Luckenwalde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Luckenwalde
Luckenwalde
Deutschlandkarte, Position der Stadt Luckenwalde hervorgehoben
52.08972222222213.17333333333348Koordinaten: 52° 5′ N, 13° 10′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Teltow-Fläming
Höhe: 48 m ü. NHN
Fläche: 46,75 km²
Einwohner: 20.185 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 432 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14943
Vorwahl: 03371
Kfz-Kennzeichen: TF
Gemeindeschlüssel: 12 0 72 232
Stadtgliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 10
14943 Luckenwalde
Webpräsenz: www.luckenwalde.de
Bürgermeisterin: Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD)
Lage der Stadt Luckenwalde im Landkreis Teltow-Fläming
Am Mellensee Baruth/Mark Blankenfelde-Mahlow Dahme Dahmetal Großbeeren Ihlow (Fläming) Jüterbog Luckenwalde Ludwigsfelde Niederer Fläming Niedergörsdorf Nuthe-Urstromtal Rangsdorf Trebbin Zossen BrandenburgKarte
Über dieses Bild

Luckenwalde in Brandenburg ist die Kreisstadt des Landkreises Teltow-Fläming. Luckenwalde besaß große Bedeutung als Industriestadt, seit der Deutschen Wiedervereinigung entwickelt sich der Tourismus zum wirtschaftlichen Schwerpunkt der Stadt und ihrer Umgebung.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Laubwald im Elsthal

Luckenwalde liegt etwa 50 Kilometer südlich von Berlin, was durch den Merkspruch Luckenwalde, Luckenkien, 50 Kilometer vor Berlin. ausgedrückt wird. Nördlich von Luckenwalde liegt Trebbin, südlich Jüterbog, östlich Baruth/Mark und westlich Treuenbrietzen. In der Nähe des Marktturms beträgt die Höhe über dem Meeresspiegel 49 Meter, bei den Weinbergen westlich des Zentrums sind es 77 Meter.

Geografischer Überblick und Geologie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt in einer Bucht des Baruther Urstromtals, welches hier weit nach Süden ausgreift und mit einer unscharfen Grenze bei Kloster Zinna in den weiter südlich gelegenen Fläming übergeht. Dieser sanfte Übergang hat mit seiner Verkehrsgunst die Entstehung der Stadt sicher gefördert. Einige Kilometer südwestlich (Keilberg) und südöstlich (Golmberg) der Stadt ist die Grenze jedoch sehr scharf ausgebildet.

Durch das Stadtgebiet verläuft die Brandenburger Eisrandlage. Diese Linie markiert den weitesten Vorstoß des skandinavischen Inlandeises während der jüngsten Eiszeit (der Weichseleiszeit) nach Süden. Die Weinberge, obwohl im Kern schon während der älteren Saaleeiszeit angelegt, sind eine Endmoräne dieses Eisvorstoßes. Die Abdachung der Weinberge nach Westen bildet die dazugehörige Sanderfläche. Auf den Weinbergen hat man in Ton- und Sandgruben sowohl die älteren saalezeitlichen Ablagerungen (meist toniger Geschiebemergel) als auch die jüngeren, sandigen weichselzeitlichen Sedimente abgebaut.

Dennoch ist die Landschaft in und um Luckenwalde im Wesentlichen durch das Urstromtal geprägt, sandig bis moorig und recht eben. Der Schmelzwasserabfluss im Urstromtal hat bis auf die Weinberge alle anderen Zeugnisse des Eisvorstoßes wieder abgetragen bzw. verschüttet. Während die älteren Abflüsse im Urstromtal noch nach Westen gerichtet waren, erfolgte die jüngere Entwässerung schon nach Norden. Die Nuthe folgt heute dieser von den Schmelzwässern des Eises vorgegebenen Richtung. Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass der Lauf der Nuthe in prähistorischer Zeit zunächst westlich der Stadt verlief und sie damals weiter in Richtung des Pfefferfließes floss. Entsprechende Altläufe der Nuthe sind südlich und südwestlich der Stadt bis heute erhalten. Erst später nahm sie ihren Lauf östlich der Weinberge durch das heutige Stadtgebiet ein, wobei der genaue Zeitpunkt des Umschwenkens noch nicht bestimmt wurde.

Das sonst recht ebene Urstromtal wird durch Binnendünen merklich belebt, die vor allem in der ausgehenden Eiszeit aufgeweht wurden. Am Südrand der Stadt beginnt mit den Rauhen Bergen solch ein Flugsandgebiet. Eine Besonderheit ist die aktive Binnendüne auf dem ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz Zinna, wenige Kilometer südlich der Stadt. Die vorher bewachsene Düne wurde durch das Militär (wahrscheinlich ein Waldbrand) wieder aktiviert und ist bis heute in Bewegung (ca. 1 m pro Jahr).

Wie der Beiname Luch im Walde schon andeutet, war Luckenwalde von großen Waldgebieten umgeben. Auch heute noch findet sich viel Wald in Luckenwaldes Umgebung. Die Laubwälder in Luckenwaldes Umgebung, auf Sanderflächen auch Kiefern, gehen direkt in eines der größten Forstgebiete in Brandenburg über.

Ein Wehr am Königsgraben, einem Seitenkanal der Nuthe.

