Firminus Caron

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Firminus Caron (* um 1430 möglicherweise in Amiens; † nach 1480) war ein wahrscheinlich franco-flämischer Komponist, er wirkte ungefähr von 1460 bis 1480.

Leben[Bearbeiten]

Seine Identifizierung mit einer historischen Person ist bislang nicht gelungen. Wahrscheinlich muss man ihn in der Nähe von Antoine Busnoys und Robert Morton, also im Umkreis der burgundischen Hofkapelle suchen. Es konnte jedoch nachgewiesen werden, dass Caron weder mit dem von Matrix genannten le Caron, von 1436 bis 1474 sommelier de la chapelle des ducs de Bourgogne, noch mit Philippe Caron († 1509), der 1475 mit Morton und Busnoys vor Neuss stadioniert war, identisch ist.

Nach Ausweis der musikalischen Quellen, hat Caron vielleicht in Cambrai studiert, jedenfalls dorthin Verbindungen gehabt (1472/73 wurde eine seiner Messen in Cambrai kopiert), und er dürfte Busnoys gekannt haben. Vielleicht stand er im Dienste Karl des Kühnen (dem in diesem Falle die Chanson Vive Charloys gewidmet ist). Da bis auf wenige Chansons Carons Kompositionen nur in italienischen Handschriften überliefert werden, ist die Vermutung, er habe sich längere Zeit in Italien aufgehalten, sehr wahrscheinlich. Tatsächlich hat Christopher Reynolds eine ab 1460/61 zu datierenden Anstellung Carons in Rom wahrscheinlich gemacht.

Das Werk[Bearbeiten]

Messen[Bearbeiten]

  • Missa Accueille m’a la belle;
  • Missa Clemens et benigna (wahrscheinlich Carons früheste Missa);
  • Missa Jhesus autem transiens;
  • Missa L’homme armé (wahrscheinlich 1463 in Rom kopiert);
  • Missa Sanguis sanctorum;
  • Missa Thomas cesus (in der vatikanischen Handschrift SP B 80 anonym überliefert, Caron zugeschrieben).

Chansons[Bearbeiten]

  • Accueillie m’a la belle (Rondeau);
  • C’est temps perdu (Rondeau?);
  • Cent mille escus (Rondeau);
  • Corps contre corps / Rambour luy / Cinq solz (Rondeau);
  • Cui diem vous (Rondeau?, auch als Kontrafaktur ‚Fuggir non posso’ erhalten);
  • D’un tout ainsy que vous plaira (Rondeau);
  • Helas que pourra devenir (Rondeau, auch als Kontrafaktur ‚Ave sydus‘ erhalten);
  • La tridaine a deux (verloren);
  • Le despourvu infortuné (Rondeau, auch als Kontrafaktur ‚Tanto l’afano‘ erhalten);
  • Ma dame qui tant (Rondeau?);
  • Morir me fault (Rondeau?);
  • Mort ou merchi (Rondeau?, wahrscheinlich vor 1463);
  • O vie fortunee (Rondeau?);
  • Pour regart d’oeul somble (Rondeau);
  • Pourtant se mon voloir (Rondeau);
  • Se brief puys ma dame (Rondeau?);
  • Se doulx penser (Rondeau?);
  • S’il est ainsy que plus je ne vous voye (Virleai);
  • Vive Charloys (Rondeau?);
  • Vous n’avez point le cueur certain (Rondeau).

Chansons zweifelhafter Echtheit[Bearbeiten]

Würdigung[Bearbeiten]

Im Verständnis seiner Zeitgenossen gehörte Caron zu den größten Komponisten des Jahrhunderts. Loyset Compère hat Caron, Johannes Dusart und Antoine Busnoys in seinem Sängergebet (vor 1474) das Epitheton Magister cantilenarum gegeben. Hothby überliefert, Caron habe cantilenas recentissimas geschrieben. Von Johannes Tinctoris wird Firminus Caron schließlich 1477 mit Johannes Ockeghem, Antoine Busnoys und Johannes Regis in eine Reihe gestellt.

Diese Einschätzung Tinctoris wird durch die moderne Musikwissenschaft bestätigt. Zwar erreicht Caron nicht die Tiefe Ockeghems, nicht die kontrapunktische Subtilität Busnoys, doch ist die Klarheit seines Stils und das Gefühl für die Melodie bemerkenswert. Besonderes Gewicht hat Caron auf die Ausgestaltung der Binnenstimmen gelegt. Ansätze einer musikalischen Ausdeutung einzelner Worte sind nachzuweisen.

Auffällig an den Messen Carons ist das kontrapunktische Spiel mit Paraphrasen und Zitaten aus eigenen und fremden Chansons. Die Missa Sanguis sanctorum zitiert aus O vie fortunee, die Missa L’homme armé aus Mort ou mercy, die Missa Clemens et benigna aus der Chanson Se brief je puys ma dame.

Weblinks[Bearbeiten]