Erich Welter

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Erich Welter (* 30. Juni 1900 in Straßburg; † 10. Juni 1982 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Publizist und Wirtschaftswissenschaftler.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Erich Welter studierte von 1918 bis 1922 Rechts- und Staatswissenschaften und promovierte 1922 zum Dr. rer. pol. Von 1920 bis 1932 war er Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Zeitung, von 1932 bis 1934 Chefredakteur der Vossischen Zeitung in Berlin, die am 31. März 1934 nach 230 Jahren auf Druck der Nationalsozialisten geschlossen wurde. Von 1935 bis 1943 war er wieder Redaktionsmitglied der Frankfurter Zeitung, deren Wirtschaftsteil er bis zur Schließung des Blattes im Jahre 1943 leitete. Von 1936 bis 1944 war er zudem Hauptschriftleiter der Wirtschaftskurve.

Welter, der Beisitzer beim Pressegerichtshof in Berlin war und der Akademie für Deutsches Recht angehörte, war bei Kriegsende im Planungsamt des Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion eingesetzt.[1]

1946 gründete er zusammen mit Curt E. Schwab in Stuttgart die Deutsche Zeitung und Wirtschaftszeitung, musste sich aber als Gesellschafter zurückziehen, da die amerikanische Besatzungsbehörde ihn als belastet einstufte. Am 1. November 1949 war er dann neben Hans Baumgarten, Erich Dombrowski, Karl Korn und Paul Sethe einer der Gründer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, bis 1980 zeichnete er als Herausgeber. Von 1978 bis zu seinem Tod saß er der Gesellschafterversammlung vor.

Welter wurde, nachdem er sich 1931 habilitiert hatte, Privatdozent. 1944 wurde er zum außerplanmäßigen Professor der Universität Frankfurt ernannt. Von 1948 bis zu seiner Emeritierung 1965 lehrte er als ordentlicher Professor Volkswirtschaftslehre an der Universität Mainz. Seit 1951 leitete er zudem das von ihm mitgegründete Forschungsinstitut für Wirtschaftspolitik und gab die Veröffentlichungen des Instituts heraus. Er war ferner von 1953 bis 1975 Mitglied des Forschungsbeirats für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands beim Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Wichtige Werke[Bearbeiten]

  • Die Devalvation m. bes. Berücks. der argentin. Währungsreform v. Jahre 1899
  • Devisenkommissar, Goldwertablieferung und neue Valutahandelsvorschriften (1923)
  • Rekonvaleszenz (1926)
  • Wachstum (1928)
  • Belastungsprobe (1929)
  • Erneuerung des Aktienrechts (1929)
  • Der Aktienrechtsentwurf (1930)
  • Stockung (1930)
  • Dreifachkrise (1931)
  • Die Ursachen des Kapitalmangels in Deutschland (1931)
  • Der Krach von 1931 (1932)
  • Ende und Lehren der Krise (1933)
  • Das Jahr der Entscheidung (1938)
  • Der Weg der deutschen Industrie (1943)
  • Falsch und richtig planen. Eine kritische Studie über die deutsche Wirtschaftslenkung im Zweiten Weltkrieg (1954)
  • Der Staat als Kunde (1960)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 667