Esch-Sauer

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Esch-Sauer
Wappen Karte
Wappen von Esch-Sauer Lage von Esch-Sauer im Großherzogtum Luxemburg
Basisdaten
Esch an der Sauer mit Kirche und Burg
Esch an der Sauer mit Kirche und Burg
Staat: Luxemburg
Koordinaten: 49° 55′ N, 5° 56′ O49.9110027777785.9346722222222Koordinaten: 49° 54′ 40″ N, 5° 56′ 5″ O
Distrikt: Diekirch
Kanton: Wiltz
Einwohner: 2435 (1. Januar 2014)[1]
Fläche: 6,76 km²
Bevölkerungsdichte: 360,2 Einw./km²
Gemeindenummer: 00005002
Website: www.esch-sur-sure.lu
Politik
Bürgermeister: Gilles Kintzele
Wahlsystem: Majorzwahl

Esch-Sauer (luxemburgisch auch Esch am Lach, französisch Esch-sur-Sûre) ist eine Gemeinde im Großherzogtum Luxemburg und gehört zum Kanton Wiltz.

Zusammensetzung[Bearbeiten]

Der Gemeinde gehören folgende Orte an:

  • Bonnal (frz. Bonnal, lux. Bommel),
  • Burgfrid (frz. Bourgfried, lux. Burfelt oder Buergfrid),
  • Dirbach (frz. Dirbach, lux. Dierbech),
  • Eschdorf (frz. Eschdorf, lux. Eschduerf),
  • Esch-Sauer (frz. Esch-sur-Sûre, lux. Esch-Sauer),
  • Heiderscheid (frz. Heiderscheid, lux. Heischent),
  • Heiderscheidergrund (frz. Heiderscheidergrund, lux. Heischtergronn),
  • Hierheck (frz. Hierheck, lux. Hierheck),
  • Insenborn (frz. Insenborn, lux. Ënsber),
  • Lultzhausen (frz. Lultzhausen, lux. Lëlz),
  • Merscheid (frz. Merscheid, lux. Merscheet),
  • Neunhausen (frz. Neunhausen, lux. Néngsen),
  • Ringel (frz. Ringel, lux. Réngel),
  • Tadler (frz. Tadler, lux. Toodler).

Das Rathaus befindet sich in Esch. Die Gemeinde ist Mitglied in folgenden Kommunalverbänden: DEA, Naturpark Oewersauer, SIDEC, SIDEN, SIGI und SYVICOL.[2]

Staumauer des Lac de la Haute Sûre

Der Ort liegt unterhalb einer Burgruine an der Sauer in der im nördlichen Luxemburg gelegenen Landschaft Ösling (Luxemburger Ardennen). Westlich des Ortes liegt der Stausee Lac de la Haute Sûre, durch den die Sauer fließt. Sowohl der See als auch die Gemeinde gehören zum Naturpark Obersauer, einem Anziehungspunkt für Touristen und Badegäste. Der Stausee kann zum Segeln, Kanufahren, Schwimmen und Angeln genutzt werden; Motorbootfahrten sind verboten. Rund um den See werden Naturschutzprogramme für Fauna und Flora umgesetzt.

Wappen[Bearbeiten]

Im gevierten Wappen wechseln ein grüner Baum mit neun goldenen Früchten, hinter dem ein schwarzer, rot gezungter Eber läuft mit fünf roten Balken.

Geschichte[Bearbeiten]

Esch-Sauer und seine Umgebung blicken auf mehr als fünftausend Jahre Geschichte zurück. In den Jahren 773/774 wird die ehemalige Stadt im Zusammenhang mit der Schenkung von Teilen der „Villa Hesc“ an das Kloster Echternach im „Liber aureus Epternacensis“ (fol. 78) erwähnt. Es handelt sich hierbei um die Besitzungen eines gewissen Nebelungus:

„Ego in Dei nomine Nebelungus pro Dei intuitu et pro remedio anime mee ad ecclesiam sancti Willibrordi dono res meas in villa que vocatur Hesc, quicuid ibidem visus sum habere, id est mansos IIII cum omnibus suis appandiciis, id est tam terris, casis, campis, pratis, pascuis, silvis, aquis aquarumve decursibus, mancipiis. Si quis vero de heredibus meis qui hanc donationem infringere voluerit, iram Dei incurrat. Actum anno III regnante Karolo rege.“

Hieraus rührt vermutlich auch der Namen von Esch. Mit Erbauung der Burg „Asko“ (927) war Esch-Sauer seit dem frühesten Mittelalter ein ummauerter zentraler Ort mit Stadtrecht und einer dazugehörenden Grafschaft im Ardennergau.

Zweiter Weltkrieg

Bis zu Beginn des Zweiten Weltkrieges gehörte Esch-Sauer zum Distrikt Diekirch im damaligen Großherzogtum Luxemburg. Am 10. Mai 1940, zu Beginn des deutschen Westfeldzuges, wurde es aber zusammen mit dem gesamten Distrikt von der Wehrmacht besetzt und unterstand von da an deutscher Militärverwaltung. Ab dem 1. Dezember 1940 wurde Esch-sur-Sûre in den neu geschaffenen Landkreis Diekirch eingegliedert. Im September 1944 haben US-amerikanische Truppen die deutsche Besetzung beendet.

Tourismus – Naturtourismus[Bearbeiten]

Die Gegend um Esch ist geprägt von einer bewaldeten Hügellandschaft, vorherrschende Gesteine sind Schiefer und Quarzit. Markenzeichen der Gegend sind umfangreiche Schieferfelswände, häufig durch geologische Verwerfungen aufgeschichtet.

Herzstück des 1999 offiziell eröffneten Naturpark Obersauer ist das Naturparkzentrum[3], das sich in einer zweihundert Jahre alten, ehemaligen Tuchfabrik befindet. Eine Ausstellung mit Maschinen, die teilweise aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts stammen, zeigt den Vorgang der Tuchherstellung von der Rohwolle bis hin zur fertigen Ware. Mit der Produktion von Stoffbezügen und Kleidungsstücken wird das handwerkliche Erbe der Region auch heute noch wachgehalten.

Es werden verschiedene Lehrwanderwege angeboten. Außerdem gibt es auch Informationen über die nationalen Wanderwege sowie das Freizeit- und Übernachtungsangebot.

Eine besondere Attraktion ist die Fahrt mit dem Solarboot.[4]

Bilder[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. STATEC Luxembourg – Population par canton et commune 1821–2014 (franz.)
  2. Annuaire des communes: Esch-sur-Sûre (PDF-Datei; 22 kB), Syvicol.
  3. Naturpark Zentrum.
  4. Solarboot um Séi.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Esch-Sauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien