Berlin-Moabit

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt einen Ortsteil von Berlin. Für den biblischen Staat, siehe Moab (Staat); für das gleichnamige Volk siehe Moabiter.
Moabit
Ortsteil von Berlin
Mitte Hansaviertel Tiergarten Moabit Wedding Gesundbrunnen BerlinMoabit auf der Karte von Mitte
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 32′ 0″ N, 13° 20′ 0″ O52.53333333333313.333333333333Koordinaten: 52° 32′ 0″ N, 13° 20′ 0″ O
Fläche 7,72 km²
Einwohner 73.835 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 9564 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1861
Postleitzahlen 10551, 10553, 10555, 10557, 10559, 13353
Ortsteilnummer 0102
Gliederung
Verwaltungsbezirk Mitte
Ortslagen
Stadtplan von Moabit

Moabit [moaˈbiːt] ist ein Ortsteil im Bezirk Mitte von Berlin.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ortsteil wird von den Wasserstraßen Spree, Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal, Westhafenkanal und Charlottenburger Verbindungskanal umschlossen. Als insofern künstliche Insel ist Moabit durch 25 Straßen-, Bahn- und Fußgängerbrücken mit der umgebenden Stadtlandschaft verbunden. Dies sind (Reihenfolge im Norden beginnend und dann im Uhrzeigersinn weiter):

Föhrer Brücke, Torfstraßensteg, Brücke der Ringbahn, Brücke der Fernbahn, Fennbrücke, Nordhafenbrücke, Kieler Brücke, Sandkrugbrücke, Bahnbrücke am Hauptbahnhof, Hugo-Preuß-Brücke, Gustav-Heinemann-Brücke, Moltkebrücke, Kanzleramtssteg, Lutherbrücke, Bahnbrücke am S-Bahnhof Bellevue, Gerickesteg, Moabiter Brücke, Lessingbrücke, Hansabrücke, Wullenwebersteg, Gotzkowskybrücke, Kaiserin-Augusta-Brücke, Sickingenbrücke, Bahnbrücke über Verbindungskanal und Ludwig-Hoffmann-Brücke.

Die trennende Wirkung der Wasserläufe wird im Norden und Osten durch ausgedehnte Bahnanlagen und den Westhafen, den größten Berliner Hafen, noch verstärkt. Die angrenzenden Ortsteile sind Wedding im Norden, Mitte im Osten, Tiergarten und Hansaviertel im Süden (alle im Bezirk Mitte), sowie Charlottenburg im Westen und Charlottenburg-Nord im Nordwesten (jeweils Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf). Dabei machen die Anteile der Landgrenzen etwa 5 Prozent aus, alle weiteren Grenzen werden von Wasserwegen gebildet.

Größte Grünfläche ist der – nach einem früheren Bezirksbürgermeister benannte – Fritz-Schloß-Park, der als Trümmerberg auf einem ehemaligen Exerzierplatz entstand. Kleinere Grünflächen sind der Kleine Tiergarten und der Ottopark, beide befinden sich genau zwischen der Turmstraße und der Straße Alt-Moabit.

Moabit ist in mehrere Ortslagen unterteilt, darunter den sternförmigen Stephankiez rund um den Stephanplatz in der Nähe des neuen Hauptbahnhofs, ein Gründerzeitviertel mit zu 90 Prozent erhaltener historischer Bausubstanz, und zukünftig die Europacity. Weitere Kieze sind der Beusselkiez, der Huttenkiez (auch Hutteninsel, da sie durch das Industriegebiet abgetrennt ist), das Westfälische Viertel (zwischen Stromstraße, Alt-Moabit, Gotzkowskystraße und Spree) und der Lehrter-Straßen-Kiez.

Stadtteilgarten

Name[Bearbeiten]

Die Herkunft des Namens Moabit ist umstritten. Sehr wahrscheinlich lässt sich die Bezeichnung auf die ersten Bewohner dieses Gebietes, die Hugenotten, zurückführen. Die französischen Glaubensflüchtlinge nannten ihren neuen Wohnsitz in Anlehnung an das Alte Testament terre de Moab, denn sie fanden hier ebenso Zuflucht wie die Israeliten nach dem Auszug aus Ägypten im Land der Moabiter, bevor ihnen der Einzug ins Land Kanaan gestattet wurde.

Laut einer anderen Quelle nannten die Franzosen den Ort wegen des sandigen Bodens spotthalber la terre maudite (verfluchtes Land) bzw. la terre de moabites.[1]

Möglich – wenn auch weniger wahrscheinlich – sind eine Herkunft vom slawischen Wort moch (Moos) oder einer verkürzten Aussprache des Wortes Moorgebiet (im Berlinischen Moorjebiet) oder auch die Ableitung aus der verkürzten Aussprache des Französischen mon habitat (mein Wohnort).

Geschichte[Bearbeiten]

Bis zur Verwaltungsreform im Jahr 2001 war Moabit ein Ortsteil im damaligen Bezirk Tiergarten.

Beginn der Besiedelung[Bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Moabit war ab dem 13. Jahrhundert als Große Stadtheide unter Berliner Verwaltung und diente als Viehweide. Im 15. Jahrhundert wurden die Ländereien westlich Berlins Eigentum der brandenburgischen Kurfürsten, die die wildreichen Wälder südlich der Spree zu ihrem Jagdgebiet, dem Tiergarten, machten. Dem Wachstum der Residenzstadt unter dem Großen Kurfürst Friedrich Wilhelm fielen Teile des Tiergartens zum Opfer, was durch die Erweiterung um den Kleinen Tiergarten nördlich der Spree kompensiert wurde. Das gesamte Jagdrevier wurde bis 1859 mit einem umlaufenden Wildgatter versehen.

Die Besiedelung des heutigen Moabit begann 1685 mit dem Bau des Staakensetzerhaus an der Westgrenze des Wildparks. 1698 überließ Kurfürst Friedrich III. den auf dem Areal des heutigen Humboldthafens liegenden Weinberg dem Hugenotten Menardié, der hier ein Gasthaus betrieb. Im Jahr 1717 siedelte König Friedrich Wilhelm I. zwischen der heutigen Straße Alt-Moabit und der Spree Hugenotten an. Die Glaubensflüchtlinge sollten hier Maulbeerbäume für die Seidenraupenzucht anpflanzen, was jedoch an der unzulänglichen Qualität der Böden scheiterte. So wurden die Grundstücke schon zehn Jahre später für andere, meist gärtnerische Zwecke verwendet und es entstanden hier die ersten Sommersitze Berliner Bürger.

In den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts begann auch die militärische Nutzung großer Teile des Gebiets von Moabit. Die königlichen Pulvermühlen westlich des Moabiter Weinbergs machten 1717 den Anfang und bis 1734 dehnten sich die militärischen Anlagen bis dicht an die Hugenotten-Kolonie aus. Die Bezeichnung Pulverwiesen für die Spreewiesen südlich der Militäranlagen hielt sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts. Das Militärgebiet wirkte wie ein Riegel und verhinderte eine direkte Verbindung zwischen Moabit und Berlin.

Im westlichen Teil des heutigen Moabit, der bis 1938 noch zu Charlottenburg gehörte, eröffnete 1735 ein Franzose eine Schenke. Der wegen seiner geringen Größe petit Martin oder berlinisch Martinicken genannte Wirt gab dem damals unbebauten Feld den Namen Martinickenfelde. Auf diesem Gebiet entwickelte sich später das Fabrikenviertel von Moabit.

Zwei Westfalen erhielten um 1769 Ländereien von Friedrich II. im Gebiet des heutigen Westfälischen Viertels von Moabit. Ihnen wurde auferlegt, die Brandenburger darin zu unterrichten, lebende Hecken nach westfälischer Art zur Einfriedung ihrer Höfe anzulegen. Die Westfalen errichteten auf ihren Anwesen Gaststätten, die sich steigender Beliebtheit bei der Stadtbevölkerung des ausgehenden 18. Jahrhunderts erfreuten. Moabit war damit zu dieser Zeit ein Naherholungsgebiet mit ländlichem Charakter.

Industrialisierung[Bearbeiten]

In einer ersten Expansionswelle wichen die Industriebetriebe, die in Berlin keine Grundstücke mehr fanden und deren Geruchs- und Lärmbelästigung in der gewachsenen Stadt nicht mehr geduldet wurde (Feuerland), in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Moabit aus. Dabei war die Lage an der Spree als Transportweg für Kohle, Rohmaterial und die Produkte entscheidend.

Bereits 1836 hatte die Maschinenbauanstalt der Königlichen Seehandlung ihre Erweiterung am Spreeufer östlich der Kirchstraße begonnen; 1850 wurde sie von Borsig als zweiter Moabiter Standort übernommen, 1898 geschlossen und abgerissen für den Bau von Mietskasernen. August Borsig selbst hatte 1847 den Bau eines Eisenwerks südlich der Straße Alt-Moabit bis zum Spreeufer etwa von der heutigen Elberfelder Straße bis zur Krefelder Straße begonnen, dies mehrfach erweitert und dort auch seine Villa Borsig errichtet.

Moabit wurde besonders im ausgehenden 19. Jahrhundert immer stärker bevölkert. 1861 kam es zur Eingemeindung nach Berlin, die besiedelte Fläche nahm zu und viele Großindustrien wurden durch den Neubau von Mietskasernen in den Wedding verdrängt. Die Großindustriellen rechneten sich aus, dass mit Miete mehr Geld zu verdienen sei als mit der Produktion von Gütern. Außerdem sind Mietwohnungen weniger von der wirtschaftlichen Lage abhängig, und bringen immer einen regelmäßigen Ertrag. So wurde aus dem ehemaligen Produktionsgebiet ein reines Arbeiter-Wohnviertel. Lediglich im Westen Moabits sind noch Industrieanlagen wie beispielsweise die berühmte AEG-Turbinenfabrik erhalten.

Alt-Berliner Eckkneipe in Moabit

Zur geistlichen Betreuung der überwiegend aus Schlesien stammenden katholischen Arbeiter der Moabiter Industriegebiete wurde im Jahr 1867 mit Unterstützung des Fabrikanten August Julius Albert Borsig, des Sohnes von August Borsig, das erste nachreformatorische Kloster Berlins gegründet, das Dominikanerkloster St. Paulus mit gleichnamiger Pfarrkirche. In den Jahren 1892/1893 wurde das heutige Kirchengebäude im Stil der Neogotik nach Plänen von Engelbert Seibertz an der Oldenburger Ecke Waldenserstraße errichtet. 1920 wurde Moabit Teil des neugebildeten Bezirks Tiergarten.

Arbeiterbewegung[Bearbeiten]

Große Teile von Moabit sind traditionelle Arbeiterwohnviertel; Teile davon hatten politisch aktive Bewohner, so beispielsweise der Rote Beusselkiez oder der benachbarte Rostocker Kiez, wo nach der „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 kommunistische Widerstandszellen aktiv waren.

Judenverfolgung[Bearbeiten]

Aus dem Gebiet des heutigen Moabit wurden zwischen 1941 und 1945 mehr als 1800 Juden deportiert. Die meisten von ihnen wurden in den Lagern von Auschwitz, Theresienstadt oder Minsk ermordet. Es wird geschätzt, dass etwa genauso viele Juden ihrer Deportation und Ermordung durch die Flucht ins Ausland entkamen.[2]

Militär und Bahn[Bearbeiten]

Das ehemalige ‚Pulvermühlenterrain‘ – ein sumpfiges Ödland, auf der in Sicherheitsabständen Pulverfabriken und Depots für Schießpulver angelegt waren – wurde nach 1850 mit Kasernen für Garderegimenter bebaut (Invalidenstraße, Rathenower, Perleberger, Lehrter Straße) und mit dem Spreebogen verbunden. In der Nähe wurden Wohnhäuser für die Offiziere gebaut. Teile des Geländes im Staatsbesitz gingen an die Justiz (Turmstraße), am Südrand wurden Bahnhöfe und der Packhof gebaut. Der Moabiter Werder blieb ein schwieriger Baugrund.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Ortsteils Moabit war trotz der Entwicklung Berlins lange Zeit nahezu unbewohnt. Selbst nachdem die Nutzung als Viehweide geendet hatte, wuchs die Einwohnerzahl nur langsam. Erst nach der Eingemeindung nach Berlin 1861 kam es dann zu einem raschen Anstieg. Vor dem Zweiten Weltkrieg zählte Moabit zu den äußerst dicht besiedelten Arbeitervierteln mit sehr dichter Bebauung. Durch die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges wurden etwa zwei Drittel der Gebäude zerstört, auf einen kompletten Wiederaufbau wurde zugunsten einer offeneren Bebauung verzichtet.

1716: 00Entstehung der Kolonie Moabit (‚Alt-Moabit‘)
1801: 00000120 Einwohner
1805: 00000201 Einwohner
1818: 00Entstehung von Neu-Moabit, Zusammenwachsen mit Alt-Moabit zu einer Industrievorortgemeinde
1835: 00000709 Einwohner
1861: 000 6.534 Einwohner, Eingemeindung nach Berlin
1871: 00 14.818 Einwohner
1880: 00 29.693 Einwohner
1910: 0 190.000 Einwohner[3]
2004: 00 74.631 Einwohner
2005: 00 68.908 Einwohner[4]
2006: 00 75.181 Einwohner
2007: 00 69.491 Einwohner[5]

Botschaft der Republik Usbekistan in der Perleberger Straße

Der Ortsteil hat 73.835 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2013) und ist damit der viertbevölkerungsreichste Ortsteil (von sechs) des Bezirks Mitte. Er hat ein Durchschnittsalter zwischen 38 und 40 Jahren.

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Moabit liegt bei 25,4 %, der Anteil der Bewohner mit Migrationshintergrund bei 44,4 %.[6]

Verkehr[Bearbeiten]

Moabit wird von der S-Bahn tangiert und der U-Bahn durchquert.

Im Norden verläuft der S-Bahnring mit den S-Bahn-Stationen Beusselstraße und Westhafen. Hier befand sich auch der Güterbahnhof Moabit. Zwischen 1941 und 1945 wurden über 30.000 Berliner Juden von der zur Sammelstelle umfunktionierten Synagoge in der Levetzowstraße durch die Moabiter Straßen zum Güterbahnhof Moabit an der Quitzowstraße getrieben. Von dort fuhren die Deportationszüge zu den Ghettos und Vernichtungslagern der Nationalsozialisten.

Im Süden schneidet die Stadtbahn mit der Station Hauptbahnhof den Ortsteil. Die U-Bahn-Linie U9 durchquert Moabit mittig in Nord-Süd-Richtung mit den Bahnhöfen Westhafen, Birkenstraße und Turmstraße. Zusätzlich verläuft der nördliche Abschnitt des Berliner Regional- und Fernbahnnetzes parallel zur S-Bahn mit Abzweigung zum Hauptbahnhof.

Im Zuge der besseren verkehrlichen Anbindung des neuen Hauptbahnhofs ist geplant, eine Linie der Straßenbahn bis zum U-Bahnhof Turmstraße zu verlängern.

