Hann. Münden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hann. Münden
Hann. Münden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hann. Münden hervorgehoben
51.4166666666679.65123Koordinaten: 51° 25′ N, 9° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Göttingen
Höhe: 123 m ü. NHN
Fläche: 121,12 km²
Einwohner: 23.738 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 196 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34346
Vorwahl: 05541
Kfz-Kennzeichen: GÖ, DUD, HMÜ
Gemeindeschlüssel: 03 1 52 016
Stadtgliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Lotzestraße 2
34346 Hann. Münden
Webpräsenz: www.hann.muenden.de
Bürgermeister: Klaus Burhenne (CDU)
Lage der Stadt Hann. Münden im Landkreis Göttingen
Staufenberg Hann. Münden Bühren Scheden Rosdorf Friedland Dransfeld Jühnde Niemetal Adelebsen Bovenden Waake Gleichen Landolfshausen Bilshausen Göttingen Seulingen Ebergötzen Bodensee Seeburg Obernfeld Krebeck Wollbrandshausen Rollshausen Wollershausen Duderstadt Gieboldehausen Rhumspringe Rüdershausen Landkreis Göttingen Niedersachsen Hessen Landkreis Northeim Landkreis Northeim Landkreis Osterode am Harz ThüringenKarte
Über dieses Bild
„Doktor Eisenbarth“-Figur am Ortseingang

Hann. Münden (kurz für Hannoversch Münden, umgangssprachlich auch nur Münden genannt) ist eine Stadt und selbständige Gemeinde im Landkreis Göttingen, südliches Niedersachsen, an der Grenze zu Hessen sowie unweit von Thüringen.

In Hann. Münden befindet sich der Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser. Deshalb wird die Stadt auch „Drei-Flüsse-Stadt“ genannt. Bekannt ist die Stadt außerdem durch die Grabstätte des deutschen Handwerkschirurgen und Starstechers Johann Andreas Eisenbarth („Doktor Eisenbarth“), der verstarb, als er in Münden Station machte. Von der Lage der Stadt im Weserdurchbruchstal soll auch Alexander von Humboldt angetan gewesen sein. Über das oft verwendete Humboldt-Zitat, Münden sei „eine der sieben schönstgelegenen Städte der Welt“, gibt es allerdings keine schriftlichen Aufzeichnungen.

Namensgebung[Bearbeiten]

Die Stadt heißt laut Hauptsatzung Hann. Münden. Dies wurde 2006 letztmals festgeschrieben,[2] und die Stadt wird auch beim Statistischen Bundesamt mit diesem Namen geführt.

Der ursprüngliche Name der Stadt, Münden, führte immer wieder zu Verwechslungen mit dem ähnlich klingenden Minden, das auch an der Weser liegt und von der Handelsschifffahrt aufgesucht wurde. Nach Münden adressierte Post tauchte regelmäßig in Minden und manchmal auch in München auf. Deshalb schuf man zur Unterscheidung die Bezeichnungen Hannoversch Münden (auch: Hannöverisch Münden) im Gegensatz zu Preußisch Minden bzw. Minden in Westfalen oder auch Minden/Westfalen. Namenspate war jedoch nicht die Stadt Hannover, sondern das Kurfürstentum und spätere Königreich Hannover. Dessen Annexion durch Preußen 1866 (Provinz Hannover) und spätere Umgliederungen ließen den Stadtnamen unverändert. Goethe und die Brüder Grimm schrieben meist Minden, manchmal mit dem Zusatz Hannöverisch.

Der Name Hannoversch Münden passte wegen seiner Länge zum Beispiel nicht auf die Fahrkarten der Hannöverschen Südbahn. Außerdem konnte er akustisch missverstanden werden als Hannover-Schmünden, Hannover-Münden, Hannover bei Münden oder Hannover bei München. Die Abkürzung Hann. Münden (oft fälschlich Hann.-Münden geschrieben, was wieder einen Stadtteil von Hannover vermuten ließe) war auch für Ortsunkundige verständlich. Seit 1991 führt die Stadt aufgrund eines Ratsbeschlusses die amtliche Bezeichnung Hann. Münden.[3] Die Einwohner der Stadt nennen sich weiterhin Mündener.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Hann. Münden, Blick von der Tillyschanze auf die Kernstadt
Zusammenfluss von Werra (links) und Fulda (rechts) zur Weser (vorn)

Hann. Münden ist die südlichste Stadt Niedersachsens und liegt am Zusammenfluss von Fulda und Werra zur Weser, der am Tanzwerder durch den Weserstein markiert ist. Sowohl ihre westliche wie auch Teile der östlichen Gemeindegrenze fallen mit der Landesgrenze nach Hessen zusammen. Die politische Gemeinde liegt mit ihrer Kernstadt und den eingemeindeten Ortschaften im Grund und an den Hängen der drei Flusstäler; einzige Ausnahme ist der nordöstliche Ortsteil Mielenhausen. Das Stadtzentrum, die historische Altstadt, liegt 23 km südwestlich der Kreisstadt Göttingen und 20 km nordöstlich der nordhessischen Stadt Kassel. Raumordnungspolitisch gehört die Stadt zur Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.

Geographisch liegt die Stadt auf den Nahtstellen von Reinhardswald, Bramwald und Kaufunger Wald. Die beiden erstgenannten Mittelgebirgszüge werden dem Weserbergland, der letztgenannte dem Norden des Osthessischen Berglands zugeordnet. Bramwald und Kaufunger Wald sind ein Teil des Naturparks Münden.

In die landschaftsprägenden Flüsse münden der aus dem Kaufunger Wald kommende Eselsbach beim Floßplatz in die Fulda, der Ilksbach beim Letzten Heller in die Werra, die aus dem Bramwald kommenden Gewässer Schede (gegenüber von Hilwartshausen) und Nieme (bei Bursfelde) in die Weser.

Geografische Daten der Stadt Hann. Münden:[4][5]

  • Tiefster Punkt, Weseranlegestelle Bursfelde: 110 m ü. NN
  • Höchster Punkt, Kleiner Steinberg: 542 m ü. NN
  • Stadtzentrum, St.-Blasius-Kirche: 123 m ü. NN
  • Höchste Wohnbebauung, Am Schäferhof: 275 m ü. NN
Panoramabild aus der Altstadt Hann. Mündens

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Seit der kommunalen Gebietsreform 1973 setzt sich die Stadt Hann. Münden aus der Kernstadt und insgesamt zehn Ortsteilen zusammen.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind unter anderen Fuldatal, Reinhardshagen, Scheden, Staufenberg und Witzenhausen. Nicht weit entfernte größere Ortschaften sind Dransfeld und Jühnde, im Südwesten liegt die Großstadt Kassel.

Klima[Bearbeiten]

Hann. Münden liegt bei der Jahresdurchschnittstemperatur und der Niederschlagsmenge im Durchschnitt der gemäßigten Zone. Im Frühjahr, Herbst und Winter ist Nebel im Tal der Kernstadt recht häufig. Der kälteste Monat ist der Januar mit durchschnittlich −1 bis +2 Grad Celsius. Die wärmsten Monate sind im langjährigen Mittel die Monate Juli und August mit je 13 bis 23 °C.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Hann. Münden
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2 4 9 13 18 20 23 23 18 13 7 3 Ø 12,8
Min. Temperatur (°C) −1 −1 2 4 8 11 13 13 10 6 2 0 Ø 5,6
Niederschlag (mm) 52,1 44,1 53,1 54,4 62,9 83,9 68,8 63,6 52,9 48,2 62,2 70,9 Σ 717,1
Sonnenstunden (h/d) 0,9 2,2 3,1 4,4 6,1 5,9 6,0 6,0 4,3 3,3 1,2 0,7 Ø 3,7
T
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N
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52,1
44,1
53,1
54,4
62,9
83,9
68,8
63,6
52,9
48,2
62,2
70,9
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Temperatur – MSN Weather Averages Hann. Münden,[6] Normwerte Sonne – DWD HMÜ – Steinberg,[7], Niederschlag – DWD HMÜ – Hedemünden[8]

Geologische Verhältnisse[Bearbeiten]

