm: General George S. Patton)

Herkunft und Familie[Bearbeiten]

Der Name Eisenhower ist deutschen Ursprungs und lässt sich bis auf Johann Nicolaus Eisenhauer zurückverfolgen, der 1741 aus Karlsbrunn im heutigen Saarland nach Pennsylvania auswanderte.

Dwight D. Eisenhower wurde in Denison, Texas, als drittes Kind der Eheleute David Jacob Eisenhower und Ida Elizabeth Stover geboren. Er hatte drei Brüder: Earl, Edgar und Milton. Im Jahr 1892 zog die Familie nach Abilene, Kansas, wo Dwight D. Eisenhower 1909 von der Abilene High School abging.

Am 11. Juli 1916 heiratete er Mamie Geneva Doud (1896–1979), mit der er zwei Söhne hatte. Der ältere, Doud Dwight Eisenhower (1917–1921), starb jung an Scharlachfieber. Der jüngere, John Sheldon Doud Eisenhower (1922–2013), wurde ein hochrangiger Militär und US-Botschafter in Belgien.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten]

Am 14. Juni 1911 trat Eisenhower in die US Military Academy in West Point ein, auf der er 1915 seinen Abschluss machte. Während dieser Zeit fiel er mehr durch regelwidriges Verhalten als durch besonderen Fleiß auf. Am 22. September 1915 wurde er zum Second Lieutenant ernannt. Von 1915 bis 1918 diente er in der Infanterie und wurde 1916 zum First Lieutenant und 1917 zum Captain befördert. Er erreichte in dieser Zeit den Brevet-Rang eines Lieutenant Colonel in der National Army und war als einer der wichtigsten Ausbilder der noch jungen US-Panzertruppe tätig.

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg wurde Eisenhower durch seine Überlegungen bekannt, den nordamerikanischen Kontinent mit modernen mechanisierten Einheiten zu durchqueren. In dieser Zeit schloss er auch Freundschaft mit dem später zum General beförderten George S. Patton. Im Jahre 1920 wurde Eisenhower zum Major befördert. Von 1922 bis 1924 diente er als Executive Officer unter Fox Conner in der Panamakanalzone. 1925 bis 1926 besuchte er das Command and General Staff College und diente von 1929 bis 1933 im Kriegsministerium.

Von 1933 bis 1935 war er Chief Military Aide des Chief of Staff of the Army, General Douglas MacArthur, den er danach auf die Philippinen begleitete. 1936 wurde er zum Lieutenant Colonel befördert. 1941 wurde er Stabschef der 3. US-Armee in Texas und erhielt die Beförderung zum Brigadier General. Sein höchstes Truppenkommando war bis zu diesem Zeitpunkt das eines Bataillons gewesen.

Nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 wurde Eisenhower zum Generalstab in Washington berufen, wo er unter anderem als Chef der War Plans Division (Abteilung für strategische Planung) und als Assistant Chief of Staff tätig war. Im Juni 1942 wurde er dann Leiter des amerikanischen Hauptquartiers in Europa (ETOUSA), im August zusätzlich des Allied Forces Headquarters und somit Oberbefehlshaber bei der amerikanischen Landung in Nordafrika (Operation Torch). Im Februar 1943, während des Tunesienfeldzuges, wurde er zum Vier-Sterne-General befördert und ihm zusätzlich die britische 8. Armee unterstellt. Diese Operation geriet durch die hohen Verluste unter den amerikanischen Truppen in die Kritik. Eisenhower war dann auch Oberbefehlshaber der alliierten Truppen bei der Landung auf Sizilien und dem italienischen Festland. Am 24. Dezember 1943 wurde er zum Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Nordwesteuropa (Supreme Commander Allied Expeditionary Force) ernannt. Als solcher leitete er seine wohl wichtigste Militäraktion, die Landung der alliierten Truppen in der Normandie (Operation Overlord), und den alliierten Vormarsch nach Deutschland. Am 20. Dezember 1944 wurde er zum General of the Army ernannt und wehrte die deutsche Ardennenoffensive ab, wobei er Spannungen mit Frankreich wegen der Abwehr einer zweiten deutschen Offensive in Kauf nahm.

