Fessan

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Die drei historischen Provinzen Libyens, mit dem Fessan im Südwesten (1952-1963)
Sonnenuntergang über den Dünen von Wan Caza im Fessan

Der Fessan (arabisch ‏فزان‎, DMG Fizzān) ist eine Landschaft in Libyen, die zur Sahara gehört. Er ist eine der drei historischen Großprovinzen Libyens und früheren Gouvernements, neben Tripolitanien im Norden und der Kyrenaika im Osten.

Geographie[Bearbeiten]

Der Fessan ist 551.170 km² groß[1] (nach anderen Angaben 684.280 ), bei einer Bevölkerung von 413.005 (Stand 2003). Im Westen wird er von Algerien sowie Süden von Niger und vom Tschad begrenzt. Die bedeutendsten Orte sind Murzuk und Sabha. Letzteres ist das Verwaltungszentrum für den Fessan und hat in dieser Funktion Murzuk abgelöst. Weitere wichtige Orte sind Ghadames und Ghat.

Das Land wird im Wesentlichen von Sand-, Kies- und Felswüsten bedeckt; es gibt jedoch bewohnte Oasen. Die libysche Regierung ist bemüht, die Region durch den Ausbau der Infrastruktur und die Einrichtung von Bewässerungsanlagen zu entwickeln. Die Gefahr der Versalzung der Böden ist dabei groß.

Auf dem Gebiet der früheren Großprovinz Fessan lagen bis 2007 sechs der 32 Munizipien Libyens:

Verwaltungsgliederung in Libyen (2001–2007)
Nr. شعبية Shabiyah Einwohner
2003
Fläche
km²
6 الجفرة al-Dschufra 45.117 117.410
17 غات Ghat 22.770 72.700
20 مرزق Murzuq 68.718 349.790
27 سبها Sabha 126.610 15.330
30 وادي الحياة Wadi al-Haya 72.587 31.890
31 وادي الشاطئ Wadi asch-Schati' 77.203 97.160
  فزان Fessan 413.005 684.280

Nach anderen Quellen wird Ghadamis (Nr. 18 auf der Karte) noch zum Fessan gerechnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Früher (1943-1951) zählte auch Ghadamis noch zu Fessan

Seit dem Altertum wird die Landschaft von Berbervölkern bewohnt. Mit dem 5. Jahrhundert v. Chr. wurden den Griechen die Garamanten bekannt. Zwar eroberten die Römer nicht den Fessan, doch unternahmen sie Expeditionen in die Sahara und haben wohl unter Maternus um 100 n. Chr. die Gebiete am Tschadsee erreicht.

Mit dem Vordringen des Islam und der Einführung des Kamels kam es zu einem Aufschwung des Transsaharahandels, wobei sich Murzuk als bedeutendes Handelszentrum in Fessan etablierte. Nach der Einwanderung der arabischen Banu Sulaym kam es zu einer Vermischung der arabischen Bevölkerungsgruppen mit den Berbern.

Nachdem im 13. Jahrhundert Fessan zeitweise der Herrschaft von Kanem-Bornu unterstanden hatte, geriet das Land im 16. Jahrhundert unter die lockere Oberherrschaft der Osmanen und der Qaramanli. Als Italien Libyen eroberte, unterwarf es 1930 die Stämme des Fessan. Seit 1951 bildet Fessan – gemeinsam mit Tripolitanien und der Kyrenaika – das unabhängige Libyen.

Herrscherliste 1789 bis 1842[Bearbeiten]

Aulad-Muhammad-Dynastie (1789–1831)
  • Sharif Muhammad ibn al-Mansur al Hakim (1789–1804)
  • Sharif Muhammad ibn al-Mansur al-Muntasir (1804–1811)
  • Yussuf al-Mukkani (1811–1831)
Banu-Sulayman-Dynastie (1831–1842)
  • Sayf an-Nasr Abd al-Jalil ibn Rad (1831–1842)

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statoids