Hann. Münden gehört geologisch und geographisch zum Niedersächsischen Bergland. Die Altstadt mit dem Zusammenfluss von Fulda und Werra liegt in einem Becken vor dem Durchbruch der Weser zwischen Rabanenkopf (Reinhardswald) und Questenberg (Mündener Stadtforst); an dieser Stelle beträgt die Breite des Tales nur 400 m. Das Niedersächsische Bergland ist von seiner Form her ein flaches Gewölbe aus Schichten der Triaszeit. Die Berghöhen und ihre Flanken werden aus Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper gebildet. An vielen Stellen tritt Basalterguss vulkanischen Ursprungs auf (siehe Kleiner Steinberg), an einigen Stellen wurde Quarzit festgestellt. Das im Mesozoikum entstandende Mündener Buntsandsteingebiet wird im Flussdreieck von Werra und Fulda durch Material aus dem Paläozoikum ergänzt, das über Eder und Fulda ins Mündener Becken geschwemmt wurde.[9]

Geschichte[Bearbeiten]

800–1200 erste Siedlungen und Gründung[Bearbeiten]

Wüst gefallener Siedlungsbereich von Altmünden auf der linken Weserseite, gegenüber Münden mit dem Questenberg, 1791
Münden als kolorierter Kupferstich von Frans Hogenberg, 1584

Die Gründung der Stadt ist nicht genau belegt. Die erste urkundliche Erwähnung in einem Dokument von 1183 spricht schon von einer Stadt. Als eine Vorläufersiedlung gilt Gimundi an der Stelle des heutigen Stadtteils Altmünden. Sie wurde etwa 802 an die Reichsabteien Fulda und Corvey verschenkt. Dort hielt sich Kaiser Heinrich III. im Jahr 1049 auf.[10] Einziger baulicher Rest von Altmünden ist die Kirchenruine St. Laurentius, die im Dreißigjährigen Krieg abgebrochen wurde.

1200–1600 Stapelrecht und Reformation[Bearbeiten]

1247 erhielt Münden das Privileg des Stapelrechts, das der Stadt zu einem großen Aufschwung verhalf.[11] Erst 1823 wurde das Mündener Stapelrecht aufgehoben. Im 16. Jahrhundert war Münden durch den Weserhandel die wichtigste Handelsstadt bis Bremen für Waren vor allem aus Thüringen. Gehandelt und auf der Weser transportiert wurden vor allem Färberwaid, damals ein wichtiges blaues Färbemittel, Glas, Textilien und Flöße mit Holz und Getreide aus Thüringen. Von der Nordsee kamen weseraufwärts Heringe und andere Fische.

Seit dem Mittelalter wurde in Hann. Münden einige Zeit Weinbau am Südhang des Questenberges betrieben. Dieser Wein wird Questenberger genannt. In einer alten Quelle von 1390 wird der Questenberger als bemerkenswert guter Wein erwähnt.[12] Die Qualität des Weines wird nochmals 1545 auf der Fürstenhochzeit von Herzog Erich II. und Sidonie von Sachsen 1545 auf dem Welfenschloss zu Münden bezeugt: Die Speisenfolge nennt neben 26 Fuder Frankenwein auch zwei Fuder fünfjährigen Questenberger von 1540.[13]

Durch ihre Heirat 1525 mit Erich I., in dessen Fürstentum Calenberg-Göttingen Münden lag, bekam Elisabeth von Brandenburg Münden als Leibzucht und Herrschaftsgebiet zugesprochen. Elisabeth kam früh mit den Ideen der Reformation in Berührung und holte den Reformator Antonius Corvinus nach Münden. Nach dem Tod Erich I. im Jahre 1540 übernahm Elisabeth vormundschaftlich die Regierungsgeschäfte für ihren noch minderjährigen Sohn Erich II. und herrschte mit Residenzsitz in Hann. Münden bis 1546. In dieser Zeit, also noch vor dem Augsburger Religionsfrieden, setzte sie den Protestantismus durch.

1600–1800 Dreißigjähriger Krieg und Absolutismus[Bearbeiten]

Belagerung von Münden 1626

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt am 30. Maijul./ 9. Juni 1626greg.Blutpfingsten – nach mehrtägigem Beschuss durch die Söldner Tillys eingenommen und ein Großteil der Bevölkerung umgebracht.[14]

Im Siebenjährigen Krieg wurde die Stadt in der Zeit zwischen 1757 und 1762 wiederholt von französischen Truppen besetzt,[15] die auf dem Questenberg die Franzosenschanze anlegten.

1776 wurden in Münden fast 20.000 hessische Soldaten eingeschifft, die der Landgraf von Hessen-Kassel Friedrich II. an den hannoverschen Kurfürsten und König von Großbritannien, Georg III., vermietet hatte.[16] Sie wurden im Kampf gegen die amerikanischen Truppen im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eingesetzt. Die Rückführung der Soldaten fand im November 1783 auch über Münden statt, aber kaum mehr als die Hälfte kam zurück.

1800–1914 Gründerzeit und Industrialisierung[Bearbeiten]

Das Rathaus 1909

Eine Reihe von für die Stadt wichtigen Firmengründungen (siehe Unternehmen) fällt ins 19. Jahrhundert. Und bereits 1856 erhielt Münden einen Anschluss an das entstehende Eisenbahnnetz.

1868 gründete der preußische König Wilhelm I. die Königlich Preußische Forstakademie Hannoversch Münden. Daraus entwickelte sich eine traditionsreiche Hochschule für Forstwissenschaften, die Hann. Münden in der deutschen und internationalen Forstwissenschaft bekannt machte. 1870 folgte die Eröffnung des Forstbotanischen Gartens. Die Akademie wurde 1922 umbenannt in Forstliche Hochschule und 1939 der Georg-August-Universität Göttingen als Forstwissenschaftliche Fakultät angegliedert; der Umzug der Fakultät nach Göttingen erfolgte 1970/1971.

Von 1885 bis 1972 war das damalige Münden Kreisstadt des Landkreises Münden (Kfz-Kennzeichen HMÜ), der am 1. Januar 1973 im Landkreis Göttingen aufging.

Über Jahrhunderte wurden im Kaufunger Wald unter anderem am Kleinen Steinberg Basalt und Braunkohle, Tone und Sande abgebaut, die auf der Kohlenstraße und von 1894 bis 1931 über die Steinberg-Drahtseilbahn nach Hann. Münden transportiert wurden.

Marken von Hochwasserständen ab 1342

Anfang Februar 1909 überflutete das Werrahochwasser 1909 einen beträchtlichen Teil der Altstadt.

Am 16. Juni 1911 wurde das Parseval-Luftschiff PL5 beim Entleeren der Hülle in Hann. Münden durch Feuer zerstört.

1933–1945 Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Am 30. März 1933 wurden Adolf Hitler die Ehrenbürgerrechte der Stadt verliehen. Erst 75 Jahre später, am 27. März 2008, wurde diese Ehrenbürgerschaft durch den Rat der Stadt einstimmig wieder aberkannt.

Im Rahmen der „Aktion wider den undeutschen Geist“ inszenierten einige nationalsozialistische Studenten der forstlichen Fakultät am 10. Mai 1933, wie an vielen anderen Orten in Deutschland, eine Bücherverbrennung auf dem Marktplatz.

Am 1. Oktober 1934 wurde Münden wieder Garnisonsstadt. Mit der 1935 errichteten Werratalbrücke der Reichsautobahn (heutige A 7) hatte die Stadt für einige Jahre die größte europäische Autobahnbrücke. Der Autobahnabschnitt Kassel-Göttingen mit der Autobahnanschlussstelle Hann. Münden-Hedemünden wurde am 20. Juni 1937 für den Verkehr freigegeben.

Die Novemberpogrome 1938 hatten auch ihre lokale Ausprägung. Am 9. November 1938 wurden in der Mündener Synagoge erhebliche Sachbeschädigungen verübt, die Torarollen, Gebetbücher und -mäntel öffentlich auf dem Tanzwerder verbrannt.[17] 1942 wurden die bis dahin noch verbliebenen jüdischen Mitbürger in Konzentrationslager deportiert. Von 126 ist nachgewiesen, dass sie dort ums Leben kamen.[18]

Im Zweiten Weltkrieg blieb Hann. Münden bis auf wenige Ausnahmen von direkten Kriegsauswirkungen und Kampfhandlungen verschont. Am 17. Mai 1943 erreichte die Stadt eine Flutwelle, die durch die Bombardierung der Edertalsperre in der Operation Chastise ausgelöst wurde. Sie richtete beträchtliche Schäden in der Stadt an, forderte aber nicht wie in anderen Orten Todesopfer.[19]

Am 30. und 31. März 1945 fanden zwei Luftangriffe auf Münden statt; 32 Menschen wurden getötet und 50 schwer verletzt.[20] Ziel der Angriffe durch angloamerikanische Bomberverbände war unter anderem die Gneisenau-Kaserne nahe Gimte. In der 1935 fertiggestellten Pionier-Kaserne war, wie auch in der damaligen Plan-Schule, bis zum 28. März 1945 die Personalstelle des Oberkommandos des Heeres einquartiert. Bombardiert wurden auch Züge auf der Bahnstrecke Dransfelder Rampe im Bereich des Volkmarshäuser Tunnels.[21]

Deutsche Pioniere sprengten am 5. und 6. April 1945 kurz vor dem Eintreffen der vorrückenden amerikanischen Truppen bis auf die historische Werrabrücke alle Brücken im Stadtgebiet, insbesondere die Werratalbrücke der Reichsautobahn.[22]

Am 6. und 7. April 1945 nahmen amerikanische Truppen der 69. US-Infanterie-Division und des 273. US-Infanterie-Regiments unterstützt vom 777. US-Panzer-Bataillon und vom 661. US-Panzer-Jäger-Bataillon kämpfend die Stadt ein. Beim Kampf um Münden kamen 94 deutsche Soldaten, Volkssturm- und RAD-Angehörige und Zivilisten ums Leben; über die amerikanischen Verluste, die es gab, liegen keine Zahlen vor.[23] Entsprechend der alliierten Abmachungen lag die Stadt in der britischen Besatzungszone, und am 20. Mai 1945 rückten britische Soldaten ein.

Bau der Eisenbahn bei Münden[Bearbeiten]

Portal des Mitte des 19. Jahrhunderts errichteten Volkmarshäuser Tunnels an der stillgelegten Strecke nach Göttingen (Dransfelder Rampe)

Am 8. Mai 1856 erhielt die Stadt erstmals durch die Hannöversche Südbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Die Strecke führte von Hannover, Göttingen und Dransfeld nach Hann. Münden. Am 23. September 1856 wurde die Hannöversche Südbahn bis Kassel verlängert. Zur Vermeidung einer Linienführung über kurhessisches Gebiet wurde die Strecke ab Göttingen über Dransfeld geführt. Dafür nahm man Steigungen von bis zu 18 ‰ in Kauf. Der Streckenabschnitt Göttingen–Dransfeld–Münden, der 1980 stillgelegt und noch bis 1995 als Güteranschlussgleis genutzt wurde, bekam so den Beinamen Dransfelder Rampe. Diese Hauptstrecke, an der sich heute noch die Streckenkilometrierung bis Kassel orientiert, wurde von Anbeginn zweigleisig gebaut, während die Strecken Hannover–Göttingen und Münden–Kassel zuerst eingleisig waren. Letztere hatte als einzige Bahnstrecke im Königreich Hannover bei Volkmarshausen nahe Hann. Münden einen Tunnel, was für den König der ausschlaggebende Grund für den Bau bis Hann. Münden gewesen sein soll. Die wahren Gründe für den Volkmarshäuser Tunnel waren jedoch die Einsparung von Kosten und der Wunsch, die Strecke möglichst auf gleicher Höhenlage bis Kassel zu führen. So befindet sich auch der Mündener Bahnhof in Hanglage rund 15 Höhenmeter über dem historischen Stadtkern.

Die heutige Verbindung über Eichenberg nach Göttingen wurde im Zuge des Ausbaues als letzter Bauabschnitt der Halle-Casseler-Bahn im Mai 1872 eröffnet.

Garnisonstadt Münden[Bearbeiten]

Teilansicht vom Innenbereich der früheren Kurhessen-Kaserne

Als Garnisonstadt hat Hann. Münden eine lange Tradition, die bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückreicht. Besonders prägend und wiederkehrend war die Pioniertradition des Standortes.

Seit 1901 war Hann. Münden mit einigen Unterbrechungen Pioniergarnison. Am 1. Oktober dieses Jahres zog das Hessische Pionier-Bataillon Nr. 11, bis dahin in Mainz-Kastel gelegen, in die neu erbaute Kaserne in Neumünden ein und verblieb, später in Kurhessisches Pionier-Bataillon Nr. 11 umbenannt, bis 1918. In den Kriegsjahren 1914/1918 bildete das Pionier-Ersatzbataillon 11 im Standort insgesamt 21.000 Pioniere für die Kriegsformationen des Bataillons aus. Nach Kriegsende bis 1920 folgte das Reichswehr-Pionierbataillon 11.

Für eine Übergangszeit von 1921 bis 1934 war die ehemalige Pionierkaserne Sitz der Hessisch-Nassauischen Polizeischule.

Von 1934 bis 1945 lag in dem jetzt in Kurhessen-Kaserne umbenannten Areal zunächst das Pionierbataillon 9, aus dem später die Pionierbataillone 29 und 49 hervorgingen. Diese Einheiten nutzten zudem ab Oktober 1935 die nahe Gimte auf dem Gimter Feld gelegene Gneisenau-Kaserne (heute unter anderem Bildungseinrichtung der Polizei Niedersachsen), mit deren Bau 1934 begonnen wurde. Auf der Gimter Aue an der Weser entstand ein Wasserübungsplatz. Während der Kriegsjahre bildeten in den Mündener Kasernen Ersatz-Bataillone (zum Beispiel das Pionier-Ersatz-Bataillon 29) Pioniere für den Fronteinsatz aus. Die Mündener Pioniertradition wurde durch die Einnahme der Stadt am 7. April 1945 durch amerikanische Truppen vorerst beendet.

Mit Aufstellung der Bundeswehr zogen wieder Pioniere in die Kurhessenkaserne ein. Das war von 1956 bis 1958 zunächst das Panzer-Pionierbataillon 5, das anschließend in Pionierbataillon 2 (PiBtl 2) umbenannt wurde. Zur Garnison gehörten neben dem PiBtl 2 auch immer selbständige Kompanien mit unterschiedlichen Bezeichnungen, so zum Beispiel von 1959 bis 1981 die Panzerpionierkompanie 50. Die Bundeswehr blieb bis zur endgültigen Auflösung des PiBtl 2 am 31. März 1993 Hausherr in der Kaserne. Das seither frei zugängliche Kasernengelände wird heute als Wohn- und Gewerbepark Fuldablick bezeichnet und entsprechend genutzt.[24]

Polizeischule/Polizeiakademie[Bearbeiten]

Begrüßungsschild für Polizeischüler der früheren Landespolizeischule Niedersachsen
Eingang der Polizeiakademie am Studienort Hann. Münden

Kaum eine andere Institution ist so eng mit dem Namen Hann. Münden verbunden wie die Polizei.

Von 1921 bis 1934 war Hann. Münden zunächst Sitz der Polizeischule der preußischen Provinz Hessen-Nassau. Die Polizeiausbildung wurde in der ehemaligen Pionierkaserne in Neumünden (spätere Kurhessenkaserne) betrieben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf Befehl der britischen Militärregierung die Regionspolizeischule Hannover in die Gneisenau-Kaserne auf dem Gimter Feld, nahe dem heutigen Ortsteil Gimte, verlegt.[25] Dafür gab ein dort einquartiertes britisches Bataillon die Räumlichkeiten frei und wurde nach Goslar verlegt.[26] Am 28. Mai trafen die Polizeischüler und das Gerät in Hann. Münden ein. Am 11. Juni 1946 begann der erste Anwärterlehrgang an der Polizeischule in Hann. Münden, die ab dem 1. Januar 1947 die Bezeichnung Polizeischule des Landes Niedersachsen trug,[25] später Landespolizeischule Niedersachsen (LPSN).