Im Anschluss an die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht wurde Eisenhower zum Militärgouverneur über die amerikanische Besatzungszone (→ Alliierter Kontrollrat) und zum Oberbefehlshaber über die amerikanischen Besatzungstruppen in Deutschland ernannt, deren Hauptquartier sich im I.G.-Farben-Haus in Frankfurt am Main befand. Er besaß keine Hoheitsgewalt in den anderen drei Zonen, die von Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion kontrolliert wurden, mit Ausnahme von Berlin. Nach der Entdeckung der nationalsozialistischen Gräueltaten in den Konzentrationslagern befahl er, die Folgen der dort begangenen kriminellen Taten zur Verwendung in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen mit Kameras als Beweismittel zu dokumentieren. Er ließ deutsche Kriegsgefangene (POWs) unter amerikanischer Obhut von nun an als entwaffnete feindliche Kräfte einstufen, was ein Verstoß gegen die Genfer Konventionen war.[1]

Eisenhower folgte den Anweisungen, die vom Vereinigten Generalstab der alliierten Streitkräfte in der Direktive JCS 1067 angeordnet worden waren, aber er lockerte das seit dem 12. September 1944 bestehende Fraternisierungsverbot[2] und die schweren Lasten für die Bevölkerung etwas, indem er 400.000 Tonnen Lebensmittel an die Zivilbevölkerung verteilen ließ. Als Reaktion auf die durch den Krieg verursachten Verwüstungen in Deutschland, insbesondere die durch die Nahrungsmittelknappheit verursachte Hungersnot, die infolge der Flucht der Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches und anderen Gebieten in Osteuropa noch verschärft wurde, ließ er Vorkehrungen zur Verteilung von Lebensmitteln und medizinischer Ausrüstung treffen. Im November 1945 folgte er dann George C. Marshall als Chief of Staff of the Army (CSA), als der er die Belange der US Army im Vereinigten Generalstab vertrat. Seine persönliche Sekretärin war von 1943 bis 1947 Sue Sarafian Jehl.

1948 wurde er von General Omar N. Bradley als CSA abgelöst und übernahm die Position des Präsidenten der Columbia University. 1950 wurde Eisenhower zum ersten Supreme Allied Commander Europe und damit zum Oberkommandierenden der NATO-Streitkräfte in Europa berufen. Am 31. Mai 1952 beendete er seinen Militärdienst, um sich auf die Kandidatur zum US-Präsidenten vorzubereiten.

Potentieller Präsidentschaftskandidat 1948[Bearbeiten]

General Dwight D. Eisenhower und Lt. General Lucius D. Clay auf dem Flugplatz Gatow in Berlin, 20. Juli 1945

Der amtierende, aber unpopuläre Präsident Harry S. Truman schlug Eisenhower 1947 vor, sich im Falle einer Nominierung von Douglas MacArthur durch die Republikaner als Präsidentschaftskandidat der Demokraten für die Wahl 1948 aufstellen zu lassen. Truman selbst wollte dabei das Amt des Vizepräsidenten übernehmen.[3] Eisenhower lehnte das Angebot aber ab, weil er nicht Präsident werden wollte. Daraufhin trat Truman doch selbst als Kandidat an und konnte den Republikaner Thomas E. Dewey überraschend schlagen.

Präsidentschaftskandidatur 1952[Bearbeiten]

1952 wurde Eisenhower wieder auf die Präsidentschaftskandidatur angesprochen, diesmal aber sowohl von Demokraten als auch Republikanern. Er lehnte zunächst erneut ab, weil er sich selbst nicht für einen Politiker hielt.

Eisenhower änderte seine Meinung, als im ganzen Land „I Like Ike“-Clubs (dt. „Ich mag Ike“) aus dem Boden schossen. Der eigentlich unpolitische Eisenhower war auch nicht Mitglied einer der beiden Parteien. Eisenhower ließ sich von den Republikanern nominieren, weil er an ein Zwei-Parteien-System glaubte und es seit dem Amtsantritt von Franklin D. Roosevelt im Jahr 1933 keinen republikanischen Präsidenten mehr gegeben hatte. Zu seinem Vizepräsidentschaftskandidaten wurde der Senator aus Kalifornien und spätere Präsident Richard Nixon aufgestellt.