Durch Luckenwalde fließt die Nuthe. Diese führte oft zu Hochwasser im Luckenwalder Stadtgebiet oder der Umgebung, die letzte große Überflutung in der Stadt war 1941. Daher wurden Wehre und Kanäle angelegt und der Flusslauf begradigt. Einige Kanäle sind der Königsgraben, der Röthegraben durch den Park und der Dämmchengraben. Im Mittelalter war die Nuthe mit Kähnen von Luckenwalde bis zur Mündung in die Havel schiffbar. Der Fluss war damals bis zu 40 Meter breit. Heute ist die Nuthe im Luckenwalder Stadtgebiet durch die meliorativen Maßnahmen auf einen zwei Meter breiten und einen halben bis 1 Meter tiefen Fluss kanalisiert.

Die Wälder und Wiesen sind Nahrungsquelle für Schwarzwild, Rehwild und Feldhasen. Das Wahrzeichen Brandenburgs, der Rote Milan ist hier auch beheimatet.

Luckenwalde liegt am Rand des Naturparks Nuthe-Nieplitz.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Luckenwalde hat nach der Eingemeindung der Gemeinden Frankenfelde und Kolzenburg am 5. Dezember 1993 die zwei Ortsteile Frankenfelde und Kolzenburg.[2]

Naturdenkmale[Bearbeiten]

Siehe Liste der Naturdenkmale in Luckenwalde

Geschichte[Bearbeiten]

Ur- und Frühgeschichte[Bearbeiten]

Die Anwesenheit von Menschen in dieser Gegend ist durch archäologische Funde in der Umgebung seit der mittleren Steinzeit (Mesolithikum) belegbar. In der Römischen Kaiserzeit (etwa ab Christi Geburt) war die Gegend von Luckenwalde Siedlungsgebiet der germanischen Semnonen. Burgunden zogen während der Völkerwanderungszeit durch das Gebiet nach Westen.

Der Ort Lugkin im frühen und hohen Mittelalter[Bearbeiten]

Seit dem späten 7. und 8. Jahrhundert siedelten aus Ostmitteleuropa eingewanderte Slawen in Brandenburg und der Niederlausitz. Das vergleichsweise dünn besetzte Gebiet um Plane, Nieplitz und Nuthe tritt später als pagus Ploni (Gau) in den Quellen auf und gehörte wahrscheinlich zum Siedlungsgebiet der Heveller. Bis zum Beginn der hochmittelalterlichen Ostsiedlung im 12. und 13. Jahrhundert und noch weit darüber hinaus prägten Slawen die lokale Geschichte.

An der Stelle, an der heute Luckenwalde liegt, existierte der slawische Ort Lugkin. Aus Lugkin wurde später die deutsche Bezeichnung Luckenwalde. Dabei bedeutet Lug Bucht, Biegung oder Bogen. Dies bezieht sich auf die Lage in einer Bucht des Baruther Urstromtals und auf den Flusslauf der Nuthe. Eine andere Deutung führt die Silbe Lug auf den ebenfalls slawischen Begriff Luch, der für eine feuchte Niederung steht, zurück.

Wahrscheinlich im frühen 10. Jahrhundert wurde eine hölzerne Burg mit Wall, Palisadenzaun und drei wasserführenden Gräben errichtet. Der innere Durchmesser dürfte etwa 60 bis 80 Meter betragen haben. Um das Jahr 1007 geriet Lugkin unter die Vorherrschaft des expandierenden Piastenstaats. In der Mitte des 12. Jahrhunderts – während des Wendenkreuzzugs – gelangte Lugkin unter die Vorherrschaft der Wettiner. Die slawische Burg wurde geschleift und durch neue Anlagen in Stein ersetzt.

Erste Erwähnung[Bearbeiten]

Die Burganlage wurde am 28. Dezember 1216 durch das Bistum Brandenburg als Lukenwalde erstmals urkundlich erwähnt. Sie bildete das Zentrum eines Burgwardbezirks. Der noch heute existente Marktturm war ein Teil jener Burganlage.

Kloster Zinna und Entwicklung zur Handelsstadt[Bearbeiten]

Kloster Zinna

1285 kaufte das Zisterzienserkloster Zinna den Ort und die Burg. Bis dahin waren diese im Besitz der magdeburgischen Ministerialen von Richow. Der Ort wurde als Oppidum (befestigte Marktsiedlung) bezeichnet.

Luckenwalde lag am Kreuzungspunkt zweier wichtiger Straßen. Der Salztransport aus Halle in Richtung Berlin lief über Luckenwalde.

Luckenwalde begann verstärkt und erfolgreich Bier zu brauen und zu verkaufen. Laut Theodor Fontane schien das Nuthefließ nur dazu da zu sein, um in die (Luckenwalder) Bottiche und Braupfannen zu fließen. Dies führte zu einer Beschwerde durch die Stadt Jüterbog, welche sich in ihren Stadtrechten beschnitten sah. Der Streit um das Bier hatte eine lange Fehde mit Jüterbog zur Folge, der laut Fontane am liebsten handfest auf allen Kirchweihen ausgetragen wurde und Jüterboger Spottverse hervorbrachte wie: Lieber die Rute, als Luckenwalde an der Nuthe.

Der Erzbischof Gunther von Magdeburg bestätigte jedoch am 9. Januar 1430 das Brau- und das Handelsrecht. Damit erhielt Luckenwalde erste Stadtrechte. 1471 wird erstmals ein Bürgermeister erwähnt. 1540 erhält Luckenwalde sein erstes Stadtwappen. Luckenwalde erhält das Privileg eines zweiten Marktes 1562.

