Deutscher Gewerkschaftsbund

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DGB ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter DGB (Begriffsklärung) aufgeführt.
Deutscher Gewerkschaftsbund
(DGB)
DGB.svg
Zweck: Gewerkschaftsbund
Vorsitz: Reiner Hoffmann
Gründungsdatum: 12. Oktober 1949
Mitgliederzahl: 6.142.720 (2014)
in 8 Gewerkschaften
Sitz: Berlin
Website: http://www.dgb.de

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist die größte Dachorganisation von Einzelgewerkschaften. Ihm gehören acht Mitgliedsgewerkschaften mit über sechs Millionen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern in der Bundesrepublik Deutschland an. Diese decken alle Branchen und Wirtschaftsbereiche ab. Es gibt jedoch auch Gewerkschaften, die nicht zum DGB gehören (siehe Liste von Gewerkschaften in Deutschland). Der Vorstand des DGB hat seinen Sitz in Berlin.

Der DGB versteht sich als Stimme der Gewerkschaften und Arbeitnehmer gegenüber politischen Entscheidungsträgern und Verbänden in Bund, Ländern und Gemeinden und koordiniert die gewerkschaftlichen Aktivitäten. Er ist von Anfang an dem Prinzip der Einheitsgewerkschaft verpflichtet.

Der DGB arbeitet auf internationaler Ebene im Europäischen Gewerkschaftsbund (EGB) und im Internationalen Gewerkschaftsbund (IGB) mit und vertritt die deutsche Gewerkschaftsbewegung bei internationalen Institutionen wie der EU und der UNO.

Geschichte[Bearbeiten]

Gedenktafel zur Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Deutschen Museum

Der DGB wurde am 12. Oktober 1949 in München gegründet. Damals verabschiedete der Bundeskongress der Gewerkschaften die „Satzung des DGB“, die zwischenzeitlich mehrmals geändert bzw. neu gefasst wurde.[1] Demnach ist der DGB eine „Vereinigung von Gewerkschaften“ mit Sitz in Berlin.

Vorläufer des DGB war der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund (ADGB). In der DDR gab es den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB), welcher jedoch nicht mit dem DGB vergleichbar ist. Von 1919 bis 1933 nannte sich der Dachverband der Christlichen Gewerkschaften (und Anfangs auch der liberalen) DGB (heute CGB).

Bundeskongresse, Grundsatz- und Aktionsprogramme[2][Bearbeiten]

