Fiener Bruch

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Karte karower platte fiener bruch.svg
Fiener Bruch; Zitzer Hauptgraben, recht im Hintergrund der Südhang der Karower Platte

Das Fiener Bruch ist eine ausgedehnte, flache Niederungslandschaft, die sich vom Jerichower Land im Nordosten Sachsen-Anhalts bis in den Landkreis Potsdam-Mittelmark und die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel im Westen Brandenburgs erstreckt. Es liegt vollständig innerhalb des Baruther Urstromtales zwischen dem Hohen Fläming im Süden und der Karower Platte im Norden.

Das Fiener Bruch ist ein international bedeutsamer Rastplatz für Zugvögel. Hier werden beispielsweise während des Frühjahrszug des Goldregenpfeifers bis zu 10.000 Vögel dieser Art gezählt.[1] Im Herbst können hier bis zu 40.000 Kiebitze beobachtet werden.[2] Ein Teil des Bruchs ist als gleichnamiges Naturschutzgebiet ausgewiesen. Weiterhin ist das Bruch einer der wenigen Rückzugsorte der äußerst seltenen und vom Aussterben bedrohten Großtrappen. 2012 wurden im Fiener Bruch 33 Tiere gezählt.

Mit den Belziger Landschaftswiesen, die sich einige Kilometer südöstlich des Fiener Bruches befinden, sowie mit den Flemmingwiesen östlich der Talenge von Luckenwalde und dem Oberspreewald bildet das Bruch eine der historischen Niederungslandschaften im Baruther Urstromtal.

Das Bruch ist zum größten Teil vermoort. Auf dem Torf stockte ursprünglich ein Bruchwald. Nach der Entwässerung des Bruches und seiner Rodung findet man heute großflächig Wiesen. Das Bruch wird heute größtenteils als Grünland genutzt. Fließgewässer im Bruch sind die Buckau mit ihren Nebenflüssen, Buckauer Hauptgraben (im Oberlauf als Kobser Bach), der Hauptgraben, der Zitzer Landgraben, der Karower Landgraben, die Holzbuckau und das Verlorenwasser.

Durchschnittlich leben im Fiener Bruch nur 13 Menschen auf einem Quadratkilometer, wobei eher die Ränder besiedelt sind. Orte am Bruch sind das zu Brandenburg an der Havel gehörende Mahlenzien, Boecke in Wenzlow, die zu Rosenau gehörenden Dörfer Viesen, Rogäsen und Zitz, Karow, welches zur Stadt Jerichow gehört und die Genthiner Ortsteile Tucheim und Fienerode.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Namensteil Fiener geht auf Urkunden zu Beginn des zweiten Jahrtausends zurück. 1009 war in einer Urkunde von „Uinár“, 1178 von „Vinre“ die Rede. 1574 war von „ab amne Finna influente“ die Rede. Somit änderte sich U zu V und später zu F. Es wird angenommen, dass es sich ursprünglich um die Bezeichnung eines Gewässers, der Gloine beziehungsweise des Gloiner Bachs handelte, die später auf das Tal angewandt wurde. Der Name wird einem vorgermanischen Ursprung zugeordnet. Die entsprechende indogermanische Wurzel bedeutet soviel wie drehen oder biegen.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

  1. Simon Delany, Derek Scott, Tim Dodman, David Stroud (Hrsg): An Atlas of Wader Populations in Africa and Western Eurasia. Wetlands International, Wageningen 2009, ISBN 978-90-5882-047-1, S. 185
  2. Simon Delany, Derek Scott, Tim Dodman, David Stroud (Hrsg): An Atlas of Wader Populations in Africa and Western Eurasia. Wetlands International, Wageningen 2009, ISBN 978-90-5882-047-1, S. 128
  3. Sebastian Kinder und Haik Thomas Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 279.

52.31666666666712.25Koordinaten: 52° 19′ 0″ N, 12° 15′ 0″ O