Libyen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Libyen (Begriffsklärung) aufgeführt.
دولة ليبيا

ⵍⵉⴱⵢⴰ
Daulat Lībiyā
Staat Libyen

Flagge Libyens
Hoheitszeichen Libyens
Flagge Wappen
Amtssprache Arabisch
Hauptstadt Tripolis
Staatsform Republik
Regierungssystem Übergangsregierung
Staatsoberhaupt Übergangspräsident
Aguila Saleh Issa[1]
Regierungschef Ministerpräsident
Abdullah Thenni[2]
Fläche 1.775.500 km²
Einwohnerzahl 6.002.347 (2013)[3]
Bevölkerungsdichte 3,4 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +4,85 %[4] pro Jahr
Bruttoinlandsprodukt
  • Nominal
2007[5]
  • 57.064 Mio. US$ (63.)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 9.372 US$ (54.)
Human Development Index 0,769 (64.)[6]
Währung Libyscher Dinar (LYD)
Unabhängigkeit 24. Dezember 1951 (von Italien),
zuvor Verwaltung eines Hohen Kommissars der UN
Nationalhymne Libya, Libya, Libya
Zeitzone UTC+1
UTC+2 (Sommerzeit)
Kfz-Kennzeichen LAR
ISO 3166 LY, LBY, 434
Internet-TLD .ly
Telefonvorwahl +218
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Lesotho Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Spanien Kanaren Kap Verde Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Madagaskar São Tomé und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesch Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Brasilien Frankreich (Französisch-Guayana) Suriname Guyana Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Barbados Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Maszedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgistan Russland Färöer Venezuela Vereinigte Staaten (Alaska) Vereinigte Staaten Puerto Rico (zu Vereinigte Staaten) Dominikanische Republik Haiti Kuba Bermuda Bahamas Trinidad und Tobago Inseln über dem Winde Malediven Indien Diego Garcia Vietnam Lagos Kambodscha Thailand Malaysia Vereinigtes Königreich Südafrika Frankreich (St.-Pierre und Miquelon)Libya on the globe (North Africa centered).svg
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Libyen arabisch ‏دولة ليبيا‎ Daulat Lībiyā[7] [ˈliːbijaˑ] Aussprache?/i; (berberisch ⵍⵉⴱⵢⴰ) ist ein Staat in Nordafrika. Er liegt am Mittelmeer und grenzt im Osten an Ägypten und Sudan, im Süden an Niger und Tschad und im Westen an die Maghreb-Staaten Tunesien und Algerien. Mit einem Human Development Index von 0,755 war Libyen bis zum Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 laut den Vereinten Nationen der höchstentwickelte Staat des afrikanischen Kontinents.

Libyen ist seit 1951 ein souveräner Staat und war bis 1969 Königreich. Nach einem Militärputsch im Jahre 1969 stand das Land bis zum Tod des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi im libyschen Bürgerkrieg 2011 unter dessen diktatorischer Herrschaft. Nach dem Krieg und einer internationalen Militärintervention auf der Seite der Gegner Gaddafis ist das Land heute weitgehend ohne jegliche staatliche Ordnung und nun von Kämpfen rivalisierender Milizen geprägt.

Geographie[Bearbeiten]

Den Nordwesten Libyens, das sogenannte Tripolitanien, nehmen die Küstenebene al-Dschifara, das gebirgige Schichtstufenland Dschabal Nafusa (bis 968 m) und die anschließende Steinwüste Hammada al-Hamra ein. Eine Steilstufe nach Süden leitet zu den Sand-, Kies- und Geröllwüsten des Fessan über.

Der mittlere Abschnitt umfasst das küstennahe, an Erdöl- und Erdgasvorkommen reiche Syrtebecken. In seinem Hinterland erhebt sich das vulkanische Gebirgsmassiv al-Charudsch al-aswad (1.200 m).

Im Nordosten liegt die Kyrenaika mit dem steil zum Meer abfallenden Karstgebirge des al-Dschabal al-Achdar (878 m). Über das Mittelmeer im Norden ist Libyen Nachbar von Italien (Sizilien und Pantelleria), Malta und Griechenland (Kreta). Die Bucht der Großen Syrte wird von Libyen als Hoheitsgewässer beansprucht. Das Karstgebirge geht nach Osten in die Steppe der Marmarika über, nach Süden in das Sanddünenmeer der Libyschen Wüste. Im Grenzgebiet zum Tschad greifen die nördlichen Ausläufer des Tibesti mit dem höchsten Berg des Landes (Bikku Bitti 2.267 m) auf Libyen über.

Insgesamt werden gut 85 % der Landesfläche von der Sahara eingenommen. Nur rund zwei Prozent der Fläche sind landwirtschaftlich nutzbar. Libyen ist eines der wenigen Länder der Welt, in denen es keine ständigen Flüsse gibt. Es gibt lediglich sogenannte Wadis, die nur nach starken Regenfällen vorübergehend Wasser führen.

Libyen ist nach Algerien, der Demokratischen Republik Kongo und dem Sudan das viertgrößte Land des afrikanischen Kontinents.

Klima und Vegetation[Bearbeiten]

Im mediterran geprägten winterfeuchten Küstengebiet liegen die mittleren Temperaturen im Januar bei 12 °C, im August bei 26 °C; der mittlere Jahresniederschlag beträgt hier 300 mm. Im Frühjahr und Herbst weht häufig ein trockenheißer staubiger Wüstenwind, der Gibli. Das Landesinnere hat Wüstenklima mit beträchtlichen Temperaturschwankungen (im Winter unter 0 °C, im Sommer über 50 °C) bei fast völliger Regenlosigkeit.

Trotz der Größe des Landes kennt Libyens Klima nur zwei wesentliche Ausprägungen: eine subtropisch warme Klimazone entlang der Küste und eine heiße, trockene Wüstenklimazone im Landesinneren (den bei weitem überwiegenden Teil).

Hauptstadt Tripolis am Mittelmeer

Am schmalen Küstenstreifen am Mittelmeer herrschen milde Winter vor, in denen etwas Regen fällt. Durchschnittlich erhält man hier 250 bis 400 mm Niederschlag im Jahr, was in etwa 30–50 Regentagen entspricht, die sich fast ausschließlich von November bis Februar einstellen. Die Temperaturen betragen in dieser Zeit 8–12 °C in der Nacht und 16–20 °C am Tag. Das Frühjahr ist warm, mit Werten zwischen 12 und 16 °C bzw. 20–28 °C, fast ohne Niederschlag. Dann ist auch die Zeit heißer Sandstürme (Gibli) aus dem Süden, die selbst im April Spitzentemperaturen von bis zu 43 °C mit sich bringen können. Die Sommer sind lang, sehr trocken und heiß bei durchschnittlichen Tageswerten von 30–33 °C. In den Nächten sinken die Temperaturen gewöhnlich auf etwa 20–22 °C ab. Der Herbst zeigt sich warm und gegen Ende hin wieder etwas feuchter mit Tages- und Nachtwerten von 22–27 bzw. 13–16 °C. Zu dieser Zeit können abermals Gibli auftreten, die dann wiederum Hitzewellen von 40 °C verursachen. Die Luftfeuchtigkeit ist mit 60–75 % ganzjährig hoch. Das soeben beschriebene Klima trifft auch auf Städte wie Tripolis (die Hauptstadt), Misrata, Surt, al-Baida und Benghazi zu.

Die Steppen- und Wüstengebiete, die schon kurz hinter der Küste beginnen, sind geprägt von milden Wintern und sehr heißen Sommern. Niederschlag gibt es das ganze Jahr über so gut wie keinen (0–5 Niederschlagstage bzw. 1–35 mm Regen). Im Winter bewegen sich die Temperaturen bei warmen 18–24 °C am Tag, während sie in der Nacht auf kühle Werte von 3–8 °C fallen. In manchen Gegenden ist leichter Frost durchaus möglich. Die Luftfeuchte ist bei 35–55 % mittel. Frühjahr und Herbst sind tagsüber sehr warm (24–35 °C, wobei es aber auch heißer werden kann), in den Nächten weiterhin kühl (10–18 °C). Des Öfteren gibt es Sandstürme, die manchmal auch die Küste erreichen. Die Luftfeuchte nimmt im Frühjahr ab, im Herbst wieder zu. Die Sommer sind sehr heiß mit trockener Luft (nur 20–30 % Luftfeuchte). Die Tagesdurchschnittstemperaturen betragen 38–42 °C, in den Nächten zwischen 20 und 26 °C. Die libyschen Wüstengebiete gelten mit bis zu 58 °C als der Ort mit den weltweit höchsten je gemessenen Temperaturen. In der Stadt Ghadamis an der tunesischen Grenze betragen die Höchstwerte ganzer fünf Monate (Mai bis September) 50 °C und darüber. Das Wüstenklima trifft auf Städte wie Ghat, Ghadamis, Kufra und Sabha zu, die trotz ihrer Entfernungen zueinander sehr ähnliche klimatische Verhältnisse aufweisen.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Die küstennahen Gebirge haben Mittelmeerflora, in den Küstentiefländern gibt es Steppenvegetation. Die Tierwelt umfasst die typischen Arten der Trockengebiete, wie Dünengazellen, Hyänen, Schakale, Wüstenspringmäuse und Wüstenfüchse (Fenneks), außerdem leben hier Anubispaviane, Wildesel, Hasen und Falbkatzen sowie verschiedene Greifvögel, Schlangen und Skorpione. Zwischen 1990 und 2000 hat der Bestand an Wild um 1,4 % zugenommen. 2009 zählte man 141 Heuschreckenarten.[8]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Seit 1975 stieg die Bevölkerung von 2,5 Millionen auf 6,3 Millionen Menschen (2009). Im Jahr 2005 waren 30 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt. Rund 90 % der Bevölkerung leben in den Küstengegenden von Tripolitanien und der Cyrenaika, davon 85 % in Städten. Knapp ein bis zwei Millionen Gastarbeiter waren bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges im Land beschäftigt.[9] Die Lebenserwartung betrug 2005 74 Jahre.