  • 12.–14. Oktober 1949: Der Gründungskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für die Bundesrepublik Deutschland in München wählt Hans Böckler zum ersten Vorsitzenden. Die weltanschauliche Spaltung in Richtungsgewerkschaften wird durch die Einheitsgewerkschaft überwunden. Das „Parlament der Arbeit“, so die Bezeichnung und das Selbstverständnis dieses und der späteren DGB-Kongresse, beschließt wirtschafts- und sozialpolitische Leitsätze mit den Forderungen nach Sozialisierung der Schlüsselindustrien, Wirtschaftsplanung und Mitbestimmung
  • 16. Februar 1951: Hans Böckler stirbt. Nach seinem Tod wird Christian Fette vom außerordentlichen DGB-Kongress in Essen im Juni zum DGB-Vorsitzenden gewählt.
  • 13.–17. Oktober 1952: Der 2. ordentliche DGB-Bundeskongress wählt Walter Freitag, bisher Vorsitzender der IG Metall, zum DGB-Vorsitzenden.
  • 1. Mai 1955: Im Aktionsprogramm des DGB wird die vierzigstündige Fünf-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich gefordert.
  • 1.–6. Oktober 1956: Der 4. ordentliche Bundeskongress des DGB wählt Willi Richter zum Vorsitzenden.
  • 22.–27. Oktober 1962: Der 6. ordentliche DGB-Bundeskongress in Hannover wählt Ludwig Rosenberg zum DGB-Vorsitzenden. Inhaltlich erfolgte die Ablehnung der Notstandsgesetze, eine Entschließung für Selbstbestimmung und Wiedervereinigung und gegen Verletzung der Menschenrechte durch die DDR. Zudem wird gleicher Lohn für Frauenarbeit gefordert. Im zweiten beamtenpolitischen Programm fordert der DGB die Anpassung der Beamtengesetzgebung an moderne Gegebenheiten.
  • 21.–22. November 1963: Der DGB beschließt auf seinem außerordentlichen Kongress in Düsseldorf ein neues Grundsatzprogramm, das die Sozialisierungsforderungen des Münchener Programms von 1949 abschwächt, aber nicht aufgibt.
  • 23. März 1965: Das Aktionsprogramm des DGB fordert unter anderem kürzere Arbeitszeit, ein 13. Monatsgehalt und vier Wochen Mindesturlaub.
  • 21. Mai 1969: Der 8. DGB-Kongress in München wählt Heinz Oskar Vetter zum neuen DGB-Vorsitzenden.
  • 25.–30. Juni 1972: Der 9. Kongress in Berlin verabschiedet ein Aktionsprogramm. „Forderung Nr. 1“ ist die Mitbestimmung.
  • Juni 1979: In einem Aktionsprogramm fordert der DGB die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen.
  • 12.–14. März 1981: Der außerordentliche Bundeskongress des DGB verabschiedet in Düsseldorf ein neues Grundsatzprogramm, das die Forderungen des Programms von 1963 vor allem in der Friedens- und der Umweltpolitik ergänzt.
  • Oktober 1988: Der DGB beschließt ein Aktionsprogramm für Beschäftigungspolitik und Vollbeschäftigung.
  • 20.–26. Mai 1990: Der 14. ordentliche DGB-Bundeskongress in Hamburg wählt Heinz-Werner Meyer, den Vorsitzenden der IG Bergbau und Energie, zum Nachfolger Ernst Breits (seit 21. Mai 1982) im Amt des DGB-Bundesvorsitzenden.
  • 13.–17. Juni 1994: Der 15. ordentliche Bundeskongress des DGB wählt Dieter Schulte nach dem Tod Heinz-Werner Meyers zum Vorsitzenden.
  • 12. Juli 1995: DGB-Programm zur Förderung der beruflichen Bildung. Allen Jugendlichen soll eine berufliche Ausbildung ermöglicht werden.
  • 13.–16. November 1996: Der DGB beschließt auf seinem außerordentlichen Bundeskongress in Dresden ein neues Grundsatzprogramm, das die sozial regulierte Marktwirtschaft zum Ziel erklärt[3] (s. u.).
  • 5. März 1997: Der DGB beschließt das Aktionsprogramm „Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit“[4] (s. u.).
  • 27.–31. Mai 2002: Der 17. Ordentliche Bundeskongress des DGB wählt Michael Sommer zum Nachfolger von Dieter Schulte.
  • 22.–26. Mai 2006: 18. Ordentlicher Bundeskongress des DGB, Berlin – „Die Würde des Menschen ist unser Maßstab“[5] (s. u.)

Am 14. und 15. Mai 2009 veranstaltete der DGB einen „Kapitalismuskongress“,[6] in dem er sich mit der aktuellen Weltwirtschaftskrise auseinandersetzte.

Der 19. Ordentliche Bundeskongress des DGB fand vom 16. bis 20. Mai 2010 in Berlin statt.[7]

Fusionen von Mitgliedsgewerkschaften[Bearbeiten]

Bei Gründung des DGB 1949 hatte dieser insgesamt 16 Mitgliedsgewerkschaften. 1972 gehörten dem DGB 6,98 Millionen Mitglieder an.