Während seiner Wahlkampfkampagne nannte er seinen Konkurrenten Adlai E. Stevenson nie beim Namen, sondern kritisierte überwiegend die Politik des amtierenden Präsidenten Truman, der sich keiner erneuten Wiederwahl stellte. Diese Strategie funktionierte; er erhielt bei der Wahl am 4. November 1952 rund 55 Prozent im Popular Vote wurde mit 442 Wahlmänner-Stimmen zum Präsidenten gewählt, auf Stevenson entfielen 89 Wahlmänner. Zu seinem hohen Wahlsieg hatte ihm wohl in erster Linie sein Ruhm als General verholfen. Die Republikaner erzielten auch die Mehrheit der Mandate in beiden Kammern des US-Kongresses.

Präsidentschaft (1953–1961)[Bearbeiten]

Feierlichkeiten zu Eisenhowers Amtseinführung am 20. Januar 1953

Eisenhower trat nach seinem Wahlsieg das Amt des Präsidenten turnusgemäß am 20. Januar 1953 an. Er blieb bis zum 20. Januar 1961 Präsident der USA, regierte also zwei komplette Amtszeiten.

Bei der Präsidentschaftswahl am 6. November 1956 wurde Eisenhower im Amt bestätigt. Zunächst wurde gemutmaßt, er wolle nur eine Amtsperiode absolvieren, nachdem er 1955 einen Herzanfall erlitten hatte. Letztlich stimmte der populäre Präsident einer erneuten Kandidatur zu; im Februar 1956 verkündete er sie offiziell. Sein demokratischer Herausforderer war erneut, wie bereits 1952, Adlai E. Stevenson. Eisenhower konnte gemeinsam mit seinem Vizepräsidenten Richard Nixon die Wiederwahl mit klarer Mehrheit gewinnen: Für seinen Verbleib im Weißen Haus sprachen sich rund 57 Prozent der Wähler aus. Im Electoral College hatte er 457 Wahlmänner, Stevenson nur 73. Das Wahlergebnis galt eher als Triumph Eisenhowers und nicht so sehr als ein Sieg der Republikanischen Partei. Die Demokraten konnten im Kongress ihre bei den Zwischenwahlen 1954 erlangte Mehrheit in beiden Kammern (Senat und Repräsentantenhaus) verteidigen. Diese Mehrheitsverhältnisse im Kongress zugunsten der Demokraten blieben über das Ende Eisenhower-Administration hinaus bestehen.[4] Beim Auseinanderfallen der Parteien von Kongressmehrheit und Präsident spricht man daher vom Divided government, einer geteilten Regierung. Am 20. Januar 1957 wurde Eisenhower vor dem Kapitol im Rahmen einer feierlichen Zeremonie für seine zweite Amtszeit vereidigt.

Außenpolitik[Bearbeiten]

Präsident Eisenhower (links) im Oval Office mit Außenminister Dulles 1956

Prägend für die Außenpolitik während der Eisenhower-Regierung war der Kalte Krieg. Zu Beginn seiner Präsidentschaft waren die Beziehungen zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten äußerst angespannt. Am 5. März 1953, rund sechs Wochen nach seiner Vereidigung, starb der sowjetische Diktator Josef Stalin. Unter Nikita Chruschtschow, der sich schrittweise als Nachfolger durchsetzte, verbesserten sich die Beziehungen leicht. Dennoch wurde in der US-Öffentlichkeit ein Atomkrieg als permanente Bedrohung angesehen. Gegenüber der UdSSR trat Eisenhower mit dem Grundsatz der „kompromissbereiten Abschreckungspolitik“ auf. Dies bedeutete, er war zwar gegenüber dem Ostblock für einen diplomatischen Austausch offen, gleichzeitig betrieben die USA unter seiner Führung eine massive Aufrüstung. Dies zeigte sich insbesondere an der Weiterentwicklung von Atomwaffen, die in den 1950er-Jahren dutzendfach getestet wurden. Darüber hinaus autorisierte Eisenhower etliche Spionageaktionen wie Aufklärungsflüge gegen bzw. über der Sowjetunion.[5][6] Auf Rat von General Matthew B. Ridgway widerstand Eisenhower Bitten, auf der Seite der Franzosen in Indochina zu intervenieren. Er unterschrieb Verteidigungsverträge mit Korea und Taiwan und war an diplomatischen Beziehungen mit Kuba beteiligt.

Als Präsident warnte Eisenhower eindringlich vor den Gefahren, die ein einflussreicher militärisch-industrieller Komplex für die USA in Zukunft mit sich bringen würde. So sagte er in seiner Rede „Chance for Peace“ am 16. April 1953:

„Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu essen bekommen, an denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder.“[7]

Eine eindringliche Warnung vor dem Militärisch-Industriellen-Komplex sprach er während seiner Abschiedsrede vom 17. Januar 1961 aus.

Koreakrieg[Bearbeiten]

Eines der drängendsten Probleme mit denen Eisenhower sich unmittelbar nach seinem Amtsantritt konfrontiert sah, war der andauernde Koreakrieg. Bereits während der Wahlkampagne von 1952 hatte er sich für eine diplomatische Lösung ausgesprochen. Nach der Zweiteilung Koreas in einen kommunistischen, pro-sowjetischen Norden und einen antikommunistischen Süden hatte Nordkorea unter Diktator Kim Il-sung im Jahr 1950 in Südkorea interveniert. Ziel war die Übernahme der US-verbündeten Südkorea durch den Norden. Präsident Truman hatte daraufhin mit einem UN-Mandat Truppen entsandt, um dies zu verhindern. Als wenig später jedoch die Volksrepublik China in den Konflikt eingriff und den Norden unterstützte, entwickelte sich rasch ein militärisches Patt. Damit standen die USA zum Zeitpunkt von Eisenhowers Amtsübernahme noch immer mitten in einem verlustreichen Krieg, dessen Ende kaum absehbar schien.

Eisenhower wandte schließlich zwei Finten an, um auf die chinesische Kriegspartei einzuwirken. Einerseits erweckten sie den Eindruck, sie würden eine Invasion nationalchinesischer Truppen von Taiwan auf das chinesische Festland tolerieren. Andererseits ließen sie über den indischen Staatschef Jawaharlal Nehru an die chinesische Führung durchsickern, dass sie bereit wären, die Mandschurei und Zentralchina zu bombardieren, notfalls unter dem Einsatz taktischer Nuklearwaffen. Darüber hinaus ließen die USA es zu, dass kommunistische Parteimitglieder unter den repatriierungsunwilligen Kriegsgefangenen agitierten, um sie zur Rückkehr zu bewegen. Am 30. März 1953 erklärte sich der chinesische Außenminister Zhou Enlai bereit, alle Gefangenen, die keine Repatriierung wünschten, neutralen Schutzmächten zu übergeben.

Nach langen Verhandlungen schlossen die Konfliktparteien am 27. Juli 1953 ein Waffenstillstandsabkommen. Es bestätigte im Wesentlichen den 38. Breitengrad als Grenze zwischen Nord- und Südkorea und legte eine vier Kilometer breite entmilitarisierte Zone entlang der Grenze fest. Es handelte sich aber nicht um einen Friedensvertrag. Damit dauert der Konflikt rein formal bis zum heutigen Tage an.[6]

Umsturz im Iran[Bearbeiten]

Eisenhower und Schah Mohammad Reza Pahlavi im Jahr 1959
Siehe auch: Operation Ajax

Wie sein Außenminister John Foster Dulles vertrat Eisenhower die Auffassung, die UdSSR würde das Streben einiger Staaten nach Befreiung ihrer Kolonialmächte (vornehmlich die US-Verbündeten Großbritannien und Frankreich) für ihre Zwecke ausnutzen, um US-amerikanischen Einfluss weltweit zurückzudrängen. Als der iranische Premierminister Mohammad Mossadegh die ansässigen britischen Ölfirmen verstaatlichen wollte, um dem Iran Anteil am Gewinn des Ölgeschäfts zu verschaffen, stimmte der Präsident einem Umsturz im Iran zu, um die drohende Verstaatlichung zu verhindern. Vertreter der britischen Regierung hatten ein derartiges Ansinnen bereits vor Eisenhowers Amtszeit angeregt, jedoch lehnte Eisenhowers Vorhänger Harry S. Truman ein solches Unterfangen mit amerikanischer Beteiligung ab. Nachdem er das Präsidentenamt übernommen hatte, autorisierte Eisenhower hingegen die Durchführung eines Putsches im Iran mit Beteiligung der CIA. In der Folge des Umsturzes wurde der autokratisch regierende Schah Mohammad Reza Pahlavi als Herrscher eingesetzt und die drohende Verstaatlichung der britischen Ölfirmen abgewendet.[8][6]

Die CIA räumte erst 60 Jahre später, im August 2013, eine Beteiligung am Umsturz offiziell ein.[9]

„Eisenhower-Doktrin“[Bearbeiten]