Völker[Bearbeiten]

Ethnische Karte Libyens

Die Bevölkerung besteht mehrheitlich (97 %) aus kulturell und sprachlich arabisierten Berbern und Arabern sowie aus sprachlich nicht assimilierten Berbern.[10] Mit der islamischen Eroberung des Landes wurde nach und nach ein Großteil der Gesellschaft arabisiert; die in ihren traditionellen Stammesgesellschaften lebenden Berber machen nur noch etwa 25 % aus.[9]

Die arabische Bevölkerung ist wiederum gegliedert in mehrere voneinander abgrenzende Gruppen, die üblicherweise als „Stämme“ bezeichnet werden. Deren Einfluss hat seit dem Sturz des Königshauses jedoch stark abgenommen, der Großteil der Libyer definiert sich über seinen Staat. Nur noch 5 % der Bevölkerung sind Vollnomaden.

Im Westen Libyens leben Teile des berberischen Nomadenvolks der Tuareg und im Süden zahlreiche Tubu, welche aufgrund ihrer schwarzen Hautfarbe von starken Diskriminierungen betroffen sind.[11] Daneben gibt es Italiener, die allerdings nach 1969 größtenteils ausgewandert sind. Weitere Minderheiten sind Griechen, Türken und Levantiner, sowie Malteser, Ägypter, Tunesier, Inder und Pakistaner.[10] Die Juden, die bereits seit Jahrtausenden an der Küste ansässig waren, wurden nach dem Pogrom von Tripolis 1945 vollständig vertrieben.[9]

Sprachen[Bearbeiten]

Die einheimische Bevölkerung hat zum größten Teil den libysch-arabischen Dialekt als Muttersprache, daneben werden als Minderheitensprachen die Berbersprachen Nafusi (101.000 Sprecher), Ghadames (42.000 Sprecher) und Tamascheq (17.000 Sprecher) sowie die nilosaharanische Tubu-Sprache Tedaga (2.000 Sprecher) gesprochen[10].

Amtssprache ist bislang allein Hocharabisch, ab 1969 wurde unter Gaddafi eine nationalistische Kampagne zur Arabisierung gestartet, welche Italienisch als Fremdsprache und die Berbersprachen aus dem öffentlichen Leben verdrängen soll. Eine neue Verordnung schrieb vor, dass alle Straßenschilder, Schaufensterbezeichnungen, Firmenschilder und Verkehrsausweise auf Arabisch beschriftet werden müssen. Seit den 1980er Jahren wird weitgehend nur Arabisch verstanden. Unter Gaddafi war Fremdsprachenunterricht an Schulen verboten, an Hochschulen durfte nur Theorie und Geschichte von Fremdsprachen gelehrt werden[12]

Die neue Übergangsregierung jedoch erlaubt neben Hocharabisch als Amtssprache auch die jeweiligen Berbersprachen.

Religion[Bearbeiten]

Der Islam ist Staatsreligion. Die freie Religionsausübung war unter Gaddafi garantiert, soweit sie nicht im Widerspruch zu den Traditionen stand. Staat und Religion waren bislang getrennt, Geistliche auf das Religionswesen beschränkt. Die volksrepublikanische Regierung gab sich in ihren programmatischen Äußerungen als frauenfreundlich: Unter ihr wurde die Koedukation betrieben, allerdings schockte die Einführung der Wehrpflicht für Frauen und die Aufnahme von weiblichen Personen in Militärakademien die islamische Männergesellschaft.[9]

Die Senussi sind eine religiöse Bruderschaft mit weltlichem Herrschaftsanspruch in der Kyrenaika. Sie kämpfte ab 1911 gegen die Italiener, ab 1943 gegen die Briten. Von 1951 bis zur Revolution von 1969 stellte sie den König. In den letzten Jahren ist landesweit eine verstärkte Hinwendung zum orthodoxen Islam zu verzeichnen; die Verschleierung der Frau nimmt zu. Seit den 1980er Jahren werden im Untergrund operierende Gruppen wie Muslimbrüder, at-Takfir wa’l-Higra, Hisbollah, al-Dschihad und ihre religiöse Tendenz zur Vereinnahmung der Politik als islamistische Gefahr für Libyen bezeichnet. Seit der Mitte der Neunziger Jahre ist auch die Libysche Islamische Kampfgruppe vor allem in der Kyrenaika aktiv.

97 % der Bevölkerung sind sunnitische Muslime, vorwiegend malikitischer Richtung.[10] Die traditionsbewussten Berberstämme gehören mehrheitlich der islamischen Sondergemeinschaft der Ibaditen an. Es gibt noch rund 74.000 Katholiken in Libyen, einige koptische und einige griechisch-orthodoxe Christen.[9] Die meisten christlichen Kirchen wurden nach der Machtübernahme Gaddafis 1969 geschlossen. Die Nachfahren der nach den Pogromen von 1948 verbliebenen etwa 7000 jüdischen Libyer emigrierten nach dem Sechstagekrieg.

Sozialsystem / Bildung[Bearbeiten]

Libyen hatte eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen des afrikanischen Kontinents. Die Sozialversicherung der Einwohner umfasste die kostenlose medizinische Versorgung sowie Witwen-, Waisen- und Altersrenten. Allgemeine Schulpflicht bei kostenlosem Unterricht besteht für Sechs- bis Fünfzehnjährige.[13] Dennoch liegt die Analphabetenrate der Frauen noch bei 29 % und die der Männer bei 8 %; diese Rate ist aber mit insgesamt 17 % im afrikanischen Vergleich sehr niedrig.[14]

Gegen Ende der 1980er Jahre schaffte Gaddafi Schulen und Lehrer zeitweise ganz ab, weil jeder, der sich dazu berufen fühlt, Kindern etwas beibringen solle[15].

Universitäten gibt es in Tripolis, Bengasi und an anderen größeren Orten.

Für die medizinische Behandlung von Libyern, die im Zuge des Bürgerkrieges verletzt wurden, hat die libysche Regierung 140 Mio. US-Dollar an Jordanien gezahlt;[16] Anfang Februar 2012 befanden sich dort rund 15.000 verletzte Libyer in Behandlung.[17]

Geschichte[Bearbeiten]

Historischer Marktplatz in Leptis Magna
Hauptartikel: Geschichte Libyens

Bereits in ägyptischen Hieroglyphentexten taucht eine Benennung für die westlich benachbarten Stämme auf. Die Griechen nannten das Land Libyē (griechisch Λιβύη), das lateinische Pendant ist Libya. Damit war in der Antike das Land beiderseits der Großen Syrte gemeint. Vom 7. Jahrhundert v. Chr. an gründeten sie an der Küste Kolonien, darunter die Stadt Kyrene. Dieser Teil des Landes, die Kyrenaika, stand in den folgenden Jahrhunderten unter der Herrschaft Ägyptens. In dem sich westlich daran anschließenden Gebiet hatten die Phönizier etwa um 700 v. Chr. die drei Städte Sabratha, Oea und Leptis Magna gegründet – der Name Tripolitanien (Drei-Städte-Land) hat hier seinen Ursprung. Sie kamen bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. unter die Vorherrschaft Karthagos. Nach dessen Zerstörung 146 v. Chr. geriet Tripolitanien unter römische Herrschaft, 96 v. Chr. wurde auch die Kyrenaika Teil des Römischen Reiches. Bei der römischen Reichsteilung 395 n. Chr. verblieb Tripolitanien bei Westrom, während die Kyrenaika Ostrom zugeschlagen wurde. Mitte des 5. Jahrhunderts fielen die Vandalen in Libyen ein; die Rückeroberung gelang Byzanz ab 533 unter Führung des Generals Belisar. Zwischen 641 und 644 besetzten die Araber das Gebiet; die dort ansässigen Berber wurden islamisiert.

Türkische und italienische Herrschaft[Bearbeiten]

Briefmarke der italienischen Kolonie Libyen, um 1942

Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Tripolitanien zunächst von den Spaniern erobert, die das Gebiet dann aber an den Johanniterorden abtraten. Im Jahre 1551 eroberten die Osmanen ganz Libyen. Tripolis war dann lange Zeit Stützpunkt der Korsaren, wurde mehrmals Ziel von Angriffen europäischer und sogar amerikanischer Kriegsflotten. Im 19. Jahrhundert suchte die Senussi-Bruderschaft, ein in der Kyrenaika ansässiger islamischer Orden, die Macht zu erlangen. Er bildete auch den Kern des Widerstandes, nachdem Italien nach dem italienisch-türkischen Krieg (1911–1912) Libyen annektiert hatte.

1934 erklärte Italien seine libyschen Besitzungen zur Kolonie Italienisch-Libyen. Es kam bereits hier zu Grenzstreitigkeiten um den Aouzou-Streifen im Süden mit Frankreich und seiner Kolonie Französisch-Äquatorialafrika. Im Zweiten Weltkrieg griffen italienische Truppen Ägypten an, wurden aber von britischen Truppen zurückgeschlagen. Von 1941 bis 1943 unterstützten deutsche Truppen („Afrikakorps“ unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel) die italienischen Einheiten in Libyen gegen alliierte Verbände, bis sowohl die italienischen als auch die deutschen Einheiten im Mai 1943 bei Tunis kapitulieren mussten. Von 1943 bis 1949 war Libyen von Großbritannien und Frankreich besetzt. 1949 beschlossen die Vereinten Nationen, Libyen in die Unabhängigkeit zu entlassen und setzten als Hochkommissar Adrian Pelt ein.[18]

Unabhängigkeit als Königreich Libyen 1951[Bearbeiten]

Hauptartikel: Königreich Libyen
König Idris um 1965

1951 wurde Libyen in die Unabhängigkeit entlassen. König der konstitutionellen Monarchie wurde das Oberhaupt der Senussi, Idris I. Die Entdeckung reicher Erdölvorkommen seit 1959 machte Libyen zu einem der bedeutendsten Erdöl exportierenden Länder der Welt.