Brandenburg und Entwicklung zur Industriestadt[Bearbeiten]

Seit 1680 gehörte die Stadt zum brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg und bildete als eine Exklave einen eigenen Kreis. 1684 gründete der Zeugmacher Christian Mauhl aus Schandau in Sachsen ein Unternehmen zur Versorgung der preußischen Regimenter. Weitere Tuch- und Zeugmacher folgen. 1745 wird Luckenwalde zur Amtsstadt. 1772/73 kam es zu einem innerpreußischen Gebietstausch, wodurch Luckenwalde aus dem Herzogtum Magdeburg ausschied und dafür der Ziesarsche Kreis zu Magdeburg kam.

Nach dem großen Stadtbrand in Gera zogen 1780 und 1781 24 Tuchmacherfamilien nach Luckenwalde. Es entstand eine 'Große Fabrik', aus der später der Betrieb Volltuch hervorging. 1808 erhält Luckenwalde durch die Städtereform des Freiherrn vom Stein endlich komplette Stadtrechte. 1875 stellten sich einige Tuchfabrikanten auf die Hutproduktion um und wurden zur Konkurrenz für die Hutstadt Guben.

Nachdem sie 1841 an die Bahnlinie Berlin-Halle, die Anhalter Bahn, angeschlossen wird, wächst die Stadt weiter. Mitte des 19. Jahrhunderts ist Luckenwalde ein Industriezentrum, man zählt 1858 15 öffentliche Gebäude, 736 Wohnhäuser und 1169 Wirtschaftsgebäude.

1867 patentiert Hermann Henschel den Pappteller. Luckenwalde entwickelt sich zur Stadt der Schornsteine. Wichtige Fabriken sind ein Pianowerk sowie das Feuerlöschgerätewerk von Otto Hermann Koebe. In der Weimarer Republik sind daher auch Sozialdemokraten und Kommunisten stark vertreten. 1930 wird ein Gemeinschaftsgebäude einer Schule und des Stadttheaters im Bauhaus-Stil fertiggestellt.

1901 zählt der Chronist 19 Tuch- und Buckskinfabriken, 12 Hutfabriken, 21.000 Einwohner und 1.400 Wohnhäuser in Luckenwalde.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt weitgehend verschont. Es kam nur zu wenigen Schusswechseln, als die Rote Armee am Morgen des 22. April 1945 Luckenwalde einnahm. In der Umgebung aber wurde in Wald- und Luchgebieten zwischen dem 25. April und dem 1. Mai 1945 heftig gekämpft. Von 1939 an bis zum Ende des Krieges 1945 existierte das Kriegsgefangenenlager Stammlager III A. Hier waren Kriegsgefangene aus zehn Ländern inhaftiert. Mehr als 5.000 Gefangene – besonders aus der Sowjetunion – starben insbesondere an Hunger und Krankheiten. Der Lagerfriedhof und eine Ausstellung im Heimatmuseum erinnern an diese Zeit.

Sowjetische Besatzungszone und Deutsche Demokratische Republik[Bearbeiten]

Am 24. August 1945 wurde Luckenwalde Kreisstadt des Kreises Luckenwalde-Jüterbog und löste in dieser Funktion Jüterbog ab. Mit der Verwaltungsreform 1952 wurden Luckenwalde und Jüterbog eigenständige Kreise im nunmehrigen Bezirk Potsdam.

Auch in der DDR behielt Luckenwalde seine Stellung als wichtiger Industriestandort. Wichtige Betriebe waren VEB Volltuch, VEB Wälzlagerwerk Willy Sägebrecht, VEB Kontaktbauelemente, VEB Baustoffwerk, VEB Feuerlöschgerätewerk (FGL), VEB Hutmoden, VEB Luwal (Schuhfabrik), VEB Deutsche Piano-Union Leipzig – BT Luckenwalde, VEB Pappen und Papier, GPG Blütenfreude, VEB Plastverarbeitung, VEB Beschläge, VEB Märkische Möbelwerke Trebbin – Betriebsteil Luckenwalde, VEB Blankschrauben, Innenraumgestaltung, VEB Getränkeproduktion (Lucks-Bräu) und der Spirituosenhersteller Falckenthal – VEB Edelbrände und Spirituosen.

Dies führte zu verstärktem Wohnungsneubau. Bei Bauarbeiten am Neubaugebiet Burg wurden historische Gegenstände aus der Zeit des slawischen Burgwalls entdeckt und ausgegraben. In den 1980er Jahren wurde die innerstädtische Breite Straße zur Fußgängerzone (Boulevard) umgestaltet.

In der Schmenkel-Schule wurde eine Russisch-Förderklasse eingerichtet, die bereits in der 3. Klasse mit dem Russischunterricht begann. Der Sport wurde mit einer Kinder- und Jugendsportschule (KJS) gefördert. Der Ringer Hans-Dieter Brüchert des Dynamo Luckenwalde gewann bei den Olympischen Sommerspielen 1976 in Montreal die Silbermedaille. Der 1949 in Luckenwalde geborene Hartmut Briesenick errang 1970 und 1974 den Europameistertitel im Kugelstoßen.

Schon zu DDR-Zeiten begann die Einwohnerzahl in Luckenwalde langsam abzunehmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es fast 30.000 Einwohner, diese Zahl sank auf etwa 27.000 ab.