Im Rahmen des sogenannten 200-Kilometer-Plans war eine Verlängerung der U-Bahnlinie 5 vom Alexanderplatz bis zum Bahnhof Jungfernheide und weiter bis zum Flughafen Tegel geplant. Diese Verlängerung sollte auch den U-Bahnhof Turmstraße mit Umsteigemöglichkeit zur U9 kreuzen. Hierfür wurde am U-Bahnhof Turmstraße bereits ein Zwischengeschoss erbaut, das inzwischen teilweise für einen zusätzlichen Ausgang zur südlichen Straßenseite der Turmstraße genutzt wird. Nach den derzeitigen Planungen wird die Verlängerung der U5 bis Jungfernheide bzw. Flughafen Tegel nicht mehr verfolgt. Stattdessen ist eine Verlängerung vom Alexanderplatz bis zum Hauptbahnhof in der konkreten Planung. Der Teilabschnitt vom Brandenburger Tor über den Platz der Republik bis zum Hauptbahnhof wurde am 8. August 2009 als Pendellinie U55 in Betrieb genommen.

Kunst und Kultur[Bearbeiten]

In Moabit befinden sich zahlreiche Möglichkeiten für Künstler, ihre Werke auszustellen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Seit 2006 finden einmal jährlich die Moabiter Kulturtage ‚Inselglück‘ statt, organisiert vom Kunstverein Tiergarten e. V., der auch die Galerie Nord betreibt. Auch die Kulturfabrik Moabit ist über Moabit hinaus bekannt: Hier finden zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, Konzerte und Lesungen statt. Im Sommer laufen im Freiluftkino der Kulturfabrik kostenlos aktuelle Filme und Klassiker.

Das Dodohaus hat sich zur Aufgabe gemacht, die Kunst im Kiez zu fördern. Das Afrikahaus ist ein Ort der Begegnungen mit wechselnden Ausstellungen und kulturellen Veranstaltungen. Der Kunst im öffentlichen Raum widmet sich das Projekt Kurt-Kurt, das seine Räume im Geburtshaus von Kurt Tucholsky in der Lübecker Straße hat.

Bauwerke[Bearbeiten]

Krankenhäuser[Bearbeiten]

Das Krankenhaus Moabit, das in der Turmstraße 21 jahrzehntelang weit über die Grenzen Moabits hinaus bekannt war, besteht inzwischen nicht mehr als Gesamtkrankenhaus. Nach der Schließung im Jahr 2001 sind dort zahlreiche Arztpraxen und eine Krankengymnastikschule eingezogen.

Schulen[Bearbeiten]

Miriam-Makeba-Grundschule
  • 1. Moabiter Grundschule, Paulstraße 28
  • James-Krüss-Grundschule, Siemensstraße 20, 3. Grundschule in Moabit
  • Anne-Frank-Grundschule, Paulstraße 20b (früher in der Turmstraße)
  • Miriam-Makeba-Grundschule, Zinzendorfstraße 15/16 (Zusammenschluss der Wartburg- mit der Gotzkowsky-Schule)
  • Katholische Schule Sankt Paulus, private Grundschule, Waldenserstraße 27
  • Kurt-Tucholsky-Grundschule, Rathenowerstraße 18
  • Carl-Bolle-Grundschule, Waldenserstraße 21
  • Gymnasium Tiergarten, Altonaer Straße 26 (Zusammenschluss der Heinrich-von-Kleist-Schule mit der Menzel-Oberschule)
  • Staatliche Technikerschule, Bochumer Straße 8b
  • Heinrich-von-Stephan-Oberschule, Neues Ufer 6
  • Moses-Mendelssohn-Oberschule, Stephanstraße 2
  • Oberstufenzentrum Banken und Versicherungen, Alt-Moabit 10
  • Hedwig-Dohm-Oberschule, Stephanstraße 27

Bibliotheken[Bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten]

Gefängnis JVA Moabit
Umspannwerk in der Wilhelmshavener Straße 7 von Franz Schwechten und O. Springmann
Gedenktafel am Tucholsky-Geburtshaus

Wirtschafts-, Verkehrs- und sonstige Gebäude[Bearbeiten]

Wohnbauten[Bearbeiten]

Plätze[Bearbeiten]

Im Jahr 1880 wurde der Stephanplatz als Mittelpunkt des Stephankiezes angelegt. In den umgebenden Straßen befinden sich viele Häuser aus der Gründerzeit mit reich dekorierten Stuckfassaden aus den Jahren von 1880 bis 1890, die inzwischen fast alle restauriert worden sind. Als auffällige Fassadenelemente dienen Fensterbrüstungen, die mit Terrakotta geschmückt sind, die Ziegel teilweise glasiert.

