FFV AT 4

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Dieser Artikel behandelt die schwedische Panzerabwehrwaffe AT-4, für die sowjetische, siehe AT-4 Spigot
Soldat der US Army (25th ID) mit Panzerbüchse FFV AT-4
US-Soldat weist einen Bundeswehrsoldaten in der Handhabung der FFV AT-4 ein

Die FFV AT 4 ist eine Panzerabwehrhandwaffe des staatlichen schwedischen Waffenherstellers Förenade Fabriksverken (FFV) in Eskilstuna. Die Firma ist mittlerweile in der Firma Saab Bofors Dynamics aufgegangen. Die Waffe wird für die US-Armee bei Alliant Techsystems of Minnetonka (MN) als M136 AT-4 produziert.

Die Bezeichnung AT-4 kommt von einem Wortspiel mit dem Kaliber 84 Millimeter, auf Englisch eighty-four („AT=eighty“), kann aber auch als Anti-Tank interpretiert werden.

Bei der FFV AT 4 handelt es sich wie bei der FFV Carl Gustaf um eine reaktive Panzerbüchse zur Panzerbekämpfung im Kaliber 84 mm. Die ab 1976 entwickelte und 6,7  kg schwere AT-4 ist jedoch nur zur einmaligen Benutzung gedacht und kann nicht nachgeladen werden. Mit den ab 1985 ausgelieferten Waffen sollte die FFV Miniman bei der schwedischen Armee abgelöst werden. Der Gesamtbedarf soll bei 450.000 Stück gelegen haben.

Bei Vorführungen zeigte der Hersteller, dass man die Waffe auch über Zugdrähte zünden und so als Fahrzeug-/Panzermine einsetzen kann.

Mit einer normalen AT4 aus einem geschlossenen Raum zu feuern, kann durch die heißen austretenden Gase gefährlich sein. Wenn innerhalb von 15 Metern hinter dem feuernden Soldaten eine Wand oder ein anderes festes Objekt steht, kann außerdem die Rückstoßflamme zum Soldaten zurückschlagen. Aus diesem Grund wurde speziell für den Häuserkampf die Version AT 4 CS (Confined Spaces) entwickelt. Diese benutzt eine Gegenmasse aus Salzwasser, um die Rückstoßflamme zu dämpfen. Die Kosten für eine AT-4 CS lagen im Jahr 2004 bei 2700 US-Dollar.

Technik und Aufbau[Bearbeiten]

Die 1020 mm lange Waffe besteht aus einem Glasfaserrohr mit einer Abgasdüse aus Aluminium. Im Rohr befindet sich die 1,8 kg schwere Granate mit der Treibladung. Ansonsten besteht die Waffe nur noch aus einer klappbaren Schulterstütze, einem einfachen Visier und der Abzugseinrichtung. Zumindest bei der US-Version kann jedoch ein Zielfernrohr oder eine andere optische Zielhilfe, beispielsweise ein Restlichtverstärker, montiert werden.

Die Durchschlagsleistung des Gefechtskopfes soll bei mehr als 420 mm RHA liegen. Der Hersteller hebt zudem die Waffenwirkung nach Durchschlagen einer Panzerung, also innerhalb von Fahrzeugen oder Gebäuden, hervor.

Technische Daten[Bearbeiten]

(Angaben nach FAS.org[1] und Inetres.com[2])

  • Länge: 1.020 mm
  • Gesamtgewicht: 6,7 kg
  • Kaliber: 84 mm
  • Länge der Granate: 440 mm
  • Gewicht des Geschosses: 1,8 kg
  • Gewicht der Hohlladung: 0,44 kg
  • Mündungsgeschwindigkeit: 285 Meter pro Sekunde
  • Durchschlagsleistung: über 356 mm RHA
  • Mindestschussentfernung: 10 m
  • Maximale effektive Reichweite: 300 m
  • Gesamtreichweite: 2.100 m
  • Optisches Visier mit 50-m-Einteilung

Nutzer[Bearbeiten]

Zu den Nutzern gehören Argentinien, Bosnien, Brasilien, Chile, Dänemark als PVV M/95 (Panserværnsvåben Model 1995), Estland, Frankreich als ABL (Anti Blindé Léger), Griechenland, Irak, Irland als SRAAW (Short Range Anti Armour Weapon), Kolumbien, Lettland, Litauen, Libanon, Malaysia, Niederlande, Taiwan, Schweden als Pansarskott M/86, Großbritannien als L2A1 (ILAW), USA als M136 AT4 und Venezuela

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: FFV AT 4 – Sammlung von Bildern
  • http://world.guns.ru/grenade/gl11-e.htm world.guns.ru (Achtung: Bitte diese Website nicht aufrufen, da sie gefährliche Software verbreitet!)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Technische Daten der AT-4 auf FAS.org (engl., abgerufen am 7. Januar 2009)
  2. Inetres.com mit Technische Daten der AT-4 (engl., abgerufen am 7. Januar 2009)