Formatkrieg

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Ein Formatkrieg ist eine wirtschaftliche Auseinandersetzung zwischen den Anbietern von verschiedenen nicht ohne weiteres kombinierbaren technischen Standardlösungen für ein gemeinsames Sachproblem. Viele Formatkriege enden mit der Durchsetzung eines der konkurrierenden Angebote.

Übersicht vergangener und aktueller Formatkriege[Bearbeiten]

1880er Jahre[Bearbeiten]

1910er Jahre[Bearbeiten]

Elektroautomobile gegen Benzin-/Dieselautomobile, siehe Verdrängung des Elektroautos nach 1900

1930er Jahre[Bearbeiten]

  • QWERTY-Tastaturbelegung gegen Dvorak-Tastaturbelegung
    Obwohl die Dvorak-Tastaturbelegung belegungsoptimiert ist, konnte sie sich nicht durchsetzen; sie wird nur von wenigen Anwendern genutzt und ist seit dem Aufkommen der PCs (flexible Tastaturbelegung möglich) wieder ohne großen Aufwand einsetzbar (anders als mit Schreibmaschinen).

1940er Jahre[Bearbeiten]

  • Schallplatten-Formatkrieg zwischen 33⅓-UPM-/30-cm-LPs und 45-UPM-/17-cm-„Singles“ um 1948/49.
    Endete zugunsten einheitlicher Standards.

1970er Jahre[Bearbeiten]

1980er Jahre[Bearbeiten]

  • Nachdem das ursprünglich quelloffene Computer-Betriebssystem Unix durch AT&T kommerzialisiert wurde, führte dies zu einer Reihe von unabhängigen Weiterentwicklungen und Abspaltungen, was als „Unix-Kriege“ (Unix Wars) bekannt wurde. Keines der verschiedenen Systeme konnte eine dominante Position erlangen, und die resultierende Segmentierung bremste den Erfolg von Unix erheblich, das erst in den 2000er Jahren auf dem Massenmarkt erfolgreich wurde. 1983 begann der Programmierer Richard Stallman, verärgert über die Proprietarisierung von Unix durch AT&T, mit der Arbeit an einem eigenen unixoiden Betriebssystem namens GNU und rief damit gleichzeitig die Bewegung für freie Software ins Leben,[1] aus der später unter anderem Linux hervorging.

2000er Jahre[Bearbeiten]

  • Formatkrieg von Anbietern unterschiedlicher Speicherkartentypen für Digitalkameras: Secure Digital hat sich im Consumerbereich durchgesetzt,[2] bei Profikameras wird Compact Flash ebenfalls genutzt.[3]
  • Digitale Video-Containerformate: An sich ein Kampf um die vorherrschende Abspielsoftware, nachdem sich Apple aber Mitte der 1990er Jahre geweigert hat, Microsoft das Quicktime-Containerformat zu überlassen, entwickelte Microsoft ein eigenes Containerformat (Windows Media).
  • DVD-Formatkrieg zwischen DVD+R/RW und DVD-R/RW.
    Entschärft zugunsten von Kombinationslösungen.
  • High-Definition-Formatkrieg zwischen Blu-ray Disc und HD DVD.
    Beendet zugunsten von Blu-ray durch die Ankündigung von Toshiba, keine HD-DVD-Geräte mehr herstellen zu wollen.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GNU-Manifest
  2. Boi Feddern: Speicherkarten-Trends: Sony bekennt sich zum SD-Format und Panasonic forciert SDXC. In: heise Foto. Heise Zeitschriften Verlag, 8. Januar 2010, abgerufen am 26. Juli 2012 (deutsch).
  3. Kamera-Zubehör. Profi-Standard für Spiegelreflexkameras. In: PC-WELT. IDG Tech Media GmbH, S. 3, abgerufen am 26. Juli 2012 (deutsch).
  4. Toshiba gibt Einstellung der HD DVD bekannt. In: t-online.de. Deutsche Telekom AG, 19. Februar 2008, abgerufen am 26. Juli 2012 (deutsch).