Euarchontoglires

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Euarchontoglires
Systematik
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Theria
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Euarchontoglires
Wissenschaftlicher Name
Euarchontoglires
Ordnungen

Die Euarchontoglires (eine synonyme Bezeichnung ist Supraprimates) sind eine aufgrund molekulargenetischer Untersuchungen festgelegte Überordnung innerhalb der Unterklasse der höheren Säugetiere. Der Name, für den es bis jetzt noch keine deutsche Entsprechung gibt, ist eine Neuschöpfung aus Glires (Nager), einer Gruppe, welche die beiden Ordnungen der Nagetiere (Rodentia) und Hasenartigen (Lagomorpha) umfasst, und Euarchonta, einer Gruppe aus Spitzhörnchen (Scandentia), Primaten (Primates) und Riesengleitern (Dermoptera).

In der späten Kreidezeit haben sich die Euarchontoglires in Eurasien, auf das sie zunächst beschränkt blieben, von ihrer Schwestergruppe, den Laurasiatheria, getrennt (die gemeinsame Klade heißt Boreoeutheria). Bald darauf erfolgte dann die Aufspaltung in die Gruppen der Euarchonta und Glires.[1]

Kladogramm[Bearbeiten]

Das folgende Kladogramm zeigt die Zeitspannen bei der Aufspaltung der Euarchontoglires für folgende Taxa:[2]

Euarchontoglires.png

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Westheide und R. Rieger: Spezielle Zoologie. Teil 2: Wirbel- oder Schädeltiere. Spektrum Akademischer Verlag, München 2004. ISBN 3-8274-0307-3
  • Jan Ole Kriegs, Gennady Churakov, Martin Kiefmann, Ursula Jordan, Juergen Brosius, Juergen Schmitz: Retroposed Elements as Archives for the Evolutionary History of Placental Mammals. PLoS Biology 4 (4), 2006, S. 537–544; (Volltext pdf)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jan E. Janečka, Webb Miller, Thomas H. Pringle, Frank Wiens, Annette Zitzmann, Kristofer M. Helgen, Mark S. Springer und William J. Murphy: Molecular and Genomic Data Identify the Closest Living Relative of Primates. Science, Band 318, 2007, S. 792–794, doi:10.1126/science.1147555
  2. Jan E. Janečka et al.: Molecular and Genomic Data Identify the Closest Living Relative of Primates. Science, Band 318, 2007, S. 793