Zu Beginn noch unter britischer Aufsicht und Kontrolle, entwickelte sich die Schule im Laufe der Zeit zu einer modernen Ausbildungsstätte der niedersächsischen Landespolizei. Die Landespolizeischule hatte in den 1970er Jahren ihre höchste Auslastungszahl in der Aus- und Fortbildung von Polizeibeamten. Verpflegungsstärken von 1200 bis 1400 Personen pro Tag waren keine Seltenheit.[25]

Aufgrund höherer Qualitätsanforderungen an den Polizeinachwuchs wurde die LPSN am 30. April 1997 aufgelöst und am 1. Mai 1997 das Bildungsinstitut der Polizei Niedersachsen (BIP NI) mit Hauptsitz in Hann. Münden eingerichtet. Das BIP NI war nun zuständig für die Planung, Koordination und Durchführung der gesamten Fortbildung der Polizei in Niedersachsen. Die bisherige Polizeiausbildung wurde eigenständig in Form eines Studiums an der Niedersächsischen Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege durchgeführt. Hann. Münden war neben Oldenburg eine der Außenstellen; der Hauptsitz befand sich in Hildesheim.[25]

Am 1. Oktober 2007 erfolgte im Rahmen der Reform der polizeilichen Aus- und Fortbildung eine erneute Umorganisation: Die „Fakultät Polizei“ der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege und das Bildungsinstitut der Polizei wurden zur Polizeiakademie Niedersachsen mit Hauptsitz in Nienburg/Weser zusammengeführt. Der weiterhin gut ausgelastete Studienort Hann. Münden ist eine von zwei Zweigstellen der Akademie.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Mit dem Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Göttingen wurden die Voraussetzungen für einen Zusammenschluss der bisherigen Kreise Münden, Duderstadt und Göttingen zum heutigen Landkreis Göttingen geschaffen. Dieses Gesetz trat am 1. Januar 1973 in Kraft. Im Zuge dieser Verwaltungs- und Gebietsreform wurden gleichzeitig die Gemeinden neu geordnet und zu größeren Einheiten zusammengeschlossen. So wurden die Gemeinden Bonaforth, Gimte, Hedemünden, Hemeln, Laubach, Lippoldshausen, Mielenhausen, Oberode, Volkmarshausen und Wiershausen in die Stadt Münden eingegliedert.[27]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl in Hann Münden[28]:

  • 1200: ca. 1100 Einwohner
  • 1400: ca. 2800 Einwohner
  • 1500: ca. 2500 Einwohner
  • 1700: ca. 3700 Einwohner
  • 1834: 4200 Einwohner
  • 1900: 9000 Einwohner
  • 1939: 15000 Einwohner
  • 1961: 20000 Einwohner
  • 1970: 19000 Einwohner
  • 1973: 19407 Einwohner
  • 1978: 27652 Einwohner

Religionen[Bearbeiten]

Bekenntnis[29] Anteil
Evangelisch-Lutherisch 49,31 %
Römisch-Katholisch 11,47 %
Evangelisch-Reformiert 4,93 %
Verschiedene und ohne Bekenntnis 34,29 %
Gesamt 100,00 %

Die von der Mitgliederzahl bedeutendste Kirche ist der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Münden, der in mehrere Gemeinden unterteilt ist. Der Kirchenkreis Münden, der bis ins Jahr 1542 zurückreicht, gehört zum Sprengel Hildesheim-Göttingen. Die Kirchengemeinden St. Lukas, St. Matthäus und Stadtkirche Münden wurden am 1. Januar 2012 zur Evangelisch-lutherischen Stadtkirchengemeinde Münden zusammengeschlossen.[30]

Als weitere innerhalb der EKD organisierten Kirche ist die evangelisch-reformierte Kirche seit 1708 mit einer deutlich kleineren Gemeinde in der Stadt vertreten. Die 1889 entstandene katholische St.-Elisabeth-Pfarrei der Stadt ist eine Diaspora-Gemeinde im Bistum Hildesheim.

Neben diesen großen Gemeinden hat die Stadt mit der Adventgemeinde, der Neuapostolischen Kirche, den Baptisten, den Zeugen Jehovas und weiteren eine Reihe kleinerer aktiver christlicher Gemeinden.

Die muslimische Gemeinde erwarb um 2008 die Kirche der in Hann. Münden seit vielen Jahren inaktiven Methodisten und gestaltete sie zu einer Moschee um.

1834 weihte die Mündener Jüdische Gemeinde eine Synagoge ein und ab 1843 erhielten ihre Mitglieder volle Bürgerrechte in Münden. Alle Mitglieder der ehemaligen Jüdischen Gemeinde wurden während der Zeit des Nationalsozialismus vertrieben, deportiert und ermordet. Seitdem gibt es keine praktizierende Gemeinde mehr, jedoch mit dem Alten und dem Neuen Jüdischen Friedhof zwei frühere jüdische Friedhöfe im Stadtgebiet. Heute weist ein Gedenkstein zur Mahnung und Erinnerung am historischen Rathaus auf die ehemalige Jüdische Gemeinde hin.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Wahl
vom 11. 9. 2011
Wahl
vom 10. 9. 2006
Wahl
vom 9. 9. 2001
Wahl
vom 15. 9. 1996
Partei Prozent Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze Prozent Sitze
SPD 50,3 18 46,2 17 44,1 17 49,5 19
CDU 26,6 9 37,4 14 36,0 14 37,3 14
GRÜNE 12,7 4 7,0 2 6,3 2 - -
BFMÜ 6,3 2 2,5 1 - - - -
Die Linke 2,3 1 2,0 1 - - - -
FDP 1,9 - 3,2 1 3,3 1 2,9 1
UL - - 1,7 1 - - - -
GHMÜ - - -[31] - 8,8 3 10,3 3
Sonstige 1,8 - - - 1,5 - - -
Gesamt 100,0 34 100,0 37 100,0 37 100,0 37

Bei den letzten niedersächsischen Kommunalwahlen haben sich nebenstehende Zusammensetzungen des Stadtrats ergeben.

Ratsvorsitzende ist ein SPD-Ratsherr. Die SPD-Fraktion stellt mit 18 Mitgliedern die Ratsmehrheit, weitere Fraktionen stellen die CDU, GRÜNE, BFMÜ (Bürgerforum Hann. Münden).[32]

Als direkt gewählter Bürgermeister setzte sich in der Stichwahl am 24. September 2006 der seit 2001 amtierende Bürgermeister Klaus Burhenne gegen den SPD-Kandidaten mit einem Vorsprung von acht Stimmen durch. Burhenne ist für acht Jahre gewählt.[33]

Städtepartnerschaften und -freundschaften[Bearbeiten]

Die Stadt Hann. Münden unterhält mit folgenden ausländischen Kommunen eine Städtepartnerschaft:

Der Altkreis Münden unterhielt eine Partnerschaft zum London Borough of Hackney, die nach der Kreisreform 1973 vom Landkreis Göttingen weitergeführt wird. Außerdem unterhält Münden freundschaftliche Beziehungen zu den folgenden deutschen Kommunen:

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Hann muenden wappen.jpg

Das Stadtwappen geht auf die Privilegierung der Stadt durch Herzog Otto von Braunschweig-Lüneburg (1247) zurück. Es zeigt in rotem Schild eine silberne Burg mit breitbedachtem, blaugedecktem und goldbekröntem Mittelturm zwischen zwei spitzbedachten, blaugedeckten Seitentürmen; im Torbogen ein roter Schild, darin ein blaubewehrter goldener Löwe (Welfenlöwe); über dem Tor am Mittelturm ein gotisches schwarzes M.[34]

Die Farben der Stadt sind gelb und rot. Die Flagge zeigt die Farben gelb und rot in zwei gleich breiten Längsstreifen.[34]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulturangebote[Bearbeiten]

Die wichtigsten Träger des kulturellen Lebens der Stadt sind neben der Kommune Vereine, Kirchengemeinden und Privatpersonen. Sie nehmen sich der allgemeinen Kulturförderung und spezieller Kultur-Themen wie Theater, Natur-Exkursionen und -Vorträge, Geschichtsforschung, Denkmalspflege, bildender Kunst an.