Militärputsch 1969 und Folgen[Bearbeiten]

Auf der anderen Seite verstärkten sich jedoch die sozialen Spannungen im Innern, was neben anwachsenden nationalistischen Stimmungen schließlich am 1. September 1969 (neuer Nationalfeiertag) zum Sturz der Monarchie durch das Militär und zur Ausrufung der Arabischen Republik Libyen führte. König Idris und Königin Fatima gingen nach Kairo ins Exil.

Der Vorsitzende des Revolutionären Kommandorates, Oberst Muammar al-Gaddafi, versuchte die radikale Arabisierung des Landes. Unter anderem wurde die frühere katholische Kathedrale von Tripolis in eine Moschee umgebaut. Seine Pläne zur Schaffung einer panarabischen Union mit einigen Nachbarländern zwischen 1969 und 1974 scheiterten aber unter anderem an seinem Führungsanspruch. Er benannte Libyen auch in Dschamahirija um.

1975 schloss Libyen ein Abkommen über wirtschaftlich-technische und militärische Zusammenarbeit mit der UdSSR. In den folgenden Jahren wurden alle Erdölgesellschaften verstaatlicht.

Am 2. März 1977 trat eine Verfassung in Kraft, die den Charakter eines Staatsorganisationsgesetzes hat und Libyen zur sozialistischen arabischen Volksrepublik (Dschamahiriyya) mit 1200 „Volkskomitees“ erklärte. Libyens Verfassung bildete demnach die Konstitutionelle Proklamation von 1969 bzw. 1992[19] und die Deklaration über die Autorität des Volkes von 1977[20]. Eine neue Nationalflagge und ein neues Staatswappen wurden eingeführt.

Dschamahirija (Volksrepublik) 1977[Bearbeiten]

Muammar al-Gaddafi beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union 2009

1977 führte Libyen einen kurzen Grenzkrieg gegen Ägypten und von 1978 bis 1987 einen Grenzkrieg mit dem Tschad um den Aouzou-Streifen.

Gesetzgeber wurde in Libyen der Allgemeine Volkskongress. Dem Generalsekretär des Allgemeinen Volkskongresses, Muhammad Abu l-Qasim az-Zuwai, stand als Staatsoberhaupt ein siebenköpfiges Generalsekretariat zur Seite. Die faktische Macht lag jedoch beim Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Oberst Muammar al-Gaddafi. Der Allgemeine Volkskongress, dessen ca. 2.700 Delegierte von lokalen Volkskongressen (rund 6 für je durchschnittlich 100 Einwohner), Gewerkschaften, Streitkräften und anderen Massenorganisationen entsandt wurden, war die höchste politische Institution und besaß sowohl legislative als auch exekutive Funktionen. Einige seiner Resolutionen hatten den Charakter von Grundrechten.

Alle Libyer ab 18 Jahren waren zur politischen Partizipation verpflichtet. Parteien waren nicht zugelassen. Die wichtigsten Gewerkschaften wurden staatlich gelenkt; diese waren die Nationale Föderation der Gewerkschaften und die Union der Erdöl- und Petrochemiearbeiter.

1979 trat Muammar al-Gaddafi von den Staatsämtern zurück, blieb aber als „Revolutionsführer“ Machthaber im Lande.

1988 wurde ein Volksgericht geschaffen, dessen Zuständigkeit politische und wirtschaftliche Korruption war. 2005 wurden diese umstrittenen Volksgerichte wieder abgeschafft.

Im Jahr 2000 löste das Parlament auf Vorschlag Gaddafis die Zentralverwaltung des Landes weitgehend auf und übergab sowohl Gesetzgebung als auch Regierungsgewalt an regionale Parlamente und Ausschüsse.

Aufstand und Bürgerkrieg 2011[Bearbeiten]

Hauptartikel: Bürgerkrieg in Libyen

Nach öffentlichen Protesten im Februar 2011, die die Sicherheitskräfte gewaltsam zu ersticken suchten, kam es zu einer Spaltung der politischen Führung des Landes. In Bengasi übernahmen bewaffnete Oppositionelle die Kontrolle. Nach einem koordinierten militärischen Eingreifen der NATO und einer Reihe arabischer Staaten zur Durchsetzung der mit der UN-Resolution 1973 eingerichteten Flugverbotszone gelang es den in der Libyschen Nationale Befreiungsarmee zusammengeschlossenen Milizen, die Einheiten der regulären Streitkräfte Libyens zu besiegen. Dabei kamen mindestens 30.000 Menschen ums Leben.

Politik[Bearbeiten]

Als oberstes Organ des Staates hat der Allgemeine Nationalkongress im August 2012 den am 27. Februar 2011 von Aufständischen gegründeten Nationalen Übergangsrat (arabisch ‏المجلس الوطني الانتقالي‎, DMG al-madschlis al-waṭanī al-intiqālī) abgelöst. Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi stehen weite Teile des Landes unter Kontrolle von Milizen, die sich nicht dem Nationalen Übergangsrat unterstellten. Politische Beobachter sprachen von einem Machtkampf zwischen Milizen und Übergangsrat und warnen vor einem neuen Bürgerkrieg. Es wird berichtet, dass inzwischen auch übergelaufene Militärs und Islamisten einen gewissen Einfluss im Übergangsrat besaßen.[21]

Die Wahlen zu einer verfassungsgebenden Versammlung waren für 2012 angesetzt:[22] Noch im August 2011 wurden Wahlen zum Allgemeinen Nationalkongress angekündigt, die vom 18. Juni bis 5. Juli 2012 stattfanden. Für die 200 Sitze haben sich 2.501 Kandidaten beworben.[23] Im Anschluss daran wurde Mohammed Yusef el-Megarief zum Präsident gewählt.[24] Am 13. September 2012 wurde Mustafa Abu Schagur zum Ministerpräsidenten gewählt.[25]

Laut dem am 29. Januar 2012 in Tripolis beschlossen Wahlgesetz zur Verfassungsgebenden Versammlung sollten 136 der Sitze an Kandidaten politischer Parteien und 64 Sitze an unabhängige Kandidaten vergeben werden. Dass 2/3 der Sitze an Kandidaten politischer Parteien gehen sollten, war laut einem Mitglied des Übergangsrates auf Druck der Muslimbrüder zurückzuführen; sie sei die einzige politische Gruppierung, die bei den Wahlen mit einer Mehrheit rechnen könne.[22] Wie die Wahl zum libyschen Nationalkongress 2012 letztendlich ergab, sind aber tatsächlich ca. 60 % der Stimmen mit 120 von 200 an unabhängige Kandidaten vergeben worden und nicht an Parteilisten.

Dabei wurden mehrere politische Parteien gegründet. Allerdings durften diese kein Geld aus dem Ausland annehmen.[26] Ebenfalls war es ehemaligen Gaddafi-Anhängern verboten, an der Kandidatur teilzunehmen.[27] Ein bis zum 3. Mai in Kraft getretenes Gesetz verbot die Gründung religiöser Parteien.[28]

Bei der Wahl Ende Juni 2014 waren nur unabhängige Kandidaten und keine Parteilisten mehr erlaubt, um politische Machtkämpfe in Zukunft zu verhindern. Dadurch erhoffen sich viele Libyer, dass dies ein weiterer Schritt zur Demokratisierung des Landes ist. Das neue 200-köpfige Parlament, der Abgeordnetenrat, übernimmt am 4. August 2014 die Legislativrechte.[29]

Die in Libyen unter Gaddafi existierende Wehrpflicht für Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 35 Jahren ist faktisch abgeschafft. Die neue Übergangs-Regierung hat noch keine Regelung zur Wehrpflicht erlassen.

Rechtssystem[Bearbeiten]

Seit dem Ende des Bürgerkrieges befindet sich Libyens Rechtssystem in einem unklaren Zustand; die alte Verfassung gilt nicht mehr, eine neue muss erst noch beschlossen werden. Beim Aufbau eines Rechtssystems und einer rechtsstaatlichen Verwaltung soll die UNO-Mission UNSMIL Hilfe leisten. Der Aufbau eines neuen, allgemein anerkannten Justizwesens zieht sich hin. In Gefängnissen, überwiegend jenen, die sich nicht unter der Kontrolle des Übergangsrats befinden, wird wieder gefoltert.[30] Das bis zum Bürgerkrieg geltende Zivilgesetzbuch folgte dem ägyptischen und war daher wie dieses von der französischen Rechtsordnung geprägt.