1978 schloss sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) als 17. Gewerkschaft dem DGB an. 1989 fusionierte die IG Kunst, Kultur und Medien mit der IG Druck und Papier, so dass sich die Mitgliederzahl wieder auf 16 reduzierte. 1996 fusionierten die IG Bau-Steine-Erden und die Gewerkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft zur IG Bauen-Agrar-Umwelt (BAU), so dass es 15 Mitglieder waren. 1997 fusionierten die IG Bergbau und Energie (IG BE), die IG Chemie, Papier, Keramik (IG Chemie) und die Gewerkschaft Leder zur IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), damit waren es noch 13 Mitglieder. Zwischen 1998 und 2000 gingen die Gewerkschaft Holz und Kunststoff und die Gewerkschaft Textil-Bekleidung in der IG Metall auf. Somit gab es noch elf Mitglieder, und 2001 fusionierten vier Mitgliedsgewerkschaften (Deutsche Postgewerkschaft (DPG), Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), Handel, Banken und Versicherungen (HBV) und IG Medien – Druck und Papier, Publizistik und Kunst (IG Medien)) des DGB unter Einbeziehung der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG), die nicht Mitglied im DGB war, zur neuen Gewerkschaft ver.di. Somit gibt es seit März 2001 nur noch acht Mitgliedsgewerkschaften im DGB. Am 30. November 2010 vereinigten sich Transnet und die GDBA (die aber kein Mitglied des DGB war) zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Die Zahl der Mitgliedsgewerkschaften blieb somit konstant.

Nachdem die Mitgliedszahlen der im DGB vertretenen Gewerkschaften nach der Wiedervereinigung 1990 von fast 7,94 Mio. sprunghaft auf über 11,8 Mio. gestiegen waren, ist seit 1991 ein kontinuierlicher Abwärtstrend zu beobachten. Ende 2012 zählte der DGB nur noch 6,15 Millionen Mitglieder (Stichtag 31. Dezember 2012).[8] Dies ist der tiefste Stand seit 1956.[9] Eine Mitgliederstärke von unter 6,2 Millionen Mitgliedern hatte der DGB zuletzt lediglich in seiner Anfangsphase von 1950 bis 1957. Damals stieg die Anzahl der Mitglieder nach der Gründung langsam von 5,4 auf 6,2 Millionen an.

Das Grundsatzprogramm von 1996[Bearbeiten]

Das auf dem 5. außerordentlichen Bundeskongress vom 13. bis 16. November 1996 in Dresden beschlossene Grundsatzprogramm ist überschrieben mit „Die Zukunft gestalten“ und gliedert sich in die folgenden Kapitel und Abschnitte:[3]

  • Unsere Zukunft – Aufforderung zur Mitarbeit
  • I. Zukunft der Arbeit
1. Arbeit schaffen und Arbeit teilen
2. Wandel der Arbeit
3. Wir wollen die Arbeit der Zukunft gestalten
4. Gestalten durch rechtliche Absicherung und Tarifvertrag
5. Beteiligung und Mitbestimmung ausbauen
  • II. Gestaltung der Ökonomie
1. Vollbeschäftigung verwirklichen
2. Ökologisch wachsen und umsteuern
3. Mehr soziale Gerechtigkeit verwirklichen
4. Gleichwertige Lebensbedingungen in den Regionen schaffen
5. Markt und Staat, Mitbestimmung und Gestaltung
6. Für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung
  • III. Den Sozialstaat durch Reformen sichern
1. Öffentliche Dienste und Lebensqualität gehören zusammen
2. Das soziale Sicherungssystem durch Reformen festigen und erneuern
  • IV. Anforderungen an unsere demokratische Gesellschaft
1. Politische Freiheitsrechte erweitern
2. Menschenrechte, Frieden und Abrüstung
3. Kulturelle Vielfalt und demokratische Medien fördern
4. Bildung ist der Schlüssel zur Zukunft
  • V. Die Zukunft der Gewerkschaften
1. Vielfalt in der Einheit verwirklichen
2. Kompetenz und Beteiligung ausbauen
3. Organisationskultur erneuern
4. Die Zukunft gewerkschaftlicher Interessenvertretung in Europa

Das Aktionsprogramm von 1997[Bearbeiten]

Das am 5. März 1997 beschlossene Aktionsprogramm ist überschrieben mit „Für Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ und gliedert sich in die folgenden Kapitel und Abschnitte:[4]

  • I. Arbeit schaffen – Arbeit teilen
1. Soziale und ökologische Reformen durchsetzen
2. Arbeitszeit verkürzen und mehr Zeitsouveränität schaffen
3. Aus- und Weiterbildung sichern und modernisieren
4. Öffentlich geförderte Beschäftigung durch aktive
  • II. Soziale Gerechtigkeit herstellen
5. Soziale Sicherungssysteme stabilisieren – gesetzliche Lohnnebenkosten senken
6. Die Alterssicherung reformieren
7. Eine sozial gerechte Steuerreform verwirklichen
  • III. Tarifautonomie verteidigen – Arbeitnehmerrechte stärken
8. Flächentarifverträge erhalten und reformieren
9. Arbeitnehmerrechte sichern und stärken
  • IV. Die Europäische Einheit sozial gestalten
  • V. Unser Weg

18. Ordentlicher Bundeskongress 22.–26. Mai 2006[Bearbeiten]

Der 18. Ordentliche Bundeskongress des DGB fand vom 22. bis 26. Mai 2006 in Berlin statt. Er wählte

  • als Vorsitzenden Michael Sommer (mit 298 von 380 abgegebenen Stimmen)
  • als Stellvertretende Vorsitzende Ingrid Sehrbrock (mit 212 von 373 abgegebenen Stimmen)
  • als weitere Mitglieder des Geschäftsführenden Bundesvorstands:
– Annelie Buntenbach (309 Stimmen, abgegeben: 384)
– Dietmar Hexel (273 Stimmen, abgegeben: 384)
– Claus Matecki (zweiter Wahlgang: 218 Stimmen, abgegeben: 348)[10]

Der Kongress verabschiedete 137 Anträge zur DGB-Satzung sowie zu gesellschafts- und gewerkschaftspolitischen Themen,[11] darunter den „Leitantrag 1“ des Bundesvorstands „Die Würde des Menschen ist unser Maßstab“.[12] Darin heißt es u. a.:

„Die Würde des Menschen ist untrennbar verknüpft mit den Möglichkeiten des Einzelnen, als selbständiges Individuum am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben teil zu haben. Ohne soziale Gerechtigkeit allerdings gibt es weder Freiheit noch Würde. Würde und Freiheit stellen jedoch in unserer Gesellschaft keine selbstverständlichen Güter mehr dar. Sie werden von einer zunehmenden wirtschaftlichen Deregulierung und Flexibilisierung bedroht.
Die Offenheit der Märkte und die Geschwindigkeit von Transaktionsprozessen erlaubt es internationalen Konzernen und Finanzinstituten frei von demokratischer Kontrolle Entscheidungen zu treffen, die für Volkswirtschaften, einzelne Unternehmen und Beschäftigte folgenschwer sind. Diese weltweite Entfesselung der Märkte übt auf die Sozialstaaten und damit auf deren Sozialstandards einen enormen Wettbewerbsdruck aus.
Soziale Gerechtigkeit als Voraussetzung für ein Leben in Würde und als Leitidee einer sozialstaatlich verfassten Demokratie bedeutet daher gegenwärtig und zukünftig,
  • die Anerkennung des Anspruchs von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern auf gerechte Teilhabe an der Erarbeitung und der Verteilung des Wohlstands sowie ihrer Erwartungen an Selbst- und Mitbestimmung in Arbeitswelt und Gesellschaft;
  • den sozialen Schutz im Alter, vor Krankheit und vor Arbeitslosigkeit, damit die Menschen bei diesen existenziellen Risiken weiterhin im gesellschaftlichen Leben integriert bleiben und nicht ins soziale Abseits rutschen;
  • allen Menschen unabhängig von Status, Ausbildung und Einkommen der Eltern den Zugang zu Bildung und Ausbildung zu ermöglichen und lebensbegleitendes Lernen zu fördern. So können unabhängig von Status, Ausbildung und Einkommen der Eltern gesellschaftliche und soziale Gestaltungsmöglichkeiten genutzt werden;
  • durch eine gute Bildung den Einzelnen zu befähigen, den Wandel von Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Gesellschaft mitzugestalten;
  • Menschen unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialer Herkunft oder kulturellem Hintergrund die Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Integration zu geben und vor sozialer Ausgrenzung zu bewahren;
  • durch Aufrechterhaltung der Inneren Sicherheit den sozialen Frieden zu gewährleisten.
Die deutschen Gewerkschaften treten für diese umfassende Gerechtigkeitsidee ein.“

