Gagik Zarukjan

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Gagik Koljaji Zarukjan (armenisch Գագիկ Կոլյայի Ծառուկյան, in wissenschaftlicher Transliteration Gagik Caṙukyan, weitere Schreibweisen sind Tsarukian, Tsarukyan, Tsaroukian, Tsaroukyan; * 25. November 1956 in Arindsch (Առինջ) bei Abowjan) ist ein armenischer Unternehmer, Politiker und Sportfunktionär.

Leben[Bearbeiten]

Geschäftliche und politische Aktivitäten[Bearbeiten]

Es gibt keine offiziellen Angaben darüber, welcher Tätigkeit er in der Zeit zwischen Schulabschluss und Studium nachgegangen ist. 1989 beendete er im Alter von 32 Jahren sein Studium am Sportwissenschaftlichen Institut in Jerewan. Danach arbeitete er nach offiziellen Angaben ein Jahr lang als Heizungstechniker am „Institut für Viehwirtschaft und Tiermedizin Jerewan“, nach anderen Angaben arbeitete er als Sporttrainer.[1] Danach war er bis 1992 Direktor der Firma „Armenia Company“. 1992 gründete Zurakjan den größten Viehwirtschaftsbetrieb Armeniens.

1996 erwarb Zarukjan 29 % der Aktien der Brauerei Kotajk in Abowjan. 1997 erwarb er ebenda eine Messinstrumente-Fabrik, eine Chemiefabrik in der Hauptstadt Jerewan und schuf die Möbelhauskette „MEK“. 1998 übernahm er die Aktienmehrheit von „Aviaservice“ (eine Fabrik für Flugzeugmahlzeiten) und gründete „Aviasnud“. 1999-2002 baute er das Tankstellennetz Multi Leon. Im Jahre 2000 fasste er sein Firmenimperium zur so genannten Multi Group zusammen, wobei der der Name die Vielzahl von Geschäftsfeldern widerspiegelt. 2002 kamen zu dieser Gruppe die neu gegründeten Firmen Multi Stone (Geschäftsfeld ist der Abbau und Export von Gestein), die Eriwaner Brandy-, Wein- und Schnapsfabrik Ararat hinzu, außerdem erhielt Zarukjan den Zuschlag bei der Privatisierung von Araratzement (die größte Zementfabrik im Südkaukasus). Im Juni 2005 soll die Multi Group gut 40 Unternehmen umfasst haben.[2]

Bei den Präsidentschaftswahlen im Frühjahr 2003 unterstützte er den späteren Sieger Robert Kotscharjan. In Zarukjans Heimatdorf Arindsch stimmten den offiziellen Ergebnissen zufolge 100 % für Kotscharjan.[3] Zarukjan, der parteilos ist, trat bei den Parlamentswahlen am 25. Mai 2003 in einem Wahlkreis seiner Heimatregion an und gewann das zu vergebende Direktmandat. Als Abgeordneter genießt er Immunität und gehört dem ständigen Ausschuss für Verteidigung, nationale Sicherheit und Inneres an. Im Parlament ist er vergleichsweise selten anzutreffen. Reporter haben ihn das letzte Mal im Sommer 2003 im Parlament erblickt.

Am 22. November 2003 wurde ein Bombenanschlag auf das Automobil von Nikol Paschinjan, Redakteur der oppositionellen Tageszeitung Haykakan Zhamanak, verübt. Der Anschlag geschah am Abend vor dem Redaktionsgebäude zu einer Zeit, zu der Panischjan üblicherweise schon auf dem Heimweg ist. Er beschuldigte Zarukjan, Drahtzieher des Anschlags gewesen zu sein, da die Zeitung berichtet hatte, dass Zarukjan illegal Wälder in Zachkadsor fällen lasse. Zarukjan wies alle Vorwürfe von sich.[4]

Nachdem die armenische Mannschaft von den Olympischen Sommerspielen 2004 ohne Medaille zurückgekehrt war, wurde Zarukjan, der selbst 1996 Weltmeister und 1998 Europameister im Armwrestling gewesen war, am 22. November 2004 zum Vorsitzenden des Armenischen Nationalen Olympischen Komitees gewählt. In seiner Antrittsrede erklärte er: „Sollte ich 2007 bemerken, dass wir keine Athleten haben, die bei Europa- oder Weltmeisterschaften einen ersten oder zweiten Platz erreichen, dann werde ich darüber nachdenken müssen, usbekische, russische oder georgische Athleten, um die armenische Flagge [bei den Olympischen Spielen 2008] wehen zu sehen.“ [5]

Im zweiten Halbjahr 2005 stellte Zarukjan einen Abwesenheitsrekord unter den Abgeordneten des Parlaments auf. Er war bei wenigstens 171 von 205 Abstimmungen abwesend. Als Grund gab er seine geschäftlichen Aktivitäten an.[6] Im Januar 2006 kündigte Zakurjan an, die Partei „Blühendes Armenien“ zu gründen.[7]

Zarukjans Einkommen soll im Jahr 2006 geschätzte 150 Mio. US-Dollar betragen haben.[8] Am 31. März 2006 meldete ArmInfo, dass Zakurjan seine Anteile an der Brauerei Kotajk für 4 Mio. US-Dollar, an Pierre Castel verkauft habe, der demnach 100 % der Aktien besitzt.

Bei den Parlamentswahlen vom 12. Mai 2007 erreichte seine Partei Blühendes Armenien rund 15 % und zog mit 24 Abgeordneten in die Nationalversammlung (Armenien) ein. Zarukjan gewann dabei erneut seinen Wahlkreis, in dem erst gar kein Gegenkandidat angetreten war.

Privates[Bearbeiten]

Zarukjan ist verheiratet und hat sechs Kinder. Auf seinem Anwesen hat er einen eigenen Zoo mit Bären, Hirschen, einem Tiger und einem Löwen. Er betreibt verschiedene Kraft- und Kampfsportarten auf hohem Niveau (er war 1996 Weltmeister und 1998 Europameister im Armwrestling).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ilia KHRENNIKOV: Southern Caucasus: Great Armenia, 23. Februar 2006
  2. Emil Danielyan: ARMENIAN TAX COLLECTION ‘KEEPS IMPROVING’, armenialiberty.org, 30. Juni 2005
  3. VOTING ENDS AMID FRAUD ALLEGATIONS von Emil Danielyan, Ruzanna Khachatrian, Karine Kalantarian, Shakeh Avoyan and Atom Markarian, armenialiberty.org, 5. März 2003
  4. 2004 World Press Freedom Review: Armenia auf freemedia.at
  5. Anna Saghabalian: NEW ARMENIAN OLYMPIC CHIEF READY TO ‘BUY’ FOREIGN ATHLETES, armenialiberty.org, 22. November 2004
  6. Astghik Bedevian: MILLIONAIRE MPS GET AWAY WITH ABSENTEEISM, armenialiberty.org, 2. Februar 2006
  7. Ruzanna Stepanian: PROMINENT OPPOSITIONIST SET TO LEAD ARMENIAN ‘OLIGARCHIC’ PARTY, armenialiberty.org, 11. Januar 2006
  8. Ilia KHRENNIKOV: Southern Caucasus: Great Armenia, 23. Februar 2006

Weblinks[Bearbeiten]