Exobiologie

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Die Exobiologie (aus griechisch exo ‚außer, außen‘ und Biologie) ist eine interdisziplinäre Naturwissenschaft, welche die Möglichkeit der Entstehung und Existenz von außerirdischem Leben erforscht und sich mit der allgemeinen Frage von Leben im All beschäftigt (siehe auch: Panspermie).

Allgemeines[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Exobiologie wurde vor allem in der Frühzeit der Raumfahrt für den heute als Astrobiologie bezeichneten Begriff verwendet, wird heute aber nur noch für einen Teilbereich der Astrobiologie verwendet.[1] Sie wurde von dem Biologen Joshua Lederberg in den 1960er Jahren geprägt und wird oft von einem biologischen Standpunkt aus benutzt.[2] Die ESA benutzt diese Bezeichnung bevorzugt, und auch die NASA betreibt ein Exobiologie-Programm.[3] Eine weitere Bezeichnung, Kosmobiologie, stammt von dem Physiker John Desmond Bernal, wird aber selten benutzt.

Nach Untersteiner (2006) ist die Exobiologie jener interdisziplinäre Wissenschaftszweig, der den Ursprung, die Verbreitung und die Evolution des Lebens im Universum untersucht. Das NASA Astrobiology Institute (NAI) definiert Exobiologie schlicht als „das Studium des lebenden Universums“. Damit schließt dieser Wissenschaftsbereich auch Fragen zur weiteren Evolution des irdischen Lebens und seiner möglichen Verbreitung im Universum mit ein.

Die Exobiologie versucht auf drei Arten Leben außerhalb der Erde nachzuweisen.

  1. Direkte Suche innerhalb des Sonnensystems, und möglicherweise Transport einer Probe zur Erde, durch Raumsonden.
  2. Suche nach Biosignaturen auf Exoplaneten durch astronomische Beobachtungsmethoden. Es gibt mehrere indirekte Methoden, um auf Leben schließen zu können. So wird angenommen, dass bestimmte Molekülverbindungen nur durch Leben dauerhaft erzeugt werden können. Würde man also zum Beispiel im Lichtspektrum (Absorptionsspektrum) eines fernen Planeten solche Moleküle finden, wäre das ein starkes Indiz für Leben.
  3. Suche nach Zeichen außerirdischer Technik, wie Signale oder Artefakte. Ein eindeutiges Zeichen für intelligentes extraterrestrisches Leben wären z. B. Signale außerirdischer Zivilisationen, wie man sie mit SETI-Projekten[4] zu finden versucht. Bisher ist diesen Projekten allerdings noch kein Erfolg beschieden, auch wenn angenommen wird, dass es hunderte Zivilisationen allein in unserer Galaxie, der Milchstraße geben könnte. Diese Zahl wurde mit Hilfe der Drake-Gleichung ermittelt und unterliegt starken Schwankungen je nach den getroffenen Annahmen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

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  • Hubert Untersteiner: Exobiologie – Wissenschaft vom Leben im All. edition nove, 2006, ISBN 3-902546-42-5.
  • Fred Adams: Leben im Universum. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2006, ISBN 3-423-34282-X.
  • Claude R. Canizares: Evaluating the biological potential in samples returned from planetary satellites and small solar system bodies – framework for decision making. National Academy Pr., Washington 1998, ISBN 0-309-06136-9 (online)
  • Pascual Jordan: Diskussionsbemerkungen zur exobiologischen Hypothese. Steiner, Wiesbaden 1971
  • L. R. Magnolia, S. A. Gogin, J. A. Turley: Exobiology: A Bibliography. Issue 52 of Research Bibliography, STL Technical Library, TRW Space Technology Laboratories (1964)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. About Astrobiology. NASA, 26. September 2014, abgerufen am 10. Oktober 2014 (englisch).
  2. Joshua Lederberg: Signs of Life – Criterion System of Exobiology. (PDF; 1,13 MB), Nature 207, 4492, 3. Juli 1965, S. 9–13. Abgerufen am 13. Dezember 2010.
  3. NASA’s Exobiology and Evolutionary Biology Program. Bei: astrobiology.nasa.gov. Abgerufen am 28. August 2013.
  4.  J. Tarter: The Search for Extraterrestrial Intelligence (SETI). In: Annual Review of Astronomy and Astrophysics. 39, 2001, S. 511–548 (online).