Die Rechtsgrundlage der libyschen Verfassung war der Koran (Artikel 2). Im Personen-, Familien- und Erbrecht (Gesetz von 1984) sowie seit 1994 auch im Strafrecht galt das islamische Recht (Scharia). Seit 1973 war Homosexualität strafbar (Gesetz Nr. 70/1973). Zina (Ehebruch und Unzucht) wurde nach Gesetz Nr. 70/1973 mit 100 Stockhieben bestraft; Verleumdung wegen Unzucht/Ehebruch (qadhf) war ebenfalls strafbar. Als Grund wurde die Eindämmung von Prostitution genannt.[31]

Nach Aussage eines Verteidigers in Bengasi im Februar 2012 hatten die Milizen zu viel Macht. Von 50 Angeklagten wegen „Hochverrats gegen die Revolution“ konnten nur drei bei der Anhörung persönlich Stellung nehmen. Bei den restlichen 47 weigerte sich die Miliz, sie in den Gerichtssaal zu bringen; als Grund wurden „Sicherheitsprobleme“ genannt. Auch Folterungen von Angeklagten sind bekannt geworden.[32]

Im Dezember 2013 stimmte die Nationalversammlung Libyens für die Einführung der Scharia.[33]

Menschenrechte[Bearbeiten]

Viele Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International berichten, dass auch unter den neuen Behörden, die nach dem Bürgerkrieg in Libyen an die Macht gelangten, die Menschenrechte in Libyen stark eingeschränkt sind. Durch Folter sollen mindestens zwölf Gaddafi-Anhänger getötet worden sein.[34] Menschen mit schwarzer Hautfarbe werden diskriminiert, da diese oft pauschal als Söldner Gaddafis denunziert werden.[35] In der Stadt Sebha kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen gegenüber den Tubu. Es sollen bereits Dutzende Menschen gestorben sein.[36] Auch die Organisation Open Doors erklärte, dass inzwischen in Libyen Christen verfolgt werden. Andere als islamische religiöse Versammlungen sind verboten. 2011 wurden mehrere Christen aufgrund ihres Glaubens inhaftiert.[37] Es kam zu Übergriffen von Salafisten auf christliche Kopten. So wurden Anfang 2013 in Bengasi 100 Christen verschleppt und misshandelt.[38]

Schätzungen zufolge wurden landesweit mehr als 6.000 Menschen verhaftet, bisher ohne offizielle Anklage oder Aussicht auf einen Prozess.[39] In den Internierungszentren der Stadt Misrata, die nicht dem Nationalen Übergangsrat, sondern der dortigen Revolutionsbrigade unterstanden, wurden Gefangene gefoltert. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen stellte bei insgesamt 115 Gefangenen Verletzungen durch Folter fest.[40] Die Folterverhöre, von denen einige tödlich verliefen, wurden vom militärischen Geheimdienst NASS geführt. Die Behörden vor Ort ignorierten die Forderungen der Hilfsorganisation nach einem Ende der Folter. Nach Bekanntwerden des Foltertods des ehemaligen libyschen Botschafters in Frankreich in Sintan erklärte Justizminister Ali Hamida Aschur, die Verantwortlichen würden vor Gericht gestellt; die von Folter-Vorwürfen betroffenen Gefängnisse befänden sich überwiegend nicht unter der Kontrolle des Übergangsrates.[30][41]

Laut der Organisation Reporter ohne Grenzen liegt Libyen auf Platz 131 von 179 Ländern auf der Rangliste der Pressefreiheit.[42]

Außenpolitik[Bearbeiten]

Staaten, die den Nationalen Übergangsrat als einzige legitime Vertretung des libyschen Volkes anerkannten.
Staaten, die einen permanenten diplomatischen Vertreter zum Übergangsrat entsandt hatten, ohne diesen formal anzuerkennen.
Staaten, die den Nationalen Übergangsrat nicht anerkennen.

Libyen ist Mitglied der Vereinten Nationen (UN), der Afrikanischen Union (AU), der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), der Organisation arabischer Erdöl exportierender Länder (OAPEC), der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und der Arabischen Liga, der Bewegung der Blockfreien Staaten sowie der Gemeinschaft der Sahel-Saharanischen Staaten SAD-CEN.

In den 25 Jahren zwischen 1969 und 1994 gingen von Libyen zahlreiche Vereinigungsversuche mit arabischen und islamischen afrikanischen Staaten aus.

Eine Reihe von Staaten, beispielsweise der Großteil der westeuropäischen Staaten, Australien, Kanada, Jordanien und die Vereinigten Arabischen Emirate erkannten den Übergangsrat als einzige legitime Vertretung des libyschen Volkes an und entsandten diplomatische Vertreter nach Bengasi. Die USA beorderten bisher nur einen ständigen Vertreter nach Bengasi, die Europäische Union eröffnete dort ein Verbindungsbüro und die Arabische Liga nahm Gespräche mit dem Übergangsrat auf.

Am 3. August 2011 gab die US-Regierung bekannt, eine Botschaft des libyschen Übergangsrates in Washington D.C. einzurichten. Ferner gibt es Planungen, dass den Aufständischen 13 Millionen US-Dollar von gesperrten Konten der bisherigen libyschen Führung zur Verfügung gestellt werden. Zuvor war im März 2011 die Botschaft Libyens geschlossen worden.[43] Auch das Vereinigte Königreich hatte die diplomatischen Vertreter Libyens ausgewiesen. Die Afrikanische Union, deren wichtigster Gründer und Spender Gaddafi war, hat eine gemeinsame Anerkennung des Rates zunächst zurückgewiesen, auch wenn die Mehrzahl dessen Mitglieder die Anerkennung bereits offiziell vollzogen hat.[44] Als Nachfolger des geflohenen libyschen Botschafters in Deutschland, Dschamal al-Barag, nominierte der Nationale Übergangsrat Ali Masednah Idris el-Kothany, der bis dahin als Arzt in Hof (Saale) gelebt hatte.[45]

Die Mehrheit der westlichen Staaten betrachtete inzwischen den Nationalen Übergangsrat als legitime Vertretung des libyschen Volkes. Am 16. September 2011 entschied die UN-Vollversammlung, dass von nun an der Nationale Übergangsrat Libyen bei den Vereinten Nationen vertritt.[46]

Beziehungen zu afrikanischen Staaten[Bearbeiten]

Libyen unterstützte seit der Revolution von 1969 afrikanische Unabhängigkeitsbewegungen, beispielsweise in den damaligen portugiesischen Kolonien Angola und Guinea-Bissau gegen das diktatorische Estado Novo Regime. Auch unterhält Libyen zu fast allen afrikanischen Staaten gute Beziehungen, in so gut wie allen Hauptstädten existieren Botschaften[47] und es unterstützt viele Regierungen sehr armer Länder mit Budgethilfen, aber auch mit sozialen und technologischen Projekten, zum Beispiel einem panafrikanischen Satelliten.[48] Gaddafi propagierte stets eine inter-afrikanische (wie auch inter-arabische) Solidarität, so wurde schon die frühere Organisation für Afrikanische Einheit politisch und finanziell unterstützt. Aufgrund ihrer politischen Erfolglosigkeit regte Gaddafi die Gründung der Afrikanischen Union an, was 2002 umgesetzt wurde. Libyen finanzierte viele Institutionen der AU und Gaddafi wurde 2009 zu deren Präsidenten gewählt. Der Gründungsvertrag orientiert sich an der EU, so enthält dieser auch Erklärungen zur Einhaltung der Menschenrechte und zur Souveränität der Mitgliedsstaaten. Diese beiden Ansprüche konnten jedoch schon lange vorher nicht immer miteinander in Einklang gebracht werden, beispielsweise daran zu sehen, dass Libyen unter Gaddafi notorisch Menschenrechte verletzte. Andererseits unterstützte Libyen Regimegegner im benachbarten Tschad im Jahr 1983, jedoch erfolglos, da französische Fremdenlegionäre dem Diktator Hissène Habré halfen (dessen Regierungszeit von erheblichen Menschenrechtsverletzungen geprägt war) und die libyschen Truppen aus fast allen besetzten Gebieten vertrieben. Auch wurde die Polisario, deren beanspruchtes Gebiet, die Westsahara, völkerrechtswidrig von Marokko besetzt ist, von Libyen politisch unterstützt.

In Libyen erhielten Angehörige anderer afrikanischer Staaten recht problemlos eine Aufenthaltsgenehmigung, so dass der Anteil an Gastarbeitern relativ hoch war. Im September 2000 kam es allerdings zu Pogromen libyscher Arbeitsloser gegen afrikanische Gastarbeiter. Daraufhin wurden im folgenden Januar 331 mutmaßliche Täter angeklagt.[49] Ähnliche Pogrome gab es auch zu Beginn des Bürgerkrieges 2011, da Gaddafi nachweislich fremde Söldner aus vielen afrikanischen Staaten anheuerte, um den Aufstand niederzuschlagen.

Seit dem Sturz Gaddafis 2011 setzte eine leichte Abkühlung der Beziehungen zu den afrikanischen Staaten ein, da die neue Regierung Gaddafis Prestigeprojekt, der AU, nicht länger als bedeutender Geldgeber zur Verfügung steht. Auch wenn die Mehrzahl der afrikanischen Staaten den Nationalen Übergangsrat bereits als legitime Übergangsregierung anerkannt hatte, lehnte die AU es ab, den NTC offiziell anzuerkennen.

Beziehungen zu westlichen Staaten[Bearbeiten]

Das von Libyens Außenpolitik über Jahrzehnte vertretene Streben nach arabischer Einheit stand in Zusammenhang mit einer ausgeprägten und aggressiven Feindschaft zu Israel und zu den USA, denen von den arabischen Staaten Hegemonialansprüche vorgeworfen werden. Gaddafi versuchte, auch andere afrikanische Regierungen zu einer ablehnenden Haltung gegenüber Israel zu bringen, was ihm in den 80er Jahren teilweise auch gelang. Auch wegen der Unterstützung Libyens für antiisraelische und antiamerikanische Terrorgruppen verschlechterte sich das Verhältnis zu den USA.

Nach der Versenkung zweier libyscher Kriegsschiffe durch die US-Marine in der Operation Attain Document im März 1986 und dem im Gegenzug von libyscher Seite organisierten Bombenanschlag auf die Berliner Diskothek La Belle am 5. April 1986 bombardierte die US-amerikanische Luftwaffe in der Nacht vom 14. zum 15. April 1986 in der Operation El Dorado Canyon die beiden größten libyschen Städte Tripolis und Bengasi. Nach umstrittenen Angaben der libyschen Regierung soll dabei Gaddafis Adoptivtochter Hana ums Leben gekommen sein, es wird jedoch vermutet, dass diese noch lebt.[50][51]

Nach dem als Vergeltung für diese Luftschläge vonseiten Libyens verübten Lockerbie-Anschlag auf eine US-amerikanische Passagiermaschine im Dezember 1988 und der libyschen Weigerung, die beiden tatverdächtigen Geheimdienstagenten an die britische Justiz auszuliefern, verhängte der UN-Sicherheitsrat 1993 eine Reihe von Sanktionen gegen das Land, die erst nach dem Einlenken Gaddafis und der Überstellung der beiden Tatverdächtigen an den Internationalen Strafgerichtshof im Jahre 1999 wieder gelockert wurden.