Die nach ihm benannte Doktrin von 1957 modifiziert die Containment-Politik seines Amtsvorgängers Truman insofern, als die bislang eher defensiven Eindämmungspläne gegen etwaige stalinistische Expansionsbestrebungen nun durch die aggressivere Politik des Rollback ersetzt werden sollten. Eisenhowers als „Eisenhower-Doktrin“ bezeichnete Grundsatzrede vom 5. Januar 1957 war eine unmittelbare Reaktion auf die Sueskrise des Jahres 1956, die den westlichen Einfluss im arabischen Raum (besonders Ägypten) massiv eingeschränkt hatte. Nachdem der sowjetische Ministerpräsident Nikita Sergejewitsch Chruschtschow die USA 1959 besuchte (als erster sowjetischer Regierungschef) schwenkten die Regierungen der beiden Supermächte auf einen Kurs der „friedlichen Koexistenz“ um. Im gleichen Jahr folgte auch die formale Aufgabe der Eisenhower-Doktrin.[6]

U2-Zwischenfall von 1960[Bearbeiten]

Präsident Eisenhower genehmigte während seiner Amtszeit mehrere streng geheime Spionageflüge über dem Ostblock, insbesondere der UdSSR. Ziel dieser Aufklärungsflüge war der Gewinn von Erkenntnissen über Militärstützpunkte der Sowjets und damit auch eine Einschätzung ihrer tatsächlichen militärischen Stärke. Zu erheblichen diplomatischen Spannungen kam es im Mai 1960, als der Pilot Francis Gary Powers mit seiner Lockheed U-2 über dem Ural abgeschossen wurde und in sowjetische Gefangenschaft geriet. Eine vom sowjetischen Regierungschef Chruschtschow ausgesprochene Einladung an Eisenhower Moskau zu offiziellen Gesprächen zu besuchen, zog dieser am 17. Mai 1960 auf dem Genfer Gipfeltreffen wieder zurück und verließ unter Protest den Gipfel. Erst eine Neuordnung der diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und der UdSSR unter Präsident John F. Kennedy führten im Februar 1962 zu Powers Freilassung nach Amerika.[6][10]

Innenpolitik[Bearbeiten]

Wirtschafts- und Sozialpolitik[Bearbeiten]

Eisenhowers offizielles Portrait im Weißen Haus

Innenpolitisch verfolgte Eisenhower einen gemäßigten Kurs und grenzte sich somit von den konservativen Republikanern ab. Eine Kooperation mit den Demokraten war ohnehin unumgänglich, da die Republikaner nur in den ersten zwei seiner acht Jahre Regierungszeit die Mehrheit der Mandate in beiden Kammern des US-Kongresses stellten.[11]

Für seine Wirtschaftspolitik wurden die neuen Begriffe Modern Republicanism (deutsch: moderner Republikanismus) und Dynamic Conservatism (deutsch: Dynamischer Konservatismus) geprägt. Diese Politik umfasste die Begrenzung von staatlichen Ausgaben und damit einen Rückzug der öffentlichen Hand aus dem Wirtschaftsgeschehen. Dieses Ziel konnte insoweit erreicht werden, dass die Staatsausgaben über seine Amtsperiode keinen signifikanten Anstieg zu verzeichnen hatten. Ein weiteres Ziel seiner Wirtschaftspolitik war die Stärkung des Wettbewerbs. Zu diesem Zweck trieb er und eine Anti-Trust-Gesetzgebung voran. In seiner Amtszeit wurden die Lohn-Preis-Kontrollen aufgehoben sowie Regulierungen zurückgefahren.[12]

Eisenhower verstand sich jedoch, anders als manche konservativen Republikaner, als Befürworter des Social Security-Konzepts, das in den 1930ern unter Präsident Roosevelt im Rahmen des New Deal eingeführt wurde. Auch unter Eisenhower erfolgte eine Ausweitung der Sozialversicherungen und eine Erhöhung des Mindestlohns.

In einem privaten Brief erklärte Präsident Eisenhower seinen Standpunkt wie folgt:

“Should any party attempt to abolish social security and eliminate labor laws and farm programs, you would not hear of that party again in our political history. There is a tiny splinter group of course, that believes you can do these things ... Their number is negligible and they are stupid.”

