Franz Osten
Franz Osten (* 23. Dezember 1876 in München; † 2. Dezember 1956 in Bad Aibling; eigentlich Franz Ostermayr) war ein deutscher Filmregisseur. Er war sowohl in Deutschland als auch in Indien tätig.
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Leben [Bearbeiten]
Franz Osten erlernte zunächst den Beruf des Fotografen. Das damals neue Medium Film nutzte er zuerst, um Dokumentarfilme zu drehen.
Zusammen mit seinem Bruder Peter Ostermayr gründete er 1907 ein Wanderkino, die „Original-Physograph Company“. Nach Filmvorführungen begann er auch mit dem Drehen von Filmen.
Er schuf 1919 den ersten in Geiselgasteig gedrehten Film der Emelka, der Filmproduktionsgesellschaft seines Bruders.
Unterbrochen wurde sein Filmschaffen durch den Ersten Weltkrieg. Daraus zurückgekehrt, sicherte sich Franz Osten die Filmrechte an den Romanen von Ludwig Ganghofer. Die bei der Verfilmung gewählte Mischung von schöner Umgebung, heiler Welt, edlen Menschen, Bedrohung und Verrat, großen Gefühlen, Dramatik und Happy End bewirkten große Erfolge des Studios.
Der in London lebende indische Rechtsanwalt und Philosoph Himansu Rai, der gelegentlich schauspielerte, wollte ein indisches Filmstudio aufbauen. Rai wollte zunächst Filme über Religionen des Ostens für ein westliches Publikum drehen und nahm Kontakt zu den Gebrüdern Ostermayr auf. Diese sahen eine Chance, in der exotischen Umgebung mit Maharajas, Tigern und Urwäldern Filme zu drehen, die das deutsche Publikum faszinieren sollten. 1924 ging Osten mit den Emelka-Kameramännern Willi Kiermeier und Josef Wirsching sowie dem Regieassistenten und Dolmetscher Bertl Schultes nach Indien und drehte dort die deutsch-indische Koproduktion Die Leuchte Asiens (Prem Sanyas, 1925), einen Film über Gautama Buddha. Nach seiner Rückkehr filmte er wieder in München, ging jedoch etwa zwei Jahre später wieder nach Indien und inszenierte Das Grabmal einer großen Liebe (Shiraz, 1928), eine historische Romanze in der Mogulzeit, und Schicksalswürfel (Prapancha Pash, 1929). Der Film Schicksalswürfel war nicht nur kommerziell ein großer Erfolg, er förderte wegen seiner Opulenz auch außerordentlich den Stolz der indischen Filmindustrie.
1934 kam Osten wieder nach Bombay und begann mit Himansu Rai, dessen Frau Devika Rani und anderen Schauspielern für Bombay Talkies indische Filme zu drehen. In den vier Jahren von 1935 bis 1939 führte Franz Osten dort bei sechzehn Spielfilmen Regie und gehörte zu den Pionieren der Bollywood-Filmproduktionen des indischen Films.
1939 begann er mit den Dreharbeiten zu Kangan (Der Armreif), doch er konnte diesen Filmdreh nicht beenden. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges im September 1939 wurde er von den Briten als "feindlicher Ausländer" verhaftet und in Indien interniert. Somit wurde der Film von seinen indischen Kollegen fertiggestellt.
Im Jahr 2001 porträtierte Gerald Koll Franz Ostens Tätigkeit in Indien in der Dokumentation Ein Sonderling im Orient.
Filmografie [Bearbeiten]
(ohne Angabe: Regie)
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Quellen [Bearbeiten]
- Christian Lukas: Ein Bayer als Vater des Bollywood-Kinos. In: Die Rheinpfalz vom 31. März 2008, Seite DVD
Weblinks [Bearbeiten]
- Franz Osten in der Internet Movie Database (englisch)
- Carl-Erdmann Schonfeld: Franz Osten's 'the Light of Asia' : A German-Indian film of Prince Buddha - 1926 (Version vom 1. Januar 2006 im Internet Archive)
- Literatur von und über Franz Osten im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
| Personendaten | |
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| NAME | Osten, Franz |
| ALTERNATIVNAMEN | Franz Ostermayr (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Filmregisseur |
| GEBURTSDATUM | 23. Dezember 1876 |
| GEBURTSORT | München |
| STERBEDATUM | 2. Dezember 1956 |
| STERBEORT | Bad Aibling |