Vorsitzende des DGB[Bearbeiten]

Alle Vorsitzenden waren oder sind Mitglied der SPD.

Organisation[Bearbeiten]

Mitglieder in den DGB-Gewerkschaften 2013[13]
Gewerkschaft Frauen Männer Insgesamt
IG Bauen-Agrar-Umwelt IG BAU 67.062 23,25% 221.361 76,75% 288.423 4,70%
IG Bergbau, Chemie, Energie IG BCE 136.309 20,54% 527.447 79,46% 663.756 10,81%
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW 190.861 70,67% 79.212 29,33% 270.073 4,40%
IG Metall IGM 400.111 17,66% 1.865.748 82,34% 2.265.859 36,89%
Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten NGG 86.302 41,71% 120.628 58,29% 206.930 3,37%
Gewerkschaft der Polizei GdP 40.424 23,22% 133.678 76,78% 174.102 2,83%
Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG 44.694 21,38% 164.342 78,62% 209.036 3,40%
Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di 1.059.216 51,31% 1.005.325 48,69% 2.064.541 33,61%
DGB gesamt DGB 2.024.979 32,97% 4.117.741 67,03% 6.142.720 100,00%
DGB-Mitgliederstruktur 2013

Mitgliedsgewerkschaften des DGB mit ihren Sitzen[Bearbeiten]

Organe des DGB[Bearbeiten]

Die Organe des DGB sind:

  • Bundeskongress
  • Bundesausschuss
  • Bundesvorstand
  • Revisionskommission

Das höchste Organ ist der Bundeskongress, welcher alle vier Jahre tagt. Zwischen den Bundeskongressen nimmt der Bundesausschuss die Aufgaben wahr.

Höchster Repräsentant des DGB ist der Vorsitzende als Leiter eines mehrköpfigen „Vorstands“. Der geschäftsführende Bundesvorstand besteht aus Reiner Hoffmann (Vorsitzender), Elke Hannack (stellvertretende Vorsitzende), Annelie Buntenbach und Stefan Körzell[14]. Die Revisionskommission besteht aus drei Mitgliedern. Sie überwacht u. a. die Kassenführung und die Jahresabrechnung des Bundes und berichtet hierüber dem Bundeskongress bzw. Bundesausschuss.

Bezirke und Regionen[Bearbeiten]

Bezirke des DGB

Der DGB ist in neun Bezirke[15] und 66 Regionen[16] gegliedert. Die Bezirke dienen auf Landesebene zur Lobbyarbeit, die Regionen sind der kommunale Ansprechpartner.

Die neun Bezirke sind:

DGB-Jugend[Bearbeiten]

Die DGB-Jugend ist die Jugendorganisation des DGB.

Gewerkschaftspresse[Bearbeiten]

Die Gewerkschaftlichen Monatshefte waren von 1950 bis 2004 das theoretische Diskussionsorgan des DGB.[17] Seit dem 14. Dezember gibt der DGB das Online-Magazin Gegenblende heraus. Gegenblende ist der Nachfolger des DGB Debattenblog „Diskurs“.

Daneben wurde unter anderem die gewerkschaftseigene Wochenzeitung Welt der Arbeit herausgegeben, die bereits 1988 eingestellt werden musste. Neben einer naturgemäß zu geringen Auflagenhöhe bei allen Zeitungen im Gewerkschaftsbesitz hatten diese Anfang der 1950er Jahre das einmalige Angebot ausgeschlagen, die renommierte Tageszeitung Die Welt für 400.000 DM der britischen Besatzungsmacht abzukaufen – der Zuschlag ging daraufhin an den Axel Springer Verlag.[18]

Die IG-Metaller bilden die größte Gruppe der DGB-Jugend

Der DGB gibt u. a. den Newsletter einblick heraus.