Nachwendezeit[Bearbeiten]

1993 wurden die Kreise Luckenwalde, Zossen und Jüterbog zum Landkreis Teltow-Fläming zusammengeschlossen. Luckenwalde wurde die Kreisstadt des neugebildeten Kreises.

Luckenwalder Kreishaus

1995 wurde der Beschluss zum Bau eines neuen Kreishauses in Luckenwalde gefasst. Im Jahr 2000 wurde der 24.800 m² große Gebäudekomplex offiziell eingeweiht.

Der Abwanderungstrend aus DDR-Zeiten setzte sich nach der Wende verstärkt fort. Die Einwohnerzahl sank von 26.544 im Jahr 1990 über 22.111 im Jahre 2001 auf 20.324 (zur Vergleichbarkeit hier ohne Eingemeindungen) im Jahre 2007. Durch die Abwanderung hauptsächlich der Jugend und eingebrochene Geburtenzahlen stieg der Altersdurchschnitt rapide. Außerdem kam es wie in anderen ostdeutschen Städten zu einem verstärkten Wohnungsleerstand.

Die Bedeutung als Industriestadt ging verloren. Viele Betriebe wurden geschlossen, und die Arbeitslosigkeit stieg auf 23,7% (im Januar 2005). Daher wurden Aktivitäten unternommen, neue Schlüsseltechnologien anzuziehen (zum Beispiel Biotechnologiepark) und den Dienstleistungssektor zu stärken.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Zwischen 1933 und 1990 schwankte die Bevölkerungszahl der Stadt zwischen 25.000 und 31.000. Im Jahre 1946 hatte Luckenwalde durch den Zuzug von Flüchtlingen aus den Ostgebieten mit etwa 31.000 die höchste Einwohnerzahl seiner Geschichte erreicht. Danach verlor die Stadt wegen der Konzentration des Wohnungsbaus in der Hauptstadt und den Bezirksstädten kontinuierlich an Einwohnern. Seit der Wende in der DDR hat sich dieser Prozess durch Abwanderung und Geburtenrückgang, bedingt durch die hohe Arbeitslosigkeit, verstärkt. So verlor die Stadt von 1990 bis 2010 ca. 6000 Einwohner. Die aktuellen Prognosen gehen davon aus, dass bis 2030 die Bevölkerung um weitere 2000 bis 4000 Menschen zurückgehen wird.

Bevölkerungsentwicklung in den
heutigen Grenzen seit 1875
Prognosen der Bevölkerungsentwicklung Prognose der Altersstruktur
Bevölkerungsentwicklung Luckenwalde.pdf Bevölkerungsprognosen Luckenwalde.pdf Altersstrukturentwicklung Luckenwalde.pdf

Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[3].

Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei der Zahl aus dem Jahr 1830 handelt es sich um eine Schätzung, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) und amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1830 5.110
3. Dezember 1861 ¹ 10.300
3. Dezember 1864 ¹ 11.600
3. Dezember 1867 ¹ 12.700
1. Dezember 1875 ¹ 13.816
1. Dezember 1880 ¹ 14.706
1. Dezember 1885 ¹ 16.100
1. Dezember 1890 ¹ 18.398
2. Dezember 1895 ¹ 19.500
Jahr Einwohner
1. Dezember 1900 ¹ 21.000
1. Dezember 1905 ¹ 22.263
1. Dezember 1910 ¹ 23.476
1. Dezember 1916 ¹ 19.745
5. Dezember 1917 ¹ 19.607
8. Oktober 1919 ¹ 22.742
16. Juni 1925 ¹ 24.791
16. Juni 1933 ¹ 25.763
17. Mai 1939 ¹ 28.812
Jahr Einwohner
1. Dezember 1945 ¹ 28.788
29. Oktober 1946 ¹ 30.979
31. August 1950 ¹ 30.725
31. Dezember 1955 29.631
31. Dezember 1960 28.610
31. Dezember 1964 ¹ 29.215
1. Januar 1971 ¹ 29.000
31. Dezember 1975 28.357
31. Dezember 1981 ¹ 27.348
Jahr Einwohner
31. Dezember 1985 26.882
31. Dezember 1988 27.067
31. Dezember 1990 25.668
31. Dezember 1995 24.404
31. Dezember 2000 22.389
31. Dezember 2005 21.373
31. Dezember 2010 20.471
31. Dezember 2011 20.230
31. Dezember 2012 20.154

¹ Volkszählungsergebnis

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[4][5]
Wahlbeteiligung: 44,25 % (2003: 38,93 %)
 %
40
30
20
10
0
37,99 %
32,49 %
13,40 %
8,44 %
4,32 %
3,36 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2003
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+3,19 %p
+2,57 %p
-9,08 %p
+3,52 %p
-0,29 %p
+3,36 %p
-3,26 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a 2003: PDS

Die derzeitige Stadtverordnetenversammlung umfasst 28 gewählte Mandate und zusätzlich die Bürgermeisterin als stimmberechtigte Mitglieder. Seit der Kommunalwahl am 28. September 2008 verteilen sich die Sitze folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:[6]

  • LINKE 11 Sitze (+1)
  • SPD 9 Sitze (±0)
  • CDU 4 Sitze (–2)
  • FDP: 2 Sitze (+1)
  • Luckenwalder Komitee für Gerechtigkeit: 1 Sitz (±0)
  • DVU: 1 Sitz (+1)

Als Industriestadt war Luckenwalde klassischerweise eine 'rote' Stadt, deren Bürger zu Zeiten der Weimarer Republik bevorzugt Sozialdemokraten wählten. Nach der Wende wurde die SPD erneut stärkste Partei und erreichte bei Landtags- und Bundestagswahlen teilweise über 50 % der Stimmen. Bei Kommunalwahlen wurde sie zumeist stärkste Fraktion, erreichte jedoch angesichts einer starken PDS bei weitem nicht wieder die absolute Mehrheit.

Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) wurde 2001 nach gewonnener Stichwahl gegen einen PDS-Kandidaten am 5. Januar 2002 offiziell von der Stadtverordnetenversammlung auf acht Jahre als Bürgermeisterin berufen und am 27. September 2009 für weitere acht Jahre bestätigt.

Bei der Bundestagswahl am 27. September 2009 ergab sich als Luckenwalder Teilergebnis (ohne Briefwähler): 31,8 % für Die Linke, 29,9 % für die SPD, 19,1 % für die CDU, 8,7 % für die FDP und 3,6 % für Bündnis 90/Die Grünen.[7]

Wappen[Bearbeiten]

Das Luckenwalder Wappen früher

Das Wappen wurde am 8. November 1995 genehmigt.

Blasonierung: „In Blau ein durchbrochener goldener Renaissanceschild, von Gold belegt mit zwei schräggekreuzten Krummstäben, bewinkelt vorn und hinten von je einem sechsstrahligen Stern und unten von einem Nadelbaum; der Schild wird silbern bekrönt von einem durchbrochenen Nest mit einem seine vier Junge fütternden Pelikan.“[8]

Das Luckenwalder Wappen setzt sich aus einem Wappen im Wappen zusammen, auf dem ein Pelikannest ist. Diese seltsame Form kommt zustande, weil die Luckenwalder ihr Wahrzeichen, den Pelikan, oben auf dem Wappen haben wollten, die zuständige Behörde diese abweichende Wappenform aber nicht akzeptieren wollte.

Die zwei Stäbe im inneren Wappenschild deuten auf die kirchlichen Oberherren von Luckenwalde hin: den Abt in Kloster Zinna und den Erzbischof in Magdeburg. Die zwei Sterne deuten an, dass Luckenwalde auch der Gerichtsbarkeit dieser beiden Städte untersteht. Außerdem sind sie Symbole für Glück und Ruhm. Die goldene Kiefer deutet auf das Braurecht hin.

Über diesem inneren Wappenschild ist ein Pelikannest mit vier Jungvögeln und der Pelikanmutter. Die Legende besagt, dass die Mutter in einer Hungersnot sich die Brust aufgerissen hat, um mit ihrem Blut die Jungen zu füttern. Dieses Symbol soll an die Sorge der Stadtväter um die Bürger erinnern.

Luckenwalde durfte erst 1540 ein eigenes Wappen haben, über 100 Jahre nach der Verleihung erster Stadtrechte. Das Bild links zeigt das Wappen aus dem Jahr 1637. Wie in anderen alten Versionen des Wappens, sieht man hier einen Pelikan. Der abgebildete Baum, ein Laubbaum, symbolisiert das Braurecht, welches zu den Vorrechten der Grund- und Landesherrschaft gehörte und nur ihnen vorbehalten war. In späteren Abbildungen stellt der Baum eine Kiefer dar.

Flagge[Bearbeiten]

Die Stadtflagge (Proportion 3:5) besteht aus zwei waagerechten gelb-blauen Streifen von gleicher Breite, mit dem Stadtwappen im Obereck. Der Mittelpunkt des Wappens in der Höhe von 2/3 einer Streifenbreite befindet sich im Mittelpunkt des Oberecks. Bei Verwendung als Hissflagge im Hochformat befindet sich der Mittelpunkt des Wappens in der Breite von 2/3 einer Streifenbreite im Mittelpunkt des Oberecks.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Luckenwalde und in der Liste der Bodendenkmale in Luckenwalde stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmäler.

Stadtzentrum[Bearbeiten]

Das Stadtzentrum wird durch den Marktplatz und die sich anschließende Breite Straße (umgangssprachlich Boulevard) geprägt.

Der Kariedelbrunnen auf dem Boulevard

Die Breite Straße ist als Hauptgeschäftsstraße der Stadt komplett als Fußgängerzone ausgewiesen. Hier finden der alljährliche Luckenwalder Weihnachtsmarkt, dessen Markenzeichen die Märchenfiguren des Grafikers Gerd Gebert und eine große Tanne neben dem Kariedelbrunnen sind, das Turmfest und die Luckenwalder Automeile statt.

St. Johanniskirche, dahinter der Marktturm

In der Mitte der Breiten Straße steht der rekonstruierte Kariedelbrunnen. Die originalen Kariedelfiguren gingen im Zweiten Weltkrieg verloren. Die Figuren stellen zwei Kinder dar, die kariedeln gehen, d. h. Nahrungsmittel sammeln und diese auf Stöcke aufstecken.

Am angrenzenden Marktplatz befinden sich das historische Gebäude des Rathauses und daneben das Heimatmuseum. Gegenüber dem Rathaus steht die Sankt-Johannis-Kirche und nur wenige Meter daneben der Marktturm, das Markenzeichen Luckenwaldes. Mehrmals in der Woche ist Markttag und der Platz ist von den Ständen der Händler belegt.

