Erythrophobie

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Klassifikation nach ICD-10
F40.2 Spezifische (isolierte) Phobien
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Unter Erythrophobie versteht man die Angst vor dem Erröten, die laut ICD-10 eine spezifische Phobie (F40.2) darstellt.

Überblick[Bearbeiten]

Bei sozialen Phobien (einer anderen Gruppe phobischer Störungen) wird das Symptom des Errötens allerdings oft – ebenso wie andere Beschwerden, etwa Übelkeit, Zittern, Harndrang u. a. – von den Betroffenen fälschlicherweise als das primäre Moment der Störung gesehen.

Die eigentliche Erythrophobie ist somit anderen spezifischen (isolierten) Phobien, wie zum Beispiel Höhen- oder Spinnenangst, gleichzusetzen. Ebenso wie bei diesen Ängsten werden allerdings auch hier alle Situationen vermieden, bei denen die entsprechende Gefahr, hier die des Errötens, droht. Betroffene leiden unter Erwartungsangst, beobachten sich in sozialen Situationen ständig. Tritt das Erröten auf, konzentrieren sie sich nur noch auf das Erröten, wie stark es ist, und ob andere es erkennen. Sie haben Angst, von anderen als Versager bewertet zu werden.

Im Grunde genommen ist nicht das Erröten das Problem, sondern die Angst vor dem Erröten.

Therapieansätze[Bearbeiten]

Entspannungsverfahren. Im Rahmen einer Verhaltenstherapie können kognitive und verhaltensnahe Strategien zum offensiven Umgang mit dem geröteten Gesicht vermittelt werden, die die Angst vor dem Erröten (und somit das Erröten selbst) abbauen. Eine Sympathektomie kann als Ultima Ratio durchgeführt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Carsten Dieme: „Angst vorm Erröten? Erythrophobie: Hintergründe, Auswege und Erfolgsberichte Betroffener“, Stillwasser 2004, ISBN 3-980869-61-X
  • Doris Wolf: „Keine Angst vor dem Erröten. Psychologische Strategien zur Selbsthilfe“, PAL Verlag 2005 3. Auflage, ISBN 3-923614-59-4


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