Im Zweiten Golfkrieg 1990 stellte sich Libyen auf die Seite des Irak.

Im August 2000 vermittelte Libyen bei islamischen Terroristen auf den Philippinen die Freilassung gefangener westlicher Geiseln.

Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 verurteilte Gaddafi die Gewaltakte und akzeptierte ausdrücklich das US-amerikanische Recht auf Selbstverteidigung.

Nach weiteren Eingeständnissen und Entschädigungszahlungen für die Angehörigen der Lockerbie-Opfer sowie der Opfer eines weiteren Bombenanschlags auf ein französisches Verkehrsflugzeug im September 1989 (UTA-Flug 772) wurden die Embargomaßnahmen im September 2003 vollständig aufgehoben. Außerdem erklärte sich die libysche Regierung zu Entschädigungszahlungen für die Opfer des Bombenanschlags auf die Berliner Diskothek La Belle bereit.

Gaddafi versuchte wiederholt, in den Besitz von ABC-Waffen zu gelangen. 1989 deckte die New York Times auf, dass eine westdeutsche Firma in Libyen eine Anlage zur Produktion von Senfgas baute[52]. Unter dem Deckmantel des linksalternativen österreichischen „MOZ“-Verlags, den Gaddafi seit 1984 finanzierte, kauften libysche Geschäftsleute in Österreich große Mengen von Chemikalien, die für die Giftgasproduktion verwendbar waren[15]. Bei Beginn des Bürgerkrieges 2011 befanden sich immer noch erhebliche Mengen Senfgas in libyschen Arsenalen[53]. Seit Mitte der 1990er Jahre versuchte Gaddafi auch, in den Besitz von Atomwaffentechnologie zu gelangen. Unterstützt wurde er dabei von Abdul Kadir Khan, dem „Vater des pakistanischen Atomprogramms“. Im Oktober 2003 wurde ein nach Libyen fahrendes deutsches Schiff, die „BBC China“[54], aufgebracht. An Bord befand sich nukleare Technologie, unter anderem 1000 Zentrifugen zur Urananreicherung[55][56]. Im Dezember 2003 erklärte Gaddafi daraufhin den Verzicht Libyens auf Massenvernichtungswaffen und ließ Anfang 2004 ahlreiche Komponenten für chemische Waffen vernichten. Am 10. März 2004 unterzeichnete Libyen außerdem das sogenannte Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag und räumte damit der Internationalen Atomenergie-Organisation umfassende Kontrollmöglichkeiten der Nuklearanlagen des Landes ein, woraufhin Frankreich, Großbritannien und im Mai 2006 auch die Vereinigten Staaten wieder diplomatische Beziehungen mit Libyen aufnahmen und es fortan nicht mehr der Gruppe der sogenannten Schurkenstaaten zuordneten.[57] Stattdessen wurde Libyen in der Folgezeit ein begehrter Partner bei der Bekämpfung illegaler Einwanderung vor allem nach Italien, was auch ein Drängen der europäischen Staaten auf Aufhebung des Waffenembargos gegen Libyen nach sich zog.

Am 17. Juli 2007 endete der international kritisierte, teilweise als politisch angesehene HIV-Prozess in Libyen gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt nach sieben Jahren mit der Ausreise der Angeklagten in ihre Heimatländer. 2008 kam es nach der Verhaftung von Gaddafis Sohn Hannibal im Kanton Genf zu einer diplomatischen Verstimmung zwischen Libyen und der Schweiz, in dessen Verlauf Gaddafi der Schweiz den Dschihad erklärte.

Seit dem Sturz Gaddafis beginnt unter der Übergangsregierung eine außenpolitische Öffnung des Landes, insbesondere gegenüber den westlichen Staaten, da diese beim Sturz des Regimes geholfen hatten.

Militär und Polizei[Bearbeiten]

Libysche Su-22M-3K

Die Streitkräfte Libyens bestanden 2010 aus rund 119.000 Mann, wobei das Heer 50.000, die Luftwaffe 18.000 und die Marine 8.000 Mann unterhielt. 25.000 Soldaten waren zu dem Zeitpunkt Wehrpflichtige. Als Reserve dienten 40.000 Mann als Volksmiliz.[58][59] Über den Einsatz entschied der Volksausschuss für Verteidigung. 3000 Mann gehörten der paramilitärischen Revolutionsgarde (Libysche Revolutionsgarde) an, die direkt Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi unterstellt waren.

Die Luftschläge der internationalen Koalition im Jahr 2011 zerstörten große Teile der Marine und der Luftwaffe sowie der gepanzerten Bodenfahrzeuge Libyens. Die instabile Sicherheitslage während des Bürgerkrieges führte außerdem dazu, dass der Großteil der Bevölkerung Waffen trug.

Seit dem Ende des Bürgerkrieges stehen weite Teile des Landes unter der Kontrolle von Revolutionsbrigaden, die sich nicht dem Nationalen Übergangsrat unterstellen. Der neue Verteidigungsminister Usama al-Dschuwaili will diese Einheiten in die regulären libyschen Streitkräfte, die Polizei und andere Einrichtungen der neuen Regierung integrieren.[60] Der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrats, Mustafa Abdul Dschalil, hofft, dass bis Anfang April 2012 70-80 % der Revolutionäre integriert sein werden.[61] Im November 2011 hatten Vertreter der Brigaden erklärt, sie wollten ihre Waffen so lange behalten, bis es eine neue, aus Wahlen hervorgegangene legitime Regierung gebe.[62] Eine weitere Schwierigkeit bei der Integration der Revolutionsbrigaden stellt die desolate Lage bei den Staatsfinanzen dar.[63] 2013 blockierten einige Milizen das Außen- und Justizministerium, da in diesen ehemalige Anhänger Gaddafis arbeiten.[64] Die Regierung lenkte daraufhin ein und erließ ein Gesetz, welches ehemaligen Anhängern Gaddafis verbietet, für die Regierung zu arbeiten.[65]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Die größten Städte sind (Stand 2007): Tripolis 1.780.000 Einwohner, Bengasi 650.629 Einwohner, Misrata 386.120 Einwohner, al-Aziziyya 287.407 Einwohner, Tarhuna 210.697 Einwohner und al-Chums 201.943 Einwohner.

Aktuelle Gliederung[Bearbeiten]

Die klassischen drei Regionen Libyens sind Tripolitanien, Fezzan und Cyrenaika. In dieser Form war Libyen bis 1963 geteilt. 1928 zählten die italienischen Kolonisatoren in Tripolitanien 596.000 und in der Cyrenaika 195.000 Menschen, der Fessan wurde damals teilweise von Frankreich und Großbritannien verwaltet und nicht gesondert gezählt[66]. Nach Angaben von 2004 lebten in Tripolitanien 63,7 %, in Fezzan 7,8 % und in der Cyrenaika 28,5 % der Einwohner des Landes[67].

Im Jahre 2007 fand die letzte Gebietsreform statt, in der die 32 Schaʿbiyyat / ‏شعبيات‎ / šaʿbīyāt / ‚Munizipien‘ (Einzahl: ‏شعبية‎, DMG šaʿbīya ‚Munizip‘) durch 22 Schaʿbiyyat ersetzt wurden.[68][69][70]

Dreiteilung Libyens nach dem Zweiten Weltkrieg und während der UN-Treuhandverwaltung (1943/47-1951)
Die drei historischen Gouvernements Libyens (1951–1963)
Niger Tschad Sudan Ägypten Algerien Tunesien Munizip Bengasi Munizip al-Mardsch Munizip al-Dschabal al-Achdar Munizip Darna Munizip al-Butnan Munizip an-Nuqat al-Chams Munizip az-Zawiya Munizip Tripolis Munizip al-Dschifara Munizip al-Murgub Munizip Misrata Munizip Wadi al-Haya Munizip Sabha Munizip Surt Munizip Nalut Munizip al-Dschabal al-Gharbi Munizip Wadi asch-Schati' Munizip al-Wahat Munizip Ghat Munizip Murzuq Munizip al-Kufra Munizip al-Dschufra
Aktuelle Verwaltungsgliederung Libyens
(22 schaʿbiyyat; seit 2007)
شعبية Schaʿbiyya 2007 Einwohner 2006[71] Ziffer Hauptort Vorgänger
البطنان al-Butnan 159.536 1 Tobruk identisch
درنة Darna 163.351 2 Darna Darna und al-Quba
الجبل الاخضر al-Dschabal al-Achdar 203.156 3 al-Baida identisch
المرج al-Mardsch 185.848 4 al-Mardsch identisch
بنغازي Benghazi 670.797 5 Bengasi Bengasi und
al-Hizam al-Achdar
الواحات al-Wahat 177.047 6 Adschdabiya al-Wahat,
Adschdabiya
Norden von al-Kufra
الكفرة al-Kufra 50.104 7 al-Dschauf Nordstreifen abgetreten
an al-Wahat
سرت Surt 141.378 8 Surt Westgebiete abgetreten
an Misrata und al-Dschufra
مرزق Murzuq 78.621 22 Murzuk Nordostgebiet abgetreten
an al-Dschufra
سبها Sabha 134.162 19 Sabha identisch
وادي الحياة Wadi al-Haya 76.858 20 Awbari quasi identisch
مصراتة Misrata 550.938 9 Misrata Bani Walid und Misrata
المرقب al-Murgub 432.202 10 al-Chums Tarhuna Wa Msalata
und al-Murgub
طرابلس Tarabulus 1.065.405 11 Tripolis Munizip Tadschura’ wa-n-Nawahi al-Arbaʿ
und Tarabulus
الجفارة al-Dschifara 453.198 12 al-’Azīziyah
الزاوية az-Zawiya 290.993 13 az-Zawiya az-Zawiya,
Sabrata wa-Surman
und nördliches Yafran
النقاط الخمس an-Nuqat al-Chams 287.662 14 Zuwara identisch
الجبل الغربي al-Dschabal al-Gharbi 304.159 15 Gharyan Mizdah, Gharyan
und südliches Yafran
نالوت Nalut 93.224 16 Nalut Nalut und Ghadamis
غات Ghat 23.518 21 Ghat identisch
الجفرة al-Dschufra 52.342 17 Hon Gebietsgewinne von
Surt und Murzuq
وادي الشاطئ Munizip Wadi asch-Schati’ 78.532 18 Adiri identisch
Siehe auch: ISO 3166-2:LY