Marktturm

Der Marktturm, das Luckenwalder Wahrzeichen

Der Marktturm ist das Wahrzeichen der Stadt Luckenwalde. Er steht auf dem Marktplatz, wenige Meter von der Kirche entfernt, was zu einer lokalen Legende führte:

In früheren Zeiten stand der Marktturm direkt bei der Kirche, er war noch ein Kirchturm. Die Jüterboger jedoch waren neidisch, und wollten den Kirchturm stehlen. Deshalb luden sie ihn bei Nacht auf einen großen Wagen. Sie kamen jedoch nicht weit, nach wenigen Metern zerbrach der Wagen, und der Turm landete wieder auf dem Boden. An dieser Stelle steht er bis heute.

Die ältesten Teile des Turmes stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Dabei gehörte der Burgwart Luckenwalde (castrum, nordöstlich der Johanniskirche im Niederungsgebiet, archäologische Ausgrabung 1987) zu den bedeutenderen Burgwarteinheiten des Nieplitz-Nuthe-Gebietes.

Seit 1484 dient der Turm der Pfarrkirche St. Johannis als Glockenturm. Er ist 38 m hoch. Von seiner Aussichtsplattform kann man bei klarem Wetter den 50,5 km entfernten Berliner Fernsehturm sehen.

St.-Johannis-Kirche[Bearbeiten]

Die Hauptkirche der Stadt wurde im spätgotischen Stil im 15. Jahrhundert errichtet.

St.-Jakobi-Kirche[Bearbeiten]

Hauptartikel: St. Jakobi (Luckenwalde)

Die St.-Jakobi-Kirche wurde in den Jahren 1892 bis 1894 nach Plänen des Geheimen Oberbaurates Prof. Dr. Friedrich Adler gebaut. Das Protektorat (von lat. protegere, ‚schützen‘) übernahm die Kaiserin und Königin Auguste Victoria. Der Baustil lehnte sich stark an romanische Motive an. Der Turm hat eine Höhe von 72 m. Die Turmuhr, hergestellt in der Berliner Großuhrenfabrik C. F. Rochlitz, verkörperte 1893 den neuesten Stand der Technik und wurde als technische Neuheit anlässlich der Weltausstellung in Chicago der Öffentlichkeit präsentiert. Die Kanzel und der Schalldeckel in Eichenholz wurden in der Werkstatt von Holzbildhauer Gustav Kuntzsch in Wernigerode angefertigt. Die Orgel, gebaut von der Orgelbaufirma Gebrüder Dinse (Oswald [1845–1918] und Paul Dinse [1849–1916]), Berlin, stellte man in einem Schaugehäuse auf, das von der Firma Gustav Kuntzsch hergestellt worden war.

Stadtpark[Bearbeiten]

Blick durch den Stadtpark

Der Stadtpark ist eine Parkanlage am Rand von Luckenwalde. Wege, kleine Wäldchen, Buschanlagen, Wiesen sowie ein Parkcafé bilden die Grundlage für den Park als Ausflugsziel. Ein Teil des Stadtparks nimmt der städtische Tierpark ein. Einmal im Jahr wird ein Parkfest veranstaltet. Direkt neben dem Stadtpark liegt die als Veranstaltungsort genutzte Festwiese.

Kunsthalle Vierseithof[Bearbeiten]

Kunsthalle Vierseithof in Luckenwalde

Der heute als Hotel genutzte, unter Denkmalschutz stehende Vierseithof entstand in den Jahren 1780 bis 1785 auf Betreiben Friedrichs II. von Preußen, der hier für die infolge eines Stadtbrandes in Gera obdachlos gewordenen Zeugmacher eine Tuchmanufaktur, die sog. Große Fabrik, einrichten ließ. Die heutige Kunsthalle (eröffnet im Herbst 1997) befindet sich in der ehemaligen Turbinenhalle. Sie stellt neben Werken namhafter zeitgenössischer Künstler aus dem In- und Ausland auch Arbeiten junger Künstler aus Ostdeutschland aus.

Die Kunsthalle wird unter Vorsitz des Berliner Künstlers Reinhard Stangl vom Verein der Freunde und Förderer der Kunsthalle Vierseithof in Luckenwalde“ geführt. Neben den Ausstellungen bietet die Kunsthalle auch andere kulturelle Veranstaltungen wie Musik, Theater oder Lesungen.

Elsthal[Bearbeiten]

Das heutige Landschaftsschutzgebiet Elsthal ist eine Niederung im Süden von Luckenwalde, die von der Nuthe durchflossen wird. Deshalb war das Elsthal in der Vergangenheit immer wieder von Überflutungen betroffen. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde im Winter auf den zugefrorenen Elsthalwiesen Schlittschuh gelaufen. Bereits im Jahre 1861 existierte hier eine Flussbadeanstalt, ein Naturbad, das 1925 durch ein modernes Freibad ersetzt wurde.

Bis heute ist das Elsthal ein schöner, naturnaher Ausflugsort. Ausflugsziel ist neben dem in den 1980er Jahren erneuerten Freibad die Jagdgaststätte Elsthal. Im Elsthal befindet sich auch eine Gartensiedlung.

Der Stadtpark befindet sich in Nachbarschaft zum Elsthal, auf der anderen Seite beginnt Deutschlands größte Skatebahn. Dort befindet sich auch ein Hochseilgarten.

