Freier Modul
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Im mathematischen Teilgebiet der Algebra ist der Begriff des freien Moduls eine Verallgemeinerung der Begriffe Vektorraum oder freie abelsche Gruppe.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Definition
Eine Familie
von Elementen eines Moduls
heißt frei, oder linear unabhängig, wenn für jede endliche Indexmenge
gilt:
Erzeugen die
zugleich den Modul
, so heißt
eine Basis und der Modul
heißt frei.
[Bearbeiten] Anmerkungen
[Bearbeiten] Erste Beispiele und Gegenbeispiele
- Jeder Ring ist über sich selbst frei. Das heißt
ist freier Rechtsmodul. Entsprechend ist
ein freier Linksmodul. - Ist
, so ist
nicht frei. Die abelsche Gruppe
ist torsionsfrei aber nicht frei. - Ist n eine natürliche Zahl und
ein freier Modul. Eine Basis ist die Familie
. Dabei ist die
te Komponente von
gleich
. Alle anderen Komponenten sind 0. Dieses Beispiel ordnet sich folgender Situation unter. Ist I eine beliebige Menge, und
eine Familie von Moduln, so ist das Koprodukt
genau dann frei, wenn alle
frei sind. Insbesondere ist
frei. - Das Produkt einer Familie von freien Moduln ist im allgemeinen keineswegs frei. So ist
nicht frei. Einen schönen Beweis dieser keineswegs trivialen Tatsache findet man in dem Buch von T.Y. Lam auf Seite 22 und folgende. - Der Polynomring
über dem Ring
ist eine freier Modul mit Basis
. - Die Menge der positiven rationalen Zahlen
ist bezüglich der Multiplikation eine kommutative Gruppe. Wegen der eindeutigen Primfaktorzerlegung lässt sich jedes
eindeutig schreiben
mit Primzahlen
. Es ist also
eine freie abelsche Gruppe mit abzählbarer Basis. - Der Ring
ist genau dann ein Schiefkörper, wenn jeder Modul über diesem Ring frei ist.
[Bearbeiten] Der Rang eines freien Moduls
Viele der Sätze über Basen von Vektorräumen gelten bei freien Moduln nicht mehr:
- Ist
ein Vektorraum über dem Körper
mit einer Basis von
Elementen, so ist jedes System von
freien Elementen eine Basis. Über dem Ring
gilt dies nicht. So ist
frei aber keine Basis von
. - Ist V ein Vektorraum, so sind je zwei Basen gleich mächtig. Dies gilt noch bei kommutativen Ringen. Ist also der Ring
kommutativ und
, so ist
. Einen kurzen relativ elementaren Beweis hierzu findet man in dem Buch von Jens Carsten Jantzen und Joachim Schwermer. [1]. Über nicht kommutativen Ringen ist der Satz im allgemeinen falsch. In dem genannten Buch ist ein Beispiel hierzu angegeben. Man kann daher den Rang eines freien Moduls nicht allgemein definieren. Ringe bei denen je zwei Basen eines freien Moduls gleich mächtig sind heißen IBN Ringe. [2] Noethersche Ringe haben diese Eigenschaft. - Es gilt allgemeiner: Ist
ein Homomorphismus von Ringen und ist
ein IBN Ring, so auch
. Gibt es also beispielsweise von
einen Ringhomomorphismus nach einem noetherschen Ring
, so ist
ein IBN Ring.
[Bearbeiten] Eigenschaften freier Moduln
[Bearbeiten] Allgemeine Eigenschaften
- Ist
eine Familie von Elementen aus dem Modul
, so gibt e genau einen Homomorphismus
mit
. Dabei ist
eine Basis (im Zweifel die kanonische ) von
. Erzeugt die Familie
den Modul
, so ist
ein Epimorphismus. Jeder Modul ist also epimorphes Bild eines freien Moduls. - Ist
ein freier Modul und
ein Epimorphismus, so ist
direkter Summand in
. Es gibt ein
mit
. - Die Aussage 1. kann allgemeiner und zugleich genauer ausgedrückt werden. Zu jeder Menge
gehört der freie Modul
und die kanonische injektive Abbildung
. Ist
eine weitere Menge und
eine Abbildung zwischen den Mengen, so gibt es zu der Familie
genau einen Homomorphismus
, so dass
gilt. Das heißt folgendes Diagramm ist kommutativ:
Sind
Abbildungen, so ist
. Für diejenigen, welche die Sprache der Kategorien lieben:
ist ein treuer Funktor von der Kategorie der Mengen in die Kategorie der freien Moduln.