  • Mündener Kulturring e. V.: Der Mündener Kulturring bietet gemäß seiner Satzung Vorträge, Lesungen, Konzerte, Kleinkunst, Ausstellungen, Studienfahrten sowie Theaterbesuche u. a. an.[35]
  • Naturpark Münden e. V.: Der Naturpark Münden bietet Veranstaltungen im und zum Naturpark Münden an.[36]
  • Touristik Naturpark Münden e. V.: Der Touristik Naturpark Münden bietet Stadtführungen und Doktor Eisenbarth Events an.[37]
  • Drei-Flüsse-Theater Münden e. V.: Das Drei-Flüsse-Theater Münden bringt neben dem alljährliches Wintermärchen auch Komödien, Boulevardstücke und Krimis auf die Bühne.[38]
  • Kantorei St. Blasius: Die Kantorei gestaltet regelmäßig die Gottesdienste in St. Blasius mit und stellt jährlich in zwei großen Konzerten verschiedene Kompositionen vor.[39]
  • Städtisches Museum Hann. Münden: Das Städtisches Museum Hann. Münden im Welfenschloss zeigt seine Exponate in den Abteilungen Stadtgeschichte, Gustav Eberlein, Handel, Schifffahrt & Verkehr, Fayencen und Stadtarchäologie.[40]
  • Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e. V.: Heimat- und Geschichtsverein Sydekum bietet u. a. Exkursionen zu historischen Stätten und aktuellen geschichtlich und volkskundlich bedeutenden Plätzen und Vorträge mit geschichtlichem, volkskundlichem und heimatkundlichem Inhalt.[41]
  • Denkmal! Kunst – Kunst! Denkmal: Das Festival Denkmal! Kunst – Kunst! Denkmal erschließt alle zwei Jahre die Welt des historischen Mündener Fachwerks mit Kunstausstellungen, Musikveranstaltungen, Theater, Kabarett, Lesungen und Darbietungen.[42]
  • Stadtjugendring Münden e. V.: Der Stadtjugendring Münden koordiniert Jugendaustausch und -Reisen, organisiert verschiedene lokale Jugendveranstaltungen und betreibt die Cafeteria Graffiti im Geschwister-Scholl-Haus, dem Jugendzentrum der Stadt Hann. Münden.[43]
  • Stadtbücherei: Die Stadtbücherei im Welfenschloss bietet Medienangebot.[44]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

St.-Blasius-Kirche
St. Blasius, Taufbecken von 1392
St. Blasius, Orgel
Historischer Packhof an der Bremer Schlagd und Stadtmauerrest
Alte Werrabrücke mit Wanfrieder Schlagd
Rathaus im Stil der Weserrenaissance
Welfenschloss Münden als Modell und heutiger Anblick von der Tillyschanze

Das auch als Drei-Flüsse-Stadt bezeichnete Hann. Münden erhielt bereits eine Reihe von Auszeichnungen für sein Stadtbild, etwa die Goldmedaille im Bundeswettbewerb Stadtgestalt und Denkmalschutz im Städtebau.

Historische Altstadt[Bearbeiten]

Die Altstadt ist reich an restaurierten Fachwerkhäusern und mittelalterlichen Kirchen wie beispielsweise St. Blasius und St. Ägidien. Auch stehen hier Bauten der sogenannten Weserrenaissance, zum Beispiel das Welfenschloss und das historische Rathaus.

St.-Blasius-Kirche[Bearbeiten]

Die Blasiuskirche ist eine dreischiffige, gotische Hallenkirche im Zentrum der Altstadt. Der Baubeginn war Ende des 13. Jahrhunderts, errichtet wurde sie auf den Grundmauern einer Basilika im romanischen Baustil. Über mehrere Bauphasen zog sich der Bau bis 1584 hin, als der mit einer welschen Haube gedeckte Turm fertiggestellt wurde. Wie Ausgrabungen 1999 ergaben, war die Kirche von einem Friedhof umgeben, der eine Fläche von 2500 m² einnahm. Er war mit einer Mauer von bis zu 1,4 m Stärke eingefasst, die bereits um 1200 entstand und um 1780 abgerissen wurde. Bereits bevor der romanischen Basilika standen zwei weitere Vorgängerbauten auf dem Platz der Blasiuskirche. Um 900 bis 1000 wurde eine quadratische Turmkapelle zwischen den Chorstufen und dem ersten Pfeilerpaar der heutigen Kirche errichtet. Um 1125 war eine frühromanische Kirche vorhanden, ein Fenster dieses Gotteshauses ist im Fußboden der Blasiuskirche angegeben.[45]

St.-Aegidien-Kirche[Bearbeiten]

Die zweite, sehr viel kleinere mittelalterliche Altstadtkirche St. Aegidien, im Dreißigjährigen Krieg zerstört und ab 1684 wiederhergestellt, wurde 2008 entwidmet und beherbergt seit 2010 das Café Aegidius.

Historischer Packhof[Bearbeiten]

An der Spitze der Schlagden, die dem Umschlag von Waren auf den Schifffahrtswegen Weser, Werra und Fulda dienten, befinden sich zwei Packhofgebäude. Der Packhof an der Wanfrieder Schlagd ist ein klassizistisches Gebäude, das 1839/1840 errichtet wurde. Es hebt sich durch seine Größe und seine im Vergleich zu den verzierten Fachwerkhäusern schlichte Fassade hervor und beherbergt heute Ausstellungsflächen. Im Packhof an der Bremer Schlagd ist ein Hotel untergebracht.

Stadtmauer[Bearbeiten]

Einige Partien der mittelalterlichen Stadtmauer einschließlich der Wehrtürme sind erhalten. Die Mauer entstand bereits bei der Stadtgründung im 12. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert erfolgte eine Modernisierung, unter anderem mit Vorbauten für Kanonen. Im 19. Jahrhundert wurde die steinerne Befestigung in großen Teilen abgerissen. Bei einer Ausgrabung eines 90 m langen Teilstücks 1997 wurde eine Mauerstärke von 1,8 m festgestellt.

Alte Werrabrücke[Bearbeiten]

Die Steinbrücke über die Werra verbindet den Stadtkern mit der Vorstadt Blume. Sie wurde vor 1329 erbaut. Von der einstigen Steinbrücke sind noch 5 Jochbögen im Original erhalten, im 19. Jahrhundert wurden zwei weitere der Brücke hinzugefügt.[46]

Rathaus[Bearbeiten]

Im Zentrum des Stadtkerns befindet sich das Rathaus, dessen Kern ein gotischer Saalbau aus dem 14. Jahrhundert bildet. In den Jahren 1603 bis 1618 wurde das Gebäude durch den Lemgoer Baumeister Georg Crossmann umgebaut und erhielt seine bis heute erhaltene Schmuckfassade. Vom Mittelalter bis heute diente das Gebäude als Sitz von Stadtrat und (Teilen der) Stadtverwaltung. Die untere Rathaushalle (Koph-Hus) ist mit Wandmalereien geschmückt, die Auszüge aus der Stadtgeschichte zeigen. Die obere Rathaushalle (Hochtiedshusaquo = Hochzeitshaus) wird heute zur Durchführung von Ausstellungen genutzt. An der nördlichen Fassade befindet sich ein Glockenspiel, welches täglich um 12:00, 15:00 und 17:00 Uhr einen Figurenumlauf mit Szenen aus dem Leben des Handwerkschirurgen Doktor Eisenbarth zeigt.

Welfenschloss[Bearbeiten]

Das Welfenschloss Münden wurde 1501 durch Herzog Erich I. als gotischer Bau errichtet. Es handelte sich um ein Residenzschloss mit Verwaltungssitz. Nach fast vollständiger Vernichtung bei einem Brand im Jahr 1560 baute Herzog Erich II. das Schloss im Stil der frühen Weserrenaissance wieder auf. Später verlor das Welfenschloss an Bedeutung und wurde nur noch vereinzelt als Aufenthaltsort der Landesherren genutzt. Ein erneuter Brand 1849 zerstörte den Südflügel, der nicht wieder aufgebaut wurde. Erhalten aus der Zeit der Welfen sind im heutigen Schlossbau zwei Renaissancegemächer mit flächendeckenden Wandmalereien. Das Schloss beherbergt heute das Stadtarchiv, die Stadtbücherei, das Amtsgericht Hann. Münden und das Städtische Museum.

Weserstein[Bearbeiten]

Auf der Spitze des Tanzwerders, am Zusammenfluss von Werra und Fulda, befindet sich der als Weserstein bezeichnete und mit einem Gedicht versehene Findling.

Tillyschanze[Bearbeiten]

Die Tillyschanze wurde 1881 bis 1885 als Erinnerung an die Belagerung Mündens durch den Feldherrn Johann t’Serclaes von Tilly 1626 errichtet. Es ist ein Aussichtsturm im Reinhardswald oberhalb der Stadt. Neuere Forschungen belegen, dass Tilly seine Kanonen nicht an dieser Stelle, sondern unterhalb am Fuldaufer aufgestellt hatte. Seit 2010 wird der Turm durch einen Verein und durch Spenden instandgesetzt.

Weserliedanlage[Bearbeiten]

Die Weserliedanlage steht am Hang oberhalb von Hann. Münden und dem Weserstein auf der rechten Flussseite der hier beginnenden Weser. Erinnert wird an den Dichter des Weserliedes, Franz von Dingelstedt, und den Komponisten des Liedes, Gustav Pressel. Von der Weserliedanlage bietet sich ein weiter Blick über das Stadtgebiet.

Kirchenruine St. Laurentius[Bearbeiten]

Die Kirchenruine St. Laurentius aus der Zeit des 11. bis 13. Jahrhunderts liegt im Stadtteil Altmünden. Die Kirche war das Gotteshaus von Gimundi, einer Vorläufersiedlung von Münden. Wegen seiner mächtigen Mauern wird der Bau in der Anfangszeit als Wehrkirche angesehen. Die Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg abgebrochen, ihre Reste wurden 1996 ausgegraben.

St.-Elisabeth-Kirche[Bearbeiten]

Die katholische St.-Elisabeth-Kirche wurde 1887–1889 im neuromanischen Stil erbaut.

Freilichtbühne[Bearbeiten]

Die Freilichtbühne liegt am Kattenbühl auf dem Tannenkamp mitten im Wald und bietet Raum für etwa 800 Zuschauer. Die Anlage wurde vom Reichsarbeitsdienst erbaut und Pfingsten 1933 eingeweiht. Der örtliche Verein „Die Spielbühne e. V.“ hat die seit Jahrzehnten nur noch sporadisch genutzte Bühne 2005 in Grundzügen renoviert und plant, einen geregelten Spielbetrieb in den Sommermonaten aufzunehmen. Seit Sommer 2012 besteht der „Förderverein zum Erhalt und zur Wiederherstellung der historischen Freilichtbühne am Kattenbühl e. V.“, der zusammen mit obigem Verein für den Erhalt der Freilichtbühne sorgen will.

Forstbotanischer Garten[Bearbeiten]

In dem zwar kleinen, aber artenreichen botanischen Garten befinden sich über 700 unterschiedliche Gehölzarten und -formen, die täglich besichtigt werden können. Der Garten entstand ab 1870 als Teil der Königlich Preußischen Forstakademie Hannoversch Münden.

Rotunde[Bearbeiten]

Bei der Rotunde handelt es sich um ein Stadttor der historischen Stadtbefestigung. Mit dem Bau wurde 1502 unter Herzog Erich I. begonnen, die Fertigstellung erfolgte 1579 unter Erich II. Heute befindet sich im Inneren des Gebäudes eine Gedenkstätte für die Gefallenen der Weltkriege und an der Südseite eine Gedenkstätte für die Opfer der Gewalt des Nationalsozialismus.

Wasserspuren[Bearbeiten]

Das Kunstprojekt Wasserspuren – Wasser sichtbar machen ist im Rahmen der EXPO 2000 entstanden. Es findet Ausdruck in einer offenen Beeke in der Ziegelstraße, in Brunnen und einem Wasserspielplatz. Ergänzt werden diese Installationen durch den EXPO-Themenpfad Wasser auf dem Doktorwerder, einer kleinen Flussinsel in der Werra. In den umgestalteten Bereichen in der Innenstadt erfolgten 1999 archäologische Rettungsgrabungen. Dabei wurden Entwässerungskänale und -gräben gefunden, mit denen früher das Hoch- und Regenwasser aus der Stadt geleitet wurde.

Touristen-Information Hann. Münden[Bearbeiten]

Um vor Ort kurzfristig den Überblick über die touristischen Möglichkeiten zu erhalten, steht ein Tourismus-Büro im historischen Rathaus zur Verfügung.[47] Den Gästen werden neben Schifffahrten, Stadtführungen und Kanu-, Rad- und Wandertouren in der Stadt auch Tagestouren in die nähere Umgebung angeboten. Zudem bietet Hann. Münden den Besuchern der Altstadt auch sonntags die Möglichkeit einzukaufen. Dies gilt jeweils für den Zeitraum vom 15. Dezember bis zum 31. Oktober. Viele Geschäfte sind dann sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Wiederkehrende Veranstaltungen sind:

  • Doktor-Eisenbart-Spiele (in den Sommermonaten auf einer Freilichtbühne vor dem Rathaus)
  • Weser-Marathon, immer am 1. Sonntag im Mai. Eine Regatta für Paddel- und Ruderboote über insgesamt 135 km von Hann. Münden nach Hameln.
  • Denkmal! Kunst – Kunst! Denkmal,[42] ein Kultur- und Kunstfestival, dass seit 2007 alle zwei Jahre stattfindet.
  • Rosenfest (Mitte Juni, mit Wahl der Rosenfee)
  • Herbst-/ Bauernmarkt (letzter September-Sonntag)
  • Märchenhafte Weihnachtsreise mit rund 100 Veranstaltungen in Hann. Münden, Staufenberg, Dransfeld und Reinhardshagen (gesamter Dezember)

Unterkünfte: Hann. Münden hat mehr als 20 Hotels und Pensionen, darunter zwei Vier- und drei Drei-Sterne-Hotels. Zusätzlich werden zahlreiche Ferienhäuser und -wohnungen sowie Privatzimmer für Gäste angeboten. Neben diesen Unterkünften stehen eine Jugendherberge, ein Naturfreundehaus, drei Campingplätze und ein Wohnmobilstellplatz zur Verfügung.

Museen: Neben der historischen Rathaushalle mit Wandbildern zur Stadtgeschichte, stehen noch ein Stadtmuseum im Welfenschloss und das Museum der Arbeit des Arbeitergeschichtsvereins im Fährenpfortenturm offen.

Touristische Routen: Hann. Münden liegt an verschiedenen überregionalen touristischen Routen.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehrsanbindungen[Bearbeiten]

Bahnhof Hann Münden am Adam von Trott zu Solz-Platz
Verladung eines Eisengussteils (April 2013)

Der Bahnhof Hann Münden liegt an der Hannöverschen Südbahn und der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden. Vom Bahnhof des Mittelzentrums Hann. Münden aus sind mit Regionalzügen die Städte Göttingen, Kassel, Halle und Erfurt zu erreichen, in denen Anschluss an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn besteht.

Die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg verläuft unterirdisch durch das Stadtgebiet; mit dem Mündener Tunnel und dem Rauhebergtunnel liegen die beiden längsten Tunnel in Niedersachsen im Bereich der Stadt.

In der Stadt und Umgebung sind für den örtlichen ÖPNV mehrere Buslinien eingerichtet. Diese werden u. a. von der Regionalbus Braunschweig und der Regionalverkehr Kurhessen, teilweise im Auftrag anderer Unternehmen, bedient.