„Sollte eine Partei versuchen den Social Security Act, das Arbeitsrecht und die Farmprogramme abzuschaffen, dann würde man diese Partei in der politischen Geschichte nicht mehr wahrnehmen. Es gibt natürlich eine kleine Splittergruppe die glaubt derartiges tun zu können ... Ihre Anzahl ist jedoch vernachlässigbar und sie sind dumm.“

Dwight D. Eisenhower in einem Brief an seinen Bruder Edgar Eisenhower.[13]

McCarthy-Ära[Bearbeiten]

In die ersten Jahre seiner Präsidentschaft fiel die McCarthy-Ära. Als der Senator Joseph McCarthy auch begann Kabinettsmitglieder und andere hohe Politiker des Kommunismus zu bezichtigen, wandte sich Eisenhower gegen McCarthy und konnte mit einer Reihe anderer Politiker dessen Einfluss stark zurückdrängen. Mithilfe von Senatoren beider Parteien, die den Präsidenten unterstützten, konnte McCarthy Ende des Jahres 1954 mehr und mehr von Öffentlichkeit und politischen Kreisen isoliert werden.[14]

Interstate-Highway-System[Bearbeiten]

Hauptartikel: Interstate Highway

Den Bau der Interstate Highways kündigte Eisenhower im Februar 1955 an. Ein entsprechendes Gesetz wurde Anfang des Jahres verabschiedet. Das Anliegen, das amerikanische Straßennetz zu verbessern, begleitete ihn seit 1919, als er im Auftrag der United States Army die Highways im ganzen Land inspiziert hatte. Neben besseren Verbindungen und einer Anregung der Konjunktur waren für ihn dabei auch militärische Erwägungen ausschlaggebend.[15]

Raumfahrtprogramm[Bearbeiten]

Siehe auch: Mercury-Programm

Das US-Raumfahrtprogramm nimmt seinen Anfang während Eisenhowers Präsidentschaft. Als im Jahr 1957 die Sowjetunion mit Sputnik den ersten Satelliten in den Weltraum beförderte, wurde die US-Öffentlichkeit schockiert. Im Wettlauf der beiden politischen Systeme im Kontext des Kalten Krieges begannen die Vereinigten Staaten im Jahr 1958 ihr eigenes Weltraumprogramm voranzutreiben.

Geplant wurde ein bemanntes Raumfahrtprogramm der USA. Die Planungen sahen vor, ein Raumschiff mit einem Menschen zu bemannen und dieses orbital um die Erde kreisen zu lassen. In der Frühphase wurde von einem bemannten Satelliten gesprochen. Am 26. November 1958 wurde der Name Mercury offizieller Projektname. Nachdem ab 1958 erste Tests durchgeführt wurden, fanden erste bemannte Raumflüge bis hin zur Mondlandung im Jahr 1969 erst nach dem Ende von Eisenhowers Amtszeit statt.

Bürgerrechte[Bearbeiten]

In den 1950er-Jahren wurde der Ruf der Afroamerikaner nach voller Gleichberechtigung immer lauter. Eisenhowers Vorgänger Truman hatte durch den Executive Order 9981 im Jahr 1948 mit der Beendigung der Rassentrennung in den Streitkräften bereits damit begonnen, dieser Minderheit mehr Rechte einzuräumen. Dennoch war eine volle Gleichstellung Schwarzer noch lange nicht erreicht.

Mit Earl Warren ernannte Eisenhower im Oktober 1953 erstmals einen Obersten Richter (Chief Justice), dessen liberale Weltanschauung sich gegen Rassendiskriminierung richtete. In der historischen Gerichtsentscheidung Brown v. Board of Education von 1954 erklärte der Oberster Gerichtshof der Vereinigten Staaten die Rassentrennung an Schulen für verfassungswidrig und forderte die Bundesstaaten zu einer entsprechenden Gesetzgebung auf. Als Folge des Urteils entbrannten landesweite Proteste. Die Stimmung zwischen Befürwortern und Gegnern von mehr Rechten der Afroamerikaner lud sich mehr und mehr auf. Als eine der Folgen entsandte Eisenhower 1957 Bundestruppen nach Little Rock, um dort neun schwarzen Schülern den Schulbesuch zu ermöglichen und vor Übergriffen weißer Demonstranten zu schützen. Später bezeichnete Eisenhower die Ernennung Warrens als „den größten Fehler den er gemacht habe“ („the biggest damn mistake I ever made“).[16]

Ebenfalls im Jahr 1957 unterzeichnete er den Civil Rights Act von 1957, welcher das Wahlrecht der Schwarzen schützte. Dieses Gesetz wurde jedoch durch den Einfluss von konservativen Politikern (besonders aus den Südstaaten) soweit abgeschwächt, dass es faktisch wirkungslos blieb. Wirksame Gesetze gegen die Diskriminierung Schwarzer sowie die endgültige Aufhebung der Rassentrennung wurden erst unter Präsident Lyndon B. Johnson, von 1963 bis 1969 im Amt, umgesetzt.[11]

Ende der Präsidentschaft[Bearbeiten]

Eisenhower bei Unterzeichnung zur Aufnahme Alaskas als Bundesstaat (1958)

Eisenhower war der erste amerikanische Präsident, der von dem 1951 ratifizierten 22. Zusatzartikel zur Verfassung betroffen war. Dieser beschränkt die Amtszeit des Präsidenten auf zwei Wahlperioden. Für die Präsidentschaftswahl 1960 war er daher von einer erneuten Kandidatur ausgeschlossen, obwohl er nach wie vor ein relativ hohes Ansehen genoss. Ebenfalls war Eisenhower der erste US-Präsident, der unmittelbar unter den von ihm 1958 unterzeichneten Former Presidents Act fiel. Dieses Gesetz sieht Pensionszahlungen für ehemalige Präsidenten vor, was zuvor nicht der Fall war.

Im Wahlkampf 1960 spielte er keine aktive Rolle, sprach sich jedoch für den republikanischen Kandidaten, Vizepräsident Richard Nixon, aus. Den Demokraten John F. Kennedy betrachtete er als zu unerfahren für das Weiße Haus. In diesem Zusammenhang wird ihm das Zitat „I will do almost anything to avoid turning my chair and country over to Kennedy“ (deutsch: „Ich werde fast alles tun, um zu verhindern, meinen Stuhl und mein Land an Kennedy zu übergeben“) zugeschrieben.[17] In einer knappen Entscheidung am 8. November 1960 konnte sich Kennedy jedoch durchsetzen.

Die Amtsübergabe erfolgte am 20. Januar 1961. Mit zu diesem Zeitpunkt 70 Jahren war Eisenhower der älteste amtierende Präsident (was später von Ronald Reagan überholt wurde). Mit dem 43-jährigen Kennedy übergab er die Präsidentschaft an den zweitjüngsten und jüngsten direkt gewählten Amtsinhaber.

Aufgenommene Bundesstaaten[Bearbeiten]

Während Eisenhowers Zeit als Präsident wurden zwei Bundesstaaten aufgenommen:

Alaska und Hawaii sind bis heute die letzten in die USA aufgenommenen Bundesstaaten.

Spätere Jahre und Tod[Bearbeiten]

Eisenhower (rechts) bei einer Unterredung mit Präsident Johnson im Oktober 1965
Feierlichkeiten zu Eisenhowers Begräbnis im März 1969

Nach dem Ende seiner Präsidentschaft im Januar 1961 zog sich Eisenhower mit seiner Frau Mamie ins Privatleben nach Pennsylvania zurück. Politisch trat er nicht mehr in Erscheinung. Im Sommer 1964 hielt er im Zuge des Präsidentschaftswahlkampfes auf dem Republikanischen Parteitag eine Rede, jedoch war er von dem erzkonservativen Kandidaten Barry Goldwater wenig überzeugt. In den 1960er-Jahren beriet er die Präsidenten John F. Kennedy und Lyndon B. Johnson in militärischen Fragen im Kontext des Vietnamkrieges. Eisenhower stand jedoch dem Kampfeinsatz amerikanischer Soldaten in Südostasien eher skeptisch gegenüber, obwohl er seinerzeit als Präsident erste Militärberater nach Südvietnam entsandt hatte. Während seines Ruhestandes verfasste er außerdem seine doppelbändigen Memoire.

Im Jahr 1965 erlitt Eisenhower einen weiteren Herzanfall, ab 1968 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand zusehends. 1968 wurde er in ein Washingtoner Krankenhaus eingeliefert, wo er am 28. März 1969 an Herzversagen im Alter von 78 Jahren starb. Am 2. April wurde er in Abilene in Kansas beigesetzt, wo auch seine 1979 verstorbene Frau ihre letzte Ruhe findet.[18]

Nachwirkung[Bearbeiten]

Eine Statue von Eisenhower ist in der National Statuary Hall Collection zu finden. Der Staat Kansas hat ihn als eine von zwei historischen Persönlichkeiten ausgewählt, die dort ausgestellt werden. 1977 wurde der Flugzeugträger USS Dwight D. Eisenhower nach ihm benannt.

