Feld-Beifuß

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Feld-Beifuß
Artemisia campestris Sturm34.jpg

Feld-Beifuß (Artemisia campestris)

Systematik
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Untertribus: Artemisiinae
Gattung: Artemisia
Art: Feld-Beifuß
Wissenschaftlicher Name
Artemisia campestris
L.

Der Feld-Beifuß (Artemisia campestris) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Feld-Beifuß ist eine ausdauernde Pflanze mit einem stark verholzten Wurzelstock, der viele sterile Blattrosetten sowie Blütenstängel bildet. Die Pflanzen erreichen Wuchshöhen von (10 bis) 20 bis 80 (bis 150) Zentimeter. Sie sind niederliegend bis aufsteigend. Die Stängel sind kahl oder filzig bis seidig behaart und fast geruchlos.

Zur Blüte welken die Blätter noch nicht. Die gestielten Grundblätter sind zwei- bis dreifach unregelmäßig fiederteilig mit 1 Millimeter breiten, lang stachelspitzigen Zipfeln. Die unteren Stängelblätter haben einen am Grund geöhrten Stiel und sind zwei- bis dreifach fiederteilig. Die oberen Stängelblätter sind sitzend und teilweise ungeteilt. Junge Laubblätter sind seidig behaart, werden später aber kahl.

Der Gesamtblütenstand ist locker und sparrig mit häufig einseitswendig angeordneten, kurz gestielten, aufrechten oder abstehenden und nur selten nickenden Blütenkörben. Die Körbe sind 2 bis 3 (bis 8) Millimeter lang und kugelig bis länglich-eiförmig; die Hüllblätter sind eiförmig, außen kahl sowie grün oder oft rot überlaufen und besitzen einen Hautrand. Der Korbboden ist kahl. Die Randblüten sind weiblich und fruchtbar; die inneren Röhrenblüten sind zwittrig, wobei die innersten häufig steril sind. Die Blütenkrone ist gelb oder auch rötlich bis rotbraun.

Ökologie[Bearbeiten]

Der Feld-Beifuß ist ein immergrüner Chamaephyt. Er ist an Trockenheit durch die bis 1,5 m tief reichenden Wurzeln angepasst.[1]

Die Blüten werden durch den Wind bestäubt, aber auch Bestäubung durch Insekten soll vorkommen. Blütezeit ist von August bis Oktober.[1]

Die Früchte sind Schirmchenflieger mit der bleibenden Blütenhülle als Flugapparat. Daneben findet Klebausbreitung durch die bei Feuchtigkeit verschleimende Fruchtwand statt. Fruchtreife ist von August bis September.[1]

Verbreitung[Bearbeiten]

Der Feldbeifuß kommt in Europa und Westasien vor. Er hat ein meridionales bis temperates, subkontinentales Areal. Er wächst in Trockenrasen, an trockenen, sandigen Ruderalstellen und auf Dünen. Andere Populationen kommen in obermontanen bis alpinen Zwergstrauchheiden und Nacktriedrasen vor.

Systematik[Bearbeiten]

Blütenknospen.
Artemisia an den Dünen der Ostseeküste

Artemisia campestris wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstbeschrieben.[2] Synonyme für Artemisia campestris sind Artemisia caudata Michx., Artemisia dniproica Klokov, Artemisia odoratissima Desf., Artemisia sosnovskyi Novopokr. und Artemisia tschernieviana Besser.[3][4]

Der Feldbeifuß ist eine formenreiche Sammelart, deren Untergruppen teils als Arten, Unterarten oder Varietäten eingestuft werden. Schmeil-Fitschen (2001/2002) führt folgende Unterarten auf:

  • Artemisia campestris subsp. alpina: Die Verbreitung reicht nach Schmeil-Fitschen von der Schweiz bis zur Steiermark; bei Fischer wird diese Unterart in Anmerkung zu Artemisia borealis als taxonomisch unklare Sippe zwischen Artemisia campestris und Artemisia borealis erwähnt.
  • Artemisia campestris subsp. borealis H.M.Hall & Clem.: Bei Fischer wird diese Unterart als Art Artemisia borealis Pall. geführt. Sie besiedelt Zwergstrauchheiden der Hohen Tauern.
  • Artemisia campestris subsp. campestris: Bei Fischer wird diese Unterart als Artemisia campestris s.str. angeführt. Sie besiedelt Trockenrasen und Felssteppen. Die österreichischen Vorkommen sind im pannonischen Becken häufig und ansonsten selten. Sie ist in allen Bundesländern anzutreffen außer in Vorarlberg, wo diese Unterart als ausgestorben gilt.[5] Die Varietät Artemisia campestris var. campestris besitzt kahle Blätter.
  • Artemisia campestris subsp. lednicensis (Spreng.) Greuter & Raab-Straube: Das Verbreitungsgebiet sind Steppenrasen und Trockenhänge im südlichen Teil Deutschlands. Bei Fischer wird die Varietät Artemisia campestris var. lednicensis mit dicht seidig-filzigen Blättern beschrieben.
  • Artemisia campestris subsp. sericea Lemke & Rothm.: Die Heimat sind die Dünen der Ostseeküste. Bei Fischer wird diese Unterart als Synonym zu Artemisia campestris var. lednicensis betrachtet.

Trivialnamen[Bearbeiten]

Im deutschsprachigen Raum werden oder wurden für diese Pflanzenart, zum Teil nur regional, auch die Trivialnamen Ambrosiakraut, roter Beifuss, Besenkraut, Feldaberreis, Feldbereis und klein Stabwurz verwendet.[6]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 925.
  •  Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1, S. 116.
  2. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 846 (Digitalisat).
  3. Artemisia campestris im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 24. Dezember 2011.
  4. Werner Greuter: Compositae (pro parte majore): Artemisia campestris. In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube: Compositae. The Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin, 2006, abgerufen am 25. März 2012 (englisch).
  5.  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 925.
  6. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 43 (online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feld-Beifuß – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien