Fuldaer Zeitung

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Fuldaer Zeitung
Fuldaer Zeitung Logo.svg
Beschreibung Abonnement-Tageszeitung
Verlag Verlag Parzeller
Erstausgabe 1. Januar 1874
Erscheinungsweise montags bis samstags
Verkaufte Auflage
(IVW 4/2013, Mo–Sa)
44.672 Exemplare
Reichweite (MA 2009 TZ) 0,175[1] Mio. Leser
Chefredakteur Michael Tillmann
Herausgeber Dr. Thomas Schmitt
Weblink fuldaerzeitung.de
ZDB 960240-9
Logo der Hünfelder Zeitung
Logo der Kinzigtal Nachrichten
Logo des Schlitzer Boten

Die Fuldaer Zeitung ist eine deutsche regionale Tageszeitung mit Sitz in Fulda für die Region des Landkreises Fulda sowie angrenzende Gebiete in Osthessen und dem nordöstlichen Südhessen. Sie erreicht zusammen mit den Kopfblättern Kinzigtal-Nachrichten, Hünfelder Zeitung und Schlitzer Bote eine verkaufte Auflage von 44.672 Exemplaren.[2]

Die Zeitung wird vom Herausgeber Thomas Schmitt im Verlag Parzeller veröffentlicht, dessen Mitarbeiterstamm circa 150 Personen umfasst, davon sind 31 Mitarbeiter Redakteure unter Chefredakteur Michael Tillmann. Gedruckt wird die Fuldaer Zeitung von Parzeller Druck- und Mediendienstleistungen. Verleger ist Michael Schmitt. Verbreitet wird die Zeitung über den Verteilerdienst Osthessen.

Geschichte[Bearbeiten]

Sitz der Fuldaer Zeitung und Produktionsstätte im 19. Jahrhundert

Zum 1. Januar 1874 erschien die Fuldaer Zeitung zum ersten Mal. Sie wurde hergestellt und vertrieben von der Fuldaer Actiendruckerei in Fulda. Gedruckt wurde mit einer Schnellpresse, welche nur mit Handbetrieb bedient werden konnte. Für 14 Silbergroschen bezogen 1000 Abonnenten dreimal wöchentlich das vom Katholizismus geprägte Blatt. Fünf Jahre später erscheint die Zeitung täglich.

1929 warnte die Fuldaer Zeitung vor den Auswirkungen der NS-Ideologie: „Der Nationalsozialismus der Hitlerpartei, die Überschätzung des Nationalen, das Bekenntnis zur Gewalt und Macht könnte nimmermehr in Einklang gebracht werden mit der katholischen Lehre. Die antisemitischen Verleumdungen und Aufforderungen zur Gewalttat verletzen nicht nur die katholischen Lehrmeinungen über den Staat und Gesellschaft, sondern auch die für die ganze Menschheit geltenden 10 Gebote.“

1933 wurde die Fuldaer Zeitung für vier Tage verboten mit der Begründung, sie habe einen Aufruf der katholischen Verbände veröffentlicht, der Kritik an der Regierung enthalte. Am 10. Dezember 1933 wurden die Redaktions- und Produktionsräume von SA- und SS-Angehörigen verwüstet. Von 1935 bis 1945 stand die FZ unter der Zensur.

Am 1. April 1951 erscheint die Fuldaer Zeitung erstmals wieder, mit einer Auflage von 15.000 Exemplaren. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Diplomkaufmann Michael Schmitt sen., der von 1951 bis 1992 Verleger war. 1995 erschien das Blatt erstmals teilweise in Farbe.

Am 21. November 2009 erfolgte ein Design-Relaunch der FZ.

Chefredakteure[Bearbeiten]

Name Zeit
Joseph Pauly 1874–1877
Dr. Johann Wilhelm Arenhold 1877–1883
Armin Kraussen 1883–1885
Ludwig Deibel 1885–1895
Joseph Braun 1895–1907
Karl Schütte 1907–1921
Dr. Johannes Kramer 1921–1933
Dr. Karl Austermann 1933–1934
Alfred Maria Ott 1934–1935
Justus Meinardi 1935–1945
Dr. Josef-Hans Sauer 1951–1969
Dr. Stefan Schnell 1969–1981
Hermann-Joseph Konze 1981–1995
Uwe-Bernd Herchen 1995–2000
Dr. Hermann-Josef Seggewiß 2000–2011
Michael Tillmann seit 2011

Kritik[Bearbeiten]

Logo der DGB-Aktion gegen die Fuldaer Zeitung

Im Jahre 2009 protestierten Anhänger des DGB und Beschäftigte vor dem Verlagshaus der Fuldaer Zeitung.[3] Sie bemängelten eine schlechte Behandlung der Mitarbeiter und niedrige Bezahlung. Die Demonstranten wiesen drauf hin, dass die Fuldaer Zeitung seit 1974 eine monopol-ähnliche Stellung habe, weil kein weiteres abofinanziertes Printmedium in der Region Osthessen erscheine. Diese Position nutze sie zur Verfolgung ihrer Interessen, die im Gegensatz zur gelebten katholischen Soziallehre des Begründers Johannes Parzeller stehe. Die Zeitung berichte größtenteils einseitig unternehmerfreundlich. Die Zeitung selbst berichtete im Gegensatz zu anderen Medien[4] nicht über die Aktion. Die Fuldaer Zeitung hat eine Medienpartnerschaft mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.[5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Festschrift aus Anlass des 75-jährigen Geschäftsjubiläums der Firma Parzeller & Co. vormals Fuldaer Actiendruckerei Fulda 1873–1948.
  • schreiben und drucken in Fulda 1874–1974, Parzeller Verlag 1974, ISBN 3-7900-0047-7.
  • Gabor Steingart: „Widerspruch unerwünscht. Beobachtungen aus 111 Jahren Fuldaer Zeitung“, in: Fuldaer Hefte, Nr. 3, 1984, ISBN 3-924789-02-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angaben für Fuldaer Zeitung Gesamtausgabe (Fuldaer Zeitung, Hünfelder Zeitung, Kinzigtal-Nachrichten, Schlitzer Bote, Rhön- und Streubote, Rhön- und Saalepost)
  2. laut IVW, viertes Quartal 2013, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  3. ver.di: Fuldaer Zeitung ohne Bodenhaftung
  4. Osthessen-News: DGB-Protestaktion „gegen einseitige Berichterstattung“ der Fuldaer Zeiutng
  5. Sabine Nehls, Magnus-Sebastian Kutz: Angriff der Schleichwerber. In: Frankfurter Rundschau Online, 9. Januar 2007, abgerufen am 19. September 2013.