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Hutfabrik von Erich Mendelsohn

Von 1928 bis 1930 wurde das Stadttheater mit angrenzender Schule im Stil des Neuen Bauens errichtet. Bis heute ist es ein Zentrum des kulturellen Lebens in Luckenwalde, hier finden Konzerte, Theateraufführungen und offizielle Empfänge statt.

Weitere Touristenattraktionen sind das Freizeitbad „Fläming-Therme“ und das Heimatmuseum, welches eine ständige Ausstellung zur industriellen Entwicklung hat. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das im Sommer 2003 restaurierte ehemalige Schulgebäude Am Markt 12a, das heute die Kultur- und Begegnungsstätte beherbergt. Das Gebäude wurde Mitte der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf dem nicht mehr genutzten Friedhof der St.-Johannis-Kirche errichtet. Im Zuge der Restaurierung wurden zahlreiche Gräber um das Gebäude geborgen.

Am Stadtrand steht ein Industrie-Baudenkmal ersten Ranges, die ehemalige Hutfabrik Friedrich Steinberg, Herrmann & Co., die 1921–1923 nach Entwürfen von Erich Mendelsohn, einem der wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts, erbaut wurde.

Die Bauruine des Betriebes „Kontaktbauelemente“ in der Mauerstraße ziert seit dem Jahr 2011 das Riesenposter eines Gemäldes des Leipziger Künstlers Aris Kalaizis. Dieses Poster ist für jeden Bahnfahrer der ICE Strecke zwischen Berlin und Leipzig vom Zug aus gut zu betrachten.

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

  • Denkmal von 1979 im Stadtpark des Ortsteils Luckenwalde für die Opfer des Stammlagers III A im Ortsteil Frankenfelde
  • Kriegsgräberstätte Stalag-Friedhof auf dem historischen Gelände, mit
- Friedhof und Ehrenmal für die italienischen Militärinternierten
- Zentralem Gedenkplatz mit Marmortafel für französische Gefangene
- Feld mit Einzel- und Sammelgräbern verschiedener Nationen
- Großer Anlage mit Massengräbern der sowjetischen Opfer samt Gedenkwand
  • Ehrengrabanlage von 1946 auf dem Friedhof am Baruther Tor des Ortsteils Luckenwalde für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus acht Ländern
  • Gedenktafel an der Breiten/Ecke Parkstraße an den Arbeitersportler Ernst Kloß, der dort von SA-Männern 1933 ermordet wurde
  • Gedenktafel am Rathaus am Markt an mehrere Opfer der NS-Herrschaft
  • Gedenktafel von 1988 in der Puschkinstraße 38 an der ehemaligen Synagoge von 1897 zur Erinnerung an die Verfolgung der jüdischen Gemeinde
  • Gedenkstein von 1988 auf dem Gelände des ehemaligen jüdischen Friedhofs, der 1818 eingerichtet und 1943 verwüstet wurde

Sportangebote[Bearbeiten]

Im Bereich von Luckenwalde verläuft die Skatebahn „Flaeming-Skate“. Luckenwalde bietet für die Skater und Radfahrer zwei Einstiegspunkte in die Skatebahn – einen am Kreishaus, einen im Elsthal – und bezeichnet sich daher auch als Tor zur Fläming-Skate. Sie ist mit mittlerweile mehr als 185 km Länge die längste Inline-Skater-Strecke Deutschlands.

In unmittelbarer Nähe zur Skatebahn existiert eine BMX-Anlage. Sie besteht aus drei Starthügeln, besitzt Sprunghügel und Steilkurven.

Vereinsleben In Luckenwalde existieren knapp 30 Sportvereine. Der wohl größte darunter ist der 1. Luckenwalder Sportclub (1. LSC) mit seinen Abteilungen Ringen und Schwimmen. Im März 2006 (Saison 2005/2006) wurde der 1. LSC Deutscher Mannschafts-Meister in der 1. Bundesliga im Ringen.

Der Fußballverein FSV 63 Luckenwalde spielt seit der Saison 2009/10 in der Fußball-Oberliga Nordost. Außerdem wurde er – im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 – als Sieger der Kampagne Klub 2006 ausgelost, gegen die Deutsche Fußballnationalmannschaft zu spielen. Das Spiel fand am 16. Mai 2006 im Mannheimer Carl-Benz-Stadion statt. Deutschland gewann 7:0.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Zur DDR-Zeit wurde die französische Stadt Dieppe Partnerstadt von Luckenwalde. Die Beziehungen wurden jedoch nach der Wende nicht weiter gepflegt. Der Verein zur Förderung Internationaler Städtekontakte bemüht sich derzeit um die Verbesserung der Beziehungen.

Nach der Wende wurde am 2. März 1990 Bad Salzuflen in Nordrhein-Westfalen zunächst provisorisch zur Partnerstadt gewählt, nach Wahlen am 7. September 1990 wurde dieser Beschluss bestätigt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhof Luckenwalde

Der Bahnhof Luckenwalde liegt an der Bahnstrecke Berlin–Halle. Hier halten die Züge der Regional-Express-Linie RostockBerlinLutherstadt Wittenberg / Falkenberg/Elster. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs wird seit einigen Jahren von der Stadtbibliothek genutzt. Im ehemaligen Postbahnhof wurde nach dessen Modernisierung eine Mobilitätszentrale eingerichtet. Das Bahnhofsensemble steht heute unter Denkmalschutz.

Die alte Bundesstraße 101 führt durch Luckenwalde, die mehrspurig ausgebaute Bundesstraße 101 umgeht das Stadtgebiet.

