Fährverbindung Gravesend–Tilbury

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Schiff MV Duchess vor dem Kraftwerk von Tilbury

Die Fährverbindung Gravesend–Tilbury ist eine Fährverbindung für den Personenverkehr im Mündungsbereich der Themse östlich von London. Sie verbindet Gravesend in Kent auf der Südseite mit Tilbury in Essex auf der Nordseite und verkehrt montags bis samstags alle 30 Minuten von etwa 6:00 Uhr bis 19:00 Uhr. Betreibergesellschaft ist die Lower Thames & Medway Passenger Boat Company. Subventioniert wird der Betrieb von der Grafschaftsverwaltung Kent und der Stadtverwaltung von Thurrock, zu der Tilbury gehört.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt Gravesend erwarb 1694 das Recht, eine Fähre nach Tilbury zu betreiben. Zur selben Zeit erhielt der Gouverneur von Tilbury Fort dasselbe Recht für den Betrieb in entgegengesetzter Richtung. Es kamen Segelschiffe und Ruderboote zum Einsatz, bis diese 1855 durch Dampfschiffe ersetzt wurden. 1852 war der London, Tilbury and Southend Railway (LTS) erlaubt worden, ebenfalls eine Fähre zu betrieben, jedoch nur für die eigenen Bahnfahrgäste. 1862 kaufte die LTS die beiden anderen Fährbetriebe und legte diese still.

1912 ging die LTS in der Midland Railway auf, diese wiederum 1923 von der London, Midland and Scottish Railway (LMS) übernommen. Die LMS setzte ab 1924 bzw. 1927 zwei Autofähren ein. British Rail, das 1948 an die Stelle der LMS trat, gab den Automobilfährverkehr 1964 (ein Jahr nach Eröffnung des Dartford-Tunnels) auf und beschränkte sich auf den Personenverkehr.

1979 wurde der Fährverkehr privatisiert und zunächst von Sealink durchgeführt. Diese Gesellschaft kam 1984 in den Besitz von Sea Containers und wurde 1990 von der Stena Line übernommen. Bereits ein Jahr später stieß die Stena Line diese Beteiligung an die White Horse Ferries ab. Letztere ging 2000 in Konkurs, seither ist die Fährverbindung im Besitz der öffentlich-rechtlichen Lower Thames & Medway Passenger Boat Company.

Weblinks[Bearbeiten]