Göttinger Gedenktafeln

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Gedenktafel für den Göttinger Chronisten Franciscus Lubecus in der Paulinerstraße 10/12
Otto von Bismarck (Rote Straße 27)

Die Göttinger Gedenktafeln wurden 1874 nach dem Vorbild der Universitätsstadt Jena auf Initiative des Göttinger Bürgermeisters Georg Merkel in Göttingen eingeführt, um herausragende Persönlichkeiten der niedersächsischen Universitätsstadt zu ehren. Sie sind rechteckig aus weißem Marmor und werden an den Häusern angebracht, in denen die zu Ehrenden in ihrer Göttinger Zeit gelebt haben, oder an später an gleicher Stelle errichteten Nachfolgebauten.

Beschreibung[Bearbeiten]

Geehrt werden weltbekannte ehemalige Studenten und bedeutende Hochschullehrer der Georg-August-Universität, aber auch bekannte Bürger der Stadt und international bekannte Persönlichkeiten, die aus anderem Anlass und möglicherweise auch nur kurz in Göttingen gewesen sind. Seit dem Jahr 1874 gab es insgesamt 320[1] solcher Gedenktafeln, von denen einige allerdings nicht erhalten sind und deren Erneuerung auch nicht beabsichtigt ist. Der bekannteste Göttinger Student des 19. Jahrhunderts und spätere Reichskanzler Otto von Bismarck wird sogar mit zwei Gedenktafeln geehrt: Die eine befindet sich an der ersten Studentenwohnung in der Roten Straße 27 und die zweite, von der Hannoverschen Eisengießerei gestiftete an der weiteren Studentenwohnung Bismarcks, dem Bismarck-Häuschen in den Wallanlagen am südlichen Rand der Innenstadt. Sie ist aus Eisenguss und nicht aus Marmor, wie die übrigen. Die meisten Gedenktafeln, zeitweilig vier, heute noch drei, erinnern an den Mathematiker Carl Friedrich Gauß. Die jüngsten Gedenktafeln erinnern an den ungarisch-amerikanischen Physiker Eugene Paul Wigner und den Aufklärer Adolph Knigge (Stand: Juli 2014).

„Der überzeugte Preuße und bekennende Antisemit Heinrich von Treitschke [erhielt] bereits in seinem Todesjahr 1896 eine Tafel ... während die als erste Frau in Deutschland zum Doktor der Philosophie promovierte Dorothea Schlözer über 150 Jahre warten musste, bis es 1976 endlich soweit war.“[2]

Neue Gedenktafeln[Bearbeiten]

Über die Anbringung von Gedenktafeln entscheidet der Kulturausschuss der Stadt auf Vorschlag des Stadtarchivs nach Anhörung des Denkmalbeauftragten der Universität.

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Nissen, Christina Prauss, Siegfried Schütz: Göttinger Gedenktafeln. Ein biografischer Wegweiser. Vandenhoeck & Ruprecht, 2002, ISBN 3-525-39161-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Göttinger Gedenktafeln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Stand 2002 nach Nissen u.a.
  2. Stadtarchiv Göttingen: Gedenktafeln

51.5338888888899.9355555555556Koordinaten: 51° 32′ 2″ N, 9° 56′ 8″ O