Gliederung 2001–2007[Bearbeiten]

Bis 2007 gab es in Libyen 32 Munizipien. Der arabische Begriff für eine libysche Verwaltungseinheit ist Scha’biya (Plural: Sha’biyat, englisch: Popularate). Bis 1983 wurde Libyen in zehn Gouvernements eingeteilt, seitdem fanden sehr oft Territorialreformen statt,[70] so

  • 1983: Gliederung in 46 Distrikte
  • 1987: Gliederung in 25 Baladiya
  • 1995: Gliederung in 13 Baladiya
  • 1999: Gliederung in 26 Schabiya
  • 2001: Gliederung in 32 Schabiya
  • 2007: Gliederung in 22 Schabiya
Verwaltungsgliederung in Libyen 2001–2007
Nr. شعبية Schabiya Einwohner
2003
Fläche
km²
1 إجدابيا Adschdabiya 165.839 91.620
2 البطنان al-Butnan 144.527 83.860
3 الحزام الاخضر al-Hizam al-Achdar 108.860 12.800
4 الجبل الاخضر al-Dschabal al-Achdar 194.185 7.800
5 الجفارة al-Dschifara 289.340 1.940
6 الجفرة al-Dschufra 45.117 117.410
7 الكفرة al-Kufra 51.433 483.510
8 المرج el Merdj 116.318 10.000
9 المرقب Munizip al-Murgub 328.292 3.000
10 النقاط الخمس an-Nuqat al-Chams 208.954 5.250
11 القبة Gubba 93.895 14.722
12 الواحات al-Wahat 29.257 108.670
13 الزاوية az-Zawiya 197.177 1.520
14 بنغازي Benghazi 636.992 800
15 بنى وليد Bani Walid 77.424 19.710
16 درنة Darnah 81.174 4.908
17 غات Ghat 22.770 72.700
18 غدامس Ghadamis 19.000 51.750
19 غريان Gharyan 161.408 4.660
20 مرزق Murzuq 68.718 349.790
21 مزدة Mesda 41.476 72.180
22 مصراتة Misratah 360.521 2.770
23 نالوت Nalut 86.801 13.300
24 تاجوراء والنواحي الأربع Munizip Tadschura’ wa-n-Nawahi al-Arbaʿ 267.031 1.430
25 ترهونة و مسلاته Tarhuna Wa Msalata 296.092 5.840
26 طرابلس Tarabulus 882.926 400
27 سبها Sabha 126.610 15.330
28 سرت Surt 156.389 77.660
29 صبراته و صرمان Sabratha Wa Surman 152.521 1.370
30 وادي الحياة Wadi al-Haya 72.587 31.890
31 وادي الشاطئ Munizip Wadi asch-Schati’ 77.203 97.160
32 يفرن Yafran 117.647 9.310
  ليبيا Libyen 5.678.484 1.775.060

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die libysche Wirtschaft war stark geprägt von planwirtschaftlichen Elementen mit Importverboten, Preiskontrollen und staatlich kontrollierter Verteilung. Seit der Revolution 1969 wurden sozialpolitische Maßnahmen ergriffen; Subventionierung der Grundnahrungsmittel, von Strom, Benzin und Gas, Wohnungsbauprogramme, Erhöhung der Mindestlöhne, seit 1973 Beteiligung der Arbeitnehmer an den Unternehmensgewinnen. Seit 1992 wurden allerdings verstaatlichte Immobilien wieder privatisiert. In der Folge dieser sozialpolitischen Maßnahmen war Libyen das Land mit dem geringsten Wohlstandsgefälle Afrikas. Der Bildungssektor wurde aufgebaut, es besteht Schulpflicht vom 6. bis 15. Lebensjahr, Schulbesuch ist kostenlos.

Ab 2002 verfolgte die libysche Regierung unter Muammar al-Gaddafi einen vorsichtigen Kurs der Liberalisierung, der sich in einem deutlich steigenden Wachstum bemerkbar macht. So lag das reale Wirtschaftswachstum seit 2003 regelmäßig über 5 %. 2005 betrug das reale Wachstum 6,3 %, das vorläufige Wachstum 2006 wurde mit 5,6 % angegeben, für 2007 wurden 9,2 % geschätzt und für 2008 wurden 8,8 % erwartet. Nicht zuletzt die deutliche Zunahme des Ölpreises erlaubt es der Regierung, die Reformen zu beschleunigen. Ende März 2007 wurde in Bengasi die erste Börse Libyens eröffnet. Die Regierung privatisierte die staatliche Sahara-Bank und beschloss weitere Privatisierungsmaßnahmen in der Wirtschaft. Libyen gehörte 2007 allerdings zu den korruptesten Ländern der Erde (Rang 146 von 178 laut Korruptionswahrnehmungsindex im Jahr 2010[72]) auf einem Niveau mit Kamerun, Elfenbeinküste, Haiti, Iran, Nepal, Paraguay und Jemen.

Da das Land über reiche Erdölvorkommen verfügt, entstanden 70 % des BIP im Jahr 2005 durch Erdöl und Erdgas. Alle anderen Wirtschaftszweige spielen dementsprechend eine untergeordnete Rolle: Landwirtschaft 2,9 %, Bergbau 0,8 %, verarbeitendes Gewerbe 1,4 %, Elektrizität, Gas, Wasser 0,7 %, Bau 3,3 %, Handel, Hotellerie und Gaststättengewerbe 5,3 %, Transport, Lagerhaltung und Kommunikation 3,7 %, öffentliche Dienstleistungen 8,6 %.

Die Arbeitslosenquote wurde 2004 mit 30 % angegeben. Die Inflationsrate lag 2008 bei 10,4 %, 2009 bei 2,0 %.[73]

Nach der libyschen Revolution 2011 und Sturz des Gadaffiregimes plant die neu gewählte Übergangsregierung bis 2015 die Einführung der Scharia. Zinsen sollen demnach verboten werden.[74]. Am 12. Oktober 2013 entführten regierungsnahe Milizen im Streit über die Verteilung der finanziellen Mittel in Libyen den Premier Ali Zeidan.[75]

Landwirtschaft[Bearbeiten]

In den wenigen landwirtschaftlich nutzbaren Gegenden an der Küste werden vor allem Weizen, Gerste, Gemüse, Oliven, Mandeln, Zitrusfrüchte und Datteln angebaut. Trotz der geringen landwirtschaftlichen Nutzfläche hat Libyens Dattelanbau an der Weltproduktion einen Anteil von 2–5 %. Auch der Olivenanbau hat an der Weltproduktion einen Anteil von 1–3 % (Stand 2006). Die Regierung forciert zudem seit Jahren eine Bewässerung von Feldern in der Wüste, die von vielen Umweltgruppen als umweltschädlich kritisiert wird.

Industrie[Bearbeiten]

Libyen hat die größten Erdöl-Reserven Afrikas. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die weitgehend verstaatlichte Wirtschaft Libyens auf den reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen basiert.

Die größten Zementfabriken Libyens sind die Werke von LCC und ACC. Nach Beendigung des US-Embargos im Jahre 2004 wurden in Libyen Niederlassungen von ABB, Siemens und von anderen internationalen Firmen wieder geöffnet. Aufgrund der Erdölförderung befinden sich außerdem vor allem an den Küstengebieten zahlreiche Raffinerien, sowie Textil- und Nahrungsmittelindustrie.

Im August 2013 ging die Öl Förderung in Libyen auf ein geschätztes Tief von 300.000 Barrel Erdöl pro Tag zurück.[76]

Außenhandel[Bearbeiten]

Exporte in 2010 wurden laut dem CIA factbook (nach Italien 32 %, Volksrepublik China 9 %, Spanien 9 %, Deutschland 8 %, und USA 5 %) in Höhe von 41,9 Mrd. US-$ erzielt. Unter dem Markennamen Tamoil betreibt Libyen in Deutschland, Italien und der Schweiz eigene Raffinerien und gleichnamige Tankstellennetze. Die weitere Industrie ist auf den Chemie-, Textil-, Möbel- und Baustoffsektor beschränkt.

Eingeführt (aus Italien 16,3 %, China 10,3 %, Türkei 10 %, Frankreich 6,8 %, Deutschland 6 %, Ägypten 6 %, Republik Korea 6 % und Tunesien 4 %) wurden Maschinen, Nahrungsmittel, Eisen und Stahl sowie Kraftfahrzeuge im Gesamtwert von 24,3 Mrd. US-$.

Tourismus[Bearbeiten]

Aufgrund der politischen Isolation in der Vergangenheit ist der Tourismus unbedeutend, hat aber großes Potential. Bisher nur spärlich besuchte Touristenziele wie die antiken Städte Leptis Magna, Sabrata und Kyrene, berühmte Oasenstädte wie Ghadames sowie viele mesolithische Felsmalereien in der südlichen Wüste könnten von der neuerlichen politischen Öffnung des Landes profitieren.

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 35,9 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 35,1 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 1,3 % des BIP.[73]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 4 Mrd. US-Dollar oder 6,5 % des BIP.[73]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Am 30. Januar 2012 warnte der IWF, die Regierungsfinanzen seien in einem „gefährlichem“ Zustand. Im Budget für das Jahr 2012 gibt es ein Defizit von 10 Mrd. US-Dollar, die Regierung hat Schwierigkeiten die Gehälter zu zahlen und Energie-Rechnungen zu begleichen. Laut dem Vorsitzenden des Übergangsrates betrugen die Einkünfte aus dem Ölgeschäft in den vorangegangenen fünf Monaten nur 5 Mrd. US-Dollar, die Kosten für Gehälter und Energie betrügen pro Jahr aber 14 Mrd. US-Dollar. Von den durch die Sanktionen eingefrorenen und wieder freigegeben 100 Mrd. US-Dollar seinen erst 6 Mrd. US-Dollar wieder im Land; man arbeite daran, auch den Rest zu erhalten. Gleichzeitig bereite man zusammen mit den lokalen Räten die organisatorischen Strukturen vor, damit öffentliche Angestellte bezahlt werden könnten, sobald das Geld da sei. Man rechne damit, dass dieser Prozess bis zum 17. Februar 2012 abgeschlossen sei.[63]

Am 6. Februar 2012 wurde bekannt, dass mehrere Millionen Dollar aus dem eingefrorenen und mittlerweile wieder freigegebenen Vermögen der Familie Gaddafi von korrupten Offiziellen der neuen Regierung gestohlen und in Koffern über Häfen außer Landes geschmuggelt wurden. Finanzminister Hassan Siglam drohte mit seinem Rücktritt, falls die Regierung nicht entweder die Kontrolle über die Häfen übernimmt oder den Rückfluss der eingefrorenen Gelder suspendiert.[78]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Infrastruktur Libyens

Verkehr[Bearbeiten]

Libyen verfügt über Häfen in Tobruk (Naturhafen), Tripolis, Bengasi, Misurata, Mersa Brega sowie über mehrere Erdölverschiffungshäfen.

Als internationale Flughäfen gibt es den Tripoli International Airport, den Flughafen Mitiga und den Flughafen Bengasi. Das Land hat mit etwa 47.600 km asphaltierten Straßen und etwa 35.600 km Pisten eine für die Region vergleichsweise sehr gute Infrastruktur.

Zwei existierende Schmalspurstrecken in Tripolis und Bengasi wurden 1965 eingestellt. Aktuell wird in Libyen ein völlig neues Schienennetz in Normalspur errichtet, das langfristig küstennah die Lücke im Schienennetz Nordafrikas zwischen Tunesien und Ägypten schließen soll. Zunächst wird der Abschnitt zwischen Sirte und Bengasi zweigleisig gebaut, auf dem zuerst dieselgetriebene Züge verkehren sollen; später soll die Strecke elektrifiziert werden. Die Strecke soll mit ETCS ausgerüstet werden. Neben der Küstenbahn wird eine fast 1.000 km lange Strecke in Richtung Niger gebaut.

Bewässerung[Bearbeiten]

Der See Umm al-Maʾ in Libyen

1984 begann Libyen mit der systematischen Förderung der eiszeitlichen Süßwasservorkommen in der Sahara. Mit dem Great-Man-Made-River-Projekt startete das bisher größte Süßwasserprojekt der Welt. Damit möchte sich das Land nicht nur von Lebensmittelimporten unabhängig machen, sondern auch zu einem Agrarexportstaat werden. Laut Gaddafi gibt es zum GMMR-Projekt für die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung keine Alternative. Fraglich ist jedoch die mittelfristige Kostenentwicklung angesichts der enormen Bau- und Wartungskosten. Unstrittig ist, dass das GMMR-Projekt eine gewaltige Bildungs- und Infrastrukturmaßnahme darstellt und Libyens ökonomische Stabilität nach Versiegen der Ölquellen gewährleistet, wobei bis heute ungewiss ist, wie groß die unterirdischen Süßwasservorkommen sind und somit die Dauer und das Funktionieren des Projekts. Durch den Sturz Gaddafis und der Machtübernahme der Rebellen 2011 ist die Fortführung dieser Politik nun jedoch fraglich.

Atomprogramm[Bearbeiten]

In den 1970er Jahren wollte Libyen einen Reaktor von der Sowjetunion kaufen und das Kernkraftwerk Sirt bauen lassen. Die Planungen wurden jedoch gestoppt.

In der Folge arbeitete auch Libyen an der Entwicklung eigener Nuklear(waffen)technik. So gestand Abdul Kadir Khan, der „Vater der islamischen Atombombe“ und Chefentwickler des pakistanischen Atomwaffenprogramms, 2004 gegenüber dem pakistanischen Geheimdienst, in der Vergangenheit auch Libyen mit geheimen Atomwaffenplänen versorgt zu haben.[79]

Nachdem der libysche Staatschef Gaddafi im Dezember 2003 den Verzicht des Landes auf Massenvernichtungswaffen erklärte, räumte Libyen mit der Unterzeichnung des sogenannten Zusatzprotokolls zum Atomwaffensperrvertrag am 10. März 2004 der Internationalen Atomenergie-Organisation umfassende Kontrollmöglichkeiten der Nuklearanlagen des Landes ein.

Im Juli 2007 unterzeichneten Gaddafi und der damalige französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine Absichtserklärung über den Bau eines Kernkraftwerks.[80]

Telekommunikation[Bearbeiten]

Der Telekommunikationssektor untersteht vor allem der 1984 gegründeten staatlichen Gesellschaft General Posts and Telecommunications Company (GPTC), welche noch bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges von Gaddafis ältestem Sohn Mohammed geführt wurde.[81]

Die Anzahl der Festnetzanschlüsse im Land stieg von 105.000 Anschlüsse im Jahr 1974[81] auf 1,28 Millionen im Jahr 2009 an.[82] Die beiden größten Städte Tripolis und Bengasi sind seit 1971 durch ein Seekabel miteinander verbunden, 1999 wurde eine Glasfaserkabelverbindung entlang der Küste zwischen Zuwara und Tobruk von Alcatel installiert.[81] Weiterhin bestehen internationale Verbindungen nach Italien, Malta und Frankreich sowie eine direkte Telefonverbindung nach Tunesien.[81] Ein geplantes Seekabel zwischen Libyen und Griechenland war für 2011 geplant, die Vollendung des Projektes verzögerte sich aber aufgrund des Bürgerkrieges, die Fertigstellung erfolgte dann im Januar 2013.[83]

Seit 1997 existiert im Land ein Mobilnetzwerk[81]. 2009 hatte das Land 10,9 Millionen Nutzer[82], verteilt auf die beiden Gesellschaften al-Madar und Libyana. Als die Regierung zu Beginn der Aufstände im Februar 2011 die Verbindungen zum Osten des Landes abschaltete, übernahmen Aktivisten im April 2011 Teile des Libyana-Netzes und gründeten eine eigene Gesellschaft, welche sie Libyana al Hura (Freies Libyana) nannten.[84]

Die Anzahl der Internetnutzer wurde 2009 mit 353.900 Nutzern angegeben,[82] die 1997 gegründete Libya Telecom and Technology (LTT), eine Tochtergesellschaft der GPTC, ist der einzige Internetanbieter des Landes.[85] Während des Bürgerkrieges kam es immer wieder zu Störungen und Ausfällen, erst nach der Eroberung von Tripolis konnten alle Verbindungen wiederhergestellt werden, aufgrund der zerstörten Infrastruktur und der steigenden Nutzung blieb die Geschwindigkeit jedoch sehr niedrig. Der von Akami veröffentlichte State of the Internet report 2011 stufte Libyen als Land mit dem langsamsten Internetzugang der Welt ein.[85][86] Im Juli 2012 entschied die Regierung, den Internet-Markt für private Unternehmen zu öffnen. Damit soll das Monopol der staatlichen LTT beendet werden.[86]

Literatur[Bearbeiten]