Auf dem Platz befindet sich ein Spielplatz mit Fußballfeld und Skateranlage, außerdem sind Sitzmöglichkeiten vorhanden. Hier hat auch der Stadtteilladen des Vereins BürSTE (Bürger für den Stephankiez in Mitte) seinen Sitz.

Paech-Brunnen an der Stephanstraße

Ebenfalls auf dem Stephanplatz befindet sich ein ‚Cafe Achteck‘: Auf einem achteckigen Grundriss wurde hier im Jahr 1899 eine Bedürfnisanstalt aufgestellt. Die Außenwände bestehen aus grün gestrichenen und ornamental verzierten Gusseisenwänden, die zwischen gusseisernen Pfosten eingespannt sind. Auf der Oberseite ist eine Fensterreihe mit verglasten und kreuzförmig vergitterten Öffnungen eingebaut. Als Dachkrönung dient eine achtseitige Lüftungshaube. Die drei Bedürfnisstände sind durch Schieferplatten getrennt und haben Rinnen im Boden. Der Eingang ist durch eine dreiseitige Schutzwand verdeckt. Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch die Einrichtung öffentlicher Bedürfnisanstalten eine deutliche Verbesserung der hygienischen Verhältnisse erzielt. Heute dient das Café Achteck als berlintypisches Fotomotiv.

Denkmäler[Bearbeiten]

Gewässer im Ortsteil[Bearbeiten]

Söhne und Töchter Moabits[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Über Berlin hinaus ist Moabit durch die Justizvollzugsanstalt und das größte Kriminalgericht Europas bekannt, weswegen Moabit mitunter als Synonym für das Gefängnis verwendet wird:[7]

„Er sitzt in Moabit ein“

bedeutet
„Er ist Insasse der Untersuchungshaftanstalt Moabit“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • H. Engel, St. Jersch-Wenzel, W. Treue (Hrsg.): Tiergarten. Teil 2. Moabit. Nicolai, Berlin 1987, ISBN 3-87584-221-9 (Geschichtslandschaft Berlin – Orte und Ereignisse. Band 3).
  • Olaf Saeger: Moabiter Details – Schatten im Paradies. Weidler, Berlin 1995, ISBN 3-925191-59-3.
  • Jürgen Karwelat: Insel Moabit. Eine Dreiviertel-Rundfahrt mit dem Schiff. Berliner Geschichtswerkstatt, Berlin 1986, ISBN 3-925702-06-7.
  • W. Oehlert: Moabiter Chronik. Festgabe zur Feier der fünfzigjährigen Zugehörigkeit des Stadtteils Moabit zu Berlin. Berlin 1910, Neuauflage 2011, ISBN 978-3-86541-441-0
  • Olaf Schnur: Lokales Sozialkapital für die „soziale“ Stadt. Politische Geographien sozialer Quartiersentwicklung am Beispiel Berlin-Moabit. Opladen 2003. ISBN 978-3-8100-3846-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Moabit – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Namensentstehung laut: von Valentin Heinrich Schmidt, Valentin Friedrich Schnakenburg: Beschreibung der königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam, Band 1, S. 58
  2. Sie waren Nachbarn. Website mit Schicksalen von Juden aus Moabit
  3. Ortsteil Moabit: Zentrum von Industrie, Recht und Politik
  4. Die Bevölkerung des Bezirks Mitte
  5. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (PDF; 149 kB)
  6. Melderechtlich registrierte Einwohner im Land Berlin am 30. Juni 2011 (PDF; 2,7 MB)
  7. Beispiel aus der Berliner Morgenpost