Weitere Aktivitäten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Standardpublikationen zum DGB:

  • Quellen zur Geschichte der deutschen Gewerkschaftsbewegung im 20. Jahrhundert. Köln 1985ff.
  • Hans-Otto Hemmer/Kurt-Thomas Schmitz (Hrsg.): Geschichte der Gewerkschaften in der Bundesrepublik Deutschland. Von den Anfängen bis heute. Bund-Verlag, Köln 1990.
  • Schneider, Michael: Kleine Geschichte der Gewerkschaften. Ihre Entwicklung in Deutschland von den Anfängen bis heute. Bonn 2000.
  • Schönhoven, Klaus: Die deutschen Gewerkschaften. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987.
  • Pirker, Theo: Die blinde Macht. Die Gewerkschaftsbewegung in Westdeutschland. Zwei Bände. Berlin 1960

Aktuelle wissenschaftliche Publikationen:

  • Ulrich Borsdorf/Karl Lauschke: Hans Böckler. Zwei Bände. Klartext, Essen 2005.
  • Hans-Otto Hemmer: Nur noch ein Restposten? – 60 Jahre DGB, in: Jahrbuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft III/2009.
  • Jens Hildebrandt: Gewerkschaften im geteilten Deutschland. Die Beziehungen zwischen DGB und FDGB vom Kalten Krieg bis zur Neuen Ostpolitik 1955 bis 1969. Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 2010.
  • Robert Lorenz: Gewerkschaftsdämmerung. Geschichte und Perspektiven deutscher Gewerkschaften. transcript, Bielefeld 2013.
  • Walther Müller-Jentsch: Gewerkschaften und Soziale Marktwirtschaft seit 1945. Reclam, Stuttgart 2011
  • Wolfgang Schroeder, Bernhard Weßels: Die Gewerkschaften in Politik und Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Ein Handbuch. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2003.
  • Frank Deppe: Gewerkschaften in der Großen Transformation. Von den 1970er Jahren bis heute. Eine Einführung, Köln 2011.

Sonstige:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutscher Gewerkschaftsbund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Satzung des DGB
  2. Chronologische Übersicht auf der web-Seite des DGB
  3. a b Grundsatzprogramm des DGB (1996)
  4. a b Aktionsprogramm des DGB 1997
  5. 18. Ordentlicher DGB-Bundeskongress – Mai 2006
  6. Startseite mit Materialien zum „DGB-Kapitalismuskongress“
  7. Informationen zum Parlament der Arbeit – 19. Ordentlicher Bundeskongress
  8. http://www.dgb.de/uber-uns/dgb-heute/mitgliederzahlen
  9. http://www.dgb.de/uber-uns/dgb-heute/mitgliederzahlen/1950-1993
  10. Tagesprotokoll 23. Mai 2006 des 18. Bundeskongresses
  11. Beschlossene Anträge der 18. Bundeskongresses
  12. Anträge im Bereich „B: Gewerkschaftliche Leitorientierung“
  13. [1]
  14. Wahlergebnisse 20. Bundeskongress 2014 auf dgb.de, abgerufen am 14. Mai 2014
  15. Die Bezirke und Landesvorstandsbüros des DGB
  16. Die Regionen des DGB
  17. Online-Edition der Gewerkschaftlichen Monatshefte
  18. Thomas Kröter: Sperrmüll oder Gegenmacht? Subjektive Anmerkungen zu Zustand und Perspektiven der Gewerkschaftspresse (PDF; 61 kB), in: Gewerkschaftliche Monatshefte 3/86, S. 172-180
  19. Tax Jusice Network Deutschland, Blog, Liste der Partner rechts am Rand