Die Stadt ist über die zwei Anschlussstellen Hann. Münden-Lutterberg und Hann. Münden-Hedemünden an die A 7 angebunden und verfügt somit über eine gute Lage am übergeordneten Verkehrsnetz. Die Werratalbrücke beim Ortsteil Laubach liegt im Stadtgebiet. Außerdem liegt Hann. Münden im Schnittpunkt der Bundesstraßen 3 und 80. Des Weiteren führt die B 496 von Hann. Münden zur Anschlussstelle Lutterberg der A 7.

In der Gemeinde Calden, rund 20 Kilometer von Hann. Münden entfernt, befindet sich der Regionalflughafen Kassel-Calden.

In der Sommersaison (1. Mai bis 15. September) bestehen Linien-Schiffsverbindungen über die Fulda täglich von und nach Kassel-Altmarkt.

Hann. Münden verfügte zwischen 1906 bis 1978 mit der Weserumschlagstelle über eine Verladestelle für die Binnenschifffahrt. Sie war von der Eisenbahn als 1,5 km langer Abzweig der Bahnstrecke Göttingen – Hann. Münden (Dransfelder Rampe) erschlossen. Nach 30 Jahren ohne Frachtaufkommen erfolgte im Juni 2008 die Reaktivierung der Weserumschlagstelle. Seitdem werden wieder Güter von Lastkraftwagen auf Binnenschiffe und umgekehrt verladen, vorrangig schwere Maschinenteile.

Gewerbegebiete und Gewerbeflächen[Bearbeiten]

Die verkehrsgünstige Lage direkt an der Bundesautobahn 7 zwischen Kassel und Göttingen sowie die Nähe zu den Autobahnen 38, 44 und 49 ließ die Nachfrage an Gewerbeflächen in den letzten Jahren stetig steigen. Für die großflächige Ansiedlung von Gewerbe, Industrie und Logistik stehen insgesamt drei Gewerbegebiete zur Verfügung:

  • Thielebach Süd, 28,62 Hektar Gesamtfläche (6,78 ha verfügbare Fläche)
  • An der Bahn, 20,84 Hektar Gesamtfläche (8,56 ha verfügbare Fläche)
  • Hedemünden 2, 16,9 Hektar Gesamtfläche (13 ha verfügbare Fläche)[48]

Das direkt an der Bundesautobahn 7 liegende Gewerbegebiet Hedemünden 2 wurde mit Mitteln der Europäischen Union gefördert. In einem zweiten Bauabschnitt soll das Gewerbegebiet auf eine Gesamtfläche von 27 Hektar erweitert werden.

Unternehmen[Bearbeiten]

  • Aldi: Der Lebensmitteldiscounter Aldi-Nord unterhält im Ortsteil Hedemünden eine Regionalniederlassung und ein großflächiges Zentrallager.
  • August Oppermann Kiesgewinnungs- und Vertriebs-GmbH (AO): Die Firma August Oppermann wurde am 10. Mai 1860 im heutigen Hann. Mündener Ortsteil Hedemünden durch August Oppermann I. als Kies- und Sandgewinnungsbetrieb gegründet und hat seitdem dort seinen Stammsitz. Die August Oppermann Kiesgewinnungs- und Vertriebs-GmbH wird mittlerweile in der fünften Generation als Familienunternehmen der Natursteinindustrie geführt und produziert in fast 30 Werken Sand, Kies, Kalkstein und Grauwacke. Im Firmenverbund werden derzeit etwa 120 Mitarbeiter beschäftigt.
  • AWUKO: Das Unternehmen AWUKO (Wandmacher GmbH & Co. AWUKO Schleifmittel KG) ist ein mittelständisches Familienunternehmen[49], das Schleifmittel herstellt. Das 1906 gegründete Unternehmen beschäftigte 2006 rund 140 Mitarbeiter.
  • Eaton Fluid Power: Die Eaton Fluid Power GmbH ist ein Unternehmen der Eaton Corporation. Das Werk in Hann. Münden ist auf Hydraulikschläuche und -systeme spezialisiert. Das Unternehmen ging aus der Aeroquip GmbH hervor, die 1959 aus der Mündener Gummiwarenfabrik GmbH heraus als Joint Venture von deutschen und amerikanischen Gesellschaftern gegründet worden war.
  • Ernst Benary Samenzucht: Die 1843 in Erfurt von Ernst Benary gegründete Ernst Benary Samenzucht GmbH wurde 1946 nach Hann. Münden verlagert. Sie ist spezialisiert auf Züchtung und Saatgutproduktion für Zierpflanzen.[50] Das Unternehmen beliefert den internationalen Großhandel in über 100 Ländern und hatte 2006 rund 270 Arbeitsplätze.
  • Haendler & Natermann: Das 1825 gegründete Unternehmen Haendler & Natermann ist ein Verpackungshersteller und als Haendler & Natermann Sport ein Hersteller von Sportgeschossen.
  • Knüppel Verpackung: Das Unternehmen Knüppel Verpackung (Knüppel Verpackung GmbH & Co. KG) ist ein mittelständisches Familienunternehmen[51] und bietet Produkte und Dienstleistungen der industriellen Verpackung an. Das 1919 gegründete Unternehmen beschäftigte 2007 am Hauptsitz Hann. Münden und an fünf Filialstandorten rund 150 Mitarbeiter.
  • Metallumform GmbH: Der Automobilzulieferer wurde 1971 am Standort Hann. Münden gegründet. Heute konstruiert und fertigt die metallumform-Gruppe Präzisionsbauteile in verschiedenen umformtechnischen Verfahren: Voll- und Hohlteile, Bund- und Flanschteile sowie Verbindungselemente mit spezieller Formgebung.
  • Mündener Gummiwerk: Die Firma Mündener Gummiwerk GmbH gehört seit 2007 zum Geschäftsbereich Fluid Technology der ContiTech und entwickelt sowie fertigt Schlauchleitungen für die Fahrzeugindustrie. Das 1873 von Albert Kunth gegründete Unternehmen firmierte ab 1899 zunächst als Mündener Gummiwarenfabrik Gebr. Kunth GmbH und ab 1905 als Mündener Gummiwarenfabrik GmbH. Nach einer größeren Umstrukturierung des Gesellschafterkreises 1959 und Umbenennung in Mündener Gummiwerk GmbH wurde das Unternehmen 1986 von der Phoenix AG übernommen und gelangte 2004 damit zur Continental AG. Mit 950 Beschäftigten (Stand 2005) ist die Mündener Gummiwerk GmbH der größte Arbeitgeber der Stadt Hann. Münden.[52]
  • PUFAS: Das Unternehmen PUFAS (PUFAS Werk KG) ist ein mittelständisches Familienunternehmen[53] und bietet Maler-Bedarf und Renovierungsprodukte an. Das 1928 gegründete Unternehmen beschäftigte 2006 am Standort Hann. Münden rund 130 Mitarbeiter und erreichte 2005 einen Umsatz von 53 Millionen Euro.
  • Werk Schröder: Im Mündener Werk Schröder wurden bis 2009 Schleifpapiere produziert, die unter der 1996 eingeführten Marke Carbo Schröder vertrieben wurden. Vor der Integration im Juli 2005 in die The Carbo Group GmbH gehörte das Schleifmittelwerk seit 1973 zur Carborundum Schleifmittelwerke GmbH in Düsseldorf, die damals das Mündener Familienunternehmen C. F. Schröder übernahm. Die Gründung der Unternehmens reicht in das Jahr 1863 zurück, als Carl Friedrich Schröder als erster deutscher Unternehmer Schleifmittel auf Unterlage in Deutschland produzierte und anbot.[54]
  • Weser-Metall-Umformtechnik: Das Unternehmen Weser-Metall-Umformtechnik GmbH & Co. KG, kurz WMU, stellt Press-, Zieh- und Stanzteile sowie einbaufertige Schweißkomponenten für die Automobil- und Konsumgüterindustrie her.[55] Es wurde 1986 aus der Bokelmann KG (seit 1953) heraus gegründet und gehört seit 1999 zur Production Division der Edag. Die WMU erzielte 2006 mit 200 Mitarbeitern rund 48 Millionen Euro Umsatz.

Überörtliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in Hann. Münden geboren (* und Jahreszahl) oder verstorben († und Jahreszahl) sind oder einen wichtigen Teil ihrer Lebensleistung in Hann. Münden erbrachten:

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Brethauer: Münden, Gesammelte Aufsätze 1.–4. Folge. Verlag der Weserbuchhandlung, Münden, ISBN 3-921776-02-3.
  • Andrea Bulla: Am Anfang war die Stadt. Archäologische Spurensuche im mittelalterlichen Hannoversch Münden. Rahden/Westf. 2004, ISBN 3-89646-927-4.
  • Bürgermeister (Hrsg.): Bürgerinformationsbroschüre Dreiflüssestadt Hannoversch Münden. WEKA info verlag GmbH, 10. Auflage 2008.
  • Martin Czichelski: Die Gründung der Stadt Münden unter dem Einfluss der Welfen. Eine interdisziplinäre Betrachtung der wissenschaftlichen Forschung. Münden 2002.
  • Peter Faulstich (Herausgeber): Nachkriegszeit – Münden 1945–1955, Hann. Münden 1995, ISBN 3-9804368-7-X.
  • H. Fiedler (u. a.): Münden im Bild der Jahrhunderte. Beschreibendes Verzeichnis der Darstellungen der Stadt und der heute zu ihr gehörenden Orte in der Graphik des 16. bis 19. Jahrhunderts, Hannoversch Münden 1983.
  • Grothus: Stadtplan und Wanderkarte – Stadt Hann. Münden – Naturpark Münden. Grothus Verlag, Kassel 1993.
  • W. Henckel (Vorwort): Mündener Persönlichkeiten aus sechs Jahrhunderten. Heimat- u. Geschichtsverein Sydekum, Hann. Münden 2007, ISBN 978-3-925451-39-3.
  • Dieter Kropp, Margid Hruska, Thorsten Quest: Münden in der NS-Diktatur – exemplarische Analysen und didaktisch aufbereitete Dokumente zum Thema; Fabrikleben und Alltag im Nationalsozialismus. Verein zur Erforschung der Geschichte der Arbeiterbewegung in Hann. Münden e. V., Verl. Die Werkstatt, 2. Auflage, Göttingen 1993, ISBN 978-3-923478-92-7.
  • Wilhelm Lotze: Geschichte der Stadt Münden nebst Umgebung mit besonderer Hervorhebung der Begebenheiten des dreißigjährigen und siebenjährigen Krieges. 2. Aufl., Münden 1909 (Reprint von 1979 mit der ISBN 3-921776-07-4)
  • Manfred Lückert: Die Werra – Landschaft und Leben am Fluss zwischen Thüringer Wald und Hann. Münden. Verlag Rockstuhl, 2006, ISBN 3-938997-26-5.
  • Erwin May: Münden und Umgebung. Erwin May Hann. Münden, Hann. Münden 1980.
  • Johann Dietrich von Pezold: Das Stapelrecht der Stadt Münden 1247–1824. Ein erster Überblick, in: Niedersächsisches Jahrbuch für Landesgeschichte 70 (1998), S. 53–71.
  • Johann Dietrich von Pezold: Judenverfolgung. Stadt Münden, Münden 1978.
  • Helmut Saehrendt: Hannoversch Münden. Wissenswertes aus der Geschichte der Stadt, Sehenswertes in der Stadt. Hannoversch Münden 2002, ISBN 3-936705-09-7.
  • Joachim von Stockhausen: Hann. Münden und die Schiffahrt auf Werra, Fulda und Weser. Göttingen 2003, ISBN 3-89533-441-3.
  • Johann Dietrich von Pezold: Geschichte an den drei Flüssen im 20. Jahrhundert. Hann. Münden 2006.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Hann. Münden – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Hann. Münden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hann. Münden – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. § 1, Absatz 1, der Hauptsatzung der Stadt vom 9. November 2006 lautet: Die Stadt führt den Namen „Hann. Münden“.
  3. Internetseiten der Stadt Hann. Münden abgerufen am 24. Januar 2011
  4. S. Bürgermeister, Seite 8
  5. S. Grothus
  6. S. Hann. Münden, DEU
  7. S. DWD Klimadaten Sonnenscheindauer
  8. Ś. DWD Klimadaten Niederschlag
  9. S. May, Seite 253 ff.
  10. S. Brethauer, Münden – Gesammelte Aufsätze, 3. Folge, Seite 3
  11. S. May, Münden und Umgebung, Seite 25 ff.
  12. Friedrich Hamm. Naturkundliche Chronik Nordwestdeutschlands, 1976, Landbuch-Verlag, Hannover, S. 40. online
  13. Wilhelm Lotze. Geschichte der Stadt Münden […]
  14. S. Lotze, Geschichte der Stadt Münden, Seite 68 ff.
  15. S. Lotze, Geschichte der Stadt Münden, Seite 140 ff.
  16. S. Lotze, Geschichte der Stadt Münden, Seite 180 ff.
  17. S. May, Seite 95 ff.
  18. S. Pezold, Judenverfolgung
  19. S. Faulstich, Seite 19
  20. S. Faulstich, Seite 20
  21. 40 Jahre Landespolizeischule Niedersachsen 1946–1986, Hrsg: Landespolizeischule Niedersachsen, Am Anfang war das Chaos…
  22. S. u. a. Faulstich, Seite 29
  23. S. Faulstich, Seite 31 ff.
  24. Website Historie der Mündener Pioniere
  25. a b c d S. Presseerklärung des BIP NI vom 26. Mai 2006
  26. 40 Jahre Landespolizeischule Niedersachsen 1946–1986, Hrsg: Landespolizeischule Niedersachsen
  27.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 213.
  28.  Erwin May: Münden und Umgebung. Erwin May, Hann. Münden 1980, S. 168f.
  29. S. Bürgermeister, Seite 38
  30. Kirchliches Amtsblatt für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers 2/2012, S. 59 ff.
  31. Die Liste GMHÜ (Grünes Hann. Münden) ist 2006 getrennt als BFMÜ und UL angetreten.
  32. Sitzverteilung im Rat der Stadt. Stadt Hann. Münden. Abgerufen am 6. Januar 2011.
  33. HNA Mündener Allgemeine vom 25. September 2006
  34. a b Hauptsatzung der Stadt Hann. Münden (PDF; 35 kB), abgerufen am 16. März 2012
  35. Mündener Kulturring. Mündener Kulturring e. V. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  36. Naturpark Münden. Naturpark Münden e. V. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  37. Touristik Naturpark Münden. Touristik Naturpark Münden e. V. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  38. Willkommen beim Drei-Flüsse-Theater Münden. Drei-Flüsse-Theater Münden e. V. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  39. Kantorei St. Blasius. Kantorei St. Blasius Münden. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  40. Stadt Hann Münden. Stadt Hann. Münden, der Bürgermeister. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  41. Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden. Heimat- und Geschichtsverein Sydekum zu Münden e. V. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  42. a b Denkmal! Kunst – Kunst! Denkmal. Bernd Demandt. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  43. Stadtjugendring Münden. Stadtjugendring Münden e. V. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  44. Stadt Hann Münden. Stadt Hann. Münden, der Bürgermeister. Abgerufen am 7. Januar 2012.
  45.  Erwin May: Münden und Umgebung. Erwin May, Hann. Münden 1980, S. 137.
  46.  Klaus Grote: Stadtrundgang Münden. In: Römisch-Germanisches Zentralmuseum (Hrsg.): Führer zu vor- und frühgeschichtlichen Denkmälern. Göttingen und das Göttinger Becken. 16, von Zabern, Mainz 1970, ISBN 3-8053-0131-6, S. 190.
  47. Touristen-Information Hann. Münden
  48. Informationen der Stadt Hann. Münden zu Hedemünden 2
  49. Unternehmenseite AWUKO
  50. Unternehmenseite Benary
  51. Unternehmenseite Knüppel
  52. S. Henckel
  53. Unternehmenseite PUFAS
  54. Unternehmensseite The Carbo Group
  55. Unternehmenseite WMU
  56. Logistik Zentrum Niedersachsen im Internet
  57. Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt
  58. Heimatpfleger mit Nazi-Vergangenheit – Münden entzieht Brethauer Ehrenring, abgerufen am 16. März 2012