Gregor A. Gregorius

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Gregor A. Gregorius (* 11. März 1888[1] in Leipzig oder 1890[2] in Riesa; † 5. Januar 1964 in Berlin, mit bürgerlichem Namen Eugen Grosche) war ein deutscher Buchhändler, Schriftsteller und Okkultist. Gregorius war Gründer der Fraternitas Saturni.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Eugen Grosche wurde in eine ärmliche Familie geboren und konnte deswegen die Realschule nicht abschließen. Nach dem Schulabbruch zog er nach Berlin und wurde dort Buchhändler und Herausgeber mehrerer Fachzeitschriften. Nach dem Ersten Weltkrieg, bei dem er als Sanitätsoffizier gedient hatte, wurde er Kulturkommissar der USPD. 1920, nach dem Kapp-Putsch, wurde Eugen Grosche verhaftet, aber bei der Gerichtsverhandlung freigesprochen.

Heinrich Tränker, einer der damaligen Sekretäre der Internationalen Theosophischen Verbrüderung, beauftragte Eugen Grosche unter dem Pseudonym Gregor A. Gregorius in Berlin die Pansophische Loge zu gründen. 1924 wurde Gregor A. Gregorius durch Tränker in den 5. Grad des Ordo Templi Orientis initiiert, und von Aleister Crowley in diesem Rang bestätigt. Als sich Aleister Crowley im Jahre 1925 zum Weltheiland ausrufen ließ, kam es zur Spaltung der Pansophischen Gesellschaft und Gregor A. Gregorius gründete 1926 die Fraternitas Saturni, die erste thelemische Organisation, die von Crowley und dem Ordo Templi Orientis unabhängig war.

Während der Weltwirtschaftskrise musste Gregorius seine Buchhandlung aufgeben. Seine Bibliothek wurde von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und Gregorius musste 1936 in die Schweiz fliehen. Im Jahre 1938 zog er nach Italien, von wo er 1940 nach Deutschland deportiert wurde und ein Jahr in politischer Schutzhaft gefangen gehalten wurde. Durch Beziehung zu einem Mitglied des Sicherheitsdienstes kam er auf freiem Fuß, durfte aber nicht publizieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg trat er der KPD bei und wurde in der Sowjetischen Besatzungszone Stadtrat für Kultur-, Schul- und Museumswesen. Aufgrund seiner esoterischen Ansicht wurde er unter Druck gesetzt und floh im Jahre 1950 nach Westberlin, wo er wieder eine Buchhandlung eröffnete. Dort baute er die Fraternitas Saturni wieder auf und wurde Herausgeber der öffentlich erhältlichen Monatszeitschrift Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst, welche zu einer der umfangreichsten okkulten Zeitschriften wurde, und der Fraternitas Saturni viele Neumitglieder zuführte. Im Jahre 1960 veröffentlichte Gregorius den Roman Exorial, der heute unter Sammlern sehr gesucht ist.

Gregor A. Gregorius blieb bis zu seinem Tod im Jahre 1964 Leiter der Fraternitas Saturni.

Werke[Bearbeiten]

  • Exorial, Selbstverlag 1960.
  • Satanische Magie. Richard Schikowski, Berlin 1983, ISBN 3877020577.
  • Logenschulvorträge. Esoterischer Verlag, Bürstadt 2006.
  • Geheimnisse der Sexualmagie. Esoterischer Verlag, Bürstadt 2007.
  • Magische Einweihung. Esoterischer Verlag, Bürstadt 2007.
  • Die magische Erweckung der Chakra. Esoterischer Verlag, Bürstadt 2005.
  • Magische Briefe. Richard Schikowski, Berlin.
  • Sympathiemagie. Richard Schikowski, Berlin.
  • Pendelmagie. Richard Schikowski, Berlin.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Alexander Popiol & Raimund Schrader Gregor A. Gregorius - Mystiker des dunklen Lichts. Esoterischer Verlag, Bürstadt 2007, ISBN 3932928407. Das Geburtsdatum ist umstritten. Das Buch zeigt ein Foto von Grosches Grabstein, auf dem das Geburtsjahr 1888 steht.
  2. Sonderdruck I: Saturnarbeiter - Altgroßmeister .:Immanuel:., Frank Jaspers Verlag, Dietzhölztal 2004, ISBN 3-937833-05-6.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Popiol, Raimund Schrader: Gregor A. Gregorius. Mystiker des dunklen Lichts. Esoterischer Verlag, Bürstadt 2007, ISBN 978-3-932928-40-6.
  • John Michael Greer: Enzyklopädie der Geheimlehren. Für den deutschen Sprachraum bearbeitet und ergänzt von Frater V. D. Ansata Verlag, München 2005, ISBN 3-7787-7270-8.
  • Stephen Flowers: Feuer & Eis. Die magischen Lehren des deutschen Geheimordens Fraternitas Saturni. Ins Deutsche übertragen und mit einem Prolog versehen von Michael De Witt. Edition Ananael, Wien 1993, ISBN 3-901134-03-4.

Weblinks[Bearbeiten]