Eisenhowers historische Bewertung war nach dem Ende seiner Präsidentschaft im Jahr 1961 einem starken Aufwärtstrend unterworfen. Auf die 1950er-Jahre, als deren Verkörperung Eisenhower nach Meinung des Historikers Hermann-Josef Rupieper galt, folgten die turbulenten 1960er-Jahre, in denen Eisenhower kaum noch im Bewusstsein der US-Öffentlichkeit war. Eine Umfrage unter Amerikanern aus dem Jahr 1962 platzierte ihn in der unteren Hälfte der beliebtesten Präsidenten. Sein öffentliches Ansehen begann jedoch in den Jahrzehnten nach seinem Tod signifikant zu steigen. Im 21. Jahrhundert zählt er zu einem der populärsten amerikanischen Präsidenten. Dies wird im Wesentlichen auf den steigenden Wohlstand während seiner Regierungszeit zurückgeführt, sowie seine als führungsstark wahrgenommene Haltung in Kalten Krieg. Auch der unter ihm betriebene Ausbau der Infrastruktur, insbesondere das Interstate-Highway-System, galt als wichtige Errungenschaft seiner Präsidentschaft.

Unter Historikern fällt die Bewertung jedoch auch kritisch aus: Seine Politik habe zwar zu keiner direkten militärischen Konfrontation mit dem Ostblock geführt, doch seien keine bilaterale Abkommen zur Sicherstellung des Friedens geschlossen worden. Trotz des wachsenden Wohlstandes der amerikanischen Gesellschaft blieben zentrale soziale Probleme wie die endgültige Gleichberechtigung von Afroamerikanern ungelöst.[19][20]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Piers Brendon: Eisenhower. Von West Point ins Weiße Haus. (Originaltitel: Ike - the life and times of Dwight D. Eisenhower übersetzt von Holger Fliessbach). Heyne, München 1988, ISBN 3-453-00823-5 (= Heyne-Bücher Band 12, Heyne-Biographien Nr.: 162).
  • Tom Wicker: Dwight D. Eisenhower In: The American Presidents Series: The 34th President, 1953-1961, Times Books, New York, NY 2002, ISBN 0-8050-6907-0.
  • Bücherliste (Werke bis 1991) hier

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dwight D. Eisenhower – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Dwight D. Eisenhower – Quellen und Volltexte (englisch)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Benz: Errichtung der Besatzungsherrschaft. Bundeszentrale für politische Bildung, 11. April 2005, abgerufen am 7. November 2013.
  2. Johannes Kleinschmidt: Amerikaner und Deutsche in der Besatzungszeit - Beziehungen und Probleme. Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 11. Oktober 1996, abgerufen am 7. November 2013.
  3. "Truman Wrote of '48 Offer to Eisenhower" The New York Times, 11 July 2003.
  4. American President: Dwight D. Eisenhower: Campaigns and elections
  5. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 341
  6. a b c d e American President: Dwight D. Eisenhower: Foreign policy
  7. eisenhowermemorial.org: Chance for Peace Speech (Version vom 12. November 2012 im Internet Archive)
  8. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 342
  9. Malcolm Byrne: CIA Confirms Role in 1953 Iran Coup, National Security Archive, 19. August 2013
  10. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 344
  11. a b American President: Dwight D. Eisenhower: Domestic policy
  12. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 340/41
  13. Michael S. Mayer, The Eisenhower Years, Facts on File Inc., 2010, ISBN 978-0-8160-5387-2, S. XII
  14. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 344
  15.  Yanek Mieczkowski: Eisenhower's Sputnik Moment: The Race for Space and World Prestige. 1 Auflage. Cornell University Press, Ithaca, New York 2013, ISBN 9780801467929, S. 190.
  16. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 344/45
  17. Time.com: When New President Meets Old, It's Not Always Pretty
  18. American President: Dwight D. Eisenhower: Life after the presidency
  19. Christof Mauch: Die amerikanischen Präsidenten C.H. Beck München ISBN 978-3-406-58742-9 S. 345
  20. American President: Dwight D. Eisenhower: Impact und Legacy
Vorgänger Amt Nachfolger
Supreme Allied Commander Europe
1951–1952
Matthew B. Ridgway