Bekannte Unternehmen[Bearbeiten]

Der Wirtschaftsstandort wurde 2005 vom Land Brandenburg als einer von 15 Regionalen Wachstumskernen im Land bestimmt. Dadurch werden ausgewählte zukunftsorientierte Branchen gefördert.

  • Auf dem ehemaligen Volltuch-Betriebsgelände befinden sich nunmehr eine Wohnsiedlung, Hotel und Kunsthalle Vierseithof sowie eine Bowlingbahn.
  • Die Baulichkeiten der ehemaligen Spirituosenfabrik Gebrüder Falkenthal, deren bekanntestes Produkt der Zinnaer Klosterbruder war, wurden nach Betriebseinstellung im Jahre 2006 teilweise abgerissen. Das Hauptgebäude jedoch ist inzwischen voll saniert und der Blickfang des neuen Gewerbehofs Luckenwalde.
  • Rosenbauer Feuerwehrtechnik GmbH (vormals Metz-FGL Feuerwehrtechnik GmbH bzw. Koebe)
  • Hesco Kunststoffverarbeitung GmbH, früher bekannt als „Plasteschulze“ (Helmut Schulze), größter Kabelschellenproduzent der DDR, sukzessive verstaatlicht und enteignet, 1990 reprivatisiert
  • Luckenwalder Fleischwaren GmbH (schon im Mittelalter war Luckenwalde bekannt für seine Wursterzeugung)
  • European Panel Factory der Nanosolar GmbH, ein Tochterunternehmen der Nanosolar Inc. aus mit Sitz in San José (Kalifornien) zur Herstellung von Photovoltaik-Paneelen
  • Luckenwalder Spezialitäten Brauerei konnte auf eine über 100-Jährige Brautradition zurückblicken. Die Brauerei füllte Biere in Bügelverschlussflaschen ab. Der Braubetrieb wurde 2012 eingestellt.[9]
  • frühere Luckenwalder Tüten- u. Papptellerfabrik GmbH (ursprünglich von Hermann Henschel gegründet), bis 2012 aktiv

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Gedenktafel für Fontane
Gedenktafel für Rudi Dutschke

Theodor Fontane besuchte die Stadt und widmete ihr in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg das eigene Kapitel Luch im Wald. Es gibt eine Gedenktafel auf dem Marktplatz, die an Fontane erinnert. Außerdem veranstaltet der Heimatverein Fontane-Lesungen.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Erich Mendelsohn (1887–1953), Architekt, realisierte in Luckenwalde einige Arbeiten. Besonders bekannt ist sein Bau der Hutfabrik Steinberg, Herrmann & Co.
  • Werner Lamberz (1929–1978), Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED, absolvierte in Luckenwalde seine Berufsausbildung. Um die Aufstellung einer Gedenkstele zu seinem Andenken im Rahmen eines Kunstprojekts entzündete sich im Jahr 2007 ein lokalpolitischer Streit.[10]
  • Rudi Dutschke (1940–1979), Studentenführer, ging in Luckenwalde zur Schule

Literatur[Bearbeiten]

  • Heiko Tammena: Unser schönes rotes Luckenwalde. Lager, Milieu und Solidargemeinschaft der sozialistischen Arbeiterbewegung zwischen Ausgrenzung und Verstaatlichung. Dissertation, Münster: LIT-Verlag 2000. ISBN 3-8258-4599-0.
  • Roman Schmidt: Luckenwalde. Sutton, Erfurt 2000. ISBN 3-89702-185-4.
  • Uwe Mai: Kriegsgefangen in Brandenburg, Stalag III A in Luckenwalde 1939–1945. Metropol, Berlin 1999. ISBN 3-932482-25-5.
  • Dieter Noeske, Dieter Funke, Uta Högel: Luckenwalde im märkischen Land. Wartberg, Gudensberg-Gleichen 1993. ISBN 3-86134-132-8.
  • Christa und Johannes Jankowiak: Unterwegs an Nuthe und Nieplitz. Stapp, Berlin 1995. ISBN 3-87776-061-9.
  • Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Teil 4. Spreeland. Luch im Wald. Ullstein, Frankfurt/M 1998 (Zitate nach d. Ausg.). ISBN 3-548-24381-9.
  • Ines Sommer: Luckenwalde: Von der Freiheit in Bananen zu rechnen. Edition Zeitgeschichte, Wien 2009, ISBN 978-3-9501836-7-2.
  • Paul Robert: Vorbildliche Bauten einer kleinen Industriestadt. Das neue Luckenwalde. In: Illustrierte Republikanische Zeitung 11 (1929), S. 172.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Luckenwalde vom 05.10.2010 (PDF; 31 kB)
  3. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  4. https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Stat_Berichte/2008/SB_B7-3-5_j05-08_BB.pdf#page=145
  5. http://www.wahlen.brandenburg.de/kw2003/kg/ergebnisse/gemeinde/1518.html
  6. Stadtverordnetenversammlung Luckenwalde
  7. Luckenwalder Wahlergebnis der Bundestagswahl 2009 (pdf, 470kb, Seite 126 von 136)
  8. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  9. http://www.maz-online.de/Lokales/Teltow-Flaeming/Gerstensaft-in-der-Warteschleife
  10. Erik Heier: Dutschke und der Denkmalstreit, die tageszeitung, 29. Mai 2007

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Luckenwalde – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien