Fiener Bruch

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Fiener Bruch; Zitzer Hauptgraben, recht im Hintergrund der Südhang der Karower Platte

Das Fiener Bruch ist eine ausgedehnte, flache Niederungslandschaft, die sich vom Jerichower Land im Nordosten Sachsen-Anhalts bis in den Landkreis Potsdam-Mittelmark im Westen Brandenburgs erstreckt. Es liegt vollständig innerhalb des Baruther Urstromtales zwischen dem Hohen Fläming im Süden und der Karower Platte im Norden.

Das Fiener Bruch ist ein international bedeutsamer Rastplatz für Zugvögel. Hier werden beispielsweise während des Frühjahrszug des Goldregenpfeifers bis zu 10.000 Vögel dieser Art gezählt.[1] Im Herbst können hier bis zu 40.000 Kiebitze beobachtet werden.[2] Ein Teil des Bruchs ist als gleichnamiges Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Mit den Belziger Landschaftswiesen, die sich östlich des Fiener Bruches befinden, sowie mit den Flemmingwiesen östlich der Talenge von Luckenwalde und dem Oberspreewald bildet das Bruch eine der historischen Niederungslandschaften im Baruther Urstromtal.

Das Bruch ist zum größten Teil vermoort. Auf dem Torf stockte ursprünglich ein Bruchwald. Nach der Entwässerung des Bruches und seiner Rodung findet man heute großflächig Wiesen. Das Bruch wird heute größtenteils als Grünland genutzt.

Durchschnittlich leben im Fiener Bruch nur 13 Menschen auf einem Quadratkilometer. Größere Orte sind Ziesar in Brandenburg und Genthin in Sachsen-Anhalt.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Namensteil Fiener geht auf Urkunden zu Beginn des zweiten Jahrtausends zurück. 1009 war in einer Urkunde von „Uinár“, 1178 von „Vinre“ die Rede. 1574 war von „ab amne Finna influente“ die Rede. Somit änderte sich U zu V und später zu F. Es wird angenommen, dass es sich ursprünglich um die Bezeichnung eines Gewässers, der Gloine beziehungsweise des Gloiner Bachs handelte, die später auf das Tal angewandt wurde. Der Name wird einem vorgermanischen Ursprung zugeordnet. Die entsprechende indogermanische Wurzel bedeutet soviel wie drehen oder biegen.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Simon Delany, Derek Scott, Tim Dodman, David Stroud (Hrsg): An Atlas of Wader Populations in Africa and Western Eurasia. Wetlands International, Wageningen 2009, ISBN 978-90-5882-047-1, S. 185
  2. Simon Delany, Derek Scott, Tim Dodman, David Stroud (Hrsg): An Atlas of Wader Populations in Africa and Western Eurasia. Wetlands International, Wageningen 2009, ISBN 978-90-5882-047-1, S. 128
  3. Sebastian Kinder und Haik Thomas Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 279.

52.31666666666712.25Koordinaten: 52° 19′ 0″ N, 12° 15′ 0″ O