  • Burchard Brentjes: Die Mauren. Der Islam in Nordafrika und Spanien (642–1800). Koehler & Amelang, Leipzig 1989, ISBN 3-7338-0088-5.
  • Burchard Brentjes: Libyens Weg durch die Jahrtausende. Urania-Verlag, Leipzig 1982, Best.-Nr.: 6537209.
  • Ali Abdullatif Ahmida: The Making of Modern Libya: State Formation, Colonization, and Resistance, 1830–1932. (Suny Series in the Social and Economic History of the Middle East) [Taschenbuch], State University of New York Press, 1994, ISBN 0-7914-1762-X.
  • David Steinke: Libyen. ReiseHandbuch. 5., überarb. Auflage. Conrad Stein Verlag, Struckum 2002, ISBN 3-89392-268-7.
  • Ines Kohl: Tuareg in Libyen. Reimer, Berlin 2006.
  • Florian Harms:Libyen. Land zwischen Wasser und Wüste. Brandstätter, Wien 2006.
  • Dirk Vandewalle: A History of Modern Libya. [Taschenbuch], Cambridge University Press, 2006, ISBN 0-521-61554-2.
  • Jacqueline Passon: Zwischen Kulturstätten und Wüstensand – Libyen öffnet sich für den Tourismus. Berlin 2009.
  • Fritz Edlinger, Erwin Ruprechtsberger (Herausg.): Libyen: Geschichte – Landschaft – Gesellschaft – Politik. [Broschiert], Promedia, Wien 2010, ISBN 3-85371-307-6.
  • Joachim Willeitner: Libyen. Tripolitanien, Syrtebogen, Fezzan und die Kyrenaika (Du-Mont-Kunst-Reiseführer), DuMont-Reiseverlag, 4., aktualisierte Auflage, Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7701-4876-9.
  • John Wright: A History of Libya. [Taschenbuch], Hurst C & Co Publishers 2010, ISBN 1-84904-041-9.
  • Fritz Edlinger (Herausg.): Libyen: Hintergründe, Analysen, Berichte. [Broschiert], Promedia, Wien 2011, ISBN 978-3-85371-330-3.
  • Paolo Sensini : Es war einmal Libyen (mit einem Vorwort von G.Martinelli, Bischof von Tripolis). Zambon Verlag, Frankfurt a.M. 2012, ISBN 978-3-88975-202-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Libyen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Libyen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Libyen – in den Nachrichten
 Wikimedia-Atlas: Libyen – geographische und historische Karten
 Wikivoyage: Libyen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Libysches Parlament wählt seinen Präsidenten, FAZ, 5. August 2014
  2. Libyens Parlament bestätigt neue Regierung, Blick.ch, 29. September 2014
  3. CIA World Factbook Libya (Englisch) Schätzung Juli 2013
  4. http://www.wolframalpha.com/input/?i=Libyen
  5. Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  6. Human Development Index, abgerufen am 10. Oktober 2013
  7. http://www.aawsat.com/details.asp?section=1&article=712393&issueno=12461#
  8. Bruno Massa: Annotated Check-List of Orthoptera of Libya, in: Journal of Orthoptera Research 18 (2009) 75-93.
  9. a b c d e  Meyers Großes Länderlexikon. Meyers Lexikonverlag, Mannheim 2004.
  10. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatCIA World Fact Book Libyen. Abgerufen am 2. November 2011.
  11. Summary prepared by the Office of the High Commissioner for Human Rights in accordance with paragraph 15 (c) of the annex to Human rights Council resolution 5/1: Libyan Arab Jamahiriya (PDF; 77 kB)
  12. Thomas Hüsken: Politische Kultur und die Revolution in der Kyrenaika; Awni S. Al-Ani: Libyen, Tochter der UNO, in: Fritz Edlinger (Hg.), Libyen, Wien 2011, ISBN 978-3-85371-330-3, S. 63, 110
  13. The EFA 2000 Assessment: Country Reports. Libyan Jamahiriya.
  14. Literacy Rates of the World. Abgerufen am 9. August 2011.
  15. a b Revolutionäre Spinner: Wie deutsche und österreichische Grüne nach Tripolis pilgerten und sich von Gaddafi sponsern ließen, profil, 12. März 2011
  16. Libya pledges to treat victims of war Nachrichtenportal magharebia.com am 14. Februar 2012.
  17. Jordan hospitals struggle with Libya patients Al Jazeera am 4. Februar 2012.
  18. UN Resolution 289 IV: „Question of the Disposal of the former Italian Colonies“, 21. Nov. 1949
  19. Text der Constitutional Proclamation 1969/1992
  20. Text der Declaration on the Establishment of the Authority of the People
  21. Der Nationale Übergangsrat Libyens. 22. August 2011, abgerufen am 23. August 2011.
  22. a b Imed Lamloum: Libya’s NTC adopts election law, drops women quota AFP am 29. Januar 2012.
  23. High National Election Commission: Press Release 16. Juni 2012, abgerufen 30. Juni 2012
  24. Fragiler Stabilisierungs- und Demokratisierungsprozess auf den Seiten des Auswärtigen Amts.
  25. Vize-Ministerpräsident in Libyen zum Regierungschef gewählt, Reuters vom 13. September 2012 (abgerufen am 15. September 2012).
  26. http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-04/libyen-wahl-parteien
  27. Entwurf für Wahlgesetz: Wie Libyen den Geist Gaddafis vertreiben will in Spiegel-Online vom 6. Januar 2012.
  28. http://www.dw.de/dw/article/0,,15923329,00.html
  29. https://de.nachrichten.yahoo.com/chaos-und-k-mpfe-vor-erster-parlamentssitzung-libyen-161836380.html
  30. a b Beunruhigende Nachrichten aus Libyen in der Basler Zeitung am 3. Januar 2012.
  31. Sherifa Zuhur: Gender, Sexuality and the Criminal Laws in the Middle East and North Africa: A Comparative Study. 2005. (PDF)
  32. Libyan Trial Shows Judicial Chaos AP-Bericht auf ABC News am 15. Februar 2012.
  33. http://orf.at/stories/2209097/
  34. http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.libyen-amnesty:-mindestens-zwoelf-folter-tote-in-libyen.e7f50356-2a80-4a86-a711-b0de5c1830d0.html
  35. Sebastian Gierke: Schwarzafrikaner leiden unter Rachgier der Rebellen. Süddeutsche Zeitung.
  36. Dutzende Tote bei Stammeskämpfen in Libyen. Welt Online 27. März 2012
  37. http://www.opendoors-de.org/verfolgung/laenderprofile/libyen/
  38. http://www.welt.de/politik/ausland/article114060950/Salafisten-aetzen-Christen-offenbar-Kreuze-aus-Haut.html
  39. Alfred Hackensberger: Beginnt in Libyen eine Konterrevolution? in: Die Welt vom 25. Januar 2012.
  40. Misrata: Foltervorwürfe gegen libysche Sicherheitskräfte
  41. Libyscher Ex-Botschafter offenbar zu Tode gefoltert in der Welt am 3. Januar 2012.
  42. http://www.reporter-ohne-grenzen.de/ranglisten/rangliste-2013/
  43. Libyens Rebellen eröffnen Botschaft in Washington, abgerufen am 3. August 2011
  44. http://english.aljazeera.net/programmes/insidestory/2011/08/2011828101018236465.html
  45. Neuer libyscher Botschafter für DeutschlandVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter — Exklusiv-Meldung der ftd 25. August 2011
  46. Welt Online, 16. September 2011, UN-Vollversammlung erkennt Übergangsrat in Libyen an
  47. Libya — Embassies and Consulates. Abgerufen am 9. August 2011.
  48. Inbetriebnahme des ersten panafrikanischen Satelliten Rascom QAF in Libyen. Abgerufen am 9. August 2011.
  49. Afrikaner als Sündenböcke: Pogrome in Libyen. Abgerufen am 9. August 2011.
  50. Gutschker, Thomas: Blechfaust vor Betonbunker. Online-Angebot der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Abgerufen am 7. März 2011.
  51. http://www.welt.de/politik/ausland/article13570593/Das-geheime-Leben-der-Hana-Gaddafi.html
  52. The German Problem, William Safire, New York Times, 2. Januar 1989
  53. Das deutsche Erbe in Libyens Wüste, Der Tagesspiegel, 2. März 2011
  54. Schiffsdaten bei maritime-connector.com
  55. Antoine Vitkine, Gaddafi - Our Best Enemy, Frankreich 2010; englische Fassung, ausgestrahlt auf SBS, 1'0720-1'1743
  56. Ingenieure des Todes, SPIEGEL online, 14. Februar 2005
  57. U.S. Department of State: Country Reports on Terrorism 2008.
  58. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. März 2011, S. 4.
  59. Libya: Background and U.S. Relations (PDF; 494 kB), Seite 27
  60. Libya to include rebels in military from January Reuters am 26. Dezember 2011
  61. Libya sees $10 bln budget deficit in 2012- paper Reuters am 2. Februar 2012.
  62. David D. Kirkpatrick: Fighting May Outlast the Revolution in der New York Times am 1. November 2011.
  63. a b Libya sees $10 bln budget deficit in 2012- paper Reuters am 2. Februar 2012.
  64. http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-04/libyen-ministerum-besetzung
  65. http://www.n-tv.de/politik/Libyen-verbannt-Gaddafi-Treue-aus-Aemtern-article10593911.html
  66. Konrad Schliephake, Demographie und Arbeitsmarkt im Rentier-Staat. Das libysche Beispiel; in: Fritz Edlinger (Hg.), Libyen, Wien 2011, ISBN 978-3-85371-330-3, S. 32 f.
  67. Eva Bund/Konrad Schliephake, Libyens Bevölkerung. Eine demografische und kartografische Skizze, in: Fritz Edlinger, Erwin M. Ruprechtsberger (Hg.): Libyen. Geschichte-Landschaft-Gesellschaft-Politik, Wien 2009, ISBN 978-3-85371-307-5, S. 204 f.
  68. شعبيات الجماهيرية العظمى Schaʿbiyyat der Großen Dschamahiriya, abgerufen am 10. Mai 2009 (arabisch)
  69. Libsche Bevölkerungsstatistik. Geohive, abgerufen am 30. Oktober 2009 (en, ar).
  70. a b Municipalities of Libya. Statoids.com, abgerufen am 30. Oktober 2009.
  71. Libyan General Information Authority, abgerufen 22. Juli 2009
  72. http://www.transparency.de/Tabellarisches-Ranking.1745.0.html
  73. a b c d e The World Factbook
  74. http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/libyens-banken-muessen-bald-zinsen-abschaffen-1.18103385
  75. derstandard.at "Die Regierung ist zu schwach, um den Premier zu schützen" http://derstandard.at/1381368257784/Libyen-Regierung-zu-schwach-um-Premier-zu-schuetzen abgerufen am 12. Oktober 2012
  76. giz.de Libyen / Wirtschaft & Entwicklung http://liportal.giz.de/libyen/wirtschaft-entwicklung abgerufen am 17. Oktober 2013
  77. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  78. Maggie Michael: A year after uprising, militias hold sway in Libya AP-Artikel auf US-News am 17. Februar 2012
  79. Süddeutsche Zeitung: Pakistan: Atomwissenschaftler Khan: „Ich habe mein Land vor nuklearer Erpressung geschützt“; 17. Mai 2011
  80. Süddeutsche Zeitung: Abkommen mit Frankreich − Libyen erhält Atomreaktor; 26. Juli 2007
  81. a b c d e Telekommunikation in Libyen auf http://libyen.com/ (abgerufen am 22. Juli 2012)
  82. a b c CIA World Fact Book (abgerufen am 22. Juli 2012)
  83. Third Libyan undersea broadband cable goes live
  84. Rebellen bauen eigenes Handy-Netz auf, Spiegel Online (abgerufen am 22. Juli 2012).
  85. a b Beyond LTT: The State of Libya’s Internet (abgerufen am 30. Juli 2012).
  86. a b ISP market to be opened up, Libya Herald vom 27. Juli 2012. (abgerufen am 30. Juli 2012)

26.0518.2Koordinaten: 26° N, 18° O