Erdfunkstelle Usingen

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Erdfunkstelle

Die Erdfunkstelle Usingen liegt im hessischen Hochtaunuskreis bei Usingen. Sie befindet sich unterhalb des Usinger Ortsteils Merzhausen nahe dem Verkehrsübungsgelände „Wolfsgarten“ auf dem Gebiet der Stadt Neu-Anspach.

Die Erdfunkstelle Usingen ist eine Bodenstation des Unternehmens Media Broadcast für die Kommunikation mit Nachrichtensatelliten. Sie dient unter anderem als Sende- und Empfangsstelle für Datenverkehr, Telefongespräche und Fernsehsignale.

Geschichte[Bearbeiten]

Erdfunkstelle Detailansicht

Die Fläche von ca. 140 ha des heutigen Geländes der Erdfunkstelle war im Zweiten Weltkrieg ein Munitionsdepot und Feldflugplatz. Nach dem Krieg wurde das Gelände von der damaligen Deutschen Bundespost übernommen und 1955 eine Kurzwellenstation (Überseefunkstelle) errichtet.

Mit einer Sendeleistung von bis zu 100 Kilowatt wurden Informationen rund um den Erdball geschickt. Voraussetzung hierfür waren große Antennen (Rhomben), die den Charakter der Sendestelle prägten.

Ende der 1960er Jahre wurde die Kurzwellentechnik durch die Satellitentechnik ersetzt. Der erste europäische Versuchssatellit OTS (Orbitaler Test Satellit) wurde u.a. aus Usingen angesteuert.

Infolge dieser Änderung entstanden eine Vielzahl von großen Parabolantennen, mittels derer eine Vielzahl von Satelliten gesteuert werden.

1979 folgte die erste große Parabolantenne. Mittlerweile beheimatet die Station mehr als 90 Antennen, darunter drei große, die 19 Meter Durchmesser haben.

2013 haben die Städte Usingen und Neu-Anspach den Euskirchener Solarspezialisten „F&S solar“ mit dem Bau von drei Freiland-Photovoltaikanlagen beauftragt, die zusammen 6,2 Megawatt-Peak (Spitzenleistung) erzeugen und damit über 1700 Haushalte mit Ökostrom versorgen können.[1] Vor dem Bau hatte der Kampfmittelräumdienst 24 Tonnen an altem Kriegs-Material wie Maschinengewehre, Pistolen, jede Menge Munition, Granaten, ein komplettes Flak-Geschütz und vieles mehr entfernt. Im Mai 2013 wurden die Solarstromanlagen offiziell in Betrieb genommen.[2]

Umweltschutz[Bearbeiten]

Erdfunkstelle hinter Merzhausen

Von Beginn an wurde bei der Gestaltung der Erdfunkstelle Wert auf eine Bepflanzung mit ortstypischen Pflanzen geachtet. Heute ist die Erdfunkstelle soweit in die Landschaft integriert, dass sie lediglich von Merzhausen her wahrnehmbar ist. Das Gelände selbst ist - bedingt durch die notwendigen Abstände zwischen den Antennen - ein Biotop mit hoher ökologischer Bedeutung und Artenvielfalt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans A. Jack: Die Erdfunkstelle Usingen im Taunus. In: Ingrid Berg (Hrsg.): Heimat Hochtaunus. Kramer, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-7829-0375-7, S. 320–323.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Video über die Solarparks Erdfunkstelle Usingen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKlaus Nissen: Usingen/Neu-Anspach: Zehn Hektar unter Strom. In: fr-online.de. 14. Juli 2012, abgerufen am 18. Dezember 2014.
  2. eifelerpresseagentur.de

50.3334168.479418Koordinaten: 50° 20′ 0″ N, 8° 28′ 46″ O