Ernst Burchard

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ernst Burchard (* 9. September 1876 in Heilsberg, Ermland (heute: Lidzbark Warminski, Polen); † 5. Februar 1920 in Berlin) war ein deutscher Arzt, Sexualwissenschaftler und Dichter.

Leben[Bearbeiten]

Burchard studierte an den Universitäten Tübingen, Würzburg und Kiel. Seine Dissertation aus dem Jahre 1900 behandelt das Thema Einige Fälle von vorübergehender Glycosurie. Nach seinem Studienabschluss war er zunächst als praktischer Arzt und Nervenarzt in Berlin tätig. In Berlin traf er auf Magnus Hirschfeld und wurde im Wissenschaftlich-Humanitären Komitee tätig.

In verschiedenen Gerichtsverfahren trat Burchard als Gutachter bei Anklagen aufgrund § 175 auf. Mit Hirschfeld schrieb Burchard gemeinschaftlich mehrere Aufsätze in Sexualwissenschaften. Hierzu gehörte auch eine Studie über homosexuelle Frauen.[1] 1913 erschienen die Werke Zur Psychologie der Selbstbezichtigung und Der sexuelle Infantilismus. 1914 veröffentlichte Burchard sein sexualwisschaftliches Werk Lexikon des gesamten Sexuallebens.

Burchard, der als Single lebte, veröffentlichte Gedichte in der Zeitschrift Der Eigene von Adolf Brand und in Hirschfelds Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen. Unter anderem erschien dort das Gedicht Vivat Fridericus. Burchard starb am 5. Februar 1920 und wurde auf dem Luisenfriedhof in Berlin begraben.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Lexikon des gesamten Sexuallebens. Adler-Verlag, Berlin 1914.
  • Der sexuelle Infantilismus (Juristisch-Psychiatrische Grenzfragen; Bd. 9, Heft 5). Verlag Marhold, Halle/Saale 1913 (zusammen mit Magnus Hirschfeld).
  • Zur Psychologie der Selbstbezichtigung. Adler-Verlag, Berlin 1913 (Beiträge zur forensischen Medizin).

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Hirschfeld, Magnus/Burchard, Ernst, Zwei Gutachten über Beziehungen homosexueller Frauen, in: Archiv für Kriminalanthropologie und Kriminalistik, Band 50, 1912, Seite 49-61

Weblinks[Bearbeiten]