ist ein funktorieller Monomorphismus zwischen dem Identitätsfunktor und dem Funktor
. - Wie in 3. gehört zu jedem Modul
der freie Modul
. Dazu gehört der eindeutig bestimmte Epimorphismus
. Für alle
ist
. Es ist
ein funktorieller Epimorphismus zwischen dem Funktor
und dem Identitätsfunktor.
[Bearbeiten] Freie Moduln über besondere Ringen
- Über Hauptidealringen ist jeder Untermodul eines freien Moduls wieder frei.
- Über lokalen Ringen sind alle direkte Summanden von freien Moduln (das sind projektive Moduln) frei.
[Bearbeiten] Abschwächungen
Das folgende Diagramm setzt die Freiheit eines Moduls
über einem kommutativen Ring
mit den Eigenschaften projektiv, flach und torsionsfrei in Beziehung:
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Literatur
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Jens Carsten Jantzen, Joachim Schwermer: Algebra, Springer, 2006, ISBN 3-540-21380-5, doi:10.1007/3-540-29287-X, Seite 165
- ↑ Siehe hierzu den Artikel en:Invariant basis number
[Bearbeiten] Lehrbuchliteratur
- Tsit-Yuen Lam: Lectures on modules and rings, GTM 189, Springer, 1999, ISBN 0-387-98428-3
- Friedrich Kasch: Moduln und Ringe. Teubner, Stuttgart, 1977, ISBN 3-519-02211-7
- Robert Wisbauer: Grundlagen der Modul- und Ringtheorie., Reinhard Fischer, München 1988, ISBN 3-88927-044-1.

ist freier Rechtsmodul. Entsprechend ist
ein freier Linksmodul.
, so ist
nicht frei. Die abelsche Gruppe
ist torsionsfrei aber nicht frei.
ein freier Modul. Eine Basis ist die Familie
. Dabei ist die
te Komponente von
gleich
. Alle anderen Komponenten sind 0. Dieses Beispiel ordnet sich folgender Situation unter. Ist I eine beliebige Menge, und
eine Familie von Moduln, so ist das
genau dann frei, wenn alle
frei sind. Insbesondere ist
frei.
nicht frei. Einen schönen Beweis dieser keineswegs trivialen Tatsache findet man in dem Buch von T.Y. Lam auf Seite 22 und folgende.
über dem Ring
ist eine freier Modul mit Basis
.
ist bezüglich der Multiplikation eine kommutative Gruppe. Wegen der eindeutigen Primfaktorzerlegung lässt sich jedes
eindeutig schreiben
mit Primzahlen
. Es ist also
ein Vektorraum über dem Körper
mit einer Basis von
Elementen, so ist jedes System von
gilt dies nicht. So ist
frei aber keine Basis von
.
, so ist
. Einen kurzen relativ elementaren Beweis hierzu findet man in dem Buch von Jens Carsten Jantzen und
ein Homomorphismus von Ringen und ist
ein IBN Ring, so auch
eine Familie von Elementen aus dem Modul
mit
. Dabei ist
eine Basis (im Zweifel die kanonische ) von
ein Epimorphismus. Jeder Modul ist also epimorphes Bild eines freien Moduls.
ein Epimorphismus, so ist
mit
.
gehört der freie Modul
und die kanonische injektive Abbildung
. Ist
eine weitere Menge und
eine Abbildung zwischen den Mengen, so gibt es zu der Familie
genau einen Homomorphismus
, so dass
gilt. Das heißt folgendes Diagramm ist kommutativ:

Abbildungen, so ist
. Für diejenigen, welche die Sprache der
ist ein treuer Funktor von der Kategorie der Mengen in die Kategorie der freien Moduln.
ist ein funktorieller Monomorphismus zwischen dem Identitätsfunktor und dem Funktor
. Dazu gehört der eindeutig bestimmte Epimorphismus
. Für alle
ist
. Es ist
ein funktorieller Epimorphismus zwischen dem Funktor