Farrapen-Revolution

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Aufständische Kavallerie während der Farrapen-Revolution
General Antônio de Sousa Neto
Flagge der Republik Piratini

Die Farrapen-Revolution war ein militärisch ausgetragener Konflikt zwischen Aufständischen der südbrasilianischen Provinz Rio Grande do Sul und dem Kaiserreich Brasilien. Der Krieg fand vom 19. September 1835 bis zum 1. März 1845 statt.

Gründe für den Aufstand waren wirtschaftliche Gegensätze zwischen Rio Grande do Sul und dem Rest Brasiliens. Hauptprodukt des Staates war Charque, gesalzenes Trockenfleisch, das mit hohen Binnenzöllen belegt war, während Charque aus Uruguay und Argentinien zollfrei importiert werden konnte.

Am 20. September 1835 eroberte Bento Gonçalves da Silva die Hauptstadt Porto Alegre und begann damit einen Aufstand gegen die als ungerecht empfundene Handelspolitik der Zentralregierung. Der Präsident Rio Grande do Suls, Antonio Rodrigues Braga, floh in das südlich gelegene Rio Grande, während die Aufständischen Marciano Pereira Ribeiro zu ihrem neuen Präsidenten wählten. Der Regent Diogo Feijó ernannte einen neuen Präsidenten, der sein Amt in Rio Grande antreten musste. General Antônio de Sousa Neto erklärte am 11. September 1836 die Unabhängigkeit Rio Grande do Suls als Republik Piratini mit Gonçalves da Silva als nominiertem Präsidenten. Gonçalves da Silva wurde von kaiserlichen Truppen gefangen genommen, konnte aber 1837 fliehen. Am 15. Mai 1836 fiel Porto Alegre wieder in die Hände der Zentralregierung und konnte von den Aufständischen nicht mehr zurückerobert werden.

1839 stieß Giuseppe Garibaldi – er sollte hierbei seine Frau Anita kennenlernen – zu den Separatisten und der Aufstand weitete sich auf die nördlich gelegene Provinz Santa Catarina aus, deren Hauptstadt Laguna eingenommen und die kurzlebige Republik Juliana ausgerufen wurde. Laguna fiel bereits vier Monate später wieder in die Hände der Zentralregierung. 1842 verabschiedeten die Separatisten eine liberale Verfassung. Im selben Jahr wurde Luís Alves de Lima e Silva zum Präsidenten Rio Grande do Suls und Oberbefehlshaber der mit der Niederschlagung des Aufstands beauftragten Truppen ernannt. Ihm gelang es eine Verhandlungslösung zu finden.

Am 1. März 1845 unterzeichneten beide Parteien in Dom Pedrito den Vertrag von Ponche Verde. In ihm wurde den Separatisten eine Amnestie, Übernahme in die kaiserliche Armee, Tilgung der Schulden der Republik Piratini und ein 25-prozentiger Zoll auf importierten Charque zugesagt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